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Kohl: So vermeiden Sie Blähungen

In den vergangenen Tagen erzählte ich Ihnen viel über die enorm günstigen gesundheitlichen Auswirkungen von Kohl. Viele Menschen leiden jedoch nach dem Genuss von Kohlgerichten unter einem „Blähbauch“.

Deswegen kocht man Kohl häufig auch mit Kümmel zusammen, dieser verhindert die Blähungen durch Kohl. Kaum jemand geht deswegen zum Arzt.

Denn Blähungen – medizinisch: Flatulenz – gelten als ein anrüchiges, weil manchmal übel riechendes, aber nicht unnormales Problem.

Die Symptome stellen sich vor allem nach dem Verzehr kohlenhydratreicher Speisen, bei anhaltendem Stress und Ernährungsfehlern ein. Sollten Sie häufiger unter Blähungen leiden, helfen Ihnen meist schon kleine Veränderungen, um Abhilfe zu schaffen.

So kommt es zu Blähungen durch Kohl

Wenn Sie hastig essen und dabei auch noch viel reden, schlucken Sie sehr viel Luft. Trinken Sie zum Essen „schnell noch“ ein kohlensäurehaltiges Getränk, verschärft sich das Problem.

Nehmen Sie sich deshalb Zeit zum Essen. Genießen Sie Ihre Speisen in aller Ruhe am Tisch und keinesfalls zwischendurch. Kauen Sie jeden Bissen gründlich. Gönnen Sie sich diese Zeit und verzichten Sie möglichst darauf, viel zu reden.

Das schafft Abhilfe

Wenn Ihr Verdauungssystem schwächelt und Sie kaum Appetit haben, sollten Sie es einmal mit einem größeren Anteil an Bitterstoffen in Ihrer Nahrung versuchen. Denn kaum im Mund, regen Bitterstoffe die Bildung von Speichel an, Magensäfte und Galle fließen verstärkt.

Der Fettstoffwechsel kommt in Gang und der Darm in Bewegung. Bitterstoffe regulieren Ihren Appetit, machen Sie schneller satt und zähmen Ihre Blähungen durch Kohl.

Die Magenschleimhaut wird stärker durchblutet und alle Verdauungsvorgänge gesteigert.

Der Nahrungsbrei wird schneller aus dem Darm befördert. Durch die verstärkt ausgeschütteten Verdauungsenzyme werden alle Nahrungsbestandteile besser aufgeschlüsselt und verwertet.

So entstehenBlähungen durch Kohl meist gar nicht erst. Die Ausscheidung von unerwünschten Stoffwechselprodukten wird dadurch angeregt.

Gemüse und Salatsorten mit einem hohen Anteil an Bitterstoffen

  • Brokkoli
  • Chicoree
  • Eichblattsalat
  • Endiviensalat
  • Kresse (auch Brunnenkresse und Kapuzinerkresse)
  • Löwenzahn
  • Radicchio
  • Rauke (Rucola)
  • Rosenkohl
  • Wildkräutersalat

Auch die meisten Küchenkräuter – egal ob frisch oder getrocknet – wie Bohnenkraut, Estragon, Kerbel, Lorbeer, Rosmarin oder Thymian – enthalten wertvolle Bitterstoffe. Beim Obst sind es hauptsächlich Zitrusfrüchte wie Grapefruit, Bitterorangen, Limonen und Zitronen.

In der Apotheke erhalten Sie anerkannte pflanzliche Fertigpräparate, die Ihren Verdauungstrakt unterstützen – zum Beispiel Amara-Tropfen Pascoe, Iberogast® oder Gastritol®.

Motilitaetsstörungen: Wenn ihr Darm unkontrolliert verrückt spielt

Sie sind zurück – Sodbrennen, Magenkrämpfe und Durchfall. Und sie scheinen immer im ungünstigsten Moment zu kommen. Schon müssen Sie Ihre Verabredung zum Abendessen absagen, weil Sie eine neue Attacke befürchten.

In letzter Zeit kommt das häufig vor. Ihr Arzt diagnostiziert einen Reizdarm und nennt es auch Motilitätsstörung. Was verbirgt sich dahinter?

Gastrointestinale Motilitätsstörungen beinhalten abnorme Muskelkontraktionen in Ihrem Verdauungstrakt, der mit der Speiseröhre beginnt und mit dem Enddarm endet.

Einige Motilitätsstörungen wie Reizdarm sind verbreitet und in der Regel harmlos, das heißt sie können stören, sind aber im Allgemeinen nicht lebensbedrohlich. Andere können ernstere – sogar tödliche – Folgen haben, wenn sie nicht behandelt werden.

Glücklicherweise lassen sich die meisten Motilitätsstörungen durch Änderungen der Lebensgewohnheiten, Medikamente – oder selten – Operationen in den Griff bekommen.

Motilität des Verdauungstraktes bezieht sich auf spontane Bewegungen – sie unterliegen nicht Ihrer willkürlichen Kontrolle. Der Nahrungsbrei wird in Speiseröhre, Magen oder Darm transportiert, indem sich Muskelschichten in der Eingeweidewand kontrahieren.

Normalerweise kontrahieren und entspannen sich diese Muskeln in rhythmischer Art und Weise und schieben so den Nahrungsbrei weiter.

Wenn Sie an einer Motilitätsstörung leiden, arbeitet die Muskulatur Ihrer Ein-geweide nicht koordiniert. Der Grund dafür kann ein Problem innerhalb der Muskeln selber oder ihrer Ansteuerung durch Hormone oder Nerven sein.

Bei Motilitätsstörungen kann der Transport des Nahrungsbreis gestört sein. So kann es zu Schluckbeschwerden, Sodbrennen, Rülpsen, Übelkeit, Brechreiz, Blähungen, Darmkrämpfen sowie Verstopfung oder Durchfall kommen.

Motilitätsstörungen werden in zwei Kategorien eingeteilt: strukturelle und funktionelle Formen.

Was hinter strukturellen Störungen steckt

Strukturelle Störungen beruhen auf einem körperlichen Problem. Dazu gehört die Gastroösophageale Refluxkrankheit (englisch GERD).

Diese häufige Störung tritt auf, wenn das Ventil zwischen Speiseröhre und Magen, der untere Ösophagusschließmuskel, nicht richtig arbeitet, sodass Magensäure in die Speiseröhre aufsteigen kann und zu Sodbrennen führt.

GERD ist meist nicht bedrohlich und kann durch Selbstbehandlung versorgt werden.

Andere Störungen sind selten und meist ernster. Sie können Schmerzen verursachen und das Essen oder Verdauen erschweren.

Zu diesen Störungen gehören Achalasie (Magenverschluss), Spasmen der Speiseröhre, Sklerodermal in der Speiseröhre, Gastroparese (Magenlähmung) und die Hirschsprung’sche Krankheit (vererbte Darmverengung).

Funktionelle Störungen geben Rätsel auf

Bei funktionellen Störungen lässt sich keine körperliche Ursache finden. Da die Ursachen meist nicht bekannt sind, ist diese Kategorie von Motilitätsstörungen umstritten.

Einige Experten glauben, dass funktionelle Störungen auf eine Überempfindlichkeit des Verdauungstraktes (z. B. bei Milchzucker) zurückgehen.

Trotzdem werden sie oft den Motilitätsstörungen zugeordnet, weil sie durch einen deutlich beschleunigten oder gebremsten Nahrungstransport im Verdauungstrakt gekennzeichnet sind. Zu den funktionellen Störungen gehören:

  • Reizdarm – Diese Störung tritt auf, wenn sich Ihr Darm nicht mehr rhythmisch kontrahiert. In Deutschland erkrankt jeder Fünfte an Reizdarm. Frauen sind zwei- bis dreimal so häufig betroffen wie Männer.
  • Geschwürfreie Dyspepsie – Diese häufige Erkrankung kann Schmerzen oder Unwohlsein im Oberbauch verursachen. Magengeschwüre lassen sich nicht nachweisen.

Die häufigsten Motilitätsstörungen lassen sich meist durch Änderungen der Lebensgewohnheiten behandeln oder verhindern. Dazu zählen eine gesunde Ernährung, Stressreduzierung, Tabakabstinenz und der vorsichtige Gebrauch von rezeptfreien Medikamenten und Abführmitteln.

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Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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