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Thrombose: Symptome, Risikofaktoren und Behandlungsmöglichkeiten

Durch das „Touristenklassen-Syndrom“ rückten Thrombosen in den letzten Jahren verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Dabei handelt es sich um durch zu wenig Bewegung geronnenes Blut in den Venen, dass dann sogar die Blutversorgung der Organe abschneiden kann.

Halten Sie daher Ihre Venen frei: Lassen Sie die Füße kreisen, dann können sich die Verstopfungen gar nicht erst bilden.

Großaufnahme von geronnenen Blutkörperchen© Sebastian Kaulitzki - Fotolia

Die Thrombosen sind ein ideales Beispiel dafür, wie ein lebensnotwendiger Schutzmechanismus unseres Körpers sich plötzlich ins Gegenteil verkehren und gefährlich werden kann.

Denn eigentlich ist die Blutgerinnung eine wichtige Fähigkeit des Körpers.

Die Gerinnungsfaktoren werden immer dann aktiviert, wenn dem Körper ein großer Blutverlust droht. Zusammen mit den Blutplättchen (Thrombozyten) sind sie dafür verantwortlich, dass eine Wunde so schnell wie möglich geschlossen wird.

Wenn dieser Vorgang allerdings gestört wird, kann sich ein solcher Verschluss auch innerhalb einer Vene bilden.

Erste Anzeichen einer Thrombose

Thrombosen entstehen oft schmerzlos in den tief liegenden Bein- und Beckenvenen. Im ersten Stadium ist der Blutkreislauf in den Venen gestört, die Vene verengt.

Sie werden in diesem Stadium wahrscheinlich nichts merken. Die ersten Anzeichen einer Thrombose können eventuell auftretende Wadenkrämpfe oder Muskelkater-ähnliche Schmerzen sein.

Im zweiten Stadium einer Thrombose vergrößert sich der Druck in der Vene unterhalb der verengten Stelle. Die Venenklappen dichten die Venen nicht mehr richtig ab. Das Blut wird nicht mehr aufwärts zum Herzen gepumpt, stattdessen wird es immer langsamer und kann gerinnen.

Wenn Sie die Thrombose jetzt immer noch nicht behandeln lassen, entwickelt sich im dritten Stadium ein chronisches Venenleiden.

Dies ist meist das „offene Bein“, das in Wirklichkeit ein Unterschenkelgeschwür ist. Hieraus kann sich dann ein Gerinnsel lösen und mit dem Blut in die Lungenarterien transportiert werden.

Diese werden verstopft, das Herz wird dadurch überlastet und es kann zu einem Herzstillstand kommen.

Diese Risikofaktoren begünstigen eine Thrombose

Verschiedene Faktoren können zur Thrombose führen. Das sind unter anderem:

  • Operationen: Während jeder Operation setzt der Körper von selbst die Blutgerinnung in Gang. Damit sich keine Thrombosen bilden, müssen Sie schon vor einer Operation Thrombosestrümpfe anziehen und erhalten blutverdünnende Medikamente.
  • Anti-Baby-Pille: Sie enthält Hormone, die auf die Blutgerinnung einwirken. Zudem verändern sich durch die Pille die Fließeigenschaften des Blutes, die Druckverhältnisse der Blutgefäße und die Venenwände.
  • Schwangerschaft: In dieser Zeit verändert sich das Bindegewebe und die Venenwände verlieren an Elastizität. Zudem drückt die Gebährmutter in den letzten Monaten einer Schwangerschaft auf die Venen des Bauches. Das Blut wird dann in den Beinvenen gestaut, sodass sich Krampfadern und Thrombosen entwickeln können.
  • Übergewicht: Jedes Pfund Fett zu viel auf den Rippen erhöht den Druck auf die Venen im Bauchraum. Dadurch erhöht sich auch der Druck auf die Venen in den Beinen. Es bildet sich hier ein Blutstau mit den bekannten Folgen.
  • Krankheiten: Ein hoher Cholesterinspiegel, hoher Blutdruck oder Diabetes sind die Ursache für Ablagerungen an den Gefäßwänden, die ebenfalls die Thrombosegefahr erhöhen.
  • Langstreckenflüge: Die Venen dehnen sich aus, weil der Luftdruck in der Kabine niedriger ist. Dadurch wird auch der Blutfluss langsamer, die Gefahr einer Blutgerinnung größer. Durch die Sitzhaltung über längere Zeit sind die Venen in Leisten- und Kniegegend während des ganzen Fluges abgeknickt. Noch ein Hindernis, das Ihr Blut nur langsam überwinden kann und das die Gefahr einer Thrombosebildung erhöht.

Zur Thromboseerkennung ist Röntgen nicht mehr nötig

Um eine Thrombose zu diagnostizieren, mussten Sie sich vor einigen Jahren noch ein Kontrastmittel spritzen und dann röntgen lassen. Das ist heute nicht mehr notwendig, denn es gibt schonendere Untersuchungsverfahren.

Am häufigsten angewandt wird eine Ultraschalluntersuchung, mit der die Geschwindigkeit und die Fließrichtung des Blutes untersucht werden können.

Möglich ist auch eine Untersuchung mit der Verschluss-Plethysmographie. Dazu klebt Ihnen Ihr Arzt vier EKG-Elektroden auf die entsprechenden Stellen am Bein, dann staut er das Blut auf und lässt es wieder abfließen.

Je nach Fließgeschwindigkeit kann er nun ablesen, ob sich ein Hindernis in den Venen befindet.

Sanfte und schnelle Heilung mit der Ultraschall-Therapie

Auch bei der Beseitigung eines Gerinnsels aus den Venen hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Früher wurde bei Thrombose entweder operiert oder das Gerinnsel wurde mit einem aggressiven Medikament aufgelöst.

Dies ging aber nur, wenn es sich um ein recht junges Gerinnsel handelte. Ältere Gerinnsel, die schon verschorft sind, bleiben bei dieser Methode an der Gefäßwand haften und zerstören die Venenklappen.

Mittlerweile haben Wissenschaftler einen neuartigen Ultraschall-Katheter entwickelt. Es handelt sich dabei um einen Ultraschallkopf, der auf einem Führungsdraht sitzt.

Durch zwei kleine Löcher im Leistenbereich wird er in die betroffene Vene geschoben, wo er durch seine Ultraschallwellen das Gerinnsel in winzige Teile zerlegt, die dann mit dem Blutstrom abtransportiert und vom Körper über die Niere ausgeschieden werden.

Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens ist, dass es sehr schnell geht:

Im Gegensatz zu einer medikamentösen Auflösung des Gerinnsels, die mehrere Tage dauert, braucht Ihr Arzt bei der Ultraschallmethode nur ungefähr eine Viertelstunde.

Mit Venengymnastik beugen Sie einer Thrombose vor

Die beste Vorbeugung gegen eine Thrombosebildung ist regelmäßige Venengymnastik.

Im Folgenden finden Sie einige Laufübungen, die Sie immer wieder zwischendurch praktizieren können: auf dem Weg vom Schlafzimmer in die Küche früh morgens zum Beispiel oder unterwegs zum Büro.

  1. Heben Sie beim Gehen das angewinkelte linke und rechte Bein abwechselnd so stark an, dass Sie im Storchengang laufen. Strecken Sie dabei den Fuß durch, sodass Fuß und Schienbein fast eine Linie bilden. Wenn Sie den Fuß wieder absetzen, rollen Sie ihn von den Zehen zur Ferse ab.
  2. Stellen Sie sich mit geschlossenen Füßen hin. Gehen Sie nun auf der Stelle, wobei Sie abwechselnd den linken und dann den rechten Fuß auf die Zehenspitzen stellen.
  3. Gehen Sie langsam und rollen Sie dabei den Fuß von der Ferse bis zu den Zehenspitzen ab.
  4. Setzen Sie sich mit geradem Rücken auf einen Stuhl. Nun stellen Sie den rechten Fuß zunächst auf die Zehenspitzen, dann auf die Ferse. Steigern Sie nach und nach Ihr Tempo. Danach nehmen Sie den linken Fuß. Wenn Sie geübt sind, machen Sie die Übung mit beiden Füßen gleichzeitig.
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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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