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Vorsicht: Schädliche Kunststoffe finden sich überall

Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie viele Male Sie am Tag mit Kunststoff in Berührung kommen? Er steckt in Ihrem Nagellack, Ihrem Handy, in Ihrem PC, Ihrer Gießkanne, Ihren Plastikflaschen, in der Folie für Ihre Lebensmittel und in Ihrer Sonnenbrille. Häufig befinden sich die Kunststoffe auch dort, wo Sie diese wahrscheinlich nicht vermuten: etwa in Kassenbons, in Möbeln, Textilprodukten, in der Beschichtung von Buchdeckeln und Konservendosen oder im Deckelverschluss eines Glases.

Kunststoffe sind noch nicht einmal zu Unrecht so beliebt: Sie sind stoß- und kratzfest, unzerbrechlich, wasserabweisend, leicht zu reinigen und formbar. Darüber hinaus sind sie extrem kostengünstig und haben deshalb ihre früheren Konkurrenten wie Glas oder Metall weitgehend verdrängt. Außerdem sieht es ja so appetitlich und hygienisch aus: In Folie eingeschweißter Käse und folienverpackte Fleisch- und Wurstwaren. Doch auch ihre Nachteile sind gravierend: Ihre Herstellung ist einerseits abhängig vom zur Neige gehenden Erdöl. Andererseits verrotten Kunststoffe nicht, folglich belasten sie die Umwelt, gefährden Mensch, Tiere und Pflanzen. Einige ihrer chemischen Verbindungen sind instabil und setzen giftige Substanzen frei. Diese dringen in Ihren Körper ein und können Sie krank machen.

Kunststoffe in Verpackungen© Adobe Stock – photka

Kunststoffe im Alltag

Da der Kunststoff zunächst hart und starr ist, benötigt er Weichmacher, um formbar und elastisch zu werden. Die am häufigsten dazu verwendeten Substanzen Bisphenol A und verschiedene Phthalate stehen jedoch im Verdacht, leber- und nierenschädigend zu sein, das Krebsrisiko zu erhöhen und in den Hormonhaushalt einzugreifen. Da diese Chemikalien keine dauerhafte chemische Verbindung mit dem Plastikmaterial eingehen, lösen sie sich mit der Zeit heraus und gehen in die Lebensmittel über. Hart- und Weichmacher aus Kunststoffverpackungen gelangen auf vielen Wegen in Ihren Körper:

  • DerHartmacher Bisphenol A (BPA) beispielsweise steckt in Flip Flops, Babyfläschchen, Thermodruckern oder beschichteten Konservendosen. Auch im Abwasser und im Hausstaub konnte der Stoff festgestellt werden. Im menschlichen Körper wirkt er ähnlich wie die das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Genau wie das Hormon dockt auch BPA an die Östrogenrezeptoren an. Bei Männern kann dies zu Unfruchtbarkeit führen, bei schwangeren Frauen zu Fehlentwicklungen des ungeborenen Kindes. Manche Forscher sehen darin einen Grund für die zunehmende ungewollte Kinderlosigkeit, die vielen Paaren heute zu schaffen macht. Wissenschaftler vermuten darüber hinaus, dass BPA durch den Eingriff in den Hormonhaushalt weitere Schäden herbeiführt. Die genauen Zusammenhänge sind längst nicht aufgeklärt.
  • DieWeichmacher (Phthalate) stecken beispielsweise in Überzügen von Pillen und Dragees, in Spielsachen oder Bodenbelägen. Millionen Tonnen finden jedes Jahr ihren Einsatz in Gebrauchsgütern für den Alltag. Seit etwa zehn Jahren bestätigt sich mehr und mehr die Vermutung, dass die Weichmacher in Ihrem Körper ebenfalls hormonähnliche Wirkungen entfalten können.

Gifte in der Lebensmittelverpackung

Die Chemikalie Bisphenol A (kurz „BPA“) wird für die Herstellung von Kunststoffen verwendet, steckt so beispielsweise in Plastikflaschen (Recyclingcode „07“ oder „PC“), Trinkbechern oder Plastikgeschirr. BPA ist darüber hinaus Bestandteil von Kunstharzen, die für die Innenbeschichtung von Konservendosen genutzt werden.

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So haben Forscher der Universität von Exeter in Großbritannien 2010 festgestellt, dass BPA das Risiko für eine Koronare Herzkrankheit (KHK) erhöht. Medizinische Daten von insgesamt 2.948 Probanden wurden analysiert: War die körpereigene BPA-Belastung der Studienteilnehmer überdurchschnittlich hoch, weil sie Getränke beispielsweise hauptsächlich aus Plastikbehältern konsumieren, so hatten sie ein um bis zu 30 Prozent erhöhtes Risiko im Laufe ihres Lebens eine Koronare Herzkrankheit zu erleiden. Die Europäische Union hat für BPA einen „TDI-Wert“ („tolerable daily intake“) festgelegt, also die Menge BPA, die ein Mensch täglich aufnehmen kann, ohne Gesundheitsschäden davon zu tragen. Dieser Wert liegt bei 0,05 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Bei einem Körpergewicht von 80 Kilogramm könnten Sie täglich also bis zu 4 Milligramm BPA vertragen.

Gehen Sie auf Nummer sicher!

In der Praxis ist es jedoch schwierig, sich an einen solchen Richtwert zu halten. Denn niemand kann Ihnen mit Gewissheit sagen, wo und wie viel BPA Sie tagtäglich aufnehmen. Zwar zeigen chemische Messungen an Lebensmittelkonserven, dass beispielsweise pro Kilogramm Doseninhalt mit einer Belastung von 0,03 Milligramm BPA zu rechnen ist.

Im Alltag sind Sie allerdings weitaus mehr BPA-Quellen ausgesetzt: So nehmen Sie BPA direkt über die Haut auf, wenn Sie lediglich im Supermarkt den Kassenzettel in Empfang nehmen, denn auch in diesem Papierprodukt steckt die Chemikalie. Gehen Sie also auf Nummer sicher: Verbannen Sie BPA so gut wie möglich aus Ihrem Alltag. Verzichten Sie möglichst auf Plastikutensilien. Sorgen Sie vor allem dafür, dass Ihre Nahrungsmittel so wenig wie möglich mit BPA in Kontakt kommen. Transportieren Sie beispielsweise Frühstücksbrote für unterwegs nicht in einer Plastiktüte, sondern in einem Glas- oder Edelstahlbehältnis.

So schützen Sie sich vor Bisphenol A

Aber wie soll man sich davor schützen? Die Gefahr lauert auch in Schraubdeckeln und Kunststoffschalen für die Mikrowelle. Wenn Sie auf der sicheren Seite sein wollen, sollten Sie:

  • Essen Sie möglichst nicht von Plastiktellern.
  • Füllen Sie keine heißen oder kochenden Lebensmittel in Kunststoffbehälter. Denn durch die Wärme steigt die aus dem Kunststoff austretende BPA-Menge um das bis zu 55-Fache an.
  • Nutzen Sie zum Aufwärmen von Lebensmitteln Glas, Keramik oder Edelstahl.
  • Waschen Sie Plastikgeschirr nicht in der Geschirrspülmaschine. Durch die heißen Temperaturen löst sich BPA und verunreinigt mitunter das restliche Geschirr.
  • Vermeiden Sie Wasserkocher aus Kunststoff.
  • Verwenden Sie keine Konserven- und Getränkedosen. Insbesondere Dosen fetthaltiger Nahrungsmittel sind innen oftmals mit Kunststoff beschichtet.
  • Vermeiden Sie in Plastik eingeschweißtes Obst oder Gemüse.
  • Kaufen Sie Milch, Wasser oder Obstsäfte möglichst in Glasflaschen, denn auch Getränkekartons können BPA enthalten.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Nahrungsmittel nicht mit kunststoffhaltigen Kühlschrankeinsätzen in Kontakt kommen.
  • Fragen Sie bei Ihrem Zahnarzt nach, ob er Klebstoffe und Zahnversiegelungen mit BPA verwendet. Versuchen Sie auch hier BPA zu umgehen.
  • Verzichten Sie, wenn nicht unbedingt nötig, im Supermarkt auf den Kassenzettel.
  • Meiden Sie Fertigprodukte. Sie kommen bei ihrer Herstellung häufig mit Kunststoffen in Kontakt (z. B. Schläuche oder Geräte). Wenn Sie frische Lebensmittel selbst zubereiten, können Sie die gesundheitlichen Risiken der Weichmacher weitgehend vermeiden. Und wenn es doch sein muss: Schütteln Sie Fertigsaucen nicht gegen den Verpackungsdeckel.
  • Lagern Sie Schraubdeckelgläser und -flaschen aufrecht, damit der Inhalt nicht in Kontakt mit dem Kunststoff kommt.

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BPA muss auf einer Kunststoff-Verpackung nicht angegeben sein. Recycling-Hinweise deuten aber auf die Art der Verpackung hin: Hinter der Ziffer 7 können sich Kunststoffe verbergen, die BPA enthalten (z. B. Epoxidharz oder Polycarbonate).

Weitere Gefahren, die aus der Verpackung kommen

Schützen sollten Sie sich außerdem vor Phthalaten. Diese Weichmacher stecken ebenfalls in Kunststoffen, die für Lebensmittelverpackungen genutzt werden. Die Substanzen können sich aus der Verpackung lösen und auf das Nahrungsmittel übergehen. Gefördert wird dieser Ablösungsprozess, wenn ein Nahrungsmittel besonders fetthaltig ist. Betroffen von einer Verunreinigung sind deshalb häufig eingeschweißter oder vorverpackter Käse und auch Wurst. Aber auch Milch im Tetrapak, Butter und Öle in Plastikbehältern oder Mikrowellengerichte.

Übergewicht, Diabetes mellitus, Brustkrebs oder Atemwegserkrankungen sind nur einige der Gesundheitsrisiken, die drohen, wenn Phthalate in Ihren Körper gelangen. Übrigens: Selbst aus umweltfreundlichen Recyclingpackungen wandert Gift in Ihr Essen. Denn für die Herstellung von Recyclingverpackungen wird bedrucktes Papier genutzt, beispielsweise alte Zeitungen. Über die Druckfarben gelangen Mineralölkomponenten in die Verpackung. Diese stehen im Verdacht, Krebs auszulösen. Es sind vor allem trockene Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Backmischungen oder Haferflocken, die häufig in Recycling-Kartons angeboten werden. Die Übertragung erfolgt neben dem direkten Kontakt von Lebensmittel und Verpackung teilweise auch über Gasausdünstungen, die von der Verpackung ausgehen. Füllen Sie diese Lebensmittel nach dem Kauf also am besten gleich in ein Glasgefäß um.

Dick und krank durch Plastik?

Bis heute ist noch nicht genau bekannt, wie solche Chemikalien zur Entwicklung von Übergewicht beitragen. Forscher wissen aber heute, dass sie in den Stoffwechsel eingreifen, die Appetitkontrolle stören oder den Fettstoffwechsel aus der Bahn werfen können. Untersuchungen an Mäusen zeigen Erschreckendes: Wurden Mäuse im Mutterleib einer geringen Dosis an Bisphenol A ausgesetzt, waren sie einige Monate später deutlich schwerer als ihre Altersgenossen, die nicht mit dem Stoff belastet wurden.

Weichmacher Phthalat: Gefahr in Wurst und Käse

Übergewicht, Diabetes mellitus, Brustkrebs oder Atemwegserkrankungen: Das sind nur einige der Gesundheitsrisiken, die drohen, wenn Phthalate in Ihren Körper gelangen. Aber ganz von vorne: Was ist überhaupt Phthalat und wie kann die chemische Verbindung in Ihren Körper gelangen?

Erschreckend einfach: Der Weichmacher steckt in Lebensmittelverpackungen und geht mitunter auf den essbaren Inhalt über. Fertig verpackte Lebensmittel sind in unseren Supermärkten immer öfter zu finden, sind sie für Kunden doch ausgesprochen praktisch: Beim Einkauf greifen Sie schnell in das Kühlregal nach der Wurstpackung, dem Käsepäckchen und den in Plastik eingeschweißten Äpfeln. Mit diesen unkomplizierten Verpackungen ist selbst eine Vorratshaltung zu Hause problemlos möglich. Schnell und einfach: Ein Phänomen unserer Zeit, das Sie sich nicht immer zu eigen machen sollten. Denn Ihre Gesundheit ist in Gefahr: Für Fertigverpackungen sind Rohstoffe nötig, über die allzu oft noch allzu wenig bekannt ist.

In diesen Lebensmittelverpackungen sind Phthalate zu finden

  • Joghurtbecher
  • Milchpackung
  • Verpackungsfolie
  • Mineralwasserflasche
  • Einschweißfolie (Kunststoffverpackung bei Fleisch, Wurst, Käse, Obst)
  • Schraubdeckel von Gläsern
  • Frischhaltebox

Weichmacher wie Phthalate gehen mit den Kunststoffen, denen sie zugesetzt werden, keine Verbindungen ein. Das heißt: Die Substanzen können sich aus der Verpackung lösen und in ihre Umgebung übergehen, also auch in ein Lebensmittel. Gefördert wird dieser “Ablösungsprozess”, wenn ein Nahrungsmittel besonders fetthaltig ist. Betroffen von einer Verunreinigung sind deshalb vor allem eingeschweißter oder vorverpackter Käse und Wurst, aber auch Milch im Tetrapak, Butter und Öle in Plastikbehältern oder Mikrowellengerichte.

Vorzeitige Menopause ausgelöst

Welche genauen Wirkmechanismen die aufgenommen Phthalate in Ihrem Körper auslösen, wurde im Detail noch nicht erforscht. Bekannt ist, dass die Verbindungen hormonell wirken und so in verschiedene Stoffwechselprozesse eingreifen. Wie gravierend, zeigte im Jahr 2012 eine Studie der Universität von Washington in St. Louis, Missouri (USA). Der Urin und das Blut von 5.700 Frauen wurde auf Phthalatwerte untersucht. Das Ergebnis: Frauen mit dem höchsten Phthalatwert erreichten ihre Menopause durchschnittlich im Alter von 49 Jahren. Genauer gesagt: 2,3 Jahre früher als Frauen mit einem geringeren Phthalatwert. Diese Damen erreichten die Menopause durchschnittlich im Alter von 51 Jahren. Frauen mit höherem Phthalatgehalt im Körper waren damit auch früher den Gesundheitsrisiken ausgesetzt, die mit einer Menopause einhergehen, wie beispielsweise einer Osteoporose.

Eines der am häufigsten verwendeten Phthalate war lange Zeit DEHP. Dies ist die Abkürzung für Di(2-ethylhexyl)phthalat. In der EU ist DEHP mittlerweile zwar für Plastik verboten, das mit Lebensmitteln in Berührung kommt; aber das heißt noch lange nicht, dass die Gefahr vorüber ist: Der Stoff wird einerseits weiterhin in Importprodukten verwendet. Zudem ist DEHP in der Umwelt weit verbreitet. Vielleicht steckt er auch in Ihrem Küchenschrank, in älteren Plastikutensilien, sodass Sie davon ausgehen können, dass DEHP nach wie vor in Lebensmittel gelangen kann. Lebensmittelhersteller betonen immer wieder, dass bei ihren Verpackungen die Grenzwerte für Phthalate nicht überschritten werden. Mit den Grenzwerten ist das allerdings so eine Sache: Bei deren Festlegung wird davon ausgegangen, dass Sie als Konsument nur eine bestimmte Menge von dem jeweiligen Lebensmittel essen. Menschen allerdings, die viel Fetthaltiges und Fertigprodukte verspeisen, überschreiten den Grenzwert schnell. Sehen Sie genau das als einen weiteren guten Grund, vorzugsweise zu frischen Lebensmitteln und wenig Fett zu greifen.

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Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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Alte Kommentare
  • Wolfgang Homuth schrieb am 24.04.2012, 13:18 Uhr

    Sehr verständlicher, instruktiver Beitrag. Weiter so!

  • Susi Barden schrieb am 24.04.2012, 18:52 Uhr

    Wenn die "rechtstreuen" Deutschen doch endlich mal den Herstellern von diesen Dingen deutlich machen würden, dass es auch anders gehen kann und muss. Morgellons (im Internet zu finden) sind dann nur die Spitze eines tragischen Eisberges für uns alle! Rettet unsere Erde und uns, für unsere Nachkommen. Aber wenn wir so weiter machen, wird die Unfruchtbarkeit uns Menschen schließlich ausrotten! Also: weiter so und immer schön zum Plastik greifen, dann klappts auch mit der Dezimierung der Bevölkerung!!! Schöne neue Welt....