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Rheuma-Ernährung: Kann Ihnen eine Ernährungsumstellung wirklich helfen?

Gegen Rheumaschmerzen und die daraus resultierenden Bewegungsprobleme suchen viele Patienten, die ich kenne, einen Ausweg.

Rheuma-Ernährung: Alles Lüge?

Leider wählen manche oft die falsche Methode: Sie fallen auf so genannte Rheuma-Diäten herein. Die gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, und ständig verspricht eine neue Ernährungsform, die Gelenkschmerzen zu lindern.

Entweder handelt es sich dabei um eine Ernährungsumstellung. Dann verzichten Sie zum Beispiel auf Süßigkeiten, auf Fleisch oder Obst.

Oder aber es sind spezielle Mixturen, die Sie kaufen müssen. Auf diese Weise sollen Sie, so wird Ihnen versprochen, die Schmerzen in den Griff bekommen. Beide Ansätze der Rheuma-Ernährung haben eines gemeinsam: Sie wirken nicht.

Gerade beim zweiten Ansatz werden Sie Ihre Schmerzen nicht los, sondern nur Ihr Geld.

Rheuma ist nicht gleich Rheuma

So unterschiedlich Rheuma-Erkrankungen auch sind, eines ist ihnen allen gemeinsam. Es handelt sich um Erkrankungen, die Binde- und Stützgewebe des Bewegungsapparates befallen.

Oft sind zudem auch innere Organe betroffen, etwa Herz, Lunge oder Leber.

Generell lassen sich drei Rheumatypen unterscheiden:

  • Weichteilrheumatismus. Er entsteht durch Abnutzung, aber auch durch falsche Haltung oder Überbeanspruchung der Gelenke. Darüber hinaus können seelische Probleme, die zu Verspannungen führen, diese Rheuma-Art verursachen. Sie äußert sich durch schmerzhaft veränderte Muskeln, Sehnen oder Bänder. Morgens ist der Schmerz stärker, er lässt dann nach, um bei körperlicher Anstrengung sofort wieder aufzutreten.
  • Entzündliches Rheuma: Es ist unter dem Namen rheumatisches Fieber oder auch chronische Arthritis bekannt. Auslöser sind so genannte Autoimmunerkrankungen. Dabei bildet der Körper Abwehrstoffe gegen körpereigenes Eiweiß. Die Gelenke sind entzündet. Es kommt zu Schmerzen und Schwellungen; auf Dauer können die Gelenke versteifen.
  • Degeneratives Rheuma: Abnutzung verursacht Verschleiß an Gelenken. Hierdurch schwellen die Gelenke an und beginnen zu schmerzen. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es dann zu eingeschränkter Beweglichkeit. Die bekannteste degenerative Rheuma-Erkrankung ist die Arthrose. Bei dieser Rheuma-Art ist die Auswirkung der Ernährung auf den Krankheitsverlauf am besten erforscht.

4 einfache Regeln – besser als jede Rheuma-Diät

Es gibt keine wirksame Rheuma-Diät oder Rheuma-Ernährung – auch wenn das immer wieder behauptet wird. Ich kann Ihnen nur eindringlich raten: Lassen Sie die Finger weg von so genannten Rheuma-Diäten.

Stattdessen sollten Sie folgende vier Punkte beachten:

  1. Vermeiden Sie eine Mangelernährung. Rheuma ist eine Krankheit, die durch die entzündlichen Prozesse Ihren Körper stark schwächt. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihrem Körper durch eine ausgewogene Ernährung all das geben, was er braucht, und ihn mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen versorgen. Hier liegt übrigens meine Kritik an Rheuma-Diäten begründet. Es handelt sich dabei um Ernährungsformen, bei denen Sie auf bestimmte Komponenten verzichten sollen. So lange es sich dabei um Schokolade oder Kaffee handelt, mag das durchaus noch vertretbar sein. Anders sieht es aus, wenn Sie auf bestimmte Obst- oder Gemüsesorten verzichten sollen. Dann kommt es schnell zu einem Mangel.
  2. Vermeiden Sie Übergewicht. Ihre Gelenke sind durch Rheuma meist schon sehr beansprucht. Durch Übergewicht steigern sich Belastung und Beanspruchung stark. Hinzu kommt, dass mit steigender Gelenkbelastung durch Übergewicht auch die Schmerzen bei Bewegung zunehmen. Solche Patienten bewegen sich dann noch weniger, nehmen daher noch mehr zu. Durchbrechen Sie diesen Teufelskreis durch geeigneten Sport. Ich möchte Ihnen in diesem Fall Wassergymnastik empfehlen. Sie ist sehr effektiv und belastet die schmerzenden Gelenke nicht.
  3. Lassen Sie nicht zu, dass die Ernährung Ihr Leben beherrscht. Sie müssen zum Beispiel nicht auf Ihren Kaffee am Morgen oder auf ein Schnitzel am Sonntag verzichten – so lange alles in Maßen bleibt. Denn etwas Genuss muss sein, damit auch Ihre Seele gesund bleibt. Nur darauf nehmen die meisten Rheuma-Diäten eben keine Rücksicht.
  4. Bewegen Sie sich ausreichend. Gerade beim Rheuma sind die Folgen mangelnder Bewegung eklatant. Die Muskeln verkümmern, Sehnen verkürzen sich, die Gelenke werden immer steifer. Es kommt zu sich ständig steigernden Schmerzen. Daher sollten Sie in Bewegung bleiben. Wichtig ist, dass die Sportart gelenkschonend ist und Ihre Schmerzen nicht noch mehr steigert. Zu empfehlen sind zum Beispiel Schwimmen oder Aquasport, Walken, Radfahren, je nach Krankheitszustand auch Skilanglauf oder Reiten. Treiben Sie Ihren Sport regelmäßig. Ich empfehle Ihnen ein tägliches, aber sanftes Training, mindestens jeden zweiten Tag sollten Sie sich bewegen. So kräftigen Sie Ihre Muskeln und halten Ihre Gelenke beweglich.

Lindern Sie Ihre rheumatischen Beschwerden mit Schwefelbädern

Schwefel genießt in der Medizin ein hohes Ansehen. Schon im Altertum galten Schwefelbäder als vorzügliches Heilmittel gegen Hautkrankheiten und Alterszipperlein.

Heute ist das Baden in schwefelhaltigen Quellen fester Bestandteil der Therapie bei Rheumaerkrankungen.

Schwefel wirkt bei lokaler Behandlung mild gegen Bakterien, Pilze und Parasiten. Bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises lindert er Schmerzen, baut Entzündungen ab und den Gelenkknorpel wieder auf.

Der wohltuende Effekt tritt schon während des Badens ein. Die Wirksamkeit von Schwefel als Badezusatzes ist klinisch belegt. Kurorte mit Schwefelquellen haben seit jeher einen großen Zulauf.

Schwefelbäder für zu Hause erhalten Sie von unterschiedlichen Herstellern in der Apotheke. Die Wärme des Badewassers verbessert die Durchblutung der Haut und damit die Aufnahme des Schwefels über die Haut.

Bei einer Wassertemperatur von 37 bis 39 Grad Celsius werden die Schwefelpartikelchen am besten von der Haut aufgenommen und an die schmerzenden Gelenke „weitergereicht“.

Als unterstützende Therapie bei rheumatischen Krankheiten empfiehlt sich die zweimalige Anwendung pro Woche. Nach 20 Minuten sollten Sie das Bad beenden, denn sonst weicht Ihre Haut zu sehr auf und trocknet aus.

Rauchen erhöht Rheuma-Risiko gravierend

Wie gefährlich Zigaretten für unseren Körper sind, zeigt eine neue Studie des Karolinska Institut in Stockholm.

Die dortigen Forscher haben sich mit dem Thema befasst, ob Rauchen und Rheuma zusammenhängen können – und wie stark sich die Anzahl der gerauchten Zigaretten sowie die Raucherjahre auf die Entstehung der Erkrankung auswirken.

Bekannt ist nämlich schon lange, dass Raucher stärker unter Rheuma leiden als Nichtraucher und auch mehr Medikamente einnehmen müssen.

Die Wissenschaftler hatten Daten von über 34.000 Frauen von 54 bis 89 Jahren ausgewertet. Dabei erkannten sie: Die Frauen, die jeden Tag zum Glimmstängel griffen, erhöhten ihr Risiko für Rheuma um 130 Prozent.

Und je länger die Frauen rauchten, desto größer war die Gefahr für die Gelenke.

Doch ein Rauchstopp verringert das Risiko für die Erkrankung auch: Nach 15 Jahren ohne Zigaretten ist es um 30 Prozent geringer als ein Jahr nach dem Rauchstopp.

Doch warum wirken sich die Zigaretten so auf die Gelenke aus? Grund dafür ist, dass Rheuma ein Autoimmunerkrankung ist, bei der das Immunsystem citrullinierte Peptide in den Gelenken angreift.

Hierbei handelt es sich um Eiweiße. Bestimmte Stoffe in der Zigarette sorgen dafür, dass diese Eiweiße in größerer Zahl entstehen, was wiederum die Reaktion des Immunsystems beschleunigt.

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