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Grundlagenwissen zum Thema Schilddrüse

Unglaublich, was dieses kleine, schmetterlingsförmige Drüsengebilde unterhalb des Kehlkopfes alles leistet. Dabei hat jeder Flügel (oder Lappen) einer gesunden Schilddrüse etwa nur das Volumen eines Daumenendglieds. Wenn Sie sie von außen sehen oder selbst leicht tasten können, ist sie schon zu groß.

Die Schilddrüse, die nur 25 g wiegt, ist lebensnotwendig. Ohne ihre Hormone geht im Organismus gar nichts. Auf Befehl des Zwischenhirns und der Hirnanhangsdrüse, die je nach Bedarf stimulierende Hormone aussenden, setzt die Schilddrüse (medizinisch: Glandula thyreoidea) aus ihren Speichern ihre eigenen Hormone frei. Diese Hormone, L-Trijodthyronin (T3) und L-Thyroxin (T4), steuern Wachstum und geistige Entwicklung des Menschen, den Energiestoffwechsel und den Wärmehaushalt, den Stoffwechsel von Eiweiß, Kohlenhydraten und Fetten, den Mineralhaushalt und die Funktionen von Herz, Kreislauf und Muskulatur; sie sind für die Fruchtbarkeit verantwortlich und beeinflussen die Psyche.

Eine Fehlfunktion der Schilddrüse – zu viel oder zu wenig Schilddrüsenhormone – bedeutet Fehlsteuerung vieler biochemischer Vorgänge. Entsprechend mannigfaltig sind die Beschwerden, welche die Lebensqualität erheblich einschränken.

Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse: Symptome

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion treten die Symptome langsam und schleichend auf, so dass die Diagnose oft erst spät gestellt wird. Typische Erscheinungen der Unterfunktion sind zum Beispiel:

  • Erhöhtes Schlafbedürfnis, Teilnahmslosigkeit
  • Gewichtszunahme
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Schwellung des Unterhautbindegewebes („aufgeschwemmt“) und Lid-Ödeme
  • Langsame Sprache
  • Haarausfall und/oder brüchiges Haar
  • In schweren Fällen: Kropf

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kann die Schilddrüse vergrößert sein. Vorwölbungen am Hals sind mögliche Anzeichen. Die Überfunktion kann sich außerdem in folgenden Symptomen äußern:

  • Nervosität und Konzentrationsschwäche
  • Hoher Blutdruck, Herzrasen, Zittern
  • Auffallender Gewichtsverlust
  • Schweißausbrüche
  • Brüchige Nägel
  • Muskelschwäche
  • In schweren Fällen: Basedowsche Krankheit

Dreh- und Angelpunkt: ausreichende Jodversorgung

Für die Bildung ihrer Hormone braucht die Schilddrüse Jod. Außer diesem Spurenelement kann sie alle anderen Ausgangsstoffe selbst herstellen. Jod muss ihr mit der Nahrung zugeführt werden. Dabei kommt sie, je nach Lebensalter, mit äußert geringen Mengen aus. Säuglinge brauchen 50 bis 80 µg (das sind Mikro-, also Millionstel Gramm), Schwangere benötigen das Maximum von 300 µg, und alle anderen Menschen sollten nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) täglich 150 bis 200 µg Jod zu sich nehmen. Wird dieser Bedarf nicht gedeckt, hat die Schilddrüse Schwierigkeiten, ihre Arbeit zu verrichten. Auf diese Anstrengung reagiert sie mit einer Volumenzunahme, der Struma (Kropf).

In Deutschland leben wir in einem Jodmangelgebiet und haben daher die meisten Schilddrüsenprobleme in Europa. Unsere Böden sind durch das Schmelzwasser nach der Eiszeit ausgewaschen worden, das Jod wanderte mit den Flüssen ins Meer. Auch die heimischen Agrarprodukte enthalten zu wenig Jod. Deshalb wird immer wieder die Empfehlung ausgesprochen, jodiertes Speisesalz zu verwenden. Doch reichen dessen Jodmengen nicht aus, so dass immer wieder die Forderung laut wird, unser Trinkwasser mit Jod anzureichern. Das allerdings käme einer Zwangszufuhr gleich, die nicht für jeden Menschen bekömmlich ist, und für solche mit starker Überfunktion der Schilddrüse sogar gefährlich werden kann.

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