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Schilddrüse: Die Gefahren einer Über- oder Unterfunktion

Inhaltsverzeichnis:

  1. Verschiedene Schilddrüsenerkrankungen
  2. Unter- oder Überfunktion: Symptome
  3. Akute Entzündungen
  4. Dreh- und Angelpunkt: Ausreichende Jodversorgung
  5. Zu viele Schilddrüsen-OPs in Deutschland
  6. Einfache Tipps für Ihre Jodversorgung

Unglaublich, was dieses kleine, schmetterlingsförmige Drüsengebilde unterhalb des Kehlkopfes alles leistet. Dabei hat jeder Flügel oder Lappen einer gesunden Schilddrüse etwa nur das Volumen eines Daumenendglieds. Wenn Sie sie von außen sehen oder selbst leicht tasten können, ist sie schon zu groß.

Die Schilddrüse, die nur 25 g wiegt, ist lebensnotwendig. Ohne ihre Hormone geht im Organismus gar nichts. Auf Befehl des Zwischenhirns und der Hirnanhangsdrüse, die je nach Bedarf stimulierende Hormone aussenden, setzt die Schilddrüse (Glandula thyreoidea) aus ihren Speichern ihre eigenen Hormone frei.

Schilddrüse einer Frau - Grafik© lom123 – Fotolia

Verschiedene Schilddrüsenerkrankungen

Die Hormone L-Trijodthyronin (T3) und L-Thyroxin (T4) steuern Wachstum und geistige Entwicklung des Menschen, den Energiestoffwechsel und den Wärmehaushalt, den Stoffwechsel von Eiweiß, Kohlenhydraten und Fetten, den Mineralhaushalt und die Funktionen von Herz, Kreislauf und Muskulatur. Sie sind für die Fruchtbarkeit verantwortlich und beeinflussen die Psyche. Eine Fehlfunktion der Schilddrüse durch zu viel oder zu wenig Schilddrüsenhormone bedeutet Fehlsteuerung vieler biochemischer Vorgänge. Entsprechend mannigfaltig sind die Beschwerden, welche die Lebensqualität erheblich einschränken.

Eine kranke Schilddrüse kann sich mit verschiedenen Anzeichen bemerkbar machen:

  • durch eine Störung der Hormonproduktion: Stellt Ihre Schilddrüse zu viel oder zu wenig Hormon her, resultiert daraus eine Über- oder Unterfunktion.
  • durch eine „äußerliche“ Veränderung des Schilddrüsengewebes: Typisch ist, dass sich das Organ zu einem Kropf vergrößert; oft bilden sich tast- oder sichtbare Knoten.
  • durch Schmerzen und ein Kloßgefühl im Hals

Diese Beschwerden können auf entzündliche Erkrankungen der Schilddrüse oder deren Vergrößerung hinweisen.

Diese Körperfunktionen reguliert die Schilddrüse

Die Schilddrüse reguliert folgende Körperfunktionen:

  • Herz-Kreislauf-Tätigkeit
  • Körperwachstum
  • Energieumsatz
  • Bildung von Knochen, Haaren und Nägeln
  • Körpertemperatur
  • Muskel- und Nervenstoffwechsel
  • Verdauungstätigkeit
  • geistige Leistungsfähigkeit, vor allem Konzentration und Aufmerksamkeit

Als Steuerungsstoffe produziert die Schilddrüse zwei Hormone: das aktive T3 (Trijodthyronin) und das T4bzw. Thyroxin (Tetrajodthyronin), das als Reserve dient. In beiden Hormonen bildet das Spurenelement Jod den zentralen Baustein.

So erkennen Sie eine Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion treten die Symptome langsam und schleichend auf, sodass die Diagnose oft erst spät gestellt wird. Typische Erscheinungen der Unterfunktion sind zum Beispiel:

  • Müdigkeit, erhöhtes Schlafbedürfnis, Teilnahmslosigkeit
  • Gewichtszunahme
  • erhöhte Blutfettwerte
  • verlangsamter Puls
  • Schwellung des Unterhautbindegewebes („aufgeschwemmt“) und Lid-Ödeme
  • langsame Sprache
  • trockene Haut
  • Haarausfall und/oder brüchiges Haar
  • Kälteempfinden
  • in schweren Fällen: Kropf

Treten diese Symptome dauerhaft bei Ihnen auf, dann sollten Sie unbedingt Ihren Hausarzt aufsuchen. Denn nach wie vor zählt eine Schilddrüsenunterfunktion zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen in Deutschland: Etwa ein bis zwei Personen von 20 sind betroffen, Frauen häufiger als Männer. Die Krankheit kann mehrere Ursachen haben: Sie kann beispielsweise angeboren sein oder durch eine Störung der Hypophyse im Gehirn hervorgerufen werden. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Ernährung können Sie die Funktion Ihrer Schilddrüse positiv beeinflussen.

Schilddrüsenüberfunktion

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kann die Schilddrüse vergrößert sein. Vorwölbungen am Hals sind mögliche Anzeichen. Die Überfunktion kann sich außerdem in folgenden Symptomen äußern:

  • Nervosität und Konzentrationsschwäche
  • hoher Blutdruck, Herzrasen, Zittern
  • auffallender Gewichtsverlust
  • Schweißausbrüche
  • brüchige Nägel
  • Muskelschwäche
  • in schweren Fällen: Basedow’sche Krankheit

Akute Entzündungen

Wie alle Organe kann auch die Schilddrüse von akuten, schmerzhaften Infektionen befallen werden. Die akute eitrige Schilddrüsenentzündung wird meist durch Bakterien im Gefolge einer Entzündung der Rachenmandeln oder der Nasennebenhöhlen verursacht. Sie ist sehr schmerzhaft und wird meist von hohem Fieber begleitet. Werden rechtzeitig Antibiotika gegeben, heilt sie gewöhnlich folgenlos aus. Eine andere akut oder unterschwellig verlaufende Entzündung wird durch Viren ausgelöst. Die Schilddrüse schwillt an und die Schmerzen reichen bis zum Ohr und zum Kiefer, manchmal sogar bis zu den Schultern.

Sie wird mit entzündungshemmenden Medikamenten, notfalls mit Kortison behandelt. Möglicherweise kommt eine Überfunktion begleitend hinzu; nicht etwa weil die Schilddrüse vermehrt Hormone herstellen würde, sondern weil die geschädigten Zellen mehr von der normal produzierten Hormonmenge freisetzen. Deshalb werden auch keine Medikamente gegeben, welche die Funktion der Schilddrüse blockieren.

Temperaturschwankung durch Blutgefäße verursacht

Bei einer Fehlfunktion der Schilddrüse gerät auch das Temperaturempfinden aus dem Gleichgewicht. Jemandem, der unter einer Überfunktion leidet, ist ständig zu warm. Dagegen frieren Menschen mit einer Unterfunktion sehr häufig. Bisher war man immer der Meinung, diese Temperatur-Empfindungsstörungen wären mit einer Veränderung im Energiestoffwechsel zu begründen. Forscher des schwedischen Karolinska Institute haben aber nun herausgefunden, dass dies nicht der alleinige Grund ist. Die Wissenschaftler entdeckten, dass die Hormone der Schilddrüse dafür sorgen, dass sich die Blutgefäße entweder weiten oder verengen.

Ist ersteres der Fall, dann geht sehr viel Körperwärme verloren. Die Forscher konnten dies bei Mäusen beobachten, deren Andockstellen für Schilddrüsenhormone defekt waren. Sie verloren dann gleich einer Schilddrüsenunterfunktion viel Wärme über den Schwanz, da sie die Blutzufuhrt hier nicht mehr kontrollieren und die Verengung der Blutgefäße nicht mehr steuern konnten. Der Wärmeverlust blieb aus, wenn die Mäuse Medikamente bekamen, die den Defekt ausglichen. Die Forscher gehen davon aus, dass dieser Effekt auch beim Menschen vorliegt und auf diese Weise die Behandlung von Schilddrüsenfehlfunktionen verbessert werden kann.

So versorgen Sie Ihren Körper mit ausreichend Jod und Selen

Bei einer Unterfunktion kann Ihre Schilddrüse zwei wichtige Hormone nicht in ausreichender Menge produzieren: Thyroxin und Trijodthyronin. Diese beiden Verbindungen haben in Ihrem Körper wichtige Aufgaben: Sie regeln beispielsweise den Wärmehaushalt, die Herzfrequenz sowie die Gewichtszunahme und -abnahme. Kommt es zu einem Mangel, ist Ihr Körper weniger leistungsfähig. Um die beiden wichtigen Botenstoffe allerdings produzieren zu können, braucht Ihr Organismus die Spurenelemente Jod und Selen.

Dreh- und Angelpunkt: Ausreichende Jodversorgung

Für die Bildung ihrer Hormone braucht die Schilddrüse Jod. Außer diesem Spurenelement kann sie alle anderen Ausgangsstoffe selbst herstellen. Jod muss ihr mit der Nahrung zugeführt werden. Dabei kommt sie, je nach Lebensalter, mit äußert geringen Mengen aus. Säuglinge brauchen 40 bis 80 µg (das sind Mikro-, also Millionstel Gramm), Schwangere benötigen das Maximum von bis zu 260 µg und alle anderen Menschen sollten nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) täglich 150 bis 200 µg Jod zu sich nehmen. Wird dieser Bedarf nicht gedeckt, hat die Schilddrüse Schwierigkeiten, ihre Arbeit zu verrichten. Auf diese Anstrengung reagiert sie mit einer Volumenzunahme (Kropf).

In Deutschland leben wir in einem Jodmangelgebiet und haben daher die meisten Schilddrüsenprobleme in Europa. Unsere Böden sind durch das Schmelzwasser nach der Eiszeit ausgewaschen worden, das Jod wanderte mit den Flüssen ins Meer. Auch die heimischen Agrarprodukte enthalten zu wenig Jod. Viel Jod enthalten vor allem Fisch und Meeresfrüchte. Setzen Sie diese am besten zweimal pro Woche auf Ihren Speiseplan. Brathering enthält pro 100 Gramm etwa 130 µg Jod, Kabeljau 120 µg, Seelachs 200 µg, Schellfisch 243 µg, Garnelen und Miesmuscheln jeweils 130 µg.

Nutzen Sie jodiertes Speisesalz

In Deutschland war Jodmangel lange Zeit weit verbreitet, weil das Spurenelement in unseren Böden kaum vorkommt. Um die Bevölkerung ausreichend zu versorgen, wird seit Jahren Speisesalz mit Jod angereichert. Doch reichen dessen Jodmengen nicht aus, sodass immer wieder die Forderung laut wird, unser Trinkwasser mit Jod anzureichern. Das allerdings käme einer Zwangszufuhr gleich, die nicht für jeden Menschen bekömmlich ist und für solche mit starker Überfunktion der Schilddrüse sogar gefährlich werden kann.

Greifen Sie also im Supermarktregal nach jodiertem Speisesalz und nutzen Sie dieses zum Backen und Kochen. Übrigens: Lebensmittel sind entsprechend gekennzeichnet, wenn bei der Herstellung Jodsalz verwendet wurde. Nutzen Sie vorzugsweise diese Produkte. Aber auch in Gemüse ist Jod zu finden: Brokkoli und Karotten enthalten pro 100 Gramm 15 µg Jod, Spinat 12 µg, Champignons 18 µg und Feldsalat punktet hierbei mit 62 µg. Doch Vorsicht: Hohe Dosen Jod sind nicht bei allen Formen der Schilddrüsenunterfunktion angebracht. Bei der Hashimoto-Erkrankung, einer Autoimmunerkrankung, ist dies der Fall. Hier kann ein Zuviel an Jod das Krankheitsbild sogar verschlechtern.

Was sind ideale Selen-Versorger?

Selen© www.fzd.it – Fotolia

Daneben empfiehlt es sich, auf die Selen-Versorgung zu achten. Folgende Nahrungsmittel sollten regelmäßig auf Ihrem Speiseplan stehen: Gerste enthält pro 100 Gramm rund 2000 µg Selen, Hülsenfrüchte bis 45 µg, Sesam bringt es auf 800 µg Selen pro 100 Gramm und Nüsse meist auf 40 µg.

Selen (Tagesbedarf):

  • Säuglinge: 10 bis 15 µg
  • Kinder: 15 bis 60 µg
  • Erwachsene: 60 bis 70 µg

Streuen Sie doch morgens eine Handvoll Nüsse über Ihr Müsli oder verrühren Sie Sesam unter Ihren Joghurt. So beginnen Sie den Tag nicht nur mit reichlich „Biss“, sondern unterstützen gleichzeitig Ihre Schilddrüse.

Schilddrüsenhormone nicht mit Kaffee einnehmen!

Tabletten am Morgen zu den Mahlzeiten einnehmen? Die kann man perfekt nebenbei mit dem Kaffee herunterspülen. Vorsicht: Gerade bei Schilddrüsenhormonen kann das gefährlich werden. Denn der Kaffee verzögert die Aufnahme des Tyroxins (Schilddrüsenhormon), das über die Tablette eigentlich hinzugefügt werden soll. Die negative Folge: Es gelangt längst nicht so viel Schilddrüsenhormon wie eigentlich vorgesehen in den Körper.

Wenn Sie aufgrund einer Schilddrüsenunterfunktion Hormone einnehmen müssen, nehmen Sie diese auf jeden Fall mit Wasser ein. Es reicht nicht, sie morgens direkt vor dem Frühstück mit Wasser zu nehmen und danach dann sorglos zu frühstücken und Kaffee zu trinken. Denn auch zeitnah nach der Medikamenteneinnahme getrunkener Kaffee behindert die Aufnahme von Schilddrüsenhormonen. Lassen Sie daher auf jeden Fall eine halbe Stunde Zeit zwischen Einnahme der Tabletten und dem Frühstück verstreichen. Diesen Zeitraum sollten Sie auch einhalten, bevor Sie andere Getränke zu sich nehmen. Denn auch Milch und Fruchtsäfte, übrigens auch Milchprodukte wie Quark und Joghurt, haben eine blockierende Wirkung auf die Aufnahme des Schilddrüsenhormons.

Zu viele Schilddrüsen-OPs in Deutschland

In Deutschlands Kliniken wird zu viel operiert, vor allem an der Wirbelsäule, am Knie und am Herzen. Doch auch die Schilddrüse weckt viel zu oft die Begehrlichkeiten der Chirurgen. Die Anzahl der Schilddrüsenoperationen ist drei- bis achtmal höher als in Großbritannien oder den USA: Dabei erkranken wir nicht häufiger an Schilddrüsenkrebs als Briten oder Amerikaner. Die meisten Eingriffe werden wegen einer vergrößerten Schilddrüse vorgenommen. Denn in einer vergrößerten Schilddrüse sind Knötchenbildungen häufiger. Aus diesen wiederum könnte sich Krebs entwickeln, fürchten die Ärzte.

Statt alle diagnostischen Potentiale und konservativen Behandlungsmöglichkeiten auszuschöpfen, wird gern zur Operation geraten. Leitlinien für die Diagnostik oder klare Regeln für die Entscheidung zu einer OP sind Fehlanzeige, ebenso eine Kontrolle der Operationsergebnisse. Die Entscheidung zur Operation sollte, so die Forderung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, nicht allein vom Chirurgen, sondern in interdisziplinärer Absprache mit Endokrinologen, Internisten und Nuklearmedizinern getroffen werden.

Der Kropf (Struma)

Ein Kropf stellt eine Vergrößerung von Teilen oder der ganzen Schilddrüse dar. In den meisten Fällen entsteht er, wenn das Jodangebot knapp ausfällt. Seltener, wenn die Schilddrüse aufgrund eines Enzymmangels das Jod aus der Nahrung nicht richtig zu verwerten vermag. In beiden Fällen hat die Schilddrüse Schwierigkeiten, genügend Hormone zu bilden. Unter dieser Anstrengung vermehrt sie entweder ihr Gewebe (Hypertrophie) oder vergrößert Zellen (Hyperplasie), um aus der Nahrung das letzte bisschen Jod herauszuholen. Ungeklärt bleibt bisher, warum so viele Schilddrüsen doch irgendwie mit dem Jodmangel fertig werden, ohne dass ein Kropf entsteht. Wahrscheinlich spielen erbliche Faktoren eine Rolle.

Eine Weile bleibt der Kropf äußerlich unauffällig. Solange die Schilddrüsenfunktion normal bleibt, lebt es sich gut mit ihm. Die Medizin spricht von einer „euthyreoten“ Struma („eu“ = griechisch: wohl, gut). Die vergrößerte Schilddrüse kann aber auch mit ihrer Arbeit übertreiben und als „hyperthyreote Struma“ mit einer vermehrten Hormonproduktion einhergehen (Überfunktion). Gelingt es ihr nicht mehr, mit Hilfe der Vergrößerung genügend Hormone zu bilden („hypothyreote Struma“), treten die typischen Zeichen einer Unterfunktion auf.

Behandlung des Kropfes

Als Therapie kommen individuell je nach Beschaffenheit der Struma und Schilddrüsenfunktion in Frage:

  • Ersatz des fehlenden Jods
  • Gabe von Schilddrüsenhormonen (zur Wachstumshemmung oder bei Unterfunktion)
  • eine Kombination von beiden
  • Medikation mit Thyreostatika (bei Überfunktion)
  • Operation
  • Verkleinerungstherapie mit Radiojod

Zur Behandlung Ihres Jodmangel-Kropfes setzt Ihr Arzt Jodtabletten und/oder Schilddrüsenhormon- Tabletten (L-Thyroxin) ein. Je jünger die Patienten sind und je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Resultate. Eine Verkleinerung der Schilddrüse erreichen Sie dann innerhalb von sechs bis zwölf Monaten. Wächst der Kropf stärker an, verursacht er ein Kloßgefühl und im Extremfall Atem- oder Schluckbeschwerden. Manchmal erkennt man dabei trotzdem außen am Hals keine Wölbung, weil sich der Kropf nur nach innen ausdehnt, was irgendwann gefährlich werden kann.

Entwarnung

Etwa jeder dritte Erwachsene lebt in Deutschland mit solchen Gewebeveränderungen, oft ohne davon zu wissen. Wichtig für Sie zu wissen: Mit einer ausreichenden Jodzufuhr in allen Lebensphasen können Sie sich vor solchen Gewebeveränderungen schützen. Lassen Sie Ihre Schilddrüse ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig (z. B. jährlich) von Ihrem Hausarzt untersuchen. Die Kosten übernimmt Ihre Krankenkasse.

Insgesamt gesehen ist der Kropf am Aussterben. Immer weniger Menschen in Deutschland leiden aufgrund der verbesserten Jodversorgung unter einem Kropf. Der Arbeitskreis Jodmangel stellte fest, dass bei älteren Menschen zwar aufgrund früheren Jodmangels immer noch Kropfoperationen zum Einsatz kämen. Bei Kindern habe sich die Situation aber wesentlich verbessert.

Machen Sie den Schlucktest

Ein einfacher Schlucktest hilft Ihnen dabei, gröbere Veränderungen an der Schilddrüse zu entdecken. Dafür benötigen Sie nur einen Handspiegel und ein Glas Wasser.

  • Nehmen Sie den Spiegel in die Hand. Halten Sie ihn so, dass Sie den Teil Ihres Halses zwischen Kehlkopf und Schlüsselbein sehen können. Die Schilddrüse befindet sich unterhalb des Kehlkopfes. Legen Sie den Kopf in den Nacken und behalten Sie den Hals im Blick.
  • Trinken Sie einen Schluck Wasser und schauen Sie dabei weiter in den Spiegel.
  • Beobachten Sie während des Schluckens, ob unterhalb des Kehlkopfes Schwellungen hervortreten. Wiederholen Sie den Test einige Male.

Sollten sich Schwellungen zeigen, suchen Sie bitte einen Arzt auf. Er kann anhand einer einfachen und schmerzfreien Tastuntersuchung entscheiden, ob weitere Untersuchungen (z. B. Ultraschall) oder eine Behandlung notwendig sind.

Einfache Tipps für Ihre Jodversorgung

In den meisten natürlichen Lebensmitteln steckt nur sehr wenig Jod. Achten Sie daher Ihrer Schilddrüse zuliebe gezielt auf eine jodreiche Ernährung:

  • Essen Sie zweimal pro Woche Seefisch (z. B. Seelachs, Scholle, Schellfisch, Kabeljau, Rotbarsch, Lachs).
  • Verzehren Sie täglich Milch und Milchprodukte; diese Lebensmittel liefern Jod, da es dem Viehfutter zugesetzt wird.
  • Verwenden Sie bei der Zubereitung in der eigenen Küche jodiertes Speisesalz.
  • Achten Sie in Kantinen, Betriebsrestaurants, Mensen oder Gaststätten darauf, dass die Speisen mit Jodsalz zubereitet werden.
  • Fragen Sie beim Bäcker oder Metzger nach, ob Jodsalz zum Einsatz kommt.
  • Achten Sie bei abgepackten Lebensmitteln auf die Zutatenliste. Enthält das Produkt Jodsalz, finden Sie dort die Begriffe „Jodsalz“, „jodiertes Speisesalz“ oder „jodiertes Nitritpökelsalz“.
  • Bei streng veganer Ernährung (ohne tierische Lebensmittel) sowie in Schwangerschaft und Stillzeit kann nach Rücksprache mit Ihrem Arzt die Einnahme von Jodtabletten sinnvoll sein.

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