Schilddrüse: Allgemeine Informationen
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Unglaublich, was dieses kleine, schmetterlingsförmige Drüsengebilde unterhalb des Kehlkopfes alles leistet. Dabei hat jeder Flügel (oder Lappen) einer gesunden Schilddrüse etwa nur das Volumen Ihres Daumenendglieds. Wenn Sie sie von außen sehen oder selbst leicht tasten können, ist sie schon zu groß.
Die Schilddrüse. die nur 25 g wiegt, ist lebensnotwendig. Ohne ihre Hormone geht im Organismus gar nichts. Auf Befehl des Zwischenhirns und der Hirnanhangsdrüse, die je nach Bedarf stimulierende Hormone aussenden, setzt die Schilddrüse (medizinisch: Glandula thyreoidea) aus ihren Speichern ihre eigenen Hormone frei. Diese Hormone, L-Trijodthyronin (T3) und L-Thyroxin (T4), steuern Wachstum und geistige Entwicklung des Menschen, den Energiestoffwechsel und den Wärmehaushalt, den Stoffwechsel von Eiweiß, Kohlenhydraten und Fetten, den Mine-ralhaushalt und die Funktionen von Herz, Kreislauf und Muskulatur; sie sind für die Fruchtbarkeit verantwortlich und beeinflussen die Psyche.
Eine Fehlfunktion der Schilddrüse – zu viel oder zu wenig Schilddrüsen-hormone – bedeutet Fehlsteuerung vieler biochemischer Vorgänge. Entsprechend mannigfaltig sind die Beschwerden, welche die Lebensqualität erheblich einschränken.
Angelpunkt: ausreichend Jod
Für die Bildung ihrer Hormone braucht die Schilddrüse Jod. Außer diesem Spurenelement kann sie alle anderen Ausgangsstoffe selbst herstellen. Jod muß ihr mit der Nahrung zugeführt werden. Dabei kommt sie, je nach Lebensalter, mit äußert geringen Mengen aus. Säuglinge brauchen 50 bis 80 g (das sind Mikro-, also MillionstelGramm), Schwangere benötigen das Maximum von 300 g, und alle anderen Menschen sollten nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) täglich 150 bis 200 g Jod zu sich nehmen. Wird dieser Bedarf nicht gedeckt, hat die Schilddrüse Schwierigkeiten, ihre Arbeit zu verrichten. Auf diese Anstrengung reagiert sie mit einer Volumenzunahme, der Struma (Kropf).
In Deutschland leben wir in einem Jodmangelgebiet und haben daher die meisten Schilddrüsenprobleme in Europa. Unsere Böden sind durch das Schmelzwasser nach der Eiszeit ausgewaschen worden, das Jod wanderte mit den Flüssen ins Meer. Seit dieser Zeit gibt es vermutlich Kröpfe, denn die heimischen Agrarprodukte enthalten zu wenig Jod. Deshalb immer wieder die Empfehlungen, jodiertes Speisesalz zu verwenden. Doch reichen dessen Jodmengen nicht aus, und so wird immer wieder die Forderung laut, unser Trinkwasser mit Jod anzureichern. Das allerdings käme einer Zwangszufuhr gleich, die nicht für jeden Menschen bekömmlich ist, und für solche mit starker Überfunktion der Schilddrüse sogar gefährlich werden kann.