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Das Spiegelbild der Seele: So kommt Ihr Magen wieder ins Lot

Unser Magen ist über das, was unser Kopf und unsere Geschmacksnerven unter Gutgehen verstehen, häufig ganz anderer Meinung und wegen des vielen und guten Essens oft ziemlich verstimmt. Doch der Magen reagiert nicht nur auf das, was wir in ihn hineinstopfen. Als Spiegelbild unserer Seele reagiert er ebenso auf Liebe, Leid und Stress.

Darstellung von Magen- und Darmtrakt© ag visuell - Fotolia

Beschwerdetagebuch bringt Klarheit

Von A wie Alkohol über G wie Gewürze bis hin zu Z wie Zucker gibt es zahlreiche Auslöser, die Sodbrennen verursachen können. Aber welches sind nun Ihre persönlichen Auslöser? Das können Sie über ein Beschwerdetagebuch herausfinden. Folgendes sollten Sie darin über einen Zeitraum von etwa ein bis zwei Wochen notieren:

  • Uhrzeit zu Beginn des Sodbrennens
  • Was und wie viel davon haben Sie vor den Beschwerden gegessen oder getrunken?
  • Gab es besondere Begleitumstände, z. B. Stresssituationen oder Hektik?

So kommt Ihr Magen wieder ins Lot

Haben Sie zu viel oder falsch gegessen oder reagiert Ihr Verdauungssystem einfach immer empfindlich auf bestimmte Nahrungsmittel? Mit den folgenden Tipps und Tricks geht es Ihrem Magen gleich viel besser:

Magenverstimmung

Sie ist oft das Ergebnis von zu schwerer Kost und Alkohol am Tag zuvor. Abhilfe: Schieben Sie einen Diät-Tag ein. Zum Frühstück ein Stück trockenes Brot und drei Esslöffel trockene Haferflocken, später eine leichte Gemüsebrühe und Magentee. Das beruhigt den strapazierten Magen.


Was Sie bei Gicht essen und trinken dürfen!

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Übersäuerung, saures Aufstoßen, Sodbrennen

Abhilfe: Bevor Sie zu Säureblockern greifen, sollten Sie es einmal mit Entsäuerungssalzen aus der Apotheke probieren. Diese enthalten Mineralstoffmischungen, die sofort wirken und einige Zeit vorhalten.

Nervöse Magenbeschwerden

Diese werden oft krampfartig im Magenzentrum empfunden und entstehen durch Stress und psychische Probleme. Abhilfe: Holen Sie sich in der Apotheke einen Extrakt, der im Idealfall Gänsefingerkraut, Johanniskraut, Benediktendistel, Angelika und Süßholzwurzel, Ringelblume und Kamille enthält. Nehmen Sie diese Tinktur mehrmals täglich mit einem Glas lauwarmem Wasser ein, bei Bedarf auch über mehrere Wochen. Was ebenfalls helfen kann: Eine Massage der Bauchregion mit lauwarmem Lavendelöl.

Oberbauchbeschwerden

Diese äußern sich durch Völlegefühl und Druck im gesamten oberen Bauchbereich. Abhilfe: Bitterer Tee (aus Löwenzahnwurzel, Schöllkraut, Kümmel) regt die Galle an und wirkt entstauend. Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten, vermeiden Sie Kaltgetränke.

Säureblockende Ernährungstipps

Die Anpassung Ihrer Ernährungsweise kann Ihre Beschwerden schnell lindern. Viele Lebensmittel wirken basisch und blocken somit auch die Magensäureproduktion. Bei leichten bis mittelschweren Beschwerden können Sie häufig sogar auf medikamentöse „Säureblocker“ verzichten. Diese Hinweise helfen Ihnen zusätzlich:

  • Lassen Sie „verdächtige“ Lebensmittel weg.
  • Stellen Sie von drei großen auf fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten täglich um.
  • Da vor allem fettes, geräuchertes und gepökeltes Fleisch, Mayonnaise und Eierspeisen Beschwerden auslösen: Geben Sie magerem Fleisch, Fisch, Aufschnitt und Gemüse den Vorzug.
  • Gerichte werden bekömmlicher, wenn Sie sie dämpfen oder dünsten, statt sie zu braten oder zu frittieren.
  • Die folgenden wirksamen Basenbildner (Säure-Neutralisierer) sollten Sie vermehrt in Ihren Speiseplan einbauen: Kartoffeln, Reis, Salate, Gemüse, (Wild-)Kräuter und Sprossen.

  • Essen ohne Kohlenhydrate?

    Diese Lebensmittel sollten Sie dann meiden . . .

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  • Essen Sie achtsam, das heißt in Ruhe und entspannt.

Neue endoskopische Behandlungen

Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) hat zwei neue Geräte zur Verminderung von Sodbrennen zugelassen. Das erste ist eine Art Nähmaschine, die an ein Endoskop angebracht wird und es dem Arzt erlaubt, einige Stiche unterhalb des gestörten Sphinkters zu setzen. Die Nähte ziehen den Sphinkter zusammen und verengen ihn dadurch. Die Gastroenterologen der Mayo Clinic haben erfolgreich mit diesem Gerät gearbeitet. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt und dauert etwa eine Stunde.

Das zweite Gerät, das ebenfalls ambulant eingesetzt wird, bearbeitet den schwachen Sphinkter mit Hitzestrahlen. Die verbrannten Gewebeareale bilden elastisches Narbengewebe und verengen dadurch den Ventilmechanismus. Die Hitze kann das Sodbrennen durch Abtötung der Nerven eindämmen, die für eine gestörte Funktion des Sphinkters verantwortlich sind. Das Gerät zeigte viel versprechende Ergebnisse in klinischen Versuchen, und die Ärzte der Mayo Clinic bereiten das Angebot dieser Behandlung vor. In Deutschland sind beide Methoden noch nicht etabliert und zugelassen; sie befinden sich im Experimentalstadium.

Säureblocker: Gefahr für Lebensmittelinfektionen steigt

Säureblocker sind Mittel erster Wahl, wenn es darum geht, Sodbrennen zu lindern. Auch bei Magenschmerzen greifen viele Menschen zu diesen Mitteln. Leider haben sie eine gravierende Nebenwirkung: Sie können nicht nur die Beschwerden in der Magenregion lindern. Vielmehr verringern sie auch den Säureschutz Ihres Magens, der Sie vor Krankheiten bewahren soll. Dies hat eine sehr unangenehme Folge: Die Krankheitserreger können leichter eindringen, Sie leiden schneller unter Infekten. Gerade die Darmregion ist in diesem Fall häufig betroffen, wie Forscher aus England und Schottland herausgefunden haben.

Säureblocker erhöhen Infektionsrisiko

Die Wissenschaftler hatten insgesamt die Gesundheitsdaten von mehr als 188.000 Menschen ausgewertet. Alle nahmen verschiedene Magensäureblocker ein. Hinzu kamen die Gesundheitsdaten von rund 370.000 weiteren Studienteilnehmern, die keinerlei solche Medikamente einnahmen. Untersucht wurde der Stuhl sämtlicher Teilnehmer. Dabei legten die Forscher ihr Augenmerk darauf, ob eine Infektion mit schädlichen Bakterien vorlag.

Sie entdeckten: Es gab ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko, sobald die Studienteilnehmer Säureblocker eingenommen hatten. Für eine Clostridium difficile-Infektion war das Risiko um das 1,7-Fache erhöht. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit Campylobacter war um das 3,7-Fache gestiegen. Hierbei handelt es sich um Keime, die zu Durchfällen und zu Krämpfen führen können. Bei Patienten, die im Krankenhaus lagen, war das Risiko für Clostridium difficile etwas geringer, es war um das 1,4-Fache erhöht. Anders sah es bei Campylobacter aus. Hier erhöhte sich das Risiko um das 4,5-Fache.

Auch Listerien-Risiko erhöht

Die Erkenntnisse ergänzen eine Studie aus Dänemark, die im Dezember 2016 veröffentlicht worden war. Die dortigen Forscher entdeckten, dass Menschen, die Säureblocker nehmen, auch für andere Bakterien empfänglicher sind. Sie fangen sich 2,8-mal so häufig Listerien ein. Hierbei handelt es sich um Keime, die in nicht-erhitzten Lebensmitteln vorkommen. Sind Sie gesund, werden Sie von diesen Bakterien kaum etwas bemerken. Ist Ihr Immunsystem dagegen geschwächt, dann kann eine Infektion mit Listerien sogar zum Tod führen.

Geringe Säure, hohes Infektionsrisiko

Aber was ist der Grund dafür, dass Menschen, die Säureblocker nehmen, ein höheres Infektionsrisiko haben? Wir kommen ständig in Kontakt mit Keimen, die unsere Nahrung besiedeln. Normalerweise macht die Magensäure diese Erreger unschädlich. Säureblocker dagegen hemmen ja genau diese Magensäure und machen es den Erregern somit sehr leicht, in Ihrem Körper für Infektionen zu sorgen. Ungehindert gelangen sie vom Magen weiter bis in den Darm und können hier Durchfall entstehen lassen.

Nehmen Sie Säureblocker, seien Sie also sehr penibel, was Lebensmittelhygiene angeht. Reinigen Sie Ihre „Küchenwerkzeuge“ besonders gut: Gerade in diesem Fall sollten Sie zum Beispiel unbedingt unterschiedliche Bretter, am besten auch Messer für Fleisch- und Gemüseverarbeitung, wählen.

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Alte Kommentare
  • Heinz Bastian schrieb am 17.11.2009, 12:52 Uhr

    Sehr gut für Menschen die damit behaftet sind.