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Vorsicht: Schädliche Kunststoffe finden sich überall

Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie viele Male Sie am Tag mit Kunststoff in Berührung kommen? Er steckt in Ihrem Nagellack, Ihrem Handy, in Ihrem PC, Ihrer Gießkanne, Ihren Plastikflaschen, in der Folie für Ihre Lebensmittel und in Ihrer Sonnenbrille. Häufig befinden sich die Kunststoffe auch dort, wo Sie diese wahrscheinlich nicht vermuten: etwa in Kassenbons, in Möbeln, Textilprodukten, in der Beschichtung von Buchdeckeln und Konservendosen oder im Deckelverschluss eines Glases.

Kunststoffe sind noch nicht einmal zu Unrecht so beliebt: Sie sind stoß- und kratzfest, unzerbrechlich, wasserabweisend und formbar. Darüber hinaus sind sie extrem kostengünstig und haben deshalb ihre früheren Konkurrenten wie Glas oder Metall weitgehend verdrängt. Doch auch ihre Nachteile sind gravierend: Ihre Herstellung ist einerseits abhängig vom zur Neige gehenden Erdöl. Andererseits verrotten Kunststoffe nicht, folglich belasten sie die Umwelt, gefährden Mensch, Tiere und Pflanzen. Einige ihrer chemischen Verbindungen sind instabil und setzen giftige Substanzen frei. Diese dringen in Ihren Körper ein und können Sie krank machen.

Kunststoffe im Alltag

Hart- und Weichmacher aus Kunststoffverpackungen gelangen auf vielen Wegen in Ihren Körper:

  • DerHartmacher Bisphenol A (BPA) beispielsweise steckt in Flip Flops, Babyfläschchen, Thermodruckern oder beschichteten Konservendosen. Auch im Abwasser und im Hausstaub konnte der Stoff festgestellt werden. Im menschlichen Körper wirkt er ähnlich wie die das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Bei Männern kann dieses zu Unfruchtbarkeit führen. Manche Forscher sehen darin einen Grund für die zunehmende ungewollte Kinderlosigkeit, die vielen Paaren heute zu schaffen macht.
  • DieWeichmacher (Phthalate) stecken beispielsweise in Überzügen von Pillen und Dragees, in Spielsachen oder Bodenbelägen. Millionen Tonnen finden jedes Jahr ihren Einsatz in Gebrauchsgütern für den Alltag. Seit etwa zehn Jahren bestätigt sich mehr und mehr die Vermutung, dass die Weichmacher in Ihrem Körper ebenfalls hormonähnliche Wirkungen entfalten können. Inzwischen wurde dies in Untersuchungen am Menschen belegt. Die Phtalate führen zur Verweiblichung, weil sie die Testosteronbildung stören. Sie können bei Ungeborenen zu genitalen Fehlbildungen führen, bei Männern die Fruchtbarkeit stören und bei ihnen Verhaltensänderungen auslösen, indem sie Männer verweiblichen. Eine Studie an schwangeren Frauen zeigte einen Zusammenhang zwischen der Phthalat-Belastung der Mütter und dem Spielverhalten ihrer Söhne: Die kleinen Kerle zeigten viel weniger Interesse an typischen Jungsspielzeugen. Während die Phthalate aus Kinderspielzeug und Kosmetika weitgehend verschwunden sind, finden sie sich noch immer in Medizinprodukten wie Infusionsbeuteln, Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamin- und Mineralstoffpräparate. Die Stoffe müssen nicht gekennzeichnet sein.

Gifte in der Lebensmittelverpackung

Die Chemikalie Bisphenol A (kurz „BPA“) wird für die Herstellung von Kunststoffen verwendet, steckt so beispielsweise in Plastikflaschen (Recyclingcode „07“ oder „PC“), Trinkbechern oder Plastikgeschirr. BPA ist darüber hinaus Bestandteil von Kunstharzen, die für die Innenbeschichtung von Konservendosen genutzt werden.

Diese Erkrankungen werden mit Bisphenol A in Verbindung gebracht

  • Bluthochdruck
  • Arteriosklerose
  • Herzerkrankungen
  • Typ-2-Diabetes

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  • Übergewicht
  • Krebserkrankungen (insbesondere Brustkrebs)
  • Fruchtbarkeitsstörungen
  • Entwicklungsstörungen bei Kindern (Fehlentwicklungen des Gehirns)

So haben Forscher der Universität von Exeter in Großbritannien 2010 festgestellt, dass BPA das Risiko für eine Koronare Herzkrankheit (KHK) erhöht. Medizinische Daten von insgesamt 2.948 Probanden wurden analysiert: War die körpereigene BPA-Belastung der Studienteilnehmer überdurchschnittlich hoch, weil sie Getränke beispielsweise hauptsächlich aus Plastikbehältern konsumieren, so hatten sie ein um bis zu 30 Prozent erhöhtes Risiko im Laufe ihres Lebens eine Koronare Herzkrankheit zu erleiden. Die Europäische Union hat für BPA einen „TDI-Wert“ („tolerable daily intake“) festgelegt, also die Menge BPA, die ein Mensch täglich aufnehmen kann, ohne Gesundheitsschäden davon zu tragen. Dieser Wert liegt derzeit bei 4µg BPA pro Kilogramm Körpergewicht.

Gehen Sie auf Nummer sicher!

In der Praxis ist es jedoch schwierig, sich an einen solchen Richtwert zu halten. Denn niemand kann Ihnen mit Gewissheit sagen, wo und wie viel BPA Sie tagtäglich aufnehmen. Zwar zeigen chemische Messungen an Lebensmittelkonserven, dass beispielsweise pro Kilogramm Inhalt einer Konservendose mit einer Belastung von 30 µg BPA zu rechnen ist.

Im Alltag sind Sie allerdings weitaus mehr BPA-Quellen ausgesetzt: So nehmen Sie BPA direkt über die Haut auf, wenn Sie lediglich im Supermarkt den Kassenzettel in Empfang nehmen, denn auch in diesem Papierprodukt steckt die Chemikalie. Gehen Sie also auf Nummer sicher: Verbannen Sie BPA so gut wie möglich aus Ihrem Alltag. Verzichten Sie möglichst auf Plastikutensilien. Transportieren Sie beispielsweise Frühstücksbrote für unterwegs nicht in einer Plastiktüte, sondern in einem Glas- oder Edelstahlbehältnis.

So schützen Sie sich vor Bisphenol A

  • Essen Sie möglichst nicht von Plastiktellern.
  • Füllen Sie keine heißen oder kochenden Lebensmittel in Kunststoffbehälter. Denn durch die Wärme steigt die aus dem Kunststoff austretende BPA-Menge um das bis zu 55-Fache an.
  • Nutzen Sie zum Aufwärmen von Lebensmitteln Glas, Keramik oder Edelstahl.

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  • Waschen Sie Plastikgeschirr nicht in der Geschirrspülmaschine. Durch die heißen Temperaturen löst sich BPA und verunreinigt mitunter das restliche Geschirr.
  • Vermeiden Sie Wasserkocher aus Kunststoff.
  • Verwenden Sie keine Konserven- und Getränkedosen. Insbesondere Dosen fetthaltiger Nahrungsmittel sind innen oftmals mit Kunststoff beschichtet.
  • Vermeiden Sie in Plastik eingeschweißtes Obst oder Gemüse.
  • Kaufen Sie Milch, Wasser oder Obstsäfte möglichst in Glasflaschen, denn auch Getränkekartons können BPA enthalten.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Nahrungsmittel nicht mit kunststoffhaltigen Kühlschrankeinsätzen in Kontakt kommen.
  • Fragen Sie bei Ihrem Zahnarzt nach, ob er Klebstoffe und Zahnversiegelungen mit BPA verwendet. Versuchen Sie auch hier BPA zu umgehen.
  • Verzichten Sie, wenn nicht unbedingt nötig, im Supermarkt auf den Kassenzettel.
  • Meiden Sie Fertigprodukte. Sie kommen bei ihrer Herstellung häufig mit Kunststoffen in Kontakt (z. B. Schläuche oder Geräte)

Weitere Gefahren, die aus der Verpackung kommen

Schützen sollten Sie sich außerdem vor Phthalaten. Diese Weichmacher stecken ebenfalls in Kunststoffen, die für Lebensmittelverpackungen genutzt werden. Die Substanzen können sich aus der Verpackung lösen und auf das Nahrungsmittel übergehen. Gefördert wird dieser Ablösungsprozess, wenn ein Nahrungsmittel besonders fetthaltig ist. Betroffen von einer Verunreinigung sind deshalb häufig eingeschweißter oder vorverpackter Käse und auch Wurst. Aber auch Milch im Tetrapak, Butter und Öle in Plastikbehältern oder Mikrowellengerichte.

Übergewicht, Diabetes mellitus, Brustkrebs oder Atemwegserkrankungen sind nur einige der Gesundheitsrisiken, die drohen, wenn Phthalate in Ihren Körper gelangen. Übrigens: Selbst aus umweltfreundlichen Recyclingpackungen wandert Gift in Ihr Essen. Denn für die Herstellung von Recyclingverpackungen wird bedrucktes Papier genutzt, beispielsweise alte Zeitungen. Über die Druckfarben gelangen Mineralölkomponenten in die Verpackung. Diese stehen im Verdacht, Krebs auszulösen. Es sind vor allem trockene Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Backmischungen oder Haferflocken, die häufig in Recycling-Kartons angeboten werden. Die Übertragung erfolgt neben dem direkten Kontakt von Lebensmittel und Verpackung teilweise auch über Gasausdünstungen, die von der Verpackung ausgehen. Füllen Sie diese Lebensmittel nach dem Kauf also am besten gleich in ein Glasgefäß um.

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Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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Alte Kommentare
  • Wolfgang Homuth schrieb am 24.04.2012, 13:18 Uhr

    Sehr verständlicher, instruktiver Beitrag. Weiter so!

  • Susi Barden schrieb am 24.04.2012, 18:52 Uhr

    Wenn die "rechtstreuen" Deutschen doch endlich mal den Herstellern von diesen Dingen deutlich machen würden, dass es auch anders gehen kann und muss. Morgellons (im Internet zu finden) sind dann nur die Spitze eines tragischen Eisberges für uns alle! Rettet unsere Erde und uns, für unsere Nachkommen. Aber wenn wir so weiter machen, wird die Unfruchtbarkeit uns Menschen schließlich ausrotten! Also: weiter so und immer schön zum Plastik greifen, dann klappts auch mit der Dezimierung der Bevölkerung!!! Schöne neue Welt....