Schwindel: Was tun?
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Schwindel (Vertigo)
GNL5356
Jeder wiederkehrende, unerklärliche und schwere Schwindelanfall rechtfertigt einen Arztbesuch. Durch eine Reihe von Tests kann bestimmt werden, welche Form von Vertigo bei Ihnen vorliegt oder ob Ihre Symptome möglicherweise mit anderen Erkrankungen verbunden sind. Für eine Diagnose kann Ihr Arzt neben einer allgemeinen Untersuchung auch zusätzlich Hör- und Gleichgewichtsprüfungen vornehmen. Er wird prüfen, ob eine abnorme rhythmische Augenbewegung, der so genannte Nystagmus, auftritt, der bei Vertigo typisch ist. Dazu wird der Arzt Ihre Augenbewegungen beobachten, während er Ihren Kopf dreht und Sie sich schnell abwechselnd setzen und hinlegen. Durch eine bestimmte Augenbewegung kann festgestellt werden, welches Ohr für den Schwindel verantwortlich ist.
Hat Ihr Arzt einen benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel diagnostiziert, kann er mit einfachen ambulanten Maßnahmen den Schwindel beheben. Dabei wird er eine Reihe von Lagerungsmanövern mit Ihnen vornehmen. Bei dem Befreiungsmanöver wird der Kopf in einer bestimmten Weise gelagert. Das Ziel ist, die Partikel von den Bogengängen langsam zurück in den Utriculus zu bewegen, wo sie keine Symptome verursachen. Es ist eventuell nötig, die Maßnahmen mehrmals zu wiederholen, bis keine Anzeichen eines Nystagmus mehr auftreten.
Nach der Behandlung sollte der Kopf für 48 Stunden aufrecht gehalten werden, selbst beim Schlafen. Das trägt dazu bei, dass die Partikel fest im Utriculus verbleiben. Um den Kopf in einer aufrechten Position zu halten, kann es hilfreich sein, eine Halskrause zu tragen. Zusätzlich sollten Sie beim Schlafen Ihr Kopfkissen so legen, dass Ihr Kopf angehoben ist. Wenn bei Ihnen wiederholt ein BPLS auftritt, sollten Sie grundsätzlich vermeiden, Ihren Kopf so zurück zu lehnen, wie es zum Beispiel beim Haarewaschen im Frisörsalon oder beim Zahnarztbesuch der Fall ist. Fragen Sie in solchen Situationen, wie man Ihnen entgegenkommen kann, damit Sie Ihren Kopf nicht so weit zurücklehnen müssen.
Wenn das Lagerungsmanöver richtig angewendet wird, beträgt die Erfolgsrate zwischen 80% bis 90%. Danach treten in der Regel keine Symptome mehr auf. Falls doch, hilft möglicherweise eine Wiederholung der Prozedur.