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Alle Infos rund ums Thema Speiseröhrenkrebs

In Deutschland erkranken pro Jahr durchschnittlich fünf von 100 000 Menschen an Speiseröhrenkrebs (med.: Ösophaguskarzinom). Dabei handelt es sich um eine bösartige Wucherung der Speiseröhrenschleimhaut.

Laut Statistik sind Männer fünf Mal so häufig betroffen, wie Frauen, wobei die Erkrankung zumeist ab dem 50. Lebensjahr auftritt.

Anatomische Grundlagen

Die Speiseröhre ist ein muskulärer Schlauch von etwa 25 Zentimeter Länge, der innen mit einer säureempfindlichen Schleimhaut ausgekleidet ist. Nach dem Schlucken transportiert sie mit wellenartigen Kontraktionen die Nahrung in den Magen.

Am Übergang zum Magen befindet sich ein Schließmuskel, der den Rückfluss von aggressiver Magensäure in die Speiseröhre verhindert.

Die meisten ösophagealen Tumore entstehen im mittleren bis unteren Abschnitt der Speiseröhre. Leider sind fast 90% dieser Geschwulste bösartig.

Die Dehnbarkeit Ihrer Speiseröhre erlaubt eine deutliche Größenzunahme des Tumors. Dadurch verzögert sich der Beginn der Schluckbeschwerden – ein Schlüsselsymptom für diese Krebsart.

Aus diesem Grund suchen die meisten Patienten erst spät ihren Arzt auf. Zum Zeitpunkt der Diagnose kann dann der Tumor bereits den halben Durchmesser der Speiseröhre ausfüllen. Die Entfernung eines Tumors, der bereits groß genug ist, um das Schlucken zu erschweren, ist nicht unproblematisch. Die Heilungsraten sind meist niedrig, wenn der Tumor so spät gefunden wird. Speiseröhrenkrebs trifft Männer doppelt so häufig wie Frauen. Menschen zwischen 50 und 60 Jahren, die viel rauchen und Alkohol trinken, sind besonders durch diese Krebsart gefährdet.

Die häufigste Behandlung besteht in der Entfernung des betroffenen Abschnitts der Speiseröhre, wonach die gesunden Teile wieder zusammengenäht werden. Wenn ein großer Abschnitt entnommen werden muss, kann die Lücke durch andere Verbindungsstücke überbrückt werden.

Chemotherapie und Bestrahlung können nötig sein. Diese Behandlungen können häufig die Symptome eine Dysphagie reduzieren und das Leben verlängern, aber häufig erlauben sie keine Heilung.

Mögliche Ursachen für Speiseröhrenkrebs

Die genaue Ursache ist noch nicht abschließend geklärt. Allerdings gibt es gesicherte Erkenntnisse über wichtige Risikofaktoren. Dazu zählen in erster Linie jahrelanger Tabak- und Alkoholkonsum.

Auch das Refluxsyndrom, allgemein als Sodbrennen bekannt, kann eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Tumorerkrankung spielen. Hierbei handelt es sich um eine Störung des Schließmuskels am Mageneingang.

Magensaft und Gallensäure können in die Speiseröhre zurückströmen. Sofern diese Störung länger anhält, versucht sich die Speiseröhre zu schützen, indem sie ihre Schleimhaut zu einer sogenannten Barrett-Schleimhaut, einer möglichen Vorstufe von Speiseröhrenkrebs umbildet.

Typische Symptome

  • Schluckbeschwerden
  • beim Essen ein Gefühl, als würde der Nahrungsbrei nicht wie gewohnt „rutschen“
  • Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Gewichtsabnahme
  • Würgereiz, wobei mitunter unverdaute Speise in den Mund zurückgelangt
  • krampfartige Halsschmerzen
  • Heiserkeit

Die Beschwerden können einzeln, mehrere zusammen oder zeitweise alle in Verbindung miteinander, auftreten.

Therapie und Heilungschancen

Bei Verdacht auf Speiseröhrenkrebs erfolgt eine Spiegelung der Speiseröhre und des Magens, wobei Gewebeproben entnommen werden.

Sofern die feingewebliche Untersuchung den Verdacht bestätigt, ermittelt der Facharzt die Größe, Lage sowie Ausdehnung des Ösophaguskarzinoms und erforscht, inwieweit der Tumor eventuell bereits gestreut hat.

Je nach Situation erfolgt eine Operation mit vor- oder/und nachgeschalteter

  • Bestrahlung
  • Chemotherapie
  • Kombination aus beidem (neoadjuvante Therapie)

Ziel der Operation ist die vollständige Tumorentfernung samt aller vorhandenen Tochtergeschwülste. Deshalb werden zumeist auch die umgebenden Lymphknoten mit entfernt.

Ist der Krebs bereits weit fortgeschritten, ist unter Umständen die vollständige Entfernung der Speiseröhre notwendig. Sie wird dann durch ein Magen- oder Dickdarmstück ersetzt.

Leider sind die Aussichten auf vollständige Heilung gering. Allerdings trägt die Operation zumeist zur beträchtlichen Verlängerung der Lebenserwartung Betroffener bei.

Zink verhindert das Tumorwachstum

Wie wichtig eine gute Zinkversorgung für Sie ist, haben erneut Wissenschaftler des amerikanischen Krebsforschungszentrums in Bethesda bei Washington herausgefunden.

Sie haben bei 130 Bewohnern einer chinesischen Kleinstadt Gewebeproben aus der Speiseröhre entnommen und darin den Zink-Gehalt bestimmt. Dann wurde 12 Jahre lang die Häufigkeit von Speiseröhrenkrebs beobachtet.

Sie lag bei den Personen, die am besten mit Zink versorgt waren, um 70 % niedriger als bei denjenigen, die einen Zinkmangel hatten.

Die im August 2005 im Journal of the National Cancer Institute veröffentlichte Studie ist sicherlich nicht 1:1 auf unsere Verhältnisse in Deutschland übertragbar, denn in der untersuchten Region ist Speiseröhrenkrebs deutlich häufiger und die Versorgung mit Vitalstoffen weit weniger gut als bei uns.

Dennoch zeigt die Untersuchung, dass eine gute Zinkversorgung wichtig ist, um Krebs vorzubeugen. Das Spurenelement schützt Sie vor den Angriffen schädlicher Sauerstoffradikale.

Gute Zinkquellen sind neben Vollkornprodukten und Fleisch vor allem Fisch, Eier sowie Milchprodukte.

Speiseröhrenentzündung kann sich auf den ganzen Körper auswirken

Eine solche Speiseröhrenentzündung hat meist Ursachen, die auch auf andere Bereiche des Körpers wirken. So kann ein Pilz der Auslöser sein, aber auch ein zu großer Rückfluss von Magensäure. Beides kann Ihrer Gesundheit auf Dauer schwer schaden.

Wenn so eine Entzündung der Speiseröhre nicht behandelt wird, dann kann es zu Blutungen, aber auch zu Geschwüren kommen. Dies führt auf Dauer zur Bildung von Narben.

So eine Narbenbildung wiederum verengt die Speiseröhre und der Schluckvorgang funktioniert nur noch eingeschränkt.

Zudem kann eine Entzündung der Speiseröhre auch auf das Blut übergehen. So kann es zu einer Infektion kommen, die den gesamten Körper betrifft.

Vorbeugung

Eine Garantie gibt es leider nicht. Allerdings hilft ein gesunder Lebensstil, mit ausgewogener Ernährung, ohne Rauch und übermäßigem Alkoholkonsum, einem Ösophaguskarzinom vorzubeugen.

Zusätzlich empfiehlt sich ein regelmäßiger Gesundheitscheck. Die Kosten hierfür trägt die Krankenkasse.

Kohlensäurehaltige Limonaden erhöhen Häufigkeit von Speiseröhrenkrebs

Zuckerhaltige Limonaden können die Gesundheit gefährden – auf Dauer getrunken, macht der Zucker dick, kann dadurch Diabetes und andere schwere Krankheiten verursachen.

Aber wussten Sie, dass auch die Kohlensäure dieser so genannten Softdrinks eine große Gesundheitsgefahr darstellt?

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von indischen Medizinern des Tata Memorial Hospital in Mumbai. Diese werteten Daten aus, die sie vom US-Landwirtschaftsministerium bekommen hatten.

Sie fanden heraus, dass die Veränderung im Limonadenkonsum auf Dauer ein erhöhtes Krebsrisiko mit sich bringt – die Häufigkeit einer Speiseröhrenkrebsart stieg so an, wie auch Limonaden mit Zucker bei Teenagern immer beliebter wurden.

In Amerika stieg der Pro-Kopf-Verbrauch von Limonaden in den letzten 60 Jahren um 350 %. Die Zahl der getrunkenen Liter stieg von 41 in Jahr 1946 auf 186 Liter vor 5 Jahren, dem Beginn der Untersuchung.

In den letzten 25 Jahren stieg auch die Erkrankungshäufigkeit am so genannten Adenokarzinom in der Speiseröhre um 470 %.

Bis auf die Verzögerung von 25 Jahren waren der Anstieg des Limo-Konsums sowie die Erkrankungssteigerung identisch, als die Wissenschaftler die Werte graphisch als Kurven darstellten.

In anderen Ländern, in denen ebenfalls viel süße Limo getrunken wurde, stellten die Wissenschaftler ebenfalls eine entsprechende Steigerung der Krankheitsfälle fest, in Ländern, wo es diese Getränke kaum gibt, auch keine Krankheitssteigerung.

Die Forscher vermuten, dass der Zusammenhang zwischen Limokonsum und Speiseröhrenkrebs auf den hohen Säuregehalt zurückzuführen ist, der in Magen und Speiseröhre entsteht.

Denn jede Limodose, die getrunken wird, bedeutet, dass in den Schleimhäuten ein pH-Wert von unter 4 entsteht. Dieser ist bedingt durch die Mengen an Kohlensäure im Getränk, die sehr hoch ist – sie führt zu häufigem Aufstoßen.

Das kann zu einer Schleimhautveränderung führen, die den Speiseröhrenkrebs begünstigt. Übrigens: die Untersuchung bezog sich nur auf Softdrinks – Wasser mit Kohlensäure hatte diese Folgen nicht.