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Schwindel (Vertigo): Eine Zusammenfassung

Das Gefühl, dass sich alles dreht, der Boden schwankt und man nach Halt suchen möchte, ist mehr als unangenehm. Jeder zehnte Patient in einer deutschen Allgemeinarztpraxis klagt über derartige Probleme. Unter dem Begriff Vertigo versteht man diese Illusion einer Bewegung; häufig eines Drehens der Person oder der Umgebung.

Schwindelgefühl© ArTo – Fotolia

So funktioniert der Gleichgewichtssinn

Ihr Gleichgewichtssinn wird unter normalen Umständen durch eine Reihe von Signalen kontrolliert, die von verschiedenen Stellen des Körpers an das Gehirn gesendet werden. Ihre Augen senden optische Signale. Diese helfen Ihnen, Ihre Lage im Raum zu bestimmen, ungeachtet der Körperposition, in der Sie sich befinden. Die sensorischen Nerven des Tastsinns befinden sich in der Haut, den Muskeln und den Gelenken. Sie melden dem Gehirn alle Körperbewegungen. Und dann gibt es noch das Innenohr, das Signale zu dem Bereich des Gehirns sendet, der die Bewegung Ihrer Augen kontrolliert. Auf diese Weise bleibt das Bild, das Sie erhalten, im Mittelpunkt. Außerdem wird Ihrem Gehirn gemeldet, ob Sie sich bewegen.

Das vestibuläre Labyrinth

Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr ist das vestibuläre Labyrinth. Es besteht aus drei Bogengangsorganen. Verbunden mit ihnen ist eine schlauchförmige Struktur, der Utriculus, in der sich Flüssigkeit und feine, haarähnliche Sensoren befinden. Dabei handelt es sich um Sinneszellen mit feinen „Härchen“ (Zilien), die in eine gallertartige Haut (Membran) eintauchen. Es werden drei dieser Kanäle benötigt, um Drehbewegungen um alle möglichen Raumachsen zu registrieren. Die Haut enthält winzige Kalziumkarbonatkristalle (Statolithen).

Wird der Kopf bewegt, verschieben die kleinen Kristalle die Härchen der Sinneszellen. Die wechselnde Ausrichtung der Sinneszellen ermöglicht es dem Gehirn, die Richtung der Bewegung festzustellen. Der untere Teil des Innenohrs (Cochlealabyrinth) wird durch die schneckenförmige Cochlea gebildet, die im Wesentlichen das Hörorgan darstellt. Ihr Gleichgewichtssinn kann gestört sein, wenn Ihr Gehirn nicht in der Lage ist, ausreichend Signale von den Augen, den sensorischen Nerven oder vom Innenohr zu verarbeiten, die Nachrichten, die Sie von den Augen, den sensorischen Nerven oder vom Innenohr erhalten, im Widerspruch zueinander stehen oder wenn Ihr Zentralnervensystem nur unzureichend funktioniert.

So entsteht das Karussell im Kopf

Generell wird zwischen einem Dreh- und Schwankschwindel unterschieden. Um ernste Erkrankungen wie etwa eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs auszuschließen, sollen Sie bei anhaltendem Schwindel einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Weit mehr als die Hälfte aller Schwindel-Beschwerden sind jedoch harmlos, wobei ein Schwankschwindel am häufigsten vorkommt, bei dem man das Gefühl hat, sich nicht mehr auf den Beinen halten zu können.

Eine häufige Schwindelform ist der Lagerungsschwindel. Wenn die winzigen Kalksteinchen im Innenohr aus ihrer Position geraten und sich ablösen, kann es zu anfallsartigem Drehschwindel kommen, den Ärzte gutartigen Lagerungsschwindel nennen. Ab dem 60. Lebensjahr kommt diese Schwindelform durch altersbedingte Abnutzung recht häufig vor. Schwanken ohne äußere Ursache ist oft psychisch bedingt und wird psychogener Schwankschwindel genannt. Er entsteht nach lange andauernder seelischer Belastung, Stress und auch im Rahmen einer Depression. Das unsichere Gefühl auf den Beinen ist hierbei von Herzrasen und Angst begleitet und kann zu einer Panikattacke führen.

Mögliche Auslöser für Schwankschwindel

  • niedriger und hoher Blutdruck
  • Verspannungen in der Nackenmuskulatur
  • Blockaden in der Halswirbelsäule
  • Sauerstoffmangel im Gehirn (z. B. durch Blutarmut, Durchblutungsstörungen, Arteriosklerose, Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel, Herzrhythmusstörungen)
  • seelische Faktoren (z. B. Ängste, Stress)

Wenn der Schwindel durch eine seelische Belastung entsteht, ist das unsichere Gefühl auf den Beinen meistens von Herzrasen und Angst begleitet.

Sauerstoffmangel im Gehirn löst Benommenheitsschwindel aus

Benommenheitsschwindel entsteht durch eine Mangeldurchblutung des Gehirns und verschwindet deshalb meist sofort, wenn durch Bewegung und Aktivität wieder mehr Sauerstoff ins Gehirn gelangt.

Benommenheitsschwindel kann mehrere Ursachen haben:

  • zu niedriger Blutdruck
  • zu hoher Blutdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • Arteriosklerose in der Hirnregion
  • Linksherzschwäche
  • Lungenprobleme
  • Blockaden der Halswirbelsäule
  • bestimmte Hirnerkrankungen (z. B. Multiple Sklerose)
  • Hirnverletzungen
  • starke Erschöpfung

Gelegentlich kann auch ein plötzlicher Schreck oder Angst einen Benommenheitsschwindel auslösen.

Das hilft Ihnen natürlich gegen Schwindel

Die folgenden homöopathischen Mittel haben sich alle gegen Schwindel bewährt. Beobachten Sie sich genau und wählen Sie dann das am besten zu Ihren Beschwerden passende Mittel aus. Diese Mittel eignen sich zur Selbstbehandlung:

  • Argentum nitricum bei Schwankschwindel mit Höhenangst und großer Nervosität
  • Cocculus bei Schwindel mit Übelkeit beim Autofahren, Fliegen oder auch bei Seekrankheit
  • Conium bei Schwindel durch Lageänderung, besonders beim Seitwärtsdrehen des Kopfes
  • Tabacum bei Schwindel mit Kollapsgefühl, kaltem Schweiß und Brechreiz; auch hilfreich bei der Menière-Krankheit
  • Veratrum album bei niedrigem Blutdruck mit taumeligem Schwindel, der sich beim Hinlegen bessert.

Tropfen Sie von dem zu Ihren Beschwerden passenden Mittel im akuten Fall einmalig fünf Tropfen in der Potenz LM VI direkt aus der Flasche auf die Zunge.

Trainieren Sie den Schwindel einfach weg

  • Fixations-Technik: Mit dieser Technik helfen sich Balletttänzer. Drehen Sie sich mehrfach um sich selbst und fixieren Sie dabei mit Ihren Augen ganz fest einen Punkt.
  • Balancieren: Legen Sie einen Schal auf den Boden und gehen Sie auf ihm auf und ab, ohne über seinen Rand zu treten.
  • Augenfolgeübungen: Sie erreichen eine bessere Verarbeitung von Bewegungsreizen, wenn Sie mit Ihren Augen so oft wie möglich sich bewegende Gegenstände verfolgen. Hierzu geeignet sind etwa ein vorbeifahrendes Auto oder ein fliegender Vogel.
  • Augentraining: Setzen Sie sich gerade auf einen Stuhl und bewegen Sie Ihre Augen nach rechts, nach links, nach oben und dann nach unten. Versuchen Sie, das Tempo zu steigern.

Machen Sie alle Übungen nur in schwindelfreien Intervallen und nur so lange, wie sie Ihnen Spaß machen. Auf diese Weise verbessern Sie spielerisch Ihren Gleichgewichtssinn und die Koordination von Augen, Muskulatur und Gehirn. Dadurch sind diese Übungen bei allen Schwindelformen hilfreich.

Zwei Gläser Wasser helfen gegen morgendliche Schwindelanfälle

In einer britischen Studie mit 14 Teilnehmern, die an Schwindelanfällen litten, ließ man diese jeweils 15 Minuten vor dem Aufstehen zwei Gläser (je 0,2 l) Wasser trinken. 11 der 14 Betroffenen hatten danach gar keine oder weniger Probleme mit Schwindelgefühlen. Auf bisher noch ungeklärte Weise hilft der morgendliche Betttrunk demnach, den Blutdruck zu stabilisieren und das Aufstehen zu erleichtern.

Wenn Sie unter orthostatischer Hypotonie leiden: Probieren Sie diese einfache und nebenwirkungsfreie Therapie aus. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie aber auch den Rat Ihres Arztes einholen.

Die Auswirkungen von Hitze auf Ihren Kreislauf

Warum kippen wir bei Hitze nicht alle reihenweise um? Dafür sorgt unser Körper dies mit einem ausgeklügelten Programm, mit dem dies in der Regel zu verhindern weiß. Ihr Herz schlägt schneller, um den Sauerstoffmangel im Gehirn auszugleichen. Das Blut versackt in den Beinen, wo sich die Blutgefäße drastisch erweitern. Der Organismus bildet kalten Schweiß, um seine Temperatur zu regulieren. Erst wenn das nicht mehr ausreicht, kollabieren Sie. Das ist aber kein Drama, wenn Sie jung und gesund sind.

Menschen mit ausgeprägten Krampfadern sind davon besonders betroffen ebenso wie junge Mädchen mit niedrigem Blutdruck oder Sportler, die sich übernommen haben. Wenn jemand unter der Hitze zusammenbricht, sollten Sie ihn unbedingt liegen lassen und die Beine hochlagern, Kopf kühlen und Kleidung lockern. In der Waagerechten kommt er schneller wieder zu sich. Überprüfen Sie den Puls und rufen Sie gegebenenfalls den Notarzt.

Bananen und Cola schützen vor Hitzekollaps

Vorbeugen können Sie, indem Sie bei Hitze nicht allzu sparsam mit Kochsalz umgehen, insbesondere wenn Sie viel Flüssigkeit aufnehmen. Trinken Sie an heißen Tagen ein- bis dreimal täglich eine Tasse Gemüsebrühe. Essen Sie zwischendurch gesalzene Scheiben von Salatgurken, Bananen und getrocknete Aprikosen. An diesem Tagen dürfen Sie auch mal Colagetränke zu sich nehmen. Denn  sie enthalten Mineralstoffe, die Sie jetzt gut gebrauchen können.

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