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Venenerkrankungen: Venenschwäche als Volkskrankheit

Wohl für jeden Menschen kommt früher oder später der Zeitpunkt, an dem man sich vor einem Leiden fürchtet, das überwiegend Frauen heimsucht: Venenschwäche und Krampfadern. Doch können Sie vorbeugend viel tun und nach einer Behandlung selbst für Erleichterung sorgen.

Seniorin massiert ihre Beine auf der Couch© britta60 - Fotolia

Das Frauenproblem

Es gibt Millionen Deutsche mit Bindegewebsschwäche und einer Neigung zu Problemen mit den Venen. Jeder zweite Bundesbürger über 35 Jahren ist betroffen. Fünf Millionen Menschen leiden an einer chronischen, behandlungsbedürftigen Venenschwäche und über eine Million an einem „offenen Bein“ (Geschwür des Unterschenkels, Ulcus cruris).

Probleme mit den Venen suchen etwa dreimal so viele Frauen wie Männer heim, weil sie meist ein schwächeres Bindegewebe aufweisen. Die Volkskrankheit „Venenleiden“ ist also leider vor allem Frauensache. Das Alter spielt eine untergeordnete Rolle. Heute zeigen Jugendliche ab 14 Jahren ernsthafte Venenveränderungen.

Gene und Lebensstil

Die zugrundliegende Bindegewebsschwäche ist zweifellos vererbt. Doch gelten Venenleiden nicht von vornherein als unausweichliches Schicksal. Es kommen andere Faktoren hinzu, damit die Anlage zu einer Erkrankung führt: Neben den weiblichen Hormonen (Östrogene) fördern Hormonumstellungen wie in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, Hormonbehandlungen (Einnahme der Pille) und starkes Rauchen das Entstehen von „ausgeleierten“ Venen.

Diese treten oft als blaue Schlängellinien unter der Haut hervor. Darüber hinaus schaden langes Stehen oder Sitzen am Arbeitsplatz, erhebliches Übergewicht und unvernünftiges Sonnenbaden den Venen. Als Risikofaktoren kommen bestimmte Begleiterkrankungen wie Diabetes, Operationen und Medikamente hinzu.

Schwache Venen mit bösen Folgen

  • Besenreiser (Varikosis): Diese leichteste Form der Venenerkrankung erinnert an kleine Reisigbesen, daher der Name. Besenreiser sind durch die Haut sichtbar und schimmern blaurötlich. Betroffen sind kleinste, unter der Haut verlaufende Venen. Vorsicht: Hinter Besenreisern verbirgt sich unter Umständen ein schwereres Venenleiden. Der Weg zu einem Facharzt für Venenerkrankungen (Phlebologen) empfiehlt sich in jedem Fall.
  • oberflächliche Krampfadern (Varizen): Wenn an der Hautoberfläche geschlängelte Venen erscheinen, spricht man von Krampfadern. Das Blut fließt hier langsamer. An einigen Stellen staut es sich und es entstehen venöse Schwellungen (Ödeme). Besonders am Abend schwellen die Beine an und werden schwer. Krampfadern sind ein Zeichen für schwache Venenwände. Diese sind sehr anfällig für schmerzhafte Venenentzündungen.
  • Thrombose: Bei fortgeschrittenen Krampfadern oder Venenentzündungen entwickelt sich häufig eine Thrombose. Die Venen sind mit Blutgerinnseln verstopft und werden dadurch nochmals geschwächt. Nehmen Sie eine Thrombose nicht auf die leichte Schulter. Die Blutgerinnsel können sich ablösen und über das Herz in die Lunge gelangen. Man spricht von einer Embolie.
  • Ulcus cruris (offenes Bein): Staut sich das Blut über längere Zeit in den Venen, übt es einen permanenten Druck auf das umliegende Gewebe aus. Es wird nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt. Die Folge: Das Bein schmerzt, schwillt immer mehr an und bricht schließlich auf. Diese schwere Venenerkrankung ist sehr schmerzhaft. Es besteht eine hohe Infektionsgefahr.

Krampfadern

Krampfadern (Varizen) sind nicht nur ein Schönheits-, sondern vor allem ein medizinisches Problem. Sie verursachen unter Umständen erhebliche Schmerzen und Krämpfe. Wer nicht bei den ersten Anzeichen etwas dagegen unternimmt und einen Phlebologen (Spezialist für Venenerkrankungen) aufsucht, riskiert eine dauerhafte Erkrankung. Die Krampfadern stellen ein Zeichen schlechter Durchblutung dar. Der Körper pumpt das Blut nicht mehr richtig zum Herzen zurück, sondern es staut sich in den Venen. Das Herz arbeitet als Pumpe und treibt das Blut durch die Arterien bis nach unten in die Beine. Wie aber gelangt das Blut wieder nach oben zurück zum Herzen?

Das bewältigt das Herz nicht allein, es kommt die Pumpkraft der Venen sowie die Kraft der Beinmuskulatur hinzu. Bei jedem Schritt kommt es zu einem von der Natur ausgetüftelten Zusammenspiel: Die Muskelbewegung hilft mit sanfter Massage den Venenwänden, das Blut stoßweise durch die Venen herzwärts zu schieben: die Muskel-Venen-Pumpe arbeitet. Damit das Blut nicht wieder zurücksackt, befinden sich in den Venen Klappen, vergleichbar mit Ventilen. Diese öffnen sich, lassen einen Blutschwall durch und schließen sich bis zum nächsten Schwall.

Junge Frau streicht sich mit den Händen über ihr Bein© Bo Valentino - Fotolia

Vorsorge statt Nachsorge

Erschlaffen die Venenwände, weil zum Beispiel die sie umgebende Muskelschicht nicht genügend trainiert und die Muskel-Venen-Pumpe nicht ausreichend betätigt wird, weiten sie sich unter dem Druck der Blutsäule aus. Die Flügel der Venenklappen treffen nicht mehr zusammen. Die Ventile schließen nicht und es sackt ständig Blut zurück. Dadurch weiten sich die Venen noch mehr aus und das Blut staut sich noch mehr, bis eine Krampfader entsteht. Es ist ein Teufelskreis, bei dem sich schlecht sagen lässt, was zuerst da war: die Erweiterung der Venen oder die Überforderung der Venenklappen, weil eines das andere mit sich bringt.

Leider begeben sich viele Frauen nicht im Anfangsstadium, sondern erst spät in ärztliche Behandlung. Viel zu lange ertragen sie, dass ihre Beine müde, schwer und geschwollen sind und braune oder blaue Flecken bekommen. Sie ignorieren, dass nach langem Stehen Schmerzen auftreten, nächtliche Wadenkrämpfe sie wachhalten und Krampfadern sich ausbildeten. Sind die Wände der Beinvenen erst einmal erschlafft, helfen Salben und Tinkturen nur wenig, sie wieder in Form zu bringen. Man muss sie stilllegen oder operativ entfernen, damit der Blutfluss in den Venen wieder funktioniert.

Kompression als erster Schritt zur Linderung

Die Kompressionsbehandlung stellt den ersten Schritt bei Venenschwäche und Neigung zu Krampfadern dar. Dies geschieht je nach Schweregrad der Beschwerden mit Stütz- oder Kompressionsstrümpfen bzw. Kompressionsverbänden. Man verordnet sie vielen jungen Frauen in der Schwangerschaft. Darüber hinaus stellt der stützende Verband beim „offenen Bein“ die Grundlage der Therapie dar. Selbst hartnäckige offene Beingeschwüre heilen durch einen richtig angelegten Verband innerhalb von vier bis sechs Wochen vollständig ab. Danach reicht in der Regel das Tragen von Stützstrümpfen aus, um den erneuten Durchbruch eines Geschwürs zu verhindern.

Sollten Sie einen Kompressionsverband benötigen, lassen Sie sich von Ihrem Therapeuten vorführen, wie Sie ihn richtig anlegen. Hhierzu brauchen Sie viele Meter Verbandmaterial. Er darf nicht schmerzen, muss aber fest genug sein, um den erschlafften Venen ausreichenden Halt zu bieten. Menschen, die eine Venenthrombose hatten, sollten ihr Leben lang stützende Strumpfhosen oder Strümpfe tragen. Dieser Ansicht sind die meisten Venenexperten. Der Druck auf die Beinmuskulatur verbessert die Blutzirkulation und den Flüssigkeitsaustausch im Gewebe. Damit helfen sie, das Blut zurück zum Herzen zu drücken und die Schwellung der Beine zu reduzieren. Sie sind in verschiedenen Stärken und in optisch akzeptabler Aufmachung in Sanitätshäusern erhältlich.

Entfernung von Krampfadern

Kommt es zu ausgeprägten Krampfadern, bietet sich die Verödung (Sklerosierung) an. Man wendet sie vor allem bei oberflächlichen Krampfadern an. Dabei spritzt der Arzt unter örtlicher Betäubung ein Reizmittel in die betroffene Vene, deren Wände sich daraufhin leicht entzünden und miteinander verkleben. Ein anschließend angelegter Kompressionsverband drückt die Venen zusätzlich zusammen, sodass kein Blut durchfließt. Der Blutstrom sucht sich ein anderes Blutgefäß und es bildet sich eine Umgehung für die verödete Vene. In schwierigeren Fällen entfernt man Krampfadern operativ. In Vollnarkose trennt der Chirurg die Vene durch zwei kleine Einschnitte (oben in der Leistengegend und unten am Bein) ab und zieht sie aus dem Bein. Er vernäht die Enden.

Durch beide Verfahren sind Sie Ihre (schlimmsten) Krampfadern los. Nur bleibt die Frage, für wie lange. Der variköse Symptomenkomplex stellt die Folge einer chronischen Beeinträchtigung Ihres Gefäßsystems dar. Die Neigung zur Bildung neuer Krampfadern bleibt bestehen. Aus diesem Grund spielt es eine außerordentlich wichtige Rolle, dass Sie auf möglichst breiter Basis durch sanfte, regelmäßige Selbsthilfemaßnahmen dazu beitragen, Ihr Problem in Schach zu halten.

Lassen Sie es nicht zum offenen Bein kommen!

Unter dem Druck eines Blutstaus in den Venen leiden die kleinsten Blutgefäße (Kapillaren), die sich ins Gewebe verzweigen in der direkten Umgebung des Staus. Ihre Wände werden durchlässiger und lassen Flüssigkeit in das umliegende Gewebe übertreten. Die Schwellung im Gewebe behindert seine Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. So beginnt die Haut über der Krampfader zu jucken, sie schuppt, dünnt aus und mit der Zeit bildet sich ein offenes Geschwür.

Bevor es so weit kommt, suchen Sie unbedingt ärztliche Behandlung auf. Ein offenes Bein ist nicht nur äußerst schmerzhaft, sondern trotz aller Medikamente, Salben und Verbände langwierig zu behandeln. Selbst nach einer Abheilung bleibt diese Stelle immer gefährdet, wieder aufzubrechen.

Venenentzündungen

Eine gestaute Vene kann sich entzünden (Phlebitis). Bilden sich darüber hinaus Blutgerinnsel (Thromben) aus, spricht man von Thrombophlebitis. Bleiben diese Blutgerinnsel klein und beschränken sich auf die oberflächennahen Venen, besteht keine große Gefahr. Verstopft ein Thrombus eine große, tieferliegende Vene, handelt es sich um eine Venenthrombose. Die Venenthrombose kündigt sich mit starkem Schmerz, Schwellung und Druckempfindlichkeit an.

Man muss sie unbedingt sofort ärztlich behandeln, meist sogar in der Klinik. Das Gerinnsel kann sich lösen und im Ernstfall seinen Weg durch den Blutkreislauf nehmen, bis es in die Lunge oder das Herz gelangt. Eine Lungen- oder Herzembolie ist lebensbedrohlich. In der Klinik versucht man, den Thrombus mit einer Infusion aufzulösen (Lysetherapie). Dazu nimmt man Antikoagulantien (Wirkstoffe wie Heparin), welche die Blutgerinnung hemmen und Blutklumpen auflösen. Bei einer angeborenen Bindegewebsschwäche können Sie im Vorfeld eine Menge tun, damit es nicht zu einem Venenleiden kommt. Für die Zeit nach einer Behandlung, einer Verödung oder dem Entfernen von Krampfadern ist Eigeninitiative genauso wichtig, um das Dauerproblem in den Griff zu bekommen.

Machen Sie sich diese Punkte zur täglichen Gewohnheit

  • Tragen Sie Schuhe mit flachen Absätzen, damit Ihr Sprunggelenk die Muskel-Venen-Pumpe ausreichend betätigt. Bei hohen Absätzen bleibt es nahezu unbewegt.
  • Schlagen Sie beim Sitzen nie die Beine übereinander.
  • Treiben Sie bei langem Sitzen Fußgymnastik.
  • Legen Sie, so oft Sie können, die Beine hoch (über Herzhöhe), damit das Blut abfließt.
  • Stehen oder gehen Sie häufig auf den Zehenspitzen.
  • Duschen Sie regelmäßig Ihre Beine mit kaltem Wasser.
  • Tragen Sie bei Bedarf Stütz- bzw. Kompressionsstrümpfe oder legen Sie einen stützenden Verband an.

Das A und O jeglicher Selbsthilfe stellt die Bewegung dar. Sie bringt Ihren Kreislauf in Schwung, was dem Herzen, den Nerven, den Knochen, den Muskeln, dem Gewicht und den Venen guttut. Sie brauchen keine olympischen Glanzleistungen anzustreben, im Gegenteil: Leistungs- oder Kraftsport belastet anfällige Venen viel zu stark. Lieber regelmäßig gehen (täglich wenigstens 20 Minuten), wandern, Rad fahren, schwimmen und jede Treppe nutzen.

Ganz wichtig: Wasser!

Zur Stärkung erschlaffter Venen eignen sich Kaltwasseranwendungen wie Wassertreten, kalte Waschungen, kalte Wadenwickel, Knie- und Schenkelgüsse. Zum Beispiel bringen Sie in Ihre morgendliche Routine einen leicht abgewandelten Kneipp’schen Guss ein: Stellen Sie die Brause auf einen leichten Strahl. Notfalls schrauben Sie den Duschkopf ab. Führen Sie den Wasserstrahl langsam (bis fünf zählen) vom Fuß bis zum Knie und lassen Sie vom Knie aus das Wasser zehn Takte lang am Schienbein hinunterlaufen.

Führen Sie dann den Strahl auf der Außenseite in fünf Takten wieder nach unten. Wiederholen Sie den Vorgang auf der Rückseite des Beins, halten den Strahl in die Kniekehle und führen ihn von dort aus an der Innenseite des Beins nach unten. Das gleiche mit dem anderen Bein. Das Wasser soll kalt sein, aber nicht eisig. Anlässlich einer Kneipp-Kur lernen Sie viel über sinnvolle Selbsthilfe mit Wasseranwendungen. Nehmen Sie nach Möglichkeit diese Gelegenheit der Vorbeugung wahr. Nach einer erfolgten Behandlung wegen Venenleiden haben Sie Chancen, dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt.

Kneipp-Anwendungen© Adobe Stock

Akupressur und Ernährung

Als Selbsthilfe bei Venenschwäche und zur Vorbeugung von Krampfadern eignet sich zudem eine regelmäßige Akupressur. Sie beruht auf den gleichen Grundlagen wie die Akupunktur. Sie brauchen dazu keine Nadeln, nur Ihre eigenen Fingerkuppen und Ausdauer. Mit Akupressur stärken Sie das Bindegewebe, was eine Voraussetzung für eine bessere Venenfunktion ist.

Versuchen Sie, durch fettarme, vollwertige Ernährung Übergewicht zu reduzieren. Bei Normalgewicht verbessert eine ballaststoffreiche Nahrung, die möglichst arm an tierischem Eiweiß ist, dafür reichlich hochwertige pflanzliche Nährstoffe, Vitamine und Minerale liefert, den Kreislauf. Essen Sie viel Rohkost. Stellen Sie Ihren Organismus allmählich darauf um, sonst bekommen Sie Probleme mit der Verdauung.

Heilpflanzen

Als bekannteste und bei Venenleiden am häufigsten verwendete Heilpflanze gilt die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum). Apotheken bieten eine große Auswahl verschiedener Zubereitungen aus der Rosskastanie, oft in Kombination mit anderen pflanzlichen Wirkstoffen. Es gibt sie als Teemischungen oder in Form von Filmtabletten, Dragees oder Kapseln. In Frage kommen des Weiteren Tees aus Steinklee (Melilotus officinalis), Raute (Ruta graveolens) und Buchweizen (Fagopyrum esculeatum). Sie können sich selbst Mischungen herstellen:

  • Arnikablüten, Bockshornklee, Beinwellwurzel und Kamille zu gleichen Teilen. Einen Teelöffel davon mit einer Tasse kochendem Wasser überbrühen und nach zehn Minuten abseihen. Zweimal täglich eine Tasse trinken.
  • Klettenwurzel, Ringelblume, Beinwellwurzel und Schachtelhalm zu gleichen Teilen. Einen Teelöffel der Mischung mit einem halben Liter kaltem Wasser übergießen und acht Stunden ziehen lassen. Danach aufkochen und nach einer Minute abseihen.

Es gibt auch Salben und Gels zum Auftragen auf die schmerzenden Beine. Viele Schulmediziner sind allerdings der Ansicht, dass Heilpflanzen bei Venenleiden nur innerlich wirken. Sie meinen, dass Präparate zum Auftragen auf die Haut wirkungslose Verkaufsschlager sind. An diesem Punkte scheiden sich die Geister von Schulmedizin und Alternativtherapien. Entscheiden Sie selbst, ob eine äußerliche Anwendung Ihnen gut tut.

Heilpflanzen auf aufgeschlagenen alten Büchern© unpict - Fotolia

Mit diesen Tipps stärken Sie Ihre Venen

So können Sie den Blutfluss in Ihren Venen verbessern und Krampfadern entgegenwirken.

  • Wechselduschen mit kaltem und warmem Wasser verbessern Ihre Blutzirkulation und die Durchblutung des Gewebes – am besten morgens und abends. Wichtig: Schließen Sie Ihre Anwendung immer mit einer kalten Dusche ab, damit sich Ihre Gefäße wieder verengen. Ideal ist auch das Kneipp’sche Wassertreten im kalten Nass.
  • Durch das regelmäßige Hochlagern Ihrer Beine verhindern Sie das schmerzhafte Anschwellen. Gönnen Sie sich die kleine Entlastung nicht nur abends, sondern auch tagsüber immer mal wieder zwischendurch.
  • Vermeiden Sie wenn möglich langes Stehen, denn dabei wird Ihre Muskelpumpe nicht aktiviert. Gehen Sie öfter ein paar Schritte, notfalls auf der Stelle. Ideal ist es, wenn Sie in Ihrer Büropause Treppensteigen oder mein kleines Venenprogramm absolvieren.
  • Wenn Sie im Beruf viel sitzen, achten Sie darauf, dass Sie Ihre Füße nicht baumeln lassen, sondern nebeneinander flach auf den Boden oder eine Fußbank stellen. Schlagen Sie Ihre Beine nicht übereinander. Wippen Sie Ihren Füßen. Bei längerem Sitzen: Füße nach außen und innen kreisen lassen, Zehen beugen und strecken und die Füße von den Zehen auf die Ferse abrollen.
  • Tragen Sie keine einengende Kleidung wie enge Hosen, Gürtel oder einschnürende Strümpfe (Ausnahme Kompressionsstrümpfe). Alles was einengt, behindert die Blutzirkulation.
  • Verzichten Sie auf hochhackige Schuhe. Tragen Sie flache Schuhe und gehen Sie so oft wie möglich barfuß.
  • Meiden Sie große Wärme oder Hitze (sehr warme Außentemperaturen, Sauna, heiße Wannenbäder, ausgedehnte Sonnenbäder). Ihre Gefäße erweitern sich bei Hitze sehr stark. Dadurch verlangsamt sich der Blutfluss in den Beinvenen zusätzlich. Auch Fußbodenheizungen sind für Krampfader-Gefährdete eher ungünstig.

Mit diesen Übungen halten Sie Ihre Venen in Schwung

Gönnen Sie Ihren Venen das kleine Programm jeden Tag, am besten mehrmals. Sie aktivieren dadurch Ihre Muskelpumpe in den Beinen und fördern den Blutfluss.

Übung 1: Fußwippe

  • Stellen Sie sich gerade hin.
  • Heben und senken Sie die Fersen.

Wiederholen Sie die Übung zehnmal.

Übung 2: Vorfuß heben

  • Stellen Sie sich gerade hin.
  • Heben Sie Ihren rechten Vorfuß an.
  • Das Gleiche jetzt auf der linken Seite.

Wiederholen Sie die Übung mit beiden Seiten je zehnmal.

Übung 3: Radfahren in der Luft

Legen Sie sich auf den Rücken, und fahren Sie in der Luft etwa 30 Sekunden lang Fahrrad. Wiederholen Sie die Übung nach einer kurzen Pause.

Venengymnastik zum Dehnen

Legen Sie sich bequem und flach auf den Rücken, die Beine flach auf den Boden, die Arme locker gestreckt. Ziehen Sie das rechte Bein an, sodass Ihr Knie möglichst auf der Brust liegt. Fassen Sie den Fuß mit der rechten Hand.

Strecken Sie das Bein langsam nach oben durch und legen Sie es ebenso langsam nach unten ab. Mit der Handfläche streichen Sie dabei sanft, aber mit Druck von der Fußspitze aus über den Knöchel, die Wade, Knie und Oberschenkel. Diese Übung machen Sie mit jedem Bein abwechselnd etwa acht- bis zehnmal.

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