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Wenn die Schilddrüse verrückt spielt

Wenn die Schilddrüse zu viel oder zu wenig arbeitet, merken Sie das sehr schnell am eigenen Körper. Die Auswirkungen können gravierend sein und Ihr gesamtes Leben bestimmen.

Bei einer Unterfunktion fühlen Sie sich zum Beispiel schwach und ständig müde, Sie haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, Ihre Haut ist trocken und rau, die Haare sind glanzlos, Ihnen ist ständig kalt und Sie nehmen scheinbar ohne Grund zu.

Auch können Verstopfung, niedriger Blutdruck und Durchblutungsstörungen auftreten.

Anders dagegen eine Überfunktion. Sie kann zu Herzrhythmusstörungen, hohem Blutdruck, Schlafstörungen, und Durchfall führen. Hinzu kommt in der Regel Gewichtsverlust, auch Haarausfall, starkes Schwitzen und Erschöpfung sind typische Symptome.

Während eine Unterfunktion zum Beispiel am Jodmangel oder einer Entzündung liegen kann, steckt hinter der Überfunktion oft eine Erkrankung.

Schuld kann zum Beispiel die Basedowsche Krankheit sein. Sie regt die Schilddrüse an, zu viel und völlig unkontrolliert Hormone zu produzieren und freizusetzen.

Diagnostik der Schilddrüsenfunktion

Zur Diagnostik der Schildrüsenfunktion gehört zunächst eine Blutuntersuchung, bei der die Schilddrüsenhormone und TSH bestimmt werden. Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) gibt Auskunft über Größe und Struktur der Schilddrüse.

Eine Szintigraphie (Darstellung nach Gabe einer radioaktiven Substanz) gibt Größe und Funktion der Schilddrüse wieder.

Sie zeigt auch, ob sich zusätzlich Knoten in der Schilddrüse gebildet haben, die sich von ihrer Kontrollstation Hypophyse unabhängig gemacht haben.

Diese so genannten „autonomen“ oder heißen Knoten bilden unkontrolliert Schilddrüsenhormone, sobald ausreichend Jod zugeführt wird. Das heißt, es kann beim Ausgleichen des Mangels zu einer Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) kommen.

Dann wird Ihnen Ihr Arzt sagen, ob und wieviel Jodsalz Sie verwenden können. Neben diesen autonomen Knoten können auch Autoimmunreaktionen wie die Basedowsche Krankheit eine Hyperthyreose auslösen.

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion sind innere Unruhe, Herzklopfen, vermehrtes Schwitzen, Hunger, Gewichtsabnahme, Durchfall und Schlafstörungen.

Symptome einer Unterfunktion (Hypothyreose)

  • Kälteempfindlichkeit
  • Müdigkeit, Antriebslosigkeit
  • Konzentrationsschwäche, verminderte Leistungsfähigkeit
  • langsamer Pulsschlag
  • Wassereinlagerungen, auch im Gesicht
  • Gewichtszunahme, ohne mehr zu essen
  • Verstopfung
  • Haarausfall, brüchige Nägel, trockene Haut
  • unter Umständen unregelmäßige Menstruation, Unfruchtbarkeit
  • depressive Verstimmungen

Symptome einer Überfunktion (Hyperthyreose)

  • großer Hunger, ja Heißhunger
  • trotzdem Gewichtsabnahme
  • Wärmeunverträglichkeit, Schweißausbrüche
  • erhöhter Blutdruck, schneller Puls bis hin zu Herzrhythmusstörungen
  • Durchfälle
  • Haarausfall
  • Schlafstörungen
  • Umtriebigkeit, Nervosität, Reizbarkeit
  • Zittrigkeit, Muskelschwäche
  • z. T. allgemeine Müdigkeit, plötzliche Schwächeanfälle, Angstgefühle

„Kalte“ und „heiße“ Knoten

Infolge einer Überlastung kann sich die Schilddrüse gleichmäßig vergrößern (diffuse Struma); es können sich aber auch zusätzlich tastbare Knoten bilden (Knotenstruma).

Einige Knoten können infolge der Überlastung inaktiv, träge gewordene Bezirke sein. Andere Teile wiederum verstärken ihre Tätigkeit auf eigene Faust und stellen vermehrt Hormone her.

Sie haben sich von der zentralen Befehlsstation im Gehirn unabhängig gemacht, sie sind „autonom“ („funktionelle Autonomie “der Schilddrüse).

Die Aktivität der einzelnen Gebiete lässt sich diagnostisch mit der Szintigraphie bildhaft darstellen. Dort zeigen sich die Knoten als abgegrenzte Bezirke. Die trägen Bezirke nehmen kein Radiojod auf und erscheinen je nach Gerät blau oder lila oder bleiben ausgespart; es sind„ kalte “ Knoten.

Die überaktiven, auto-nomen Bezirke nehmen das für den Test verabreichte Radiojod begierig auf und erscheinen leuchtend gelb oder rot; es sind „heiße“ Knoten.

Ein „heißer“ Knoten wurde früher auch „autonomes Adenom“ genannt. Ein Adenom ist eine gutartige Geschwulst von Drüsengewebe.

Es muss behandelt werden, weil es zu einer gefährlichen Überfunktion führen kann oder schon geführt hat und/oder weil der Kropf bedrängende Ausmaße angenommen hat.

„Kalte“, also ruhende, Knoten hingegen werden nicht behandelt, sondern nur beobachtet, weil sie entarten können. Bei einem Verdacht wird mit einer Feinnadelpunktion abgeklärt, ob sie gutartig sind oder nicht.

Dazu wird, nachdem mit Ultraschall und eventuell Szintigraphie Art und Lage des Knotens möglichst genau abgeklärt worden sind, mit einer feinen Nadel etwas Gewebe entnommen und unter einem Spezialmikroskop analysiert.

Bleiben gutartige kalte Knoten, wie sie sind, belässt man es dabei. Ändern sie sich, beginnen sie zu wachsen, müssen sie genauer untersucht und bei Bösartigkeit entfernt werden.

Wenn von Knoten in der Schilddrüse gesprochen wird, denken die meisten Menschen an Krebs. Doch sind die Knoten zum Glück überwiegend gutartig, und Schilddrüsenkrebs ist verhältnismäßig selten.

Die meisten Krebs-formen der Schilddrüse sind mit Operation und/oder Radiojodtherapie heilbar. Deshalb dürfen die nötigen Kontrolluntersuchungen nicht hinausgezögert oder gar unterlassen werden.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
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Alte Kommentare
  • Achim W Flores schrieb am 27.02.2015, 15:34 Uhr

    Sehr geehrte Frau Dr. Hahn-Hübner, vielen Dank für Ihren Beitrag. Ja, und genau so ist es mir ergangen. Denn alle meine Ärzte wollten mir seit 2000 meine Schilddrüse und Lymphe entfernen, was ich rigoros ablehnte! In Beginn hatten die Ärzte mir sogar einen Schilddrüsenkrebs diagnostiziert...ohne auch nur einen deutlichen Beweis...??? Die Chemotherapie hatte ich dann auch abgelehnt, weil ich lieber sterben wollte, bevor ich mich dieser absurden Therapie unterziehe. 6 Wochen später kam der Befund, dass es sich nur um ein Lipom (Fettgeschwulst) handele....ohne Worte. In 2010 habe ich dann Ralph Moorman kennengelernt, der mir einen Selenmangel diagnostizierte und seitdem geht es meiner Schilddrüse wieder fantastisch. Gleichzeitig konnte ich mein Bauchfett unter 10%, zeitweise sogar auf 6,5% senken, und ich (57) fühle mich wie 25, meine Haare wachsen wieder, mehr Energie und Libido usw. Nicht auszudenken, wenn ich damals meinen zweifelhaften Ärzten vertraut hätte. Auch der Spezialist Prof. Dr. med. Grün, Datteln, schüttelte 2002 nur seinen Kopf, nachdem er all diesen Unsinn seiner Kollegen gesehen hatte, denn ich hatte Thyrax100 2 Jahre eingenommen, die überhaupt nicht nötig waren und viel zu hoch dosiert waren. Aus meiner Erfahrung urteilen Ärzte viel zu schnell ohne eine gründliche Untersuchung und sind sehr schnell mit einer Operation. Unwissende Patienten werden so zu tausenden Opfer von 'operationsgeilen Quacksalbern', die nur mal eben eine zusätzliche Operation benötigen, um befördert zu werden.....eine sehr patientenunfreundliche und schädliche Kombination....doch das ganze System ist krank und die meisten Ärzte auch....leider. Ärzte sind heutzutage kein gutes Vorbild und viele sitzen darum auch schon hinter Gittern und das zu Recht! Mit freundlichen Grüßen Achim W. Flores ;-)