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Senfmehl-Wickel gegen rheumatische Gelenkschmerzen

Gerade jetzt haben viele Rheuma-Patienten aufgrund der feucht-kalten Witterung schmerzhafte Probleme mit ihren Gelenken.

Hier kann eine altbewährte Anwendung aus der Naturheilkunde Linderung verschaffen: der Senfmehlwickel. Verrühren Sie dazu etwa vier Esslöffel schwarzes Senfmehl, das Sie in der Apotheke erhalten, mit heißem Wasser.

Gießen Sie dabei nur so viel Wasser zu, dass ein dicker Brei entsteht.

Bestreichen Sie mit dem heißen Brei ein Kompressentuch, und legen Sie es auf das schmerzende Gelenk. Umwicklen Sie die Auflage mit einem Baumwolltuch. Nehmen Sie den Wickel nach etwa 20 Minuten wieder ab, und entfernen Sie eventuelle Senfmehl-Reste mit lauwarmem Wasser.

Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihre Augen – z. B. über Ihre Hände – nicht in Kontakt mit dem Senfmehl kommen, da es sonst zu heftigen Reizungen kommen könnte.

Rheuma: Fischmahlzeiten statt fleischhaltige Ernährung

Gefördert werden rheumatische Entzündungen, wenn Sie mit der Nahrung viel Arachidonsäure aufnehmen.

Sie steckt vor allem in fettreichen, tierischen Lebensmitteln wie Schweineschmalz, fettreichen Fleisch- und Wurstwaren, Butter, Sahne und Käse. Setzen Sie diese Lebensmittel eher selten oder nur in kleinen Mengen auf Ihren Speiseplan.

Fisch kann die Entzündungen lindern

Eine entzündungshemmende Wirkung haben dagegen die Omega-3-Fettsäuren, die vor allem in fettreichem Seefisch (z. B. Lachs, Hering, Makrele) und in einigen Pflanzenölen (z. B. Raps-, Lein-, Walnussöl) vorkommen.

Setzen Sie diese Pflanzenöle täglich auf Ihren Speiseplan und essen Sie pro Woche zwei- bis dreimal fettreichen Fisch. Wenn Sie keinen Fisch mögen, ist mit Omega-3-Fettsäuren angereicherte Margarine eine gute Alternative.

Setzen Sie auf Gemüse und Obst

Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst sind für Sie als Rheumatiker bestens geeignet, da sie völlig frei von Arachidonsäure sind.

Zum Vergleich: Eine gemischte, normale Kost enthält 200 bis 400 mg Arachidonsäure pro Tag, eine pflanzliche Kost nur zirka 50 mg. Obst und Gemüse versorgen Ihren Körper auch mit wertvollen Antioxidantien wie Vitamin C und Beta-Carotin.

Als Rheumatiker haben einen erhöhten Bedarf an Antioxidanzien, denn sie können die bei entzündlichen Prozessen vermehrt entstehenden Sauerstoffradikale abfangen und unschädlich machen.

5 goldene Ernährungstipps bei Rheuma

Schon mit kleinen Änderungen auf Ihrem Speiseplan entlasten Sie bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen Ihren Körper:

  1. Meiden Sie tierische Lebensmittel, die sehr fettreich sind. Dazu gehören zum Beispiel Fleisch- und Wurstsorten und Milchprodukte (Sahne, Käse). So verringern Sie Ihre Aufnahme von Arachidonsäure.
  2. Zwei bis drei Seefischmahlzeiten (Lachs, Makrele, Hering, Sardine, Thunfisch) pro Woche können rheumatische Entzündungen oft lindern.
  3. Verwenden Sie täglich etwa zwei Esslöffel wertvolles Pflanzenöl (Raps-, Walnuss- oder Leinöl) und ein Vitamin-E- und Omega-3-Fettsäuren-reiches Streichfett (z. B. Margarine).
  4. Essen Sie mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag, denn sie liefern Antioxidantien.
  5. Reich an Antioxidantien sind auch frische Kräuter (z. B. Petersilie, Rosmarin, Thymian) und bunte Gewürze (Curry, Ingwer, Zimt).

Fleischarme Ernährung ist ratsam

Wenn Sie so wenig Fleisch wie möglich essen, nehmen Sie auch sehr wenig Arachidonsäure zu sich. Diese Säure ist Vorstufe von Prostaglandinen. Und die setzt der Körper bei Entzündungen frei.

Entziehen Sie Ihrem Körper die Arachidonsäure, dann fehlt ihm auch der Stoff zur Bildung der Entzündungsstoffe und damit werden die Auswirkungen der Gelenkentzündungen gemildert. Ungesättigte Omega-3-Fettsäuren verhindern ebenfalls die Produktion von Prostaglandinen.

Vitamin D und Kalzium sollen die Arthritis-Schübe vertreiben. Beide haben nichts mit der Linderung von Rheuma an sich zu tun.

Aber als Folge rheumatischer Erkrankungen tritt oft Osteoporose auf, gerade dann, wenn Sie mit Kortison behandelt werden. Sie sollten sich daher ausreichend mit diesen beiden Stoffen versorgen, um Ihre Knochen stabil und gesund zu halten.

Sie sollten auch mit Ihrem Arzt sprechen, ob es sinnvoll ist, Ihre Nahrung sowohl um Vitamin D als auch um Kalzium zu ergänzen.

Rheuma: Fasten hat kaum Einfluss

Es wird natürlich immer wieder untersucht, ob sich verschiedene Faktoren in der Ernährung nicht doch auf die Krankheit auswirken.

So stehen verschiedene Ernährungsformen immer wieder im Interesse der Wissenschaftler, die sich fragten, ob sich diese nicht positiv oder negativ auf Rheuma auswirken.

Es wurde aber bisher noch nie nachgewiesen, dass falsche Ernährung die alleinige Ursache für entzündliche Rheuma-Erkrankungen oder Weichteilrheuma ist.

Nahrungsmittelallergene sollen schuld am Rheuma sein. Den Ausgangspunkt für diese Untersuchungen bildete das Wissen, dass Nahrungsmittelallergene, wenn auch selten, zu Gelenkbeschwerden führen können.

Daher führten Wissenschaftler in der Vergangenheit mehrere Studien durch, die sich mit der Wirkung der häufigsten Allergene (z. B. Kuhmilch, Gewürze, Ei, Nüsse, Getreide) auf Gelenke befassten.

Dabei stellten sie fest, dass Gelenkbeschwerden bei einigen Patienten in ganz klarem zeitlichem Zusammenhang mit der Aufnahme des Allergens stehen.

Es gibt aber kein allgemein gültiges Ergebnis, dass es einen Zusammenhang zwischen Rheuma und Lebensmittelallergien gibt. Allerdings gibt es durchaus einige wenige Rheumapatienten, bei denen Lebensmittelallergene die Krankheitsschübe beeinflussen.

Sie sollten daher genau beobachten, ob spezielle Nahrungsmittel Ihr Rheuma verschlimmern und dann auf diese verzichten. Dennoch empfehle ich Ihnen nicht, generell zum Beispiel auf Milcheiweiß zu verzichten.

Fasten gilt als ein Mittel, um Rheuma zu lindern. Tatsächlich könnten bei Ihnen die Arthritis-Schübe nachlassen, wenn Sie anfangen zu fasten.

Wir wissen heute aber, dass dieser Effekt nicht von Dauer ist. Fasten kann sich negativ auf Ihr Rheuma auswirken, weil Ihrem Körper die Energie für die Bekämpfung eines Krankheitsschubes fehlt.

Zudem kann beim Fasten, wenn Sie es ohne Anleitung durchführen, schnell eine Mangelernährung eintreten. Ich kann es Ihnen daher zur Rheumalinderung nicht empfehlen.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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