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Die Tuberkulose kann für viele Jahre stumm bleiben

Wenn Sie sich mit Tuberkulose angesteckt haben, aber die Krankheit nicht aktiv ausgebrochen ist, sind Sie nicht unbedingt aus der Gefahrenzone.

Ihr Immunsystem kann die Tuberkulose in Schach halten – solange es normal funktioniert.

Wird Ihre Widerstandskraft jedoch durch Alter, Krankheit oder Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, geschwächt, besteht die Möglichkeit, dass eine schlummernde Tuberkulose aktiviert wird.

Tuberkulose-Medikation

Wenn Sie einen positiven Tuberkulose-Test haben, könnte Ihnen ein Anti-Tuberkulose-Medikament verschrieben werden. Dies geschieht unter der Vorstellung, die Tuberkulosebakterien zu vernichten und eine erneute Reaktivierung dauerhaft zu verhindern

Jedoch gibt es Nebenwirkungen der Medikamente; daher sollten Sie mit Ihrem Arzt oder einem Infektionsspezialisten an einer für Sie geeigneten Lösung arbeiten.

Da die Tuberkulose in den USA vor 1940 sehr häufig war, ist es bei älteren Menschen nicht ungewöhnlich, daß sie eine inaktive Tuberkulose in sich tragen.

Wenn Sie eine nahestehende Person in einem Pflege- oder Altersheim haben, seien Sie sich der Risiken bewusst. Wenn die Tuberkulose bei einem der Heimbewohner aktiviert wird, können andere gefährdet sein.

Tuberkulose in Deutschland

Auch in Deutschland muss man davon ausgehen, dass ein hoher Prozentsatz der älteren Bevölkerung mit Tuberkulose infiziert war bzw. ist.

Tatsächlich wurden in einer Studie des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose in Altenheimen aber nur wenige Menschen mit einer aktiven Tuberkulose gefunden.

Bewohner von Pflege- oder Altersheimen sollten sich einmal im Jahr einem Tuberkulose-Hauttest unterziehen (falls dieser nicht schon positiv ist) und eine Röntgenaufnahme der Lunge anfertigen lassen, wenn eine Tuberkulose vermutet wird.

Noch immer macht die Tuberkulose weltweit Schlagzeilen

Sie hören viel über Tuberkulose, da sie weltweit noch immer auf dem Vormarsch ist. Ein Drittel der Weltbevölkerung ist infiziert, und es sterben mehr Menschen daran als an Malaria und an AIDS zusammen.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation erkrankten 1996 weltweit etwa 8 Millionen Menschen an Tuberkulose.

In den USA wurde einst angenommen, die Tuberkulose wäre fast ausgerottet. 1985 kam sie wieder in die Nachrichten, als die Fallzahlen zu steigen begannen.

Diese Zunahme war teilweise durch die AIDS-Infektion bedingt, welche das Immunsystem schwächt und dadurch anfälliger für Tuberkulose macht.

Andere Gründe für die Zunahme der Tuberkulose in den USA waren die Überbelegung von Krankenhäusern, Gefängnissen und Obdachlosenunterkünften sowie der Zustrom von Einwanderern aus Ländern, wo die Tuberkulose noch weit verbreitet ist.

Zusätzlich zu dieser Zunahme gab es mehrere Berichte über Krankheitsübertragung zwischen Passagieren in Flugzeugen und Zügen. Noch alarmierender ist ein globaler Anstieg einiger Tuberkulose-Typen, die gegen Medikamente resistent sind.

Glücklicherweise beginnt sich die Zahl der Tuberkulose-Fälle in den USA auf einem konstanten Niveau einzupendeln.

In Westeuropa wurde Anfang der 90er Jahre ebenfalls ein Anstieg der Erkrankungszahlen registriert. Er erklärt sich durch die damaligen Migrationsbe wegungen. In Deutschland wurde nur in den Jahren 1992/93 ein geringer Anstieg verzeichnet.

Er betraf auch hier nur die ausländische Bevölkerung. Seitdem ist die Zahl der Tuberkuloseerkrankungen rückläufig (Prof. Loddenkemper, Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose, Berlin).

Risiko einer Ansteckung

Tuberkulose wird durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis übertragen. Menschen mit einer aktiven Tuberkulose beherbergen die Tuberkelbakterien meist in ihrer Lunge.

Wenn einer der Betroffenen in Ihrer Nähe hustet, gibt es ein geringes Risiko, daß Sie die mikroskopisch kleinen Tuberkulosebakterien einatmen.

Normalerweise muß man den Tuberkulosebakterien wiederholt ausgesetzt sein, um sich zu infizieren. Das ist der Grund, warum sich die Tuberkulose leichter an engen, überfüllten und schlecht belüfteten Orten ausbreitet.

Das Infektionsrisiko ist für Menschen mit einer eschwächten Immunabwehr und solche, die von Berufs wegen besonders exponiert sind, höher als für andere.

Tuberkulose: Heilbar aber langwierig

Ein Tuberkulose-Hauttest kann anzeigen, ob Sie sich mit Tuberkulose infiziert haben, obwohl Sie noch keine Anzeichen oder Symptome einer aktiven Erkrankung verspüren.

Zu diesen zählen anhaltender Husten, unerklärlicher Gewichtsverlust, Müdigkeit, Abhusten von Blut, Nachtschweiß und Fieber.

Wenn Sie einen positiven Hauttest oder Symptome haben, wird Ihr Arzt gegebenenfalls eine Röntgenaufnahme und Laboruntersuchungen veranlassen, um eine aktive Tuberkulose zu diagnostizieren.

Tuberkulose ist behandelbar, aber im allgemeinen müssen Sie für mindestens 6 Monate regelmäßig Medikamente dagegen einnehmen, manchmal länger. Obwohl Sie meist nach einigen Wochen der Behandlung nicht mehr ansteckend sind, ist ein voller Behandlungszyklus nötig, um die Bakterien zu vernichten.

Wird die vollständige Behandlung unterlassen, kann es zur Entwicklung von therapieresistenten Bakterienstämmen kommen.

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