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Venen verkalken nur selten

Man spricht ja an sich sehr oft von Arterienverkalkung.

Aber vielleicht haben Sie sich ja auch schon einmal gefragt, ob es analog so etwas wie eine Verkalkung der Venen eigentlich auch gibt, oder ob es überhaupt nicht möglich ist, dass auch diese Gefäße betroffen sind?

Arterien verkalken häufig, Venen eher selten

Tatsächlich ist die Verkalkung der Gefäßwände eine Erkrankung, die prinzipiell nur die Arterien betrifft. Das liegt daran, dass die Venen geschützt sind: Durch sie fließt das Blut mit geringerem Druck.

Zudem strömt es langsamer, auch die Scherkräfte sind in diesen Gefäßen geringer. So sind sie durch langsame Verkalkungen meist nicht betroffen.

Allerdings gibt es eine örtlich begrenzte Verkalkung der Venenwände. Diese tritt nach einer chronischen Venenentzündung auf.

Venenerkrankungen: Verschiedene Therapieansätze

Venenleiden müssen Sie nicht hinnehmen. Sie können zusammen mit Ihrem Therapeuten eine Menge dagegen tun. Welche Therapieform angesagt ist, kann natürlich nur Ihr Therapeut entscheiden. Wichtig sind vor allem die folgenden Punkte:

  • Entgiftung des Körpers
  • Ernährungsumstellung
  • Bewegung
  • Gewichtsreduktion

Zusätzlich gibt es zwei weitere Bereiche, die der Therapeut anwenden kann:

1. Kompressionstherapie

Die Kompressionstherapie ist die Basisbehandlung erkrankter Venen. Medizinische Strümpfe oder Druckverbände üben von außen Druck auf das Bein und damit auf die Vene aus. Dadurch erhöht sich innerhalb der Vene der Druck und das Blut fließt schneller nach oben.

Das Gefäß verengt sich und die Venenklappen können wieder schließen. Das Blut fließt nun ungestört zum Herzen; venöse Stauungen werden so beseitigt.

2. Venenpräparate

Zur medikamentösen Behandlung erkrankter Beinvenen werden Gelees und Salben sowie Tabletten eingesetzt. Ziel ist es, die Venenwände abzudichten, den Gefäßwiderstand zu fördern und dasBlut zu „verflüssigen“, damit es besser nach oben fließen kann.

Erreicht wird dies zum Beispiel durch Wirkstoffe wie Rosskastanienextrakt, Auszüge aus Steinklee, Mäusedorn, rotes Weinlaub, Rutin oder Heparin.

Achtung: Venenpräparate sollen Sie nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einsetzen.

Erhalten Sie sich gesunde Venen und schöne Beine

Lassen Sie Venenprobleme gar nicht erst entstehen. Möglichst viel Bewegung und eine gesunde Ernährung tun auch Ihren Venen gut. Das gilt vor allem, wenn Sie viel sitzen oder stehen müssen.

Wichtig für Frauen über 30 oder Raucherinnen: Die Pille ist ein zusätzlicher Risikofaktor. Achten Sie auf erste Warnsignale.

In den Industrieländern hat etwa die Hälfte aller Menschen schwache Beinvenen. Vielen ist das nicht bewusst. Sie ignorieren die ersten Anzeichen einer beginnenden Venenschwäche. Erst im fortgeschrittenen Stadium wird die Krankheit erkannt.

Dabei können Sie gerade am Anfang eine Menge tun und Schlimmes verhindern.

Wie Sie aktiv Ihre Venentherapie unterstützen

Sollte bei Ihnen bereits alles auf eine Venenschwäche hindeuten, ist der Weg zum Arzt oder Heilpraktiker ein Muss. Er wird eine geeignete Therapie für Sie finden.

Parallel dazu sollten Sie selbst aktiv werden und Ihren Beitrag zum Therapieerfolg leisten. Und das geht ganz einfach: Halten Sie Ihr Normalgewicht!

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Je mehr Gewicht die Beine tragen müssen, um so gefährdeter ist das ohnehin schongeschwächte Bindegewebe Ihrer Venen. Sollten Sie ein paar Pfund zu viel auf die Waage bringen, heißt die Devise: Abnehmen.

Wie gefährdet sind Ihre Venen?

Krankhaft veränderte Venen können unterschiedliche Symptome verursachen. Es ist wichtig, dass Sie der Sache auf den Grund gehen, selbst wenn Sie noch keine schwerwiegenden Beschwerden spüren.

Denken Sie daran, dass ein Venenleiden meist eine fortschreitende Erkrankung ist. Ob und inwieweit Sie gefährdet sind, können Sie mit diesem Test feststellen.

Der Verdacht auf eine Venenschwäche lässt sich damit rasch erhärten. Der Venentest kann Ihnen helfen, bereits erste Anzeichen einer Venenschwäche zu erkennen so, dass Sie rechtzeitig vorbeugende oder unterstützende Maßnahmen ergreifen können.

Testen Sie Ihr Venen-Risiko                                                       

                                                         Ja                   Nein

1. Leidet In Ihrer engeren Verwandtschaft an Krampfadern oder einem anderen Venenleiden?

2. Haben Sie einen Sitz- oder Stehberuf?

3. Leiden Sie abends oft unter schweren und müden Beinen?

4. Haben Sie Besenreiser?

5. Leiden Sie unter Krampfadern?

6. Haben Sie häufiger geschwollene Beine und Füße?

7. Schmerzen und kribbeln Ihre Beine?

8. Hat sich Ihre Haut am Unterschenkel oder Knöchel in letzter Zeit verändert?

9. Leiden Sie unter einer nicht heilenden Wunde an Bein oder Fuß?

10. Haben Sie schmerzende, gerötete oder streifenförmige Stellen am Bein?

11. Schmerzt ein Bein oder Fuß beim Husten oder Auftreten?

12. Verhüten Sie mit der Pille oder nehmen Sie Wechseljahrshormone ein?

13. Hatten Sie schon einmal eine Venenentzündung oder eine Thrombose?

14. Sind Sie Diabetiker?

Auswertung: Wenn Sie 3 oder mehrere Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, liegen Risikofaktoren, Symptome oder Beschwerden vor, die Sie zum Arzt führen sollten. Nur konsequente Behandlung und Ihre Eigeninitiative verhindern die Weiterentwicklung des Leidens.

Sie sollten auf jeden Fall sofort mit einem Vorsorge-Programm starten und regelmäßig Ihre Venen trainieren.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
Über den Autor Dr. Martina Hahn-Hübner

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Alte Kommentare
  • Herbert Weiß schrieb am 22.01.2010, 19:08 Uhr

    Liebe Frau Dr. Hahn-Hübner, warum neigen Venen im Unterschied zu Arterien weniger zur Verkalkung? Liegt es primär am geringeren Druck und an einer niedrigeren Fließgeschwindigkeit des roten Lebenssaftes? Oder nicht vielmehr an der mechanischen Belastung? Dr. Rath vergleicht die Beanspruchung der Herzkranzarterien mit dem ständigen Zusammendrücken eines Gartenschlauchs. Das geht solange gut, wie das Material noch neuwertig und elastisch ist. Da ein neues Herz nicht einfach im Baumarkt erhältlich ist, repariert der Körper die entstehenden Risse. Mittels Vitamin C. Bei akutem Mangel Skorbut kann es zu einem allmählichen Verbluten kommen. Chronischer Mangel wird mittels Cholesterin behoben. Alles Scharlatanerie? Ich bin Jg. 1953 gern bereit, gemeinsam mit Ihnen und einigen anderen Skeptikern bzw. Ungläubigen eine Radtour durch den Berliner Grunewald zu unternehmen. Es grüßt H. W.

  • Gerhard Heeren schrieb am 27.01.2010, 00:36 Uhr

    Was ist die Ursache, wenn Arterien verkalken? Kommt diese Verkalkung vom Trinken von kalkhaligem Wasser? Ich trinke seit Jahren selbst destiliertes Wasser. Meine Herzkranzgefäße sollen frei von jeglichen Ablagerungen sein. Ist da ein Zusammenhang zu sehen?