Sie sind bei einem Streit zwischen Ihrer und einer herum streunenden Katze dazwischen gegangen und wurden dabei gebissen? Was tun Sie jetzt?
Für den Fall, dass die Katze, die Sie gebissen hat, mit Tollwut infiziert ist, könnte die Antwort auf diese Frage über Leben und Tod entscheiden. Zwar ist die Zahl der gestorbenen Menschen in Deutschland sehr gering, verglichen mit den 40.000 bis 70.000 Fällen pro Jahr weltweit. Jedoch verläuft die Erkrankung, wenn sie einmal ausgebrochen ist, nahezu immer tödlich. Lediglich 6 Fälle sind bekannt, in denen der infizierte Patient überlebt hat. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich schützen und genau wissen, wann Sie medizinische Hilfe brauchen.
Nach Angaben der Ärzte-Zeitung werden jährlich etwa 10 Millionen Menschen aufgrund des Verdachts behandelt, sich der Tollwut ausgesetzt zu haben. Rund 80% der Todesfälle treten in Asien und Afrika auf, wo Tollwut endemisch ist. Die Hälfte der Todesfälle weltweit betrifft Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren.
Infektion durch Tierspeichel
Tollwut ist eine Virusinfektion (Lyssavirus), die das Zentralnervensystem angreift. Übertragen wird die Infektion durch den Speichel infizierter Tiere, meist durch einen Biss oder durch Kontakt des Tierspeichels mit einer offenen Wunde, zum Beispiel wenn das Tier an einem Menschen leckt. Die meisten Fälle von Tollwut treten bei wilden Tieren auf wie beispielsweise Fledermäusen, Waschbären, Stinktieren und Füchsen. Haustiere wie zum Beispiel Katzen, Hunde, Frettchen, Rinder und Pferde haben einen sehr geringen Anteil an Tollwutfällen.
In den letzten Jahren waren in den USA meistens infizierte Fledermäuse für die Übertragung der Tollwut verantwortlich. Dies hat zu einem negativen Bild der Fledermäuse beigetragen. Leider, denn sie fressen viele Schädlinge, sind wichtig bei der Pflanzenbestäubung und greifen Menschen in der Regel nicht an. Dennoch ist bei Fledermäusen Vorsicht geboten: Fledermäuse eignen sich besonders als guter Wirt, da sie das Virus in den Speicheldrüsen speichern, ohne selbst daran zu erkranken.
Tollwut kann auch – in seltenen Fällen – durch eine Organtransplantation übertragen werden. Bekannt geworden ist in Deutschland im letzten Jahr der Fall eines an Tollwut gestorbenen Patienten, der Organe einer Spenderin erhalten hatte, die sich vermutlich in Indien mit dem Virus infiziert hatte.
Anzeichen und Symptome von Tollwut treten normalerweise 1 bis 3 Monate nach dem ersten Kontakt mit dem Erreger auf. Sie umfassen Unruhe, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Fieber und Kribbeln im Bereich des Bisses.
Mit fortschreitender Erkrankung kann es auch zu Schlaflosigkeit, Angstzuständen, Verwirrung, partiellen Lähmungen, Halluzinationen, verstärktem Speichelfluss und Schluckbeschwerden kommen. Wenn die Tollwut einmal ausgebrochen ist, verläuft sie nahezu immer tödlich.