Schilddrüse: "Kalte" und "heiße" Knoten
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Infolge der Überlastung kann sich die Schilddrüse gleichmäßig vergrößern (diffuse Struma); es können sich aber auch zusätzlich tastbare Knoten bilden (Knotenstruma). Einige Knoten können infolge der Überlastung inaktiv, träge gewordene Bezirke sein. Andere Teile wiederum verstärken ihre Tätigkeit auf eigene Faust und stellen vermehrt Hormone her. Sie haben sich von der zentralen Befehlsstation im Gehirn unabhängig gemacht, sie sind „autonom“ („funktionelle Autonomie “der Schilddrüse).
Die Aktivität der einzelnen Gebiete läßt sich diagnostisch mit der Szintigraphie bildhaft darstellen. Dort zeigen sich die Knoten als abgegrenzte Bezirke. Die trägen Bezirke nehmen kein Radiojod auf und erscheinen je nach Gerät blau oder lila oder bleiben ausgespart; es sind„ kalte “ Knoten. Die überaktiven, auto-nomen Bezirke nehmen das für den Test verabreichte Radiojod begierig auf und erscheinen leuchtend gelb oder rot; es sind „heiße“ Knoten.
Ein „heißer“ Knoten wurde früher auch „autonomes Adenom“ genannt. Ein Adenom ist eine gutartige Geschwulst von Drüsengewebe. Es mußbehandelt werden, weil es zu einer gefährlichen Überfunktion führen kann oder schon geführt hat und/oder weil der Kropf bedrängende Ausmaße angenommen hat.
„Kalte“, also ruhende, Knoten hingegen werden nicht behandelt, sondern nur beobachtet, weil sie entarten können. Bei einem Verdacht wird mit einer Feinnadelpunktion abgeklärt, ob sie gutartig sind oder nicht. Dazu wird, nachdem mit Ultraschall und eventuell Szintigraphie Art und Lage des Kno-tens möglichst genau abgeklärt worden sind, mit einer feinen Nadel etwas Gewebe entnommen und unter einem Spezialmikroskop analysiert. Bleiben gutartige kalte Knoten, wie sie sind, beläßt man es dabei. Ändern sie sich, beginnen sie zu wachsen, müssen sie genauer untersucht und bei Bösartigkeit entfernt werden.
Wenn von Knoten in der Schilddrüse gesprochen wird, denken die meisten Menschen an Krebs. Doch sind die Knoten zum Glück überwiegend gutartig, und Schilddrüsenkrebs ist verhältnismäßig selten. Die meisten Krebs-formen der Schilddrüse sind mit Operation und/oder Radiojodtherapie heilbar. Deshalb dürfen die nötigen Kontrolluntersuchungen nicht hinausgezögert oder gar unterlassen werden!