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Arterielle Verschlusskrankheit: Geben Sie das Rauchen auf!

Wenn Sie rauchen, lassen Sie es sein. Nichtrauchen gilt als der beste Weg, Claudicatio intermittens zu vermeiden und zu vermindern. Ehemalige Raucher weisen ein zehnmal geringeres Risiko einer Beinamputation auf als Raucher.

Körperliche Betätigung führt dazu, dass Sie das Problem überhaupt erkennen. Sie stellt gleichzeitig auch die beste Behandlung dar.

Mit regelmäßiger körperliche Betätigung gewöhnen sich die Muskeln daran, mit weniger Sauerstoff effizienter zu arbeiten. Körperliche Bewegung verbessert darüber hinaus den Blutstrom in den feineren Arterien der Beine und fördert somit die Entwicklung eines Nebenkreislaufs.

Respektieren Sie Ihre Grenzen

Laufen Sie, steigen Sie Treppen oder fahren Sie (Trimm-)Rad bis zur Schmerzgrenze. Es ist kein Schmerz, durch den Sie zur Heilung „hindurch” müssen. Bewegen Sie sich regelmäßig.

Nehmen Sie sich drei- bis fünfmal pro Woche je 30 Minuten vor. Bis zu 70 Prozent der Patienten, die mit einem regelmäßigen Bewegungssprogramm beginnen, laufen innerhalb von sechs bis zwölf Monaten ohne Schmerzen bedeutend weiter.

Mit regelmäßigem Gehen erhöhen Sie die schmerzfrei zurückgelegte Strecke um 200 bis 300 Prozent.

Suchen Sie einen Arzt auf bei Symptomen, die auf Durchblutungsstörungen der Beine hindeuten. Bei einer frühzeitig gestellten Diagnose erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Schmerzen durch die körperliche Bewegung ohne eine Operation bessern.

Was können Sie dagegen tun?

  • Erteilen Sie sich absolutes Rauchverbot. Rauchen ist und bleibt ein entscheidender Risikofaktor.
  • Schlagen Sie Ihre Beine nicht übereinander. Das behindert die Blutzirkulation.
  • Seien Sie aktiv und specken Sie ab. Bewegung trainiert Ihre Gefäße und verbessert die Blutversorgung. Nehmen Sie die Treppe statt den Aufzug und gehen Sie spazieren.
  • Genießen Sie Alkohol in Maßen: Moderater Alkoholgenuss (täglich 1 Glas Wein oder Bier) senkt das Risiko für Gefäßerkrankungen. Zu viel Alkohol bringt negative Konsequenzen für Herz, Blutdruck, Gehirn und Leber.
  • Fußpilz gilt als Einfallstor für Infektionen, die bei der arteriellen Verschlusskrankheit schlecht abheilen. Inspizieren Sie regelmäßig Ihre Füße. Laufen Sie nicht barfuß, denn bei Durchblutungsstörungen heilen Verletzungen schlechter. Fußnägel schneiden Sie sicherer, wenn Sie sich vorher ein Fußbad gönnen.

Nutzen Sie die hier vorgestellten Möglichkeiten zur Selbsthilfe. Bei mehr als 70 Prozent der Patienten reicht die Änderung des Lebensstils aus, um ein Voranschreiten der Krankheit zu unterbinden.

Bewährte Naturheilverfahren

  • Akupunktur
  • Enzymtherapie
  • Neuraltherapie
  • Kneippsche Anwendungen, z.B. ansteigende Bäder oder Güsse (bitte zu Beginn unter Anleitung)
  • Massagen
  • Reizstrom
  • Sauerstofftherapie
  • Vitalstoffe

Eine Arteriosklerose und damit das Raucherbein bremsen Sie zudem durch eine Reihe von Vitalstoffen. Speziell das Gehtraining unterstützen Sie mit dem vitaminähnlichen Stoff Carnitin.

In einer Studie der Universität Kansas in Lawrence/USA nahmen Patienten sechs Monate lang täglich 2 g Carnitin zusätzlich zum Gehtraining ein. Die schmerzfreie Gehstrecke verlängerte sich um 50 Prozent.

Patienten mit einem Scheinmedikament (Placebo) schafften 25 Prozent mehr.

Diese Vitalstoffe fördern die Durchblutung
VitalstoffTagesdosis*
Vitamin C250 – 500 mg
Vitamin E200 – 800 Int. Einh.
Folsäure0,5 mg
Vitamin B120,5 mg
Niacin1,5 – 3 g
Beta-Carotin25 mg
Arginin700 – 3.000 mg
Selen100 µg
Omega-3-Fettsäuren1 g
* Diese Tagesdosen eignen sich nicht zur Selbstbehandlung. Sie sollten die Substanzen nur bei einem ärztlich nachgewiesenen Mangel einnehmen.

Medikamente zur Behandlung der Claudicatio intermittens

Pentoxifyllin (z. B. Trental®) gilt als einer der zugelassenen Wirkstoffe bei Claudicatio intermittens. Er macht das Blut dünnflüssiger, sodass es leichter durch die verengten Gefäße fließt.

Ein anderer Wirkstoff ist Buflomedil (z. B. Bufedil®).

Ein Drittel der Patienten steigern nach Einnahme von Pentoxifyllin ihre Gehstrecke. Ihr Arzt empfiehlt unter Umständen eine regelmäßige Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS, z.B. Aspirin®).

Das Medikament macht das Blut ebenfalls weniger zähflüssig. Gelegentlich verschreiben Ärzte ein Kumarin-Derivat (Marcumar®), ein stark „blutverdünnendes“ Mittel.

Zu den neuen Medikamenten in der Entwicklung gehört der Endothelial Growth Factor (VEGF, endothelialer Wachstumsfaktor). Den VEGF produziert nach erfolgreicher Übertragung von Genen der Körper des Patienten selbst an der richtigen Stelle.

Er löst das Wachstum von Blutgefäßen aus. Die VEGF-Therapie befindet sich in Deutschland im Stadium des Tierversuchs.

Hier gibt es darüber hinaus seit längerem zahlreiche Präparate, die Bestandteile oder Wirkstoffe des Gingkobaums (Gingko biloba) enthalten.

Nutzen von neuem Medikament umstritten

2007 kam in Deutschland mit Pletal® ein neues Medikament gegen Durchblutungsstörungen in den Beinen auf dem Markt. Doch Experten des Arznei-Telegramms warnen vor der Einnahme des Mittels.

Das Präparat erhöht das Blutungsrisiko,und bei jedem dritten Patienten treten Kopfschmerzen als Nebenwirkung auf. Die Langzeitwirkungen seien nicht überprüft.

Darüber hinaus gebe es keinen Beweis dafür, dass der Wirkstoff der herkömmlichen Behandlung mit niedrig dosiertem ASS (Acetylsalicylsäure) bei der arteriellen Verschlusskrankheit überlegen ist.

Lassen Sie die Finger von diesem Mittel. Die Risiken übersteigen den Nutzen.

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