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Reisekrankheit rechtzeitig vorbeugen

Bei der Reisekrankheit (Kinetose) handelt es sich nicht um eine Erkrankung im eigentlichen Sinne, sondern um eine Symptomatik die durch Störungen des Gleichgewichtssinns entstehen. Oftmals treten diese Störungen auf Reisen auf, da durch die gewählten Fortbewegungsmittel bestimmte, ungewohnte Bewegungen auftreten, die den Gleichgewichtssinn durcheinanderbringen können. Personen, die anfällig auf diese Art der Bewegungsreize reagieren leiden unter verschieden Symptomen wie Schwindel, Übelkeit, Erbrechen oder Hyperventilation.

Ursachen und Arten der Reisekrankheit

Die Reisekrankheit wird meist durch Erschütterungen wie schwingende oder rüttelnde Bewegung ausgelöst, die bei Schifffahrten oder Fahrten in einem PKW oder Bus entstehen. Dabei wird durch die Bewegung der Gleichgewichtssinn durcheinandergebracht. Während die Symptome bei Autofahrten häufig auf kurviger Strecke auftreten, sind sie bei Schiffsfahrten oftmals vor allem unter Deck am stärksten. Dies liegt mit darin begründet, dass dort ein Abgleich zwischen Auge und Gehirn fehlt. Das gespürte Schwanken des Schiffes kann unter Deck nicht mit der Wellenbewegung des Wassers abgeglichen werden. Daher wird empfindlichen Personen auch geraten sich überwiegend an Deck aufzuhalten, wo durch das Auge Wellenbewegung und Schiffsschwanken vom Gehirn besser miteinander in Verbindung gebracht und verarbeitet werden kann.

Reisekrankheit© Pixabay - facundowin

Reisekrankheit kann auch im Flugzeug auftreten.

Ähnliches gilt bei Beifahrern auf kurviger Strecke, wenn gleichzeitig der Fahrplan studiert wird. Auch hier wird dem Auge ein ruhender Punkt suggeriert, während andere Sinneseindrücke eine Bewegung weitermelden. Die Informationen, die im Gehirn über die Lage des Körpers im Raum ankommen, müssen also kongruent sein. Sind die wahrgenommenen Informationen über das Auge und das Innenohr, das ebenfalls Bestandteil des Gleichgewichtssinns ist, verschieden, kommt es zu einer Störung des Gleichgewichtsempfindens und damit zu typischen Symptomen wie Schwindel und Übelkeit.

Aber es wird auch von hormonellen Faktoren ausgegangen, die die Symptomatik beeinflussen. So sind beispielsweise bei Erwachsenen Frauen häufiger von einer Reisekrankheit betroffen als Männer. Zudem wurde beobachtet, dass Frauen schneller Symptome einer Reisekrankheit zeigen, wenn sie gerade ihre Regelblutung aufweisen oder schwanger sind.

 Symptome der Reisekrankheit

Die Symptome der Reisekrankheit können von Person zu Person variieren und in ihrer Ausprägung unterschiedlich stark ausfallen. Oft sind sie gerade zu Anfang wenig stark ausgeprägt und machen sich nur durch eine stärkere Müdigkeit und leichte Kopfschmerzen bemerkbar.

Oft gehen die Symptome allerdings mit Übelkeit bis hin zum Erbrechen einher. Dazu kommt Schwindel und kalter Schweiß.


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Die klassischen Symptome sind:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwindel
  • Blässe
  • Schweißausbrüche
  • Hyperventilation

Die Behandlung der Reisekrankheit

Die Behandlung der Reisekrankheit erfolgt symptomatisch. Wirkstoffe wie Diphenhydramin oder Dimenhydrinat wirken gegen Übelkeit und Erbrechen. Meclozin wird zusätzlich vorbeugend gegen Schwindelzustände eingesetzt. Am sinnvollsten ist es, sich in der Apotheke vor Ort über ein geeignetes Mittel zu informieren. Dort finden sich Darreichungsformen als Topfen, Tabletten, Kaugummis und sogar als Pflaster.

Zu beachten ist jedoch, dass viele der Mittel gegen Übelkeit müde machen und die Reaktionsfähigkeit herabsetzen. Wer selber ein Fahrzeug lenken muss, sollte daher besser auf die Anwendung der Mittel verzichten, oder jemand anderem das Fahren überlassen. Hilfreich zu wissen ist, dass Darreichungsformen der Wirkstoffe in Kaugummis oftmals niedriger dosiert sind, und daher weniger müde machen. Dennoch sollte gerade bei erstmaliger Anwendung der Mittel eine Beratung in Anspruch genommen werden.

Je nach Schwere der Reisekrankheit sind die freiverkäuflichen Medikamente auch nicht ausreichend und es muss auf rezeptpflichtige Varianten zurückgegriffen werden. Außerdem sind nicht alle Medikamente gegen Reiseübelkeit gleich gut für Kinder geeignet.

Medikamente Reisekrankheit© Pixabay - ThePixelman

Medikamente gegen Reiseübelkeit sollen 30 bis 60 Minuten vor Reiseantritt eingenommen werden.

Maßnahmen zur Vorbeugung

Medikamente zu Vorbeugung der Symptome sollten 30 bis 60 Minuten vor Reiseantritt eingenommen werden, um ihre volle Wirkung entfalten zu können. Zusätzlich gibt es auch weitere Faktoren die helfen Symptome der Reisekrankheit abzumildern und eventuell sogar zu verhindern.

Koffein und Alkohol kann den Körper unnötig belasten. Wer eine Reise plant und unter Reisekrankheit leidet, sollte ausprobieren an dem Tag und auch den Tag vorher auf diese Substanzen zu verzichten. Außerdem sollte vor Reiseantritt keine Mahlzeiten zu sich genommen, die schwer im Magen liegen.


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Mann am Steuer, Reiseübelkeit© Pixabay - Tabeajaichhalt

Fahrer selber leiden seltener unter Reisekrankheit, da der Blick auf die Straße gerichtet ist und das Gehirn die Sinneseindrücke besser verarbeiten kann.

Im Zug oder im Bus kann es helfen den Sitzplatz vorne und in Fahrtrichtung zu wählen. Dadurch wird die Sinnesverarbeitung erleichtert und im Bus sind Pendelbewegungen vorne mit am geringsten. Weiterhin kann es helfen während der Fahrt nicht zu lesen, sondern aus dem Fenster zu schauen. Denn so wird der Abgleich zwischen optischen und sensorischen Informationen am besten unterstützt.

Zudem bietet auch die Alternativmedizin einige Maßnahmen, die den Symptomen vorbeugen sollen. Frischer Ingwer mindert Übelkeit und kann bei einer leichten Symptomatik angewendet werden. Dazu kann einfach an einem frischen stück Ingwer geknabbert oder ein frischer Tee aufgesetzt werden. Alternativ gibt es Ingwer auch in Tabletten- oder Kapselform und kann etwa eine halbe Stunde vor der Reise eingenommen werden.

Eine weitere Methode ist die Anwendung von Akupressur. Schwindel, der mit der Reizung des Geleichgewichtsorgans zusammenhängt, und damit auch mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen kann, wird durch Drücken des Punkts für den Gleichgewichtssinn behandelt. Der Punkt befindet sich zwei Fingerbreit unterhalb des Nabels. Stimuliert wird er, indem mit er der Fingerspitze oder dem Fingernagel zehnmal feste gedrückt wird. Je frühzeitiger die Akupressur angewendet wird, desto besser ist ihre Wirkung.

Krankheitsverlauf und Prognose

Am häufigsten sind Kinder zwischen zwei und 12 Jahren von der Reisekrankheit betroffen. Oftmals nimmt die Betroffenheit und Stärke der Symptomatik im Laufe des Alters wieder ab. Allerdings können Symptome auch plötzlich auftreten, obwohl vorher nie eine Reisekrankheit bestanden hat. Bestimmte Faktoren erhöhen zudem die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens der Symptome, darunter fallen Menstruationszyklus und Schwangerschaft, aber auch ein erhöhter Alkoholkonsum.

Mit den richtigen Verhaltensweisen und Medikamenten lassen sich die Auswirkungen normalerweise gut in den Griff bekommen. Verstärken sich die Symptome oder lassen sie nach der Reise nicht nach, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Denn durch den Verlust an Flüssigkeit und Salzen durch starkes Erbrechen kann es im schlimmsten Fall auch zu einem Kreislaufkollaps kommen. Außerdem können auch andere, meist Infektionserkrankungen dahinterstecken, die durch ähnliche Symptomatik nicht direkt als solche erkannt wurden.

 

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