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Alle Fakten zum Thema Schlafapnoe

Schlafapnoe (auch Schlafapnoe-Syndrom oder SAS) zeichnet sich durch Atemstillstände während des Schlafs aus, die den erholsamen Schlaf empfindlich stören.

Man unterscheidet zwei Erscheinungsformen: Obstruktive Schlafapnoe und zentrale Schlafapnoe. Darüber hinaus kommen Mischformen vor.

Formen und Ursachen

Die obstruktive Schlafapnoe tritt häufiger auf. Hierbei kommt es durch eine übertriebene Entspannung der Muskulatur der oberen Atemwege zu einem Kollaps der oberen Luftröhre.

Bei der zentralen Schlafapnoe liegt eine Störung des zentralen Nervensystems und in der Folge eine unzureichende Steuerung der Atemmuskulatur vor. Eine rein zentrale Schlafapnoe kommt in seltenen Fällen vor.

Es gibt keine alleinige Ursache für eine Schlafapnoe. Zu den Risikofaktoren zählen Übergewicht, Polypen, eine Verkrümmung der Nasenscheidewand, vergrößerte Rachenmandeln, Alkohol- oder Drogenkonsum und angeborene Kieferfehlstellungen.

Symptome und Diagnose

Die Schlafapnoe zeigt folgende Symptome:

  • Atemausfälle (zehn Sekunden bis eine Minute)
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit während des Tages
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen und Mundtrockenheit nach dem Aufstehen
  • vermehrtes Schwitzen und
  • vermehrter Harndrang während der Nacht
  • Sekundenschlafattacken
  • Konzentrationsstörungen
  • depressive Verstimmungen
  • Impotenz

Die Diagnose stellen Ärzte nach ausführlicher Beobachtung im Schlaflabor. Zur Behandlung einer Schlafapnoe stehen verschiedene konservative, operative sowie alternative Methoden zur Verfügung. Diese wählt man je nach Art und Schwere der Schlafapnoe aus.

Schlafapnoe und die Auswirkungen im Gehirn

Wissenschaftler der University of California haben in einer ersten Studie entdeckt, dass sich bei Männern, die an Schlafapnoe erkrankt sind, die weiße Hirnmasse verringert.

Nun führten sie eine ergänzende Folgestudie durch, bei der sie 10 Frauen betrachteten, bei denen eine Schlafapnoe gerade erst diagnostiziert worden war.

Weiter nahmen 20 Männer mit frisch diagnostizierter Schlafapnoe an der Untersuchung teil, verglichen wurden die Befunde mit denen von 20 Frauen und 30 Männern, die gesund waren. Die Wissenschaftler untersuchten die Hirnstrukturen aller Studienteilnehmer.

Es zeigte sich, dass die erkrankten Frauen deutlich größere Hirnschäden aufwiesen als die ebenfalls erkrankten Männer. Betroffen waren besonders die Gehirnbereiche, die Stimmungen regeln und für Entscheidungen verantwortlich sind.

Dementsprechend lässt sich übrigens beobachten, dass Frauen, die unter Schlafapnoe leiden, gleichzeitig auch an Depressionen erkrankt sind oder Angstsymptome aufweisen.

Die Forscher wollen nun im nächsten Schritt der Frage nachgehen, was Ursache und was Wirkung ist. Noch ist nicht absolut klar, ob die Schäden im Gehirn die Schlafapnoe verursachen oder ob die Gehirnschäden zu den Atemaussetzern führen.

Wenn Ihnen nachts der Sauerstoff ausgeht

Sauerstoffmangel beim Schlafapnoe-Syndrom ist im Verdacht, eine ganze Reihe von Erkrankungen und Fehlfunktionen zu begünstigen. Die Betroffenen steigen morgens wie gerädert aus dem Bett und die Nacht war alles andere als erholsam.

Abgesehen davon nahmen Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und einer erektilen Dysfunktion genauer unter die Lupe.

Dass Schlafapnoe eine weitverbreitete Krankheit ist, ist bekannt. Sie geht einher mit Leistungsminderung und Müdigkeit. Sie stellt zugleich einen der Risikofaktoren für die Entstehung eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls dar.

Die neueste Studie an 400 Patienten, die sich in einem Schlaflabor beobachten ließen, ergab, dass der nächtliche Sauerstoffmangel stärker als bisher angenommen zur Entstehung einer erektilen Dysfunktion beiträgt.

Schlafapnoe beeinträchtigt Knochendichte

Durch nächtliche Aussetzer der Atmung ist auch die Knochengesundheit gefährdet.

Das haben Wissenschaftler des Chi Mei Medical Center in Taiwan herausgefunden, die Gesundheitsdaten von über 1.300 Menschen mit Schlafapnoe mit denen von über 20.000 gesunden Menschen verglichen hatten.

Sechs Jahre lang beobachteten die Wissenschaftler das eventuelle Auftreten von Knochenschwund. Dabei zeigte sich, dass diejenigen, die unter Schlafapnoe litten, dreimal so häufig unter Osteoporose litten.

Grund ist wahrscheinlich ein Sauerstoffmangel: Beim Vorhandensein von Schlafapnoe erschlaffen die Gaumenmuskeln und die Luftwege verschließen sich, teilweise sogar komplett.

Dadurch kommt es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff – bis zu zwei Minuten lang. Diese führt dazu, dass auch Gewebe, Knochen und Organe zu wenig Sauerstoff erhalten.

Eine vorhandene Schlafapnoe macht sich durch Atemaussetzer in der Nacht sowie starkes Schnarchen bemerkbar. Wenn Ihr Partner, Ihre Partnerin dies bei Ihnen feststellt, sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt und danach zur genauen Diagnose in ein Schlaflabor.

Potenzprobleme durch Schlafstörungen

Sauerstoffmangel, der durch Atemaussetzer in der Nacht verursacht wird, erhöht das Risiko für Erektionsstörungen deutlich.

Das haben Forscher aus Regensburg und München herausgefunden. Sie untersuchten über 400 Patienten, die an Schlafapnoe litten. Zudem stellten sie fest, wie häufig die Patienten auch unter Potenzstörungen litten. Dies war bei 69 % der Studienteilnehmer der Fall.

Bei einigen von ihnen wurden die Potenzstörungen durch andere Gesundheitsprobleme hervorgerufen, wie durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Dennoch konnten die Forscher feststellen, dass die nächtlichen Atemaussetzer das Risiko für die so genannten erektile Dysfunktion deutlich erhöhten.

Abnehmen verbessert Schlafapnoe

Menschen mit Übergewicht, die an Atemstillständen in der Nacht (obstruktive Schlafapnoe) leiden, profitieren von einer Gewichtsreduktion.

Eine Studie der Universitätsklinik in Kuopio (Finnland) zeigt, dass schon wenige Kilogramm weniger auf der Waage reichen, Symptome wie Atemaussetzer, Schnarchen und Tagesschläfrigkeit zu verbessern.

Auch die Entstehung von Folgekrankheiten (z. B. Bluthochdruck, Diabetes Typ II, Herzinfarkt etc.) kann verhindert werden. Übergewicht erhöht das Risiko für eine obstruktive Schlafapnoe um das Zehnfache, so die Wissenschaftler.

Schätzungsweise 70 Prozent der Apnoe-Patienten sind übergewichtig bis adipös. So ist es naheliegend, als erste notwendige Therapie den Lebensstil zu ändern.

In der ersten Phase kann die Krankheit sogar noch durch Gewichtsreduktion geheilt werden. Bei schweren Fällen kann das Abnehmen zumindest eine Verschlimmerung der Beschwerden verhindern.

57 Personen mit Übergewicht und leichter Apnoe nahmen für die Studie über ein Jahr an einem Abnehmprogramm und Bewegungstraining inklusive einer Lebensstilberatung teil.

Die Auswertung nach fünf Jahren ergab, dass sich bei denjenigen, die mehr als 5 Prozent ihres Körpergewichts verloren hatten (im Durchschnitt waren es 5,5 Kilo), die Symptome deutlich verbessert hatten.

Bei den Teilnehmern, die ihr Abnehmziel nicht erreichten, hatten sich die Symptome der Schlaf-Apnoe im Schnitt weiter verschlimmert.

Nehmen Sie mehr als 5 Prozent Ihres Körpergewichtes ab, können Sie Ihre Schlafapnoe verbessern. Ein langfristig angelegtes Abnehmprogramm plus zwei bis drei Einheiten Sport pro Woche hilft Ihnen dabei.

Schrittmacher soll bei speziellen Schlafapnoe-Fällen helfen

Menschen, die an Schlafapnoe erkrankt sind, bekommen in der Regel eine so genannte Schlafmaske. Für Patienten, die mit einer Atemmaske nicht zurechtkommen, könnte es in Zukunft eine andere Lösung geben: Einen Schrittmacher.

Dieser ist nun auf einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt worden.

Dabei handelt es sich um ein kleines Gerät, das implantiert werden soll. Kommt es zu den Atemaussetzern, dann gibt dieser Schrittmacher elektrische Impulse ab, die den Zwerchfellnerv stimulieren. Dadurch wird die Atmung wieder aufgenommen.

Gedacht ist der Schrittmacher, der als Weltneuheit gilt, für Menschen, die unter einer mittleren bis schweren Schlafapnoe leiden.

Gleichzeitig soll bei ihnen der Fall sein, dass sie mit einer Atemmaske nicht zurechtkommen. Diese Behandlung soll nämlich weiterhin die erste Wahl bleiben.

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