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Sanfte Massage gegen Verstopfung und Blähungen

Macht Ihnen Ihr Darm von Zeit zu Zeit zu schaffen? Leiden Sie an Verdauungsproblemen?

Probieren Sie ein sanftes Massageverfahren aus, das viele Ärzte heute im Zeitalter der „Pillengläubigkeit“ leider nicht mehr verordnen: die Kolonmassage.

Diese sanfte Druckmassage beruhigt überaktive Darmabschnitte. Sie wirkt darüber hinaus aktivierend bei Darmträgheit. Auf diese Weise lindert sie Ihre Verdauungsprobleme. Das Beste: Sie können die Massage selbst zu Hause durchführen!

Der Dickdarm (Kolon) stellt die letzte Station dar, die der Nahrungsbrei auf seiner Passage durch den Körper erreicht.

Im Kolon befördert der Körper den Darminhalt in eine Richtung und bewegt diesen mehrfach hin- und her, bevor er ihn schließlich ausscheidet. Das verschafft der Darmflora Zeit, die letzten schwer verwertbaren Nahrungsbestandteile wie Pflanzenfasern zu zersetzen.

Darüber hinaus werden Verdauungssäfte zurückgewonnen und der Darminhalt eingedickt.

Ursache von Verdauungsproblemen

Die Verdauungsprozesse im Dickdarm sind sehr störanfällig und so treten eventuell Verdauungsprobleme auf. Häufig kommt der Reizdarm vor, bei dem sich Verstopfung und Durchfall abwechseln.

Verbunden ist diese Erkrankung mit starken Bauchschmerzen. Schmerzhafte Blähungen gehören zudem zu den Verdauungsproblemen und haben ihren Ursprung im Dickdarm.

Sie entstehen, wenn die Darmflora zu viele Gase produziert.

Als Ursache von Verdauungsproblemen gilt oft eine krankhaft veränderte Darmbewegung (Peristaltik). So ist etwa bei Verstopfung die Muskelspannung in einigen Darmabschnitten zu schwach, sodass der Körper den Nahrungsbrei mehr vorwärts transportiert.

Hier schafft die Kolonmassage (auch „Kolonbehandlung“) einen wichtigen Ausgleich.

Gegen diese Beschwerden hilft eine Kolonmassage

  • Verstopfung
  • Reizdarm
  • Blähungen
  • Darmkrämpfe
  • Roehmheldsche Krankheit (Herzschmerzen durch Blähungen)
  • Migräne (wenn mit Bauchkrämpfen verbunden)
  • Verkrampfungen der Gallengänge
  • Zwölffingerdarmgeschwüre

In vielen Fällen half die Kolonmassage Menschen, die aufgrund von Nervenschäden eine unzureichende Darmperistaltik haben. Dabei handelt es sich beispielsweise um Querschnittsgelähmte oder Patienten nach einem Schlaganfall.

So funktioniert die Behandlung

Speziell ausgebildete Masseure nehmen die Behandlung vor. Darüber hinaus können Sie sie auch selbst zu Hause durchführen. Am besten klappt es, wenn Sie sich von einem Therapeuten in die Durchführung einweisen lassen.

Man massiert bei der Kolonbehandlung nicht den gesamten Dickdarm, sondern fünf festgelegte Punkte.

Das unterscheidet die Kolonbehandlung von der Darmmassage nach F. X. Mayr, bei der man die ganze Bauchdecke massiert. Die behandelten Punkte zeichnen sich dadurch aus, dass hier der Darm mit dem Bauchfell verwachsen ist.

Daher entwischt er der massierenden Hand an diesen Stellen nicht oder rutscht zur Seite weg.

Zunächst betastet und beklopft der Therapeut Ihren Darm, um schlaffe oder zu stark angespannte Abschnitte zu identifizieren. Erst dann beginnt die eigentliche Behandlung. Sie liegen dabei entspannt auf einer Liege.

Die Knie sind zur Entspannung der Bauchmuskeln leicht angewinkelt. Man massiert jeden Punkt drei bis fünf Minuten lang.

Dabei drückt die Hand die Haut während eines Atemzugs tief nach unten und lässt sich von der Bauchdecke beim Einatmen nach oben tragen. Innerhalb von 20 bis 30 Minuten massiert man alle Punkte.

Den Abschluss bilden streichende Bewegungen über den gesamten Abschnitt des Dickdarms hinweg.

Die Massage beruhigt die Nerven im Darm

Angebote für Kolonbehandlungen finden häufig im Rahmen von stationären Kuraufenthalten statt.

Ihr Arzt kann Sie auch an einen Masseur überweisen, den Sie für sechs bis zehn Behandlungen zwei- bis dreimal wöchentlich aufsuchen. Die Kosten der Behandlung übernehmen die Krankenkassen.

In diesen Fällen führt man die Kolonmassage nicht durch:

  • Darmverschluss
  • chronische Darmentzündungen
  • Divertikulitis (entzündete Darmaussackungen)
  • Entzündungen im Bauchraum
  • Tumore im Bauchraum
  • Schwangerschaft
  • während der Menstruation sowie drei Tage davor und danach

Wie wirkt die Massage?

Die Wirksamkeit der Methode untersuchte man bisher vor allem bei Verstopfung. So massierten etwa Mediziner an der Berliner Charité im Jahr 1995 über 40 Patienten insgesamt sechsmal.

Durch diese Behandlungsserie senkten sie die durchschnittliche „Transitzeit“ des Speisebreis durch den Darm von drei auf zwei Tage. Die Wirkung beruht nicht darauf, dass man den Speisebrei einfach durch die Massage in Bewegung setzt. Vermutlich spielen Reflex-Wirkungen eine Rolle.

Den Darm umgibt ein dichtes Nervengeflecht und auf dieses hat die Massage eine ausgleichende Wirkung: Sie beruhigt überaktive Nerven und regt inaktive Abschnitte an.

Für eine solche ausgleichende Wirkung auf das gesamte Nervensystem spricht die Beobachtung vieler Therapeuten, dass ihre Patienten während der Massage einschlafen. Was kann es also Sanfteres geben als eine solche Massage? Probieren Sie es aus!

Tipps zur Vorbeugung von Blähungen

Zu viel Luft im Bauch gilt als typische Folge von unvollständiger Aufnahme bestimmter Kohlehydrate und Zucker. Bakterien wandeln den Zucker in Gase um (Gärung).

Um Blähungen zu vermeiden, beherzigen Sie folgende Tipps:

  • Meiden bzw. schränken Sie blähende Nahrungsmittel ein. Am blähendsten wirken Bohnen und andere Hülsenfrüchte, Weizen und Weizenkleie, Kohl, Zwiebeln, Rosenkohl, Sauerkraut, Aprikosen, Bananen und Pflaumen. Milch und andere Milchprodukte führen zu Blähungen, wenn Sie einen niedrigen Laktase-Spiegel aufweisen. Laktase ist das zur Verdauung von Laktose (Hauptbestandteil des Milchzuckers) erforderliche Enzym.
  • Verzehren Sie weniger fetthaltige Nahrungsmittel. Fettes Fleisch, Gebratenes, Sahnesaucen und Bratensoßen fördern die Bildung von Gasen und Blähungen.
  • Reduzieren Sie Zuckerersatzstoffe. Nahezu die Hälfte aller gesunden Menschen nehmen Sorbitol und Mannitol schlecht auf, die in einigen zuckerfreien Nahrungsmitteln, Süßigkeiten und Kaugummis enthalten sind. Die in fünf zuckerfreien Kaugummis enthaltene Menge an Sorbitol verursacht unter Umständen Blähungen und Durchfall.
  • Verlassen Sie sich nicht auf Antacida. Diese neutralisieren zwar die Magensäure, um Sodbrennen zu lindern, sie vermindern jedoch nicht die Gasbildung.
  • Probieren Sie einige blähungshemmende Produkte. Fügen Sie ballaststoffreichen Nahrungsmitteln gegebenenfalls ein Nahrungsmittelenzym hinzu. Das reduziert die Menge an Gasen, die bei deren Verdauung entsteht. Die Präparate Lactaid und Dairy Ease (in Deutschland nicht erhältlich) hemmen die übermäßige Bildung von Gasen aufgrund von Laktase-Mangel. Die Diagnose stellt man heute relativ einfach. Selbstverständlich sollte man in dem Fall milchzuckerhaltige Nahrungsmittel (Milch) möglichst einschränken. Produkte mit dem Wirkstoff Simethicon (Lefax) wirken selten auf Dauer.

Gehören Stress und Überforderung möglicherweise zu den Auslösern Ihrer Beschwerden? Dann kann Ihnen wahrscheinlich das Homöopathische Mittel Lycopodium helfen. Erfahren Sie mehr über die Wirkungsweise des Heilmittels.

Lorbeerblätte: Die altbekannte Medizin

Lorbeerblätter helfen bei Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit, Koliken und Blähungen. Sie beruhigen den Magen, hemmen Bakterien und Pilze.

Darüber hinaus lösen sie Schleim und Husten. Feigen und Lakritze werden mit Lorbeerblättern verpackt, um den Rüsselkäfer fernzuhalten. Sehr häufig findet Lorbeeröl übrigens Verwendung in der Tiermedizin.

Zubereitung und Anwendung

Lorbeermilch zur Stärkung der Abwehrkräfte: Sie bringen einen halben Liter Milch mit einem Lorbeerblatt sanft zum Kochen, nehmen den Topf dann sofort von der Herdplatte und lassen die Milch im geschlossenen Topf abkühlen.

Lorbeerblatt entfernen, morgens und abends ein Glas trinken.

Lorbeerblätter schmecken in vielen Gerichten wie Sauerkraut, Brühen und Suppen. Sie geben den Speisen eine kräftige, leicht säuerliche Note und machen sie bekömmlicher. Verwenden Sie für Ihr Essen am besten frische junge Blätter.

Von ihnen können Sie wegen des noch zarten Geschmacks ein Blättchen oder zwei mehr nehmen als von den älteren getrockneten. Diese verlieren nach etwa einem Jahr ihr Aroma.

Lagern Sie die Blätter trocken in einem luftdicht abgeschlossenen Gefäß, damit sie länger haltbar bleiben.

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