Schwindel: Wenn der Gleichgewichtssinn verrückt spielt
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Schwindel (Vertigo)
Zu Schwindelgefühlen kommt es immer dann, wenn der Gleichgewichtssinn des Körpers gestört ist. Zu diesem System gehören verschiedene Sensoren, die dem Gehirn Informationen über die Lage des Körpers im Raum übermitteln – z. B. ob wir stehen, liegen oder gehen.
Zum Gleichgewichtssinn gehören:
- das Innenohr
- die Augen
- Tastfühler in den Muskeln und auf der Körperoberfläche
Im Innenohr befindet sich das so genannte Vestibularorgan. Es besteht u. a. aus flüssigkeitsgefüllten Bogengängen. Bei Bewegungen des Kopfes wird die Flüssigkeit in verschiedene Richtungen bewegt, und feine Sinneshärchen setzen diese Bewegungen in Nervenimpulse um.
Wie leicht diese Sinnessysteme aus der Fassung zu bringen sind, woraus dann Schwindelgefühle resultieren, haben Sie eventuell schon einmal bei einer Karussellfahrt erlebt: Ihre Augen melden „schnelle drehende Bewegung“, während Ihre Körpersensoren „Stillstand“ signalisieren.
Von Akupressur bis Ingwer: Naturheilverfahren haben sich besonders bewährt
Die Therapie des Schwindels richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Bei Durchblutungsstörungen im Innenohr – die gerade bei älteren Patienten sehr oft hinter den Gleichgewichtsstörungen stecken – haben sich Ginkgo-Extrakte bewährt (z. B. Tebonin® oder Gingium®, aus der Apotheke, Monatsbedarf etwa 30 bis 40 €). Sie verbessern die Durchblutung des Innenohrs und fördern die Sinnesverarbeitung im Gehirn. Bei Schwindel, der mit Übelkeit und Erbrechen einhergeht (z. B. auf Reisen), hilft Ihnen Ingwer-Extrakt am besten (z. B. Zintona®, aus der Apotheke, 10 Kapseln ca. 5 €).
4 Übungen gegen Schwindelattacken : So trainieren Sie Ihr Gleichgewicht
Für diese kleinen sanften Übungen genügen täglich 5 Minuten. Sie trainieren Ihr Gleichgewichtssystem und die Raumorientierung. Beide sind bei ständigen Schwindelattacken geschwächt.
- Übung 1: Augenbewegungen. Sie sitzen aufrecht und führen einen Zeigefinger zuerst einige Male waagerecht und dann senkrecht vor dem Gesicht hin und her. Folgen Sie ihm mit den Augen, ohne den Kopf zu bewegen.
- Übung 2: Auf einer Linie gehen. Nutzen oder markieren Sie eine Linie auf dem Fußboden, auf der Sie vorwärts gehen. Etwas schwerer: Gehen Sie rückwärts, eventuell mit Hilfe einer Begleitperson.
- Übung 3: Auf einem Bein stehen. Im aufrechten Stand ziehen Sie abwechselnd ein Knie für einige Sekunden nach oben. Bei Bedarf halten Sie sich mit einer Hand fest. Später versuchen Sie es ohne Festhalten mit nach vorn ausgestreckten Armen.
- Übung 4: Seitwärts gehen. Setzen Sie den rechten Fuß überkreuz seitwärts vor den linken Fuß und ziehen Sie den linken Fuß nach.
Nun wiederholen Sie die Übung und gehen seitwärts nach rechts. Setzen Sie dabei den linken Fuß überkreuz vor den rechten. Mit etwas Übung schaffen Sie es, den Blick vom Boden zu heben und einen Punkt in Augenhöhe zu fixieren.
Diese Naturheilverfahren wirken gegen Schwindel:
- Massage oder Elektrotherapie
- Chirotherapie
- kalte oder warme Nackenkompressen
- Neuraltherapie
- Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Atemtherapie
Diese Verfahren sind vor allem dann wirksam, wenn sich hinter den Schwindelanfällen Muskelverspannungen oder Fehlstellungen der Wirbel- und Kiefergelenke verbergen. Wenn andere Ursachen zugrunde liegen, lohnt sich außerdem ein Versuch mit Akupunktur, Fußreflexzonenmassagen oder einer Eigenbluttherapie.
Schnelle Hilfe durch Akupressur
Bei akuten Schwindelattacken hat sich vor allem der Punkt Yingtang genau zwischen den Augenbrauen bewährt . Wenn der Schwindel von Übelkeit begleitet ist, wählen Sie den Punkt Neiguan . Er liegt 3 Finger breit oberhalb der ersten Querfalte des Handgelenks auf der Mitte der Arminnenfläche. Drücken und massieren Sie den jeweiligen Punkt 1 bis 2 Minuten lang leicht mit dem Finger.
Vorsicht vor Psychopharmaka!
Allerdings gelingt es bei fast jedem dritten Patienten nicht, die genauen Gründe des Schwindels herauszufinden. Wahrscheinlich kommen oft auch mehrere Ursachen zusammen. In solchen ungeklärten Fällen verordnen manche Ärzte gern Psychopharmaka, die die Verarbeitung von Sinnesreizen im Gehirn hemmen. Solche dämpfenden Substanzen beeinträchtigen aber generell auch die anderen Sinnesfunktionen. Das ist auf Dauer inakzeptabel und sogar gefährlich.
Bei ungeklärten Fällen sollten Sie zuerst einen Versuch mit dem homöopathischen Kombinationsmittel Vertigoheel® (250 Tabletten 20 €) unternehmen. Es enthält Kokkelskörner (Samen einer asiatischen Schlingpflanze; gegen diffuse Schwindelgefühle), Amber (zur Beruhigung des vegetativen Nervensystems), Schierling (zur psychischen Ausgeglichenheit) und Steinöl (gegen Reiseübelkeit). Es kann also gegen viele Formen des Schwindels wirken, selbst wenn die genauen Ursachen unklar bleiben.
Darüber hinaus ist es wichtig, dass Sie auch als Schwindelpatient stets in Bewegung bleiben (Spaziergänge, leichte Gymnastik) und sich nicht aus dem Alltagsleben zurückziehen. Im Kasten links finden Sie dazu 4 einfache Übungen, die Ihnen wieder Ihr Gleichgewicht auf Dauer zurückbringen.