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Alle Hintergründe zum Thema Raynaud-Syndrom

Das Raynaud-Syndrom, auch Morbus Raynaud, Digitus mortuus, Reilsche Finger oder Leichenfinger genannt, ist eine Gefäßerkrankung, die in den meisten Fällen harmlos ist.

Sie wurde nach ihrem Entdecker, dem französischen Arzt Maurice Raynaud, benannt.

Weißfingerkrankheit

Das Raynaud-Syndrom führt zu anfallsartig auftretendem Erblassen von Fingern, Zehen und manchmal auch von Nasenspitze und Ohren.

Der Grund hierfür liegt in einer krampfartigen Verengung der Blutgefäße.

Bei stillenden Frauen können in Ausnahmefällen auch die Brustwarzen betroffen sein. Etwa fünf bis zehn Prozent der Gesamtbevölkerung leiden am Raynaud-Syndrom; junge Frauen sind jedoch bis zu fünfmal häufiger betroffen als Männer.

Man unterscheidet zwischen primärem und sekundärem Raynaud-Syndrom. Beim primären Raynaud-Syndrom treten die Symptome ohne eine feststellbare Grunderkrankung auf.

Beim sekundären Raynaud-Syndrom dagegen sind die Krämpfe in den Blutgefäßen eine Begleiterscheinung anderer Krankheiten, wie beispielsweise Arteriosklerose, CREST-Syndrom oder Lupus erythematodes.

Auch eine Beanspruchung der Finger beispielsweise bei Pianisten, die Einnahme von Beta-Blockern, eine Chemotherapie sowie eine Vergiftung, etwa mit Schwermetallen, kann ein sekundäres Raynaud-Syndrom auslösen.

Gänzlich geklärt sind die Auslöser der Krankheit jedoch nicht; man vermutet hormonelle Ursachen sowie Kälte und Stress.

Die Symptomatik verläuft meistens in drei Phasen, die wegen der unterschiedlichen Färbung der Haut auch Trikolore-Phänomen genannt werden:

  1. Durchblutungsstörungen oder Ischämie, die eine plötzliche Blässe des befallenen Gewebes auslösen
  2. Zyanose oder Blaufärbung von Fingern und Zehen
  3. verstärkte Durchblutung oder Hyperämie, die mit Hautrötungen sowie Kribbeln und Klopfen in den betroffenen Körperteilen einhergeht

Selten verursacht das Raynaud-Syndrom wirkliche Schmerzen. Es ist auch in den meisten Fällen harmlos. In schweren Fällen, in denen das Gewebe längere Zeit extrem mangeldurchblutet wird, kann es aber auch zu dauerhaften Gewebeschäden kommen.

Morbus Raynaud: Halten Sie sich an den Kältezonen vor allem warm

Vermutlich wird Morbus Raynaud auch durch Verspannungen und Verklemmungen im Halswirbelsäulenbereich verursacht. Bei den verschiedenen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises werden die „Weißfinger- Anfälle“ häufiger beobachtet.

Selten treten die Erscheinungen an anderen Körperstellen auf. Die ärztliche Fachzeitschrift „Medical Tribune“ berichtete vor einer Weile über Morbus-Raynaud-Symptome an den Brustwarzen.

Dieser macht sich meist in der Schwangerschaft zum ersten Mal bemerkbar. Der Anfall führt dazu, dass sich die Brustwarze stark zusammenzieht, ganz hell wird und höllisch schmerzt.

Die Schulmedizin hat wenig zu bieten, um Ihnen zu helfen, wenn Sie unter Morbus Raynaud leiden. Sie verabreicht meist Medikamente wie Kalzium-Antagonisten oder Blutdruckmittel, manchmal auch Beruhigungsmittel.

Einige Zeit hat man versucht, gefäßerweiternde Mittel oder Blutverdünner einzusetzen. Doch das hat sich als wirkungslos erwiesen.

Auf gefäßerweiterende Mittel reagieren die Fingerarterien nicht, Blutverdünner beeinflussen zwar die Blutgerinnung, mindern aber die Zähigkeit des Blutes nicht.

Eine operative Durchtrennung des Stressnerven Sympathikus hat sich ebenfalls nicht bewährt, zumal dafür der Brustkorb in einer großen Operation geöffnet werden muss und der Sympathikus auch medikamentös zu beeinflussen ist.

Was Sie selbst tun können:

  • Auf jeden Fall müssen Sie das Rauchen gänzlich aufgeben, denn Nikotin verstärkt das Zusammenziehen der Arterien.
  • Setzen Sie gefäßverengende Nasensprays und -tropfen ab.
  • Achten Sie vor allem darauf, dass Ihr Kopf, Ihr Rumpf, Arme und Beine gut vor Kälte geschützt sind. Ziehen Sie immer Handschuhe an und setzen sich eine Mütze auf, wenn es kalt ist. Kaufen Sie sich Pulswärmer und ziehen Sie sich dicke Socken an.
  • Treten die Symptome vor allem in Stressphasen auf, helfen Ihnen Entspannungsübungen wie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation.
  • Treiben Sie Sport, denn dies wirkt gefäßstärkend und erweiternd. Das Blut kommt schneller und besser in die kleinen Gefäße. Gehen Sie zumindest viel an der frischen Luft spazieren.
  • Trinken Sie während eines Anfalls viel, das erhöht die Fließfähigkeit des Blutes.
  • Als günstig hat sich eine basenreiche Ernährung erwiesen.

Diagnose und Therapiemöglichkeiten

Das Raynaud-Syndrom kann mittels akraler Oszillographie im Zusammenhang mit einem Provokationstest bestätigt werden. Eine Behandlung oder eine Therapie ist oft nicht nötig; leichte Symptome können mit Wärme und Entspannungsübungen gut unter Kontrolle gebracht werden.

In schwereren Fällen kann eine Medikamentengabe in Betracht gezogen werden. Fruchtet auch diese nicht, so bleibt als letzte Möglichkeit die Durchtrennung des Sympathikus-Nervs.

Da diese Operation jedoch Nebenwirkungen hat und auch nicht ohne Risiken ist, versucht man üblicherweise, diesen Schritt zu vermeiden. Generell ist auch eine homöopathische Behandlung des Raynaud-Syndroms möglich und erfolgversprechend.

Verschiedene Therapeuten empfehlen Raynaud-Patienten, starke Temperaturwechsel zu meiden und im Winter Hand- und Fußwärmer zu benutzen.

Um die Gefäße nicht noch mehr zu verengen, sollte aufs Rauchen am besten komplett verzichtet werden. Armkreisen kann zu einer besseren Durchblutung der Finger beitragen.

So kann jeder Betroffene selbst etwas tun, um den nächsten Anfall zu vermeiden, hinaus zu zögern oder zumindest abzuschwächen.

Raynaud-Syndrom Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Raynaud-Syndrom: Behandlung

Das Raynaud-Syndrom sollte behandelt werden. Eine medizinische Abklärung kann auch andere Störungen ausschließen, die zu ähnlichen Symptomen führen können.

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Leiden Sie unter kalten Händen, „abgestorbenen", tauben oder schmerzenden Fingern oder Zehen, kann das sogenannte Raynaud-Syndrom vorliegen.

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