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Raynaud-Syndrom lässt Finger und Zehen absterben

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen aufzeigen, was genau hinter plötzlich kalten und blassen bzw. blau-rot werdenden Fingern oder Zehen stecken kann.

Raynaud-Phänomen hat verschiedene Ursachen

Wenn Sie unter kalten Händen, „abgestorbenen“ Fingern oder Zehen leiden, oder Finger und Zehen schmerzen und taub werden, dann kann das sogenannte Raynaud-Phänomen vorliegen.

Es tritt in der Regel bei niedrigen Temperaturen, bei Kontakt mit zu kaltem Wasser oder auch bei seelischem Stress auf.

Leider ist die Ursache für diese primäre Erkrankungsform unbekannt. Ausgelöst wird sie in der Regel durch eine Verkrampfung der kleinen Arterien in den betroffenen Gliedmaßen. Betroffen sind grundsätzlich mehr Frauen als Männer.

Zu Beginn der Erkrankung sind in der Regel nur einzelne Finger und Zehen betroffen.

Das sekundäre Raynaud-Syndrom

Ein ähnliches Erkrankungsbild zeigt das sekundäre Raynaud-Syndrom. Die Ursachen hierfür sind allerdings bekannt.

Schuld an seinem Auftreten sind unterschiedlichste Organerkrankungen, zum Beispiel Bindegewebs- und Blutkrankheiten. Aber auch bestimmte Medikamente können es auslösen.

Das hilft Ihnen bei Weißfingeranfällen

Die Kältekrankheit der Hände ist weit verbreitet und gilt als harmlos. Erst sind die Hände leichenweiß und kribbeln, dann verfärben sie sich blau-violett und schmerzen.

Wenn die Blutgefäße der Finger oder Zehen „dichtmachen“, ist das eine Folge von Gefäßkrämpfen, die durch Kälte oder Stress ausgelöst werden.

Erstmals wurden diese Symptome 1862 von dem Pariser Arzt Maurice Raynaud beschrieben. Von Morbus Raynaud sprechen die Mediziner, wenn sie keine Ursache für die Symptome finden.

Es liegen also keine Nerven- oder Gefäßschäden vor, sondern eine Fehlsteuerung. Manche Medikamente können ebenfalls derartige Symptome auslösen – etwa Beta-Blocker oder abschwellende Nasentropfen im schädlichen Dauergebrauch.

Die Schulmedizin hat wenig zu bieten, um Ihnen zu helfen, wenn Sie unter Morbus Raynaud leiden.

Sie verabreicht meist Medikamente wie Kalzium-Antagonisten oder Blutdruckmittel, manchmal auch Beruhigungsmittel. Einige Zeit hat man versucht, gefäßerweiternde Mittel oder Blutverdünner einzusetzen. Doch das hat sich als wirkungslos erwiesen.

Auf gefäßerweiterende Mittel reagieren die Fingerarterien nicht, Blutverdünner beeinflussen zwar die Blutgerinnung, mindern aber die Zähigkeit des Blutes nicht.

Das können Sie für sich selbst tun:

  • Auf jeden Fall müssen Sie das Rauchen gänzlich aufgeben, denn Nikotin verstärkt das Zusammenziehen der Arterien.
  • Setzen Sie gefäßverengende Nasensprays und -tropfen ab.
  • Achten Sie vor allem darauf, dass Ihr Kopf, Ihr Rumpf, Arme und Beine gut vor Kälte geschützt sind. Ziehen Sie immer Handschuhe an und setzen sich eine Mütze auf, wenn es kalt ist. Kaufen Sie sich Pulswärmer und ziehen Sie dicke Socken an.
  • Treten die Symptome vor allem in Stressphasen auf, helfen Ihnen Entspannungsübungen wie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation.
  • Treiben Sie Sport, denn dies wirkt gefäßstärkend und erweiternd. Das Blut kommt schneller und besser in die kleinen Gefäße. Gehen Sie zumindest viel an der frischen Luft spazieren.
  • Trinken Sie während eines Anfalls viel, das erhöht die Fließfähigkeit des Blutes.
  • Als günstig hat sich eine basenreiche Ernährung erwiesen.
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Dr. Martina Hahn-Hübner
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Alte Kommentare
  • Ruth Beisler schrieb am 31.01.2013, 16:25 Uhr

    Sehr hilfreich beim Raynaud Syndrom sind bei Bedarf 2-3 Tropfen Nifehexal. Vorsicht allerdings bei sehr niedrigem Blutdruck.

  • Dr Hans Häußler schrieb am 01.02.2013, 11:13 Uhr

    Sehr ähnliche Symptome verursacht das Rauchen, besonders in jungen Jahren und in Verbindung dann mit Kälte.