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Kümmel: Die Nummer 1 gegen Blähungen und Völlegefühl

Der würzige Kümmel (Carvum carum) aus der Familie der Doldengewächse (Apiaceae) stammt zwar ursprünglich aus Asien, hat sich aber über ganz Europa bis nach Nordafrika ausgebreitet.

Die zweijährige Pflanze bildet im ersten Jahr nur eine Rosette aus fein gefiedertem grünem Kraut, das – auch vom Geruch her – etwas an das Kraut der Möhren erinnert. Im zweiten Jahr wächst ein bis zu 1 m hoher Stängel, an dem von Mai bis Juli kleine weißliche Blüten in einer großen flachen Dolde erscheinen.

Die Dolden mit den Kümmelfrüchten werden geerntet, sobald diese braun werden. Kümmel bevorzugt feuchte Wiesen und Wegränder.

Zu medizinischen Zwecken dienen ausschließlich die reifen Kümmelfrüchte, aus denen Tee und Öl zubereitet werden.

Das sind die wichtigsten Inhaltsstoffe des Kümmels:

  • ätherische Öle, v. a. Carvon und Limonen (3 bis 7 %)
  • fettes Öl (10 bis 18 %)
  • Polysaccharide (13 %)
  • Phenolcarbonsäuren (< 1 %)
  • Cumarine (Spuren)

Als Hauptwirkstoff gelten die ätherischen Öle. Hildegard von Bingen empfahl Kümmel bei Herzbeklemmungen. Kümmel gilt als das älteste heilsame Gewürz. So wurden Kümmelfrüchte als Grabbeigaben in den ägyptischen Pyramiden gefunden.

Auch die Heilige Hildegard von Bingen verordnete Kümmeltee bei Herzbeschwerden, die durch einen geblähten Bauch hervorgerufen werden.

Zu den wichtigsten Wirkungen des Kümmels gehören:

  • Linderung von Blähungen
  • Lösung von Krämpfen
  • Förderung der Sekretion von Verdauungssäften aus Magen, Leber und Bauchspeicheldrüse
  • Hemmung von Bakterien

Als heilsames Gewürz fördert Kümmel die Verdaulichkeit „windiger“ Speisen wie Kohl, Hülsenfrüchte und Vollkornbrot.

Noch stärker wirken Kümmeltee oder -öl. Dabei kann das Öl auch äußerlich zur Massage oder als Wickel bei akuten Schmerzen helfen. Wegen ihrer antibakteriellen Wirkung waren Kümmelauszüge früher in Mundwässern enthalten.

Bei diesen Beschwerden kann Ihnen Kümmel helfen:

  • Völlegefühl und Blähungen
  • Verdauungsschwäche durch Mangel an Verdauungssäften
  • Herzenge infolge von Blähungen (Roehmheld-Syndrom)
  • Leber- und Gallenschwäche
  • Menstruationskrämpfe
  • Entzündungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut
  • Spannungskopfschmerzen

Während Kümmel als Verdauungshelfer auch von der Schulmedizin anerkannt ist, gelten seine übrigen Wirkungen nur als volksmedizinisch belegt. Der Tee und das Öl eignen sich zur Anwendung in jedem Lebensalter, sogar bei Säuglingen – hier allerdings nur in stark verdünnter Form.

Bei einer Überempfindlichkeit gegen Sellerie, Mohrrüben, Petersilie, Anis, Koriander, Kreuzkümmel und Beifuß sollten Sie auf die Anwendung von Kümmel verzichten.

So wenden Sie den Kümmel an

Kümmel können Sie unbesorgt im Supermarkt kaufen. Wählen jedoch nur Produkte, die in einer Aromaschutz-Verpackung angeboten werden. Denn ausgetrockneter Kümmel ist kaum wirksam.

Grundrezept für Kümmeltee

Zerquetschen Sie 1 TL Kümmelfrüchte im Mörser und übergießen Sie diese mit 1/4 l siedendem Wasser. Lassen Sie den Tee zugedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen, bevor Sie ihn durch ein Sieb abseihen. Trinken Sie 2- bis 3-mal täglich Tasse frisch zubereiten, ungesüßten Tee zwischen den Mahlzeiten.

Kümmelöl: am besten auf Zucker

Auf Reisen ist fertiges Kümmelöl aus dem Reformhaus) praktisch. Geben Sie 1 bis 2 Tropfen Stück Zucker und lassen Sie dieses im Mund zergehen, bevor es schlucken. Kümmelöl sollten nur Erwachsene einnehmen! Tagesdosis beträgt 3 bis 6 Tropfen.

Natürliche Hilfe bei Blähungen

Bevorzugen Sie schonend Gegartes und Gedämpftes und verzichten Sie lieber auf Rohkost, wenn Sie zu Blähungen neigen.

Stark zuckerhaltige Lebensmittel sollten Sie ebenso vom Speiseplan streichen wie sehr süßes Obst, da diese Nahrungsmittel Gärungsprozesse und damit auch eine Gasbildung auslölsen.

Bitterstoffe fördern die Fettverdauung und aktivieren sowohl den Gallefluss als auch die Darmtätigkeit. Für einen optimalen Effekt sollten Sie die Bitterstoffe zu Beginn einer Mahlzeit zu sich nehmen.

Dazu geeignet ist zum Beispiel ein kleiner Salat mit Chicorée oder Rucola. Alternativ können Sie auch ein kleines Schnapsgläschen Artischockensaft (aus dem Reformhaus oder Bioladen) als Aperitif zu sich nehmen.

Darmberuhigende Heilpflanzen

Einige Heilpflanzen (Kraminativa) haben eine blähungsverhindernde und -lösende Wirkung. Gleichzeitig beruhigen Sie die Nerven im Bauchraum und haben dadurch auch einen krampflösenden (spasmolytischen) Effekt.

Diese Heilpflanzen lösen die Gase auf:

  • Kümmel
  • Anis
  • Fenchel
  • Kamille

Die positiven Wirkungen dieser Heilpflanzen können Sie einzeln und auch in Kombination in Form eines Tees nutzen. Außerdem stehen Ihnen Fertigpräparate mit Extrakten aus diesen Pflanzen.

Hilfe von Dr. Schüßler

Gegen schmerzhafte Winde haben sich auch die nach dem Deutschen Arzt Wilhelm Schüßler (1821 bis 1898) benannten Mineralsalze bewährt.

Durch das Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum werden die im Verdauungsprozess entstehenden Gase leichter und ohne dass sich die Magen-Darm-Muskulatur schmerzhaft verkrampft ausgeschieden. Wenden Sie dieses Salz im Bedarfsfall als „Heiße 7″ an.

Lösen Sie dazu zehn Tablettchen des Mittels in etwa 150 ml kurzaufgekochtem Wasser auf und trinken Sie die Lösung anschließend in kleinen Schlucken.

Sie können die blähungswidrige Wirkung dieses Mineralsalzes noch verstärken, wenn Sie die Schüßler-Salbe Nr. 7 täglich einmal auf den Oberbauch auftragen und sanft einmassieren.

Ihre ersten Notfall-Maßnahmen bei Blähungen

Trinken Sie als erstes in kleinen Schlucken ein großes Glas heißes Wasser, in das Sie einige Stücke frischen Ingwer hineingeben.

Oder kochen Sie sich einen Pfefferminztee, dieser hat eine krampflösende Wirkung. Auch Anis, Fenchel und Kümmel sind bewährte Magen- und Darm-Mittel.

Sie können sie als Tee einzeln oder gemeinsam anwenden. Trinken Sie bei langandauernden Blähungen etwa sechs Wochen lang drei Tassen täglich von dieser Mischung. Hilfreich ist zusätzlich Löwenzahn als Tee oder als Frischpflanzensaft.

Für Entspannung sorgt eine Wärmflasche oder eine feuchtwarme Leberauflage. Beide Maßnahmen wirken krampflösend.

Das gilt auch für diese leichte Bauchmassage: Streichen Sie im Uhrzeigersinn vom Oberbauchsanft über die linke Bauchseite hinab bis zum Unterbauch und über die rechte Seite wieder hinauf zum Oberbauch.

Der Wirkstoff Simethicon (zum Beispiel Lefax®, Simethicon ratiopharm, rezeptfrei in der Apotheke) löst den feinblasigen Schaum in Magen und Darm auf und verhindert die weitere Entstehung des Schaums.

Damit wird der Druckschmerz wirksam bekämpft. Die Substanz ist unschädlich, greift nicht in den Stoffwechsel ein und wird unverändert wieder ausgeschieden.

Auch Heilerde-Kapseln sollen die Blähungen lösen.

Langanhaltende Blähungen ärztlich abklären

Hinter Blähungen können sich gelegentlich ernsthafte Erkrankungen verbergen.

Deshalb sollten Sie akut auftretende ebenso wie langandauernde Blähungen unbedingt ärztlich abklären lassen. Bereits der Geruch der abgehenden Gase gibt Aufschluss über deren mögliche Ursache.

Wer überwiegend ballaststoffreiche Nahrungsmittel zu sich nimmt, gehört in der Regel zum geruchsfreien Blähungstyp. Ausgenommen davon ist der reichliche Verzehr von zwiebel- und knoblauchhaltigen Gerichten.

Übelriechende Gase weisen auf Gärungs- und Fäulnisprozesse im Darm hin. Häufig sind Blähungen mit Bauchschmerzen verbunden.

Der typische Blähungsschmerz lässt sich meist nicht lokalisieren. Er „wandert“ im Bauch hin und her und kann sogar zu stechenden Herzschmerzen führen.

Diese Leiden können mit Blähungen verbunden sein:

  • Reizdarmsyndrom (das ist die häufigste Ursache)
  • Morbus Crohn und Colitis ulcerosa (Darmentzündungen)
  • langjähriger Diabetes
  • Darmverschluss
  • Erkrankung des vegetativen (unwillkürlichen) Nervensystems
  • Herzschwäche
  • Leberzirrhose
  • Zwerchfelldurchbruch
  • eine Schwäche der Bauchspeicheldrüse
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