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11 Tipps gegen Sodbrennen

Es drückt im Magen und brennt in der Brustgegend, man stößt „sauer“ auf. Dies geschieht vor allen Dingen, wenn der Hosenbund zwickt und das Essen zu fett war.

In diesen Momenten darf man sich nicht nach vorne beugen.

Ein Rückfluss von Magensäure (Reflux) in die Speiseröhre löst das Sodbrennen aus. Nicht immer steckt dahinter eine ernste Erkrankung. Vielmehr lösen Ernährung und Lebensstil dieses unangenehme Gefühl aus.

So gefährlich ist Ihr Sodbrennen

Leiden Sie häufiger unter Sodbrennen oder saurem Aufstoßen, kann Ihre Speiseröhre auf Dauer Schaden nehmen. Bei rund acht Millionen Bundesbürgern hat sich der Reflux als Dauerleiden eingenistet.

Bei älteren Menschen funktioniert der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Mageneingang nicht mehr so gut. Deshalb sind die 50- bis 70-Jährigen häufiger betroffen.

Aber auch in der Schwangerschaft kann es zu Sodbrennen kommen, wenn das Ungeborene den Magen der Mutter in Bedrängnis bringt und nach oben drückt.

Die Speiseröhrenschleimhaut kann sich dann schnell entzünden. Schluckbeschwerden stellen sich als Symptom der Entzündung ein. In Folge davon verändert sich bei vielen Betroffenen das Gewebe.

Es bildet sich gewissermaßen eine Art Hornhaut aus (Barrett-Syndrom genannt), das Brennen macht sich dadurch nicht mehr bemerkbar, so dass man glaubt, das Leiden sei besiegt.

So kann sich in einigen Fällen unbemerkt ein Speiseröhrenkrebs entwickeln. Allerdings hat sich der Verdacht nicht bestätigt, dass das Refluxleiden respektive das Barrett-Syndrom eine Vorstufe von Krebs sei.

Letztlich erkranken weniger als ein Prozent der Refluxgeplagten an Speiseröhrenkrebs. Bei ihnen liegt häufig eine Kombination von Alkohol- und Nikotinmissbrauch vor.

Auch andere Erkrankungen können durch Sodbrennen provoziert werden: Schwappt die Säure so weit hoch, dass sie auch über die Luftröhre zu den Bronchien gelangt, kann es zu chronischem Husten, Bronchitis und Asthmaanfällen kommen.

Der Kehlkopf ist mit seinen Stimmbändern ebenfalls in Gefahr.

Werden im Schlund zudem die Nervenenden ständig gereizt, kann das zur Verengung der Herzkranzgefäße führen und Herzschmerzen nach sich ziehen.

Vermeiden Sie das lästige Brennen

  • Wer unter Sodbrennen leidet, verzichtet am Besten auf fettes und scharf gewürztes Essen. Gewürze wie Chilli, Curry oder Pfeffer regen die Säureproduktion des Magens an. Das gleiche gilt für Schokolade, schwarzen Tee und Kaffee.
  • Zitrusfrüchte besitzen von Natur aus einen hohen Anteil an Säure, die den Magen reizt. Daher sollte man Ananas, Orangen oder Kiwis sparsam bei der Ernährung einsetzen.
  • Verzichten Sie auf das Gläschen Wein und den Schnaps nach dem Essen. Alkohol schlägt „sauer“ auf den Magen.
  • Limonaden oder Mineralwasser mit viel Kohlensäure bekommen dem Magen nicht gut. Weichen Sie auf stilles Wasser aus, das schont den Magen.
  • Zigaretten kurbeln nicht die Säureproduktion des Magens an, schaden jedoch dem Verbindungsstück zwischen Speiseröhre und Magen. Bei einer Schädigung dieses Schließmuskels fällt es der Magensäure leichter, sich ihren Weg nach oben zu bahnen.
  • Wer unter Sodbrennen leidet, weicht statt großerMahlzeiten lieber auf fünf bis sechs kleine über den Tag verteilt aus. Spätes und reichhaltiges Essen am Abend ist tabu.
  • Statt eines Mittagsschlafes steht am Besten ein Verdauungsspaziergang auf dem Programm.
  • Enge und unbequeme Kleidung fördert das Unwohlsein bei einem gefüllten Magen. Lockern Sie den Gürtel nach dem Essen ein wenig.
  • In vielen Fällen tritt Sodbrennen in Stresssituationen auf. Hier hilft lediglich Ruhe. Entspannungs- und Atemübungen bringen Balance in einen hektischen Alltag zurück. Sport, Meditation und Ruhephasen helfen darüber hinaus.
  • Mandeln, die man langsam im Mund zerkaut, und Milch gelten als bewährte Hausmittel gegen den aufsteigenden Magensaft.
  • In manchen Fällen hilft es, im Bett den Oberkörper höher zu lagern und sich beispielsweise ein zweites Kissen unter den Kopf zu legen. Aufrechtes Sitzen lindert die Beschwerden schnell.

Alternative Möglichkeiten

In der Schwangerschaft stellt Sodbrennen den Normalzustand dar, da das Kind der Mutter auf den Magen drückt.

Wer oft und lange unter Sodbrennen leidet, kann des Weiteren zu Medikamenten greifen. Antazida neutralisieren bei leichten Beschwerden die Säure im Magen und verhindern das Aufsteigen in die Speiseröhre.

Behalten Sie es im Auge

Darüber hinaus schützen sogenannte Protonenpumpen-Hemmer den Magen. Früher galten Medikamente mit Wirkstoffen wie Pantoprazol oder Omeprazol als verschreibungspflichtig.

Heute sind sie in der Apotheke frei verkäuflich. Ihr Wirkmechanismus funktioniert wie folgt: Sie stellen sich der Magensäureproduktion entgegen und hemmen diese, indem sie in die Belegzellen des Magens gehen.

Vorsicht! Bei anhaltenden Beschwerden muss man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Eine Selbstbehandlung wirkt nicht auf Dauer. Hinter einem Symptom wie Sodbrennen kann sich eine ernsthafte Krankheit verstecken, dies kann ein Arzt ausschließen.

So vermeiden Sie das Aufstoßen

Bei jeder Nahrungsaufnahme und bei jedem Trinken verschluckt der Mensch kleine Mengen Luft.

Es ist völlig normal, dass man die verschluckte Luft durch ein gelegentliches diskretes Aufstoßen herauslässt. Bei Menschen, die zuviel Luft verschlucken, sammelt sich vermehrt Luft im Magen an. Dies führt zu Darmblähungen und häufigem Aufstoßen.

Chronisches Aufstoßen resultiert gelegentlich aus der nervösen Angewohnheit, vor allem beim Sprechen zu viel Luft zu verschlucken.

Tipps, wie Sie weniger Luft verschlucken

  • Essen Sie langsam.
  • Schlingen Sie Speisen und Getränke nicht hinunter.
  • Kauen Sie gründlich.
  • Vermeiden Sie Kaugummi oder das Lutschen von harten Bonbons.
  • Trinken Sie möglichst nicht mit dem Strohhalm oder aus Flaschen mit kleinen Öffnungen.
  • Lassen Sie lockere Zahnprothesen richten.
  • Finden Sie heraus, welcher Stress zum Verschlucken von Luft aus Nervosität führt. Bekommen Sie diesen Stress in den Griff.
  • Schränken Sie reichhaltiges Essen wie fettes Fleisch, Gebratenes, Sahnesoßen, Bratensoßen und Gebäck ein.
  • Vermeiden Sie bewusstes Aufstoßen.

Diagnose häufig unzuverlässig

Um herauszufinden, ob hinter bestimmten Beschwerden tatsächlich die Reflux-Krankheit steckt, verordnen Ärzte heute häufig für zwei Wochen einen Säurehemmer (z. B. Pantozol®).

Die Hoffnung: Wenn die Symptome damit verschwinden, ist tatsächlich die Magensäure schuld daran.

Wissenschaftler der Universität Utrecht nahmen dieses Verfahren im Jahr 2003 genauer unter die Lupe. Ihr Ergebnis fällt niederschmetternd aus: Nur in jedem zweiten Fall stellt man damit eine Reflux-Krankheit sicher fest.

Da könnte Ihr Arzt auch eine Münze werfen. Die Trefferquote wäre genauso hoch.

Schulmedizin als erste Wahl?

Die Schulmedizin setzt auf die Behandlung mit Antazida. Dabei handelt es sich um synthetische Medikamente, die die Bildung von Magensäure hemmen.

Dazu gehören zum Beispiel Protonenpumpeninhibitoren oder H2-Blocker. Die Medikamente verordnet man häufig als Dauerbehandlung, da die Beschwerden nach Abbruch der Therapie bei 75 bis 90 Prozent der behandelten Patienten wiederkehren.

Wenn nichts anderes hilft, bringt laut Schulmedizin bei jüngeren Patienten eine Operation Besserung.

Der Chirurg legt den Magen in Form einer Manschette um den Eingang der Speiseröhre, die einen Rückfluss der Magenflüssigkeit weitgehend verhindert. Bei älteren Patienten empfiehlt sich die Operation wegen der allgemeinen Belastung des Organismus in der Regel nicht.

Schnelle Sofortmaßnahmen bei Sodbrennen

  • Essen Sie ein Stück trockenes Weißbrot, Brötchen oder Zwieback. Sehr gut hilft eine gekochte Kartoffel, die Sie langsam zerkauen. Empfehlenswert sind darüber hinaus Bananen oder Haferflocken.
  • Trinken Sie einen Schluck Milch, Kondensmilch oder Wasser ohne Kohlensäure.
  • Lockern Sie Ihre Kleidung, vor allem einschnürende Gürtel oder Hosen.
  • Nehmen Sie einen Löffel Heilerde aus der Apotheke oder dem Reformhaus ein (100 g etwa 2 bis 4 Euro). Sie bindet die Magensäure.
  • Bei gelegentlichem Sodbrennen, zum Beispiel nach einem schwerer Essen, können Sie auf rezeptfreie Mittel zurückgreifen, die die Magensäure binden (Antazida, z. B. Maaloxan®, Riopan®; Tagesbedarf 0,50 bis 1 Euro). Nehmen Sie die Mittel jedoch keinesfalls dauerhaft ein. Sie stören den Mineralhaushalt des Körpers und führen unter Umständen zu Nierensteinen. Wenn Sie nierenkrank sind, wenden Sie sie nicht an.
  • Homöopathische Mittel gegen Sodbrennen (je nach Begleitumständen): Bismutum subnitricum D4 (bei Übelkeit, Völlegefühl und Magenkrämpfen), Robinia D6 (wenn sich der Magen sehr spannt) oder Natrium carbonicum D12 (wenn Sie sich nach dem Essen müde und abgespannt fühlen).

Langfristige Maßnahmen

  • Bauen Sie Übergewicht ab. Das Bauchfett drückt auf den Magen und fördert das Zurückfließen der Säure.
  • Verzichten Sie auf Alkohol, Nikotin und Kaffee. Diese Genussmittel regen die Magensäureproduktion an.
  • Erhöhen Sie das Bett am Kopfende etwa durch kleine Holzklötzchen unter den Füßen. Das erschwert das „Auslaufen“ des Magens.
  • Nehmen Sie das Abendessen etwa drei Stunden vor dem Zubettgehen ein.
  • Verteilen Sie Ihr Essen auf fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten pro Tag. Dabei setzt der Körper weniger Magensäure frei als bei drei Hauptmahlzeiten.
  • Meiden Sie heiße Getränke, Fruchtsäfte sowie scharfes und fettes Essen.
  • Ein erfahrener Therapeut stärkt durch eine Akupunkturbehandlung den Magen-Schließmuskel gezielt.

Wesentlich exakter kann man die Krankheit mit einer endoskopischen Untersuchung abklären. Dabei führt der Arzt unter örtlicher Betäubung einen dünnen Schlauch mit einer Lichtquelle in die Speiseröhre ein. Das ermöglicht es dem Arzt, die Schleimhaut direkt zu inspizieren und eventuelle Säureschäden zu entdecken.

Sodbrennen nicht schuld an Speiseröhrenkrebs

Wenn die Untersuchungen ergeben, dass Sie tatsächlich an der Reflux-Krankheit leiden, verschreibt Ihnen Ihr Arzt ein Medikament, das die Bildung der Magensäure hemmt.

Am häufigsten verordnet man heute „Protonenpumpeninhibitoren“ (PPI). Bisher hielt man eine ständige Einnahme dieser Medikamente für unerlässlich. Starkes Sodbrennen erhöht laut einiger Studien in den 1990er Jahren die Gefahr für Speiseröhrenkrebs.

Doch gleich ein halbes Dutzend neuerer Studien zeigen, dass die Krebsgefahr deutlich übertrieben dargestellt ist. Dies geschah nicht zuletzt durch die Hersteller der PPI.

Je gefährlicher Sodbrennen erschien, desto mehr Mittel verkauften sie. Heute ist eher davon auszugehen, dass Speiseröhrenkrebs erblich bedingt ist oder durch den übermäßigen Konsum von Alkohol oder das Rauchen entsteht.

Eine Überproduktion von Magensäure ist jedenfalls nicht die Ursache.

Vorsicht, Nebenwirkungen: Medikamente nur bei Bedarf!

Diese Entwarnung bedeutet selbstverständlich nicht, dass Sie das Sodbrennen nicht behandeln. Schließlich bereitet es erhebliche Schmerzen. Überlegen Sie mit Ihrem Arzt, ob es nicht sinnvoller ist, die Medikamente eher nach Bedarf und nicht ununterbrochen einzusetzen.

Damit kommen vor allem solche Patienten gut klar, bei denen keine mit dem Endoskop sichtbaren Schleimhautschäden in der Speiseröhre erkennbar sind.

Durch einfache Ernährungs- und Verhaltensänderungen lindern Sie in solchen Fällen die Beschwerden oft recht gut. Erst wenn diese einfachen und sanften Maßnahmen nicht greifen, benötigen Sie wirklich einen Protonenpumpenhemmer.

Das dauerhafte Einwerfen einer Pille stellt fast immer eine schlechte Lösung dar. Mit der „Anwendung nach Bedarf“ geben Sie Ihrem Körper die Möglichkeit, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

Darüber hinaus weisen die Präparate bei Daueranwendung erhebliche Nebenwirkungen auf: 10 Prozent der Patienten leiden an Kopfschmerzen und Durchfall.

Darüber hinaus kommt es zu Schwindel und Sehstörungen.

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