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Tipps für schmerzende Fingergelenke

Viele Frauen in den Wechseljahren bekommen Schmerzen in den Fingergelenken, eine Arthropathia climacteria (klimakterische Gelenkbeschwerden).

Sie gehört zum rheumatischen Formenkreis, ohne eine Arthrose zu sein.

Es wird spekuliert, dass das Absinken der Östrogenspiegel eine entscheidenden Rolle dabei spielt. Bewiesen ist dies allerdings noch nicht. Jedoch fühlen sich manche Frauen mit Gaben von Östrogenen besser.

Aber Sie müssten die Östrogene lebenslang einnehmen. Ein Absetzen der Hormone würde die Wechseljahrserscheinungen nachholen.

Unabhängig von Hormongaben sollten Sie selbst Akupressur gegen die Beschwerden versuchen.

Arthrose der Fingergelenke ist auch eine Art des Rheumas

Wenn es sich bei Ihren Schmerzen in den Fingergelenken um eine Arthrose handelt (die ärztliche Diagnose abwarten!), können Sie sich auch mit einigen einfachen Hausmitteln Erleichterung verschaffen.

Bei Arthrose im Daumensattelgelenk, der Rhizarthrose, sind vermutlich die weicheren weiblichen Gelenkbänder eine der Ursachen dafür, dass sie überwiegend Frauen befällt.

Sie tritt bevorzugt ab dem 40. Lebensjahr auf. Das Daumensattelgelenk liegt in der Tiefe des Handballens. Über dem Gelenk ist oft eine Vorwölbung zu tasten.

  • Manchmal kann ein vorsichtiger(!) Druck auf die sehr empfindliche Stelle schmerzlindernd wirken.
  • Im entzündeten Stadium tut Kälte in Form von Kühlkompressen (aus der Apotheke) gut. Über Nacht können Sie eine Kompresse mit entzündungshemmender Salbe oder mit Quark aus dem Kühlschrank auflegen. Probieren Sie zur Abdeckung statt eines Zwischentuchs eine Plastikfolie aus (um das Bett nicht zu verschmutzen). Darüber kommt eine elastische Binde oder ein Wollhandschuh.

Ist Ihnen ärztlich Ruhigstellung empfohlen oder schmerzt das Daumensattelgelenk vorwiegend bei bestimmten Tätigkeiten, können Sie sich eine so genannte Daumen-Mittelhand-Schiene verschreiben lassen und sie zeitweise anlegen.

Diese Kunststoffhülse, die den halben Daumen und die Mittelhand erfasst, kann maßgerecht angefertigt werden.

Vorsicht: Bei Dauergebrauch laufen Sie Gefahr, dass sich die Arthrose infolge Bewegungsmangels verschlechtert.

Für Arthrose in Fingergelenken, die nicht entzündet sind, eignet sich ein warmes Sandbad. Dafür beschaffen Sie sich in einer Zoohandlung Vogel- oder Aquariumsand, der nicht scharfkantig sein darf.

Feuchten Sand trocknen Sie, auf einem Backblech ausgebreitet, im Backofen bei 175 Grad und füllen ihn in eine passend große Schüssel aus hitzefestem Material um.

Zur täglichen Anwendung erwärmen Sie die Schüssel im Ofen eine halbe Stunde bei 30 bis 50 Grad. Tauchen Sie Ihre Finger in den Sand und lassen Sie sie mit kleinen, sanften Bewegungen in der trockenen Wärme tanzen.

Sie haben doch eine CD, die den Takt angeben kann? Statt Sand können Sie auch erwärmte Kirschkerne benutzen, falls diese Ihnen angenehmer sind.

Handbad für Ihre Rheumafinger

Für ein Handbad setzen Sie über Nacht 40 g Zinnkraut mit 1 l kaltem Wasser an, am nächsten Tag aufkochen und wieder etwas abkühlen lassen.

Durch ein Sieb in zwei Schüsseln beziehungsweise kleine Eimer gießen, mit kühlem Wasser auffüllen, bis die Temperatur angenehm ist. Dann die betroffenen Hände 20 Minuten darin baden. Die Hände nicht abtrocknen, nur abtupfen.

 Für ein Rheumabad geben Sie 200 g getrocknetes Brennnesselkraut in etwa 40 Grad warmes Badewasser und lassen dieses auf 37 Grad abkühlen.

Sie sollten etwa 20 Minuten in der Wanne bleiben. Dann duschen Sie sich kurz ab. Wickeln Sie sich noch feucht in ein Badelaken und legen Sie sich gut zugedeckt für eine halbe Stunde hin.

Heilpflanzentees bei rheumatischen Beschwerden

Rheuma ist eine Krankheit, die vielfältige Ausprägungen haben kann. Sie gehört zu den Erkrankungen, die als Stoffwechselkrankheiten bezeichnet werden – und gerade deren Beschwerden können Sie gut mit Heilpflanzen lindern.

Empfehlenswert sind Heilpflanzen, die die Nieren und die Leber anregen, so den Stoffwechsel positiv beeinflussen, wie zum Beispiel Birken- oder Brennnesselblätter, Schachtelhalm, Weidenrinde oder Löwenzahn.

Lassen Sie sich von diesen getrockneten Pflanzen in der Apotheke einen Tee mischen. Ein Esslöffel voll Pflanzen verwenden Sie für zwei Tassen. Übergießen Sie die Pflanzenteile mit heißem Wasser, lassen Sie fünf Minuten ziehen und seihen Sie dann ab.

Sie können den Tee zwei Monate als Kur trinken, also zwei bis drei Tassen pro Tag. Dann machen Sie sechs Wochen Pause.

Rheuma: Mehr Leben durch mehr Bewegung

Funktionstraining, Rehabilitationssport, Physiotherapie und langsame Sportarten mindern bei Menschen mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen die Schmerzen und verbessern ihre Beweglichkeit.

In den vergangenen Jahren übernahmen die Krankenkassen seltener die Kosten einer Bewegungstherapie. Es nahmen immer weniger Patienten mit rheumatoider Arthritis eine stationäre Rehabilitation wahr.

Die Zahl ist seit 1994 um mehr als die Hälfte gesunken. Das zeigen aktuelle Daten der Kerndokumentation der regionalen kooperativen Rheumazentren.

Dabei erhöhen Bewegungstherapien und die Rehabilitation nicht nur die Lebensqualität, sondern vermindern Arbeitsausfälle, Frühberentung und Folgekosten.

Zu wenig Sport

Starke Schmerzen der Gelenke schränken viele Menschen mit rheumatoider Arthritis bei alltäglichen Bewegungen ein. „Trotzdem erhält etwa ein Drittel dieser Patienten nie eine Rehabilitation und ein Fünftel nie ambulante Bewegungstherapien.“

Dies kritisiert Professor Dr. med. Wilfried Mau, Sprecher der DGRh-Kommission Rehabilitation und Sozialmedizin. Dabei könnten Funktionstraining und Rehabilitationssport ihre Beweglichkeit verbessern und dauerhafte Fehlstellungen von Gelenken verhindern.

„Sportlich aktive Rheuma-Patienten berichten häufiger über eine bessere Lebensqualität und ein gutes psychisches Wohlbefinden“, ergänzt der Spezialist von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Ein inaktiver Lebensstil ist bei Rheuma-Patienten verbreitet. Etwa 40 Prozent treiben keinen Sport.

Zwar bieten Vereine und Selbsthilfegruppen wie die Deutsche Rheuma-Liga Funktionstraining und Rehabilitationssport-Gruppen an. Die Krankenkassen übernehmen immer seltener die Kosten einer Bewegungstherapie, so Mau.

„Rheuma-Patienten mit Gelenkschmerzen sind oft verunsichert, wie viel und vor allem welcher Sport geeignet ist“, so der Rheumatologe.

Bewegung je nach Situation

Eine Sport- und Physiotherapie, bei der sie sich unter Anleitung bewegen, bieten ihnen einen guten Einstieg in dauerhafte sportliche Aktivitäten. Das geschieht am besten in Verbindung mit Informationen und Verhaltenstraining im Rahmen der Rehabilitation.

Spezialisierte Rehabilitationszentren, die über Erfahrungen mit einer großen Zahl von Rheuma-Patienten verfügen, sind besonders geeignet.

Die DGRh empfiehlt, das Sportprogramm an die jeweilige Krankheitssituation anzupassen. „Ist zum Beispiel nur die Hand betroffen, empfehle ich, Fußball zu spielen, aber möglichst nicht Basketball.“ Dies erläutert Professor Dr. med. Ekkehard Genth, Generalsekretär der DGRh.

Seien viele Gelenke entzündet, biete sich eine Bewegungstherapie in warmem Wasser an. Allgemein seien Sportarten mit langsamen Bewegungsabläufen (z.B. Nordic Walking) geeigneter. Die Trainingseinheiten sollten die Patienten häufig und dafür kurz wählen.

Tanztherapie als Alternative

Bewegung gilt als das A und O bei jeder rheumatischen Erkrankung. Sie wirkt einer drohenden Versteifung entgegen und hält Sie mobil. Wenn Sie gegen ärztlich verordnete Heilgymnastik einen Vorbehalt haben, versuchen Sie es mit Tanztherapie.

Die stimmungsaufhellende Wirkung der Musik im Zusammenklang mit den fließenden Bewegungen lösen und lindern die Schmerzen und fördern Ihre Beweglichkeit und Ihre Unternehmungslust.

Leider übernehmen die Krankenkassen diese heilende und sanfte Bewegungsart höchst selten. Aber sie lohnt sich.

Dringend empfiehlt sich die Umstellung auf Vollwertkost mit extrem wenig Fleisch und Zucker. Sie verbessert Ihre Immunsituation und damit Ihren Allgemeinzustand.

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