Rheuma: Tipps
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Gehen Sie auch selbst Ihr Leiden an
Was Ihnen persönlich über die schulmedizinische Behandlung hinaus gut tut, müssen Sie selbst zusammen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Therapeuten herausfinden.
Nutzen Sie die Physikalische Therapie mit Wärme- bzw. Kältebehandlungen. Je nach Ihrem momentanen Zustand (nicht im akut entzündlichen Stadium) wirken Wärmepackungen (Fango, Moor, Lehm, Munari = eine die Haut aufheizende Paste aus Cayennepfeffer und Kreide; kann Hautreizung und Jucken verursachen). Im hochentzündeten Stadium können Kältepackungen die Schmerzen lindern. Dazu Eiswürfel in einem Tuch mit einem Hammer zerschlagen, den Eisbruch in einen Plastikbeutel füllen, Luft hinausdrücken und fest zubinden. In ein Tuch gewickelt auf die schmerzende Stelle legen. Sie können auch eine fertige Kryopackung (aus der Apotheke) verwenden. Sie enthält ein spezielles Gel, das bei Minusgraden weich bleibt. Achtung: Bei einer Kältebehandlung sollten Körper und Raum warm sein!
Rheumasalben mit hautreizender – das bedeutet hautaufheizender – Wirkung sind rezeptfrei in der Apotheke zu bekommen (nicht für akute Entzündungen!).
Saft von Brennnessel oder Birke bremst die Aktivität des Prostaglandin E2. Sie können damit Schmerzmittel einsparen. Bei leichten Schmerzen bereiten Sie sich Tee aus Brennnesseloder Birkenblättern (2 TL auf eine Tasse Wasser); bei starken Schmerzen ist ein Extrakt (Frischpresssaft aus der Apotheke oder dem Reformhaus) zu empfehlen. Nach einer Kur von maximal 6 Wochen eine Pause einlegen.
Weitere Heilpflanzen gegen Schmerzen aus dem rheumatischen Formenkreis erhalten Sie in Apotheken (und manche auch im Reformhaus) als Kapseln, Saft oder Salben: Teufelskralle, Weidenrinde, Fenchel, Schachtelhalm, Guajak-Holz, Königskerze, Wacholderbeeren, Süßholzwurzel (Lakritze), Petersilienwurzel, Löwenzahnwurzel und viele mehr. Kombinationspräparate greifen an verschiedenen Mechanismen der Krankheitsentstehung an.
Vielen Frauen hilft hochdosiertes Vitamin E (400 – 600 Einheiten) und/oder Magnesium (bis zu 200 mg), anderen die Einnahme von Enzymen. Die meisten Ärzte können Ihnen für Sie passende Präparate nennen, aber die Gesetzlichen Kassen übernehmen die Kosten für diese nicht. (Für Selen siehe Seite 8).
Auch zahlreiche homöopathische Komplexmittel (Kombinations-Mittel) nehmen eine gute Wirkung für sich in Anspruch. Lassen Sie sich in einer heilpraktischen oder naturheilkundlich orientierten Praxis beraten.
Die klassische Homöopathie bietet mit ihrem ganzheitlichen Ansatz vielen Menschen mit Rheuma große Hilfe bei der Bewältigung des chronischen Leidens. Vor allem in der ersten Zeit nach Beginn kann sie den Zustand (umfassend) verbessern. Aber selbst bei Deformierung der Gelenke ist noch Linderung der Beschwerden möglich.