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So reduzieren Sie Entzündungsstoffe: Ernährungstipps bei Rheuma

Eine falsche Ernährung kann Ihre Schmerzen bei

Bulgur© photocrew - Fotolia
Rheuma verschlimmern. Genauso können Sie aber mit den richtigen Lebensmitteln die Entzündungsfaktoren in Ihrem Blut abbauen und so sowohl die Anzahl als auch die Stärke Ihrer Rheumaschübe mindern.

Ich habe für Sie sieben Ernährungstipps zusammengestellt und zeige Ihnen, welche Lebensmittel für Sie als Rheumakranker besonders gut sind und welche Sie unbedingt meiden sollten.

Rheuma ist keine Krankheit, die durch eine falsche Ernährung ausgelöst wird.

Aber es gibt einen Nahrungs-Inhaltsstoff, der Ihre Rheuma-Erkrankung durchaus verschlimmern kann: die Arachidonsäure.

Mithilfe der Arachidonsäure werden in Ihrem Körper Entzündungssubstanzen gebildet. Dadurch steigt die Zahl der Entzündungen in Ihrem Körper, vor allem an Ihren Gelenken.

Wir wissen, dass sich bei Menschen, die an Rheuma erkrankt sind, große Mengen Arachidonsäure im Körper befinden.

Diese wird nur in geringen Mengen vom Körper selbst hergestellt. Den Großteil nehmen Sie über Ihre Nahrung auf.

Eine gute Ernährung für Rheumapatienten beinhaltet daher zwei Säulen:

  1. Verzichten Sie auf Lebensmittel, die Arachidonsäure enthalten.
  2. Ernähren Sie sich antioxidantien-reich. Gerade diese Pflanzenschutzstoffe haben einen entzündungshemmenden Effekt.

Wenn Sie unter entzündlichem Rheuma leiden und gegen die Beschwerden Kortison einnehmen, sollten Sie zusätzlich noch besonders auf Ihre Kalziumzufuhr achten.

Denn Kortison ist ein Kalzium-Killer. Sie brauchen dann vermehrt Kalzium, um sich vor einer Osteoporose zu schützen.

Meine 7 Ernährungstipps bei Rheuma

  1. Verzichten Sie so weit wie möglich auf Fleisch. Gerade Fleisch enthält große Mengen Arachidonsäure, die dann im Körper die Entzündungswerte in die Höhe treiben und Rheumaanfälle auslösen bzw. verstärken kann. Verzichten Sie dagegen auf Fleisch, können Sie die Entzündungsprozesse in Ihrem Körper eingrenzen. Die Entzündungen und auch die Schmerzen lassen nach.
  2. Verzichten Sie auf Eier. Gerade Eigelb enthält viel Arachidonsäure. Sie sollten daher als Rheumapatient auf Eier verzichten. Meiden Sie auch Lebensmittel, in denen normalerweise Ei enthalten ist. Wählen Sie also z. B. besser Teigwaren aus Hartgries statt Eiernudeln.
  3. Entscheiden Sie sich für die richtigen Getränke. Alkohol sollte für Sie als Rheumapatient tabu sein. Denn er fördert die entzündlichen Prozesse in Ihrem Körper. Besser ist es, wenn Sie jeden Tag bis zu zwei Liter Wasser trinken. Da Rheuma auch Ihre Knochen angreifen kann, sollten Sie auf kalziumreiches Wasser setzen. Für Ihren Vitalstoffbedarf empfehle ich Ihnen Möhren-, Tomaten- oder Selleriesaft. Verdünnen Sie die Gemüsesäfte mit Wasser im Verhältnis 1:1.
  4. Bringen Sie Fisch auf den Tisch. Im Fisch sind Omega-3-Fettsäuren enthalten. Diese ungesättigten Fettsäuren hemmen die Umwandlung von Arachidonsäuren in Entzündungsstoffe und verhindern so, dass Entzündungsprozesse im Körper verschlimmert werden. Das funktioniert aber nur, wenn Sie Ihrem Körper regelmäßig Omega-3-Fettsäuren in ausreichender Menge zuführen. Dreimal pro Woche sollten Sie rund 250 Gramm fetten Seefisch wie Lachs, Hering, Makrele oder Tunfisch zu sich nehmen. Es gibt Rheuma-Therapien, in denen Omega-3-Fettsäuren-Präparate eingesetzt werden. Diese haben aber nicht die Wirksamkeit der Fettsäuren aus Nahrungsmitteln. Sie sollten daher immer den natürlichen Fisch bevorzugen.
  5. Meiden Sie Wurst, reduzieren Sie Süßes. Wussten Sie, dass ein Vollkornbrötchen mit Honig und etwas sparsam aufgestrichener Sonnenblumenmargarine keine Arachidonsäure enthält? Das wäre eine leckere Frühstücksalternative zum Wurstbrot. Dennoch sollten Sie als Rheumatiker Süßes nur in Maßen zu sich nehmen. Versuchen Sie doch einmal, ob Ihnen die vielen pflanzlichen Brotaufstriche schmecken, die Sie im Reformhaus erhalten. Alternativ dazu bietet sich fettarmer Quark an, den Sie mit Kräutern verfeinern. Ein leckerer Brotbelag ist auch Gemüse, zum Beispiel Radieschen, Tomaten oder Paprika auf Hüttenkäse.
  6. Meiden Sie Purine. Normalerweise empfehle ich immer Hülsenfrüchte als Eiweißquelle. Leider enthalten sie (bis auf Linsen) viele Purine, die zu Harnsäure umgewandelt werden. Diese kann auskristallisieren und sich in Ihren Gelenken festsetzen. Hier führt sie zu Schmerzen, die im Volksmund auch als Gicht bezeichnet werden. Als Rheumapatient sind Sie hierfür besonders anfällig. Sie sollten daher auf purinhaltige Lebensmittel verzichten.
  7. Versorgen Sie sich ausreichend mit Vitalstoffen. Gerade die beiden antioxidativen Vitamine E und C sind für Sie als Rheumapatient wichtig. Sie können verhindern, dass sich entzündungsfördernde Substanzen in Ihrem Körper bilden. Zudem sind sie in der Lage, ein schon vorhandenes Niveau dieser Stoffe durch bestimmte Stoffwechselprozesse zu reduzieren. Aus meiner Erfahrung als Arzt weiß ich, dass über die Hälfte aller Rheumapatienten zu niedrige Blutwerte dieser beiden Vitamine aufweisen. Essen Sie daher möglichst viele Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Vitamin C und E. Vitamin C ist vor allem in Zitrusfrüchten, roter Paprika, Kohl oder Kiwis enthalten. Sanddornsaft und Hagebuttentee sind Vitamin-C-reiche Getränke. Vitamin E ist enthalten in Vollkornprodukten, Nüssen und Spargel, Schwarzwurzeln, Brokkoli, Spinat oder Grünkohl. Auch Weizenkeimöl ist sehr reich an Vitamin E.

Finger weg von einer Rheuma-Nulldiät

Es tauchen immer wieder Studien auf, die zeigen, wie eine absolute Nulldiät die Rheumaschmerzen lindern kann. Bei dieser Diät nehmen Sie während einer gewissen Zeit nur Mineralwasser, Molke oder Säfte zu sich.

Die schmerzlindernde Wirkung wird zweierlei Prozessen zugeschrieben. Zum einen gelangt durch die Nahrungsreduzierung auch weniger Arachidonsäure in Ihren Körper.

Dadurch kommt es zu deutlich weniger Entzündungsprozessen. Zudem erhöht sich bei totalem Fasten Ihr Kortisonspiegel im Körper. Das führt ebenfalls zu einer Schmerzlinderung. Trotz dieser möglichen Schmerzlinderung rate ich Ihnen von Rheuma-Nulldiäten ab.

Ich halte schon von normalem Fasten nichts. Aber erst recht nicht, wenn Sie krank sind und alle Ihre Kräfte brauchen, um gegen die Krankheit anzugehen.

Und eine verminderte Zufuhr von Arachidonsäure können Sie auch erreichen, wenn Sie das Richtige essen. Das ist gar nicht so schwer, wie ich Ihnen mit meinen Rezepten zeige.

Achten Sie auf Omega-3-Fettsäuren

Sie sollten unbedingt darauf achten, dass Sie ausreichend Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen. Denn hierbei handelt es sich um Fettsäuren, die Entzündungen hemmen können. Damit verringern sie zum einen die Anzahl der Rheumaschübe.

Aber Omega-3-Fettsäuren können noch mehr. Sie sind auch in der Lage, die Auswirkungen, die die Entzündungen normalerweise auf die Gelenke haben, deutlich zu verringern.

Damit verbessern Sie Ihr Wohlbefinden und Ihre Lebensqualität drastisch.

Omega-3-Fettsäuren finden Sie in vielen Lebensmitteln. Hierzu gehören zum Beispiel fettreiche Fischsorten. Auch verschiedene Öle wie Leinöl, Walnussöl oder Sojaöl sind reich an diesen Fetten.

Verzichten sollten Sie dagegen, wenn Sie unter Rheuma leiden, auf sogenannte gesättigte Fettsäuren. Enthalten sind sie überwiegend in industriell hergestellten Speisen, zum Beispiel Margarine, aber auch in tierischen Lebensmitteln.

Meine leckeren Rheuma-Rezepte

Es ist nicht einfach, nach der Diagnose „Rheuma“ den gesamten Speiseplan von heute auf morgen komplett rheumagerecht umzustellen. Mit meinen Rezepten möchte ich Sie dabei Schritt für Schritt unterstützen. Alle Gerichte sind für 4 Personen.

Salat mit Bulgur

Sie brauchen

  •  200 g Bulgur
  • 400 ml vegetarische Gemüsebrühe
  • 3 EL Tomatenmark
  • 2 Tomaten
  • 1 Bund Zwiebeln
  • 4 EL Olivenöl
  • 2 Zitronen
  • Salz

Erhitzen Sie die Gemüsebrühe und geben Sie den Bulgur in die heiße Brühe. Kochen Sie ihn gar, er braucht rund 20 Minuten. Schütten Sie dann die Brühe ab und geben Sie den Bulgur in eine Schüssel.

Vermischen Sie ihn mit dem Tomatenmark und dem Öl. Pressen Sie die Zitronen aus und geben Sie den Saft ebenfalls dazu. Schneiden Sie die Tomaten und Zwiebeln klein und mischen Sie das Gemüse unter. Schmecken Sie dann mit dem Salz ab.

Lachs mit Zucchini

Sie brauchen

  • 150 g Lachsfilet pro Person
  • 500 g Zucchini
  • Salz
  • Zitronensaft
  • etwas Olivenöl
  • Thymian

Würzen Sie den Lachs mit Zitronensaft und Meersalz. Nun braten Sie ihn in dem Olivenöl für 4 bis 5 Minuten pro Seite an. Stellen Sie ihn dann warm. Schneiden Sie die Zucchini in Scheiben. Braten Sie sie in Olivenöl an, würzen Sie sie mit Salz und Thymian. Geben Sie sie zum Lachs auf die Teller.

Kefir-Obst-Salat

Sie brauchen

  • 100 g Obst (pro Person)
  • 60 g Jogurt
  • 150 g Kefir
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 2 TL Honig

Schneiden Sie das Obst klein und geben Sie einen Löffel Zitronensaft drüber, damit es nicht braun wird. Vermischen Sie den Jogurt mit dem Kefir und dem restlichen Zitronensaft. Geben Sie die Jogurt-Kefir-Mischung über das Obst.

Linsenpaste

Sie brauchen

  • 200 g rote Linsen
  • 350 ml Wasser
  • 1 TL Meersalz
  • etwas Balsamico-Essig
  • 50 ml Olivenöl
  • etwas Gemüsebrühe

Kochen Sie die Linsen bei wenig Hitze rund eine Viertelstunde lang im Wasser. Lassen Sie sie dann noch 20 Minuten ziehen.

Pürieren Sie die Linsen, vermischen Sie sie mit dem Salz, dem Essig und dem Öl. Geben Sie noch etwas Gemüsebrühe hinzu, falls die Paste sich nicht gut streichen lässt. So haben Sie einen leckeren Brotaufstrich.

Sie sehen, eine Rheuma-Ernährung ist keinesfalls schwierig und auch nicht eintönig. Es wird Ihnen nach kurzer Zeit leichtfallen, sich gesund und dennoch lecker zu ernähren.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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