Viele Frauen ab vierzig, fünfzig Jahren stellen fest, dass einige Gelenke zu schmerzen beginnen. Dafür gibt es vielerlei Gründe. Was bedeutet aber die Diagnose „rheumatoide Arthritis“, die Frauen mit zunehmendem Alter dreimal so oft gestellt wird wie Männern?

Was wir so „Rheuma“ nennen, umfasst über hundert verschiedene Krankheitsformen mit unterschiedlichen Ursachen. Um eine halbwegs überschaubare Ordnung in diese Vielfalt zu bringen und damit schneller die richtige Behandlung zu ermöglichen, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Erkrankungen aus dem „rheumatischen Formenkreis“ in vier Hauptgruppen gegliedert:

1. Entzündlich rheumatische Erkrankungen der Gelenke:

Hierzu zählen alle Formen der Arthritis (die Endung -itis deutet stets auf eine Entzündung hin), unter anderen die chronische Polyarthritis (cP), deren neuerer Name rheumatoide Arthritis (RA) ist; Arthritis psoriatica (bei Psoriasis = Schuppenflechte) und Arthritiden nach bestimmten Bakterieninfektionen.

2. Degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen:

Hierher gehören alle „Arthrosen“. Die Ursache ist stets der Verschleiß eines Gelenkes.

3. Muskel- und Weichteilrheumatismus:

Der Begriff umfasst die verschiedenartigen entzündlichen und degenerativen Erkrankungen von Muskeln, Sehnen, Sehnenscheiden, Bändern und Schleimbeutel. (Eine Form ist zum Beispiel die Fibromyalgie mit Schmerzen an den Sehenansatzpunkten und der Muskulatur.)

4. Metabolische Knochenerkrankungen: Sie sind Folgeerscheinungen eines gestörten Stoffwechsels (Metabolismus). Dazu gehören Osteoporose (Knochenbrüchigkeit) oder Osteomalazie (Knochenerweichung).

Können Sie Ihren Schmerz beschreiben?

Da es rund 85 weitere Erkrankungen gibt, deren Symptome rheumatischen Erkrankungen sehr ähneln, ist es wichtig, dem Arzt oder der Ärztin die Diagnose zu erleichtern – schließlich wollen Sie ja möglichst schnell Ihre Schmerzen und Probleme los werden. Deshalb sollten Sie bei der Erstuntersuchung so präzise wie möglich die vier „W“s benennen können: Wo? – Wie? – Wann? – Wovon? Wo tut es weh? Wie schmerzt es? Wann schmerzt es (am meisten)? Wovon hängt der Schmerz ab – vom Wetter, von der Körperhaltung, von bestimmten Arbeiten?

Was ist eine rheumatoide Arthritis?

Menschen mit rheumatischen Beschwerden haben oft das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Wer kann schon nachvollziehen, dass Sie die Bluse nicht zuknöpfen können, weil morgens Ihre Fingergelenke steif sind und unerträglich schmerzen? Oder dass der schmerzende Rücken Sie nächtelang nicht schlafen lässt? Wie bei vielen chronischen Erkrankungen dauert es oft Jahre, bis sich äußere Krankheitszeichen zeigen, bis beispielsweise die Fingergelenke sichtbar anschwellen und sich allmählich unförmig verbiegen.

Die Ursache einer rheumatoiden Arthritis ist wahrscheinlich eine gestörte Immunantwort auf ein nicht bekanntes Antigen (für den Körper „fremder“ Stoff). Bei Menschen mit Rheuma wird das Immunsystem fehlgesteuert, weshalb sie dann beispielsweise anfällig gegen Infektionen werden. Und natürlich ist auch ihre Lebensqualität erheblich eingeschränkt. Welche Frau bedrückt es nicht, wenn sich die Finger verkrümmen, die Haut rot-blau verfärbt, wenn sie kaum mehr in der Lage ist, einen Kugelschreiber oder eine Tasse zu halten? Wenn die Kniegelenke unförmig anschwellen? Wenn sie zunehmend auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen ist?

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