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Arterielle Verschlußkrankheit: Diagnose

Wenn einer der genannten Risikofaktoren auf Sie zutrifft, sollten Sie Ihren Arzt beim nächsten Besuch einmal darum bitten, Sie auf mögliche Anzeichen eines Raucherbeins (arterielle Verschlusskrankheit) zu untersuchen.

Dazu sollte er unter anderem den so genannten Knöchel-Arm-Index bestimmen: Zunächst wird der Blutdruck mit einer Manschette auf Höhe Ihres Fußknöchels gemessen.

Der Arzt sollte den Druck an beiden Knöcheln bestimmen. Für die Berechnung wird dann der schwächere Wert herangezogen. Danach wird der Blutdruck wie gewöhnlich am Arm gemessen.

Für den Index wird jeweils der systolische (obere) Blutdruckwert des Knöchels durch den des Arms geteilt (Beispiel: Knöchelwert 120 mmHg, Armwert 140 mmHg, ergibt einen Knöchel-Arm-Index von etwa 0,86).

Werte unter 0,9 sind ein deutlicher Hinweis auf eine bestehende Verschlusskrankheit. Die Treffsicherheit dieser Messung liegt bei etwa 98 %.

Des Weiteren gibt es noch den Gehtest auf dem Laufband mit standardisierter Geschwindigkeit und Steigung. Dabei wird die Strecke bis zum Auftreten von Schmerzen gemessen.

Gehen Sie so viel wie möglich zu Fuß, auch wenn es weh tut

Wird bei Ihnen die Erkrankung eines Raucherbeins festgestellt, müssen zunächst die Ursachen bekämpft werden.

Ihr Arzt wird Ihnen wahrscheinlich durchblutungsfördernde Medikamente (z. B. Gerinnungshemmer, Ginkgo-Extrakte, Aspirin®) verschreiben. In schweren Fällen ist eventuell eine Operation notwendig, um die Engstelle in den Arterien zu entfernen.

Die Erkrankung verläuft in den folgenden 4 Stadien:

Stadium I:

  • keine Schmerzen
  • Gefäßverengungen schon nachweisbar
  • Puls eventuell leicht abgeschwächt

Stadium II:

  • Schmerzen beim Gehen (typische „Schaufensterkrankheit“)
  • Puls meist deutlich abgeschwächt

Stadium III:

  • Schmerzen schon beim Liegen (z. B. nachts)
  • Gehen extrem schmerzhaft
  • Puls manchmal kaum noch tastbar

Stadium IV:

  • Entzündungen und Geschwüre werden sichtbar
  • Gewebe stirbt bereits ab (Amputationsgefahr!)
  • Puls fehlt

Arterielle Verschlusskrankheit: Diese Therapiemöglichkeiten gibt es

  • Umgehung der Engstelle mit einem Bypass (aus körpereigener Vene oder Kunststoff)
  • Weitung der Engstelle mit einem Katheter (Ballondilatation)
  • Durchblutungsfördernde Medikamente (z. B. Gerinnungshemmer, Ginkgo-Extrakte, Aspirin®)
  • Cholesterinsenker (z. B. Statine, Niacin, Fibrate)

Allerdings können Sie auch eine ganze Menge selbst tun, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Auch wenn es Ihnen widersprüchlich vorkommt: Gerade das Gehtraining ist eine tragende Säule der Therapie – obwohl es Schmerzen verursacht.

Beim Gehtest wird zunächst die Strecke ermittelt, die Sie schmerzfrei gehen können. Wenn Sie 75 % davon täglich mehrfach zurücklegen, werden verstärkt entlastende Umgehungskreisläufe gebildet.

Nach und nach können Sie so die schmerzfreie Gehstrecke steigern. Gönnen Sie sich Pausen, sobald Schmerzen auftreten, um dann erneut weiterzugehen. Um das Gehtraining zu ergänzen, bietet Ihnen vor allem die Naturheilkunde hervorragende Möglichkeiten.

Eine große Studie der Universität Bochum aus dem Jahr 2004 hat zu einem erschreckenden Ergebnis geführt: Fast jeder fünfte Deutsche über 65 Jahren leidet an dem sogenannten Raucherbein (arterielle Verschlusskrankheit).

Das sind Durchblutungsstörungen – vor allem der Beine -, die durch Engpässe in den Arterien entstehen.

Im fortgeschrittenen Stadium verspüren die Patienten schon nach kurzer Gehstrecke starke Schmerzen in den Waden.

Doch nicht nur die Gesundheit Ihrer Beine ist in Gefahr, sondern die AVK ist auch ein wichtiger Indikator dafür, dass Ihr Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt deutlich erhöht ist.

Beachten Sie daher unbedingt die ersten Anzeichen. Ein einfacher Test beim Arzt kann klären, ob auch Sie betroffen sind. Wenn ja, können Sie mit einem speziellen Gehtraining, durchblutungsfördernden Naturheilverfahren und Vitalstoffen die Krankheit stoppen.

Skandalös: Viele Ärzte sind schlecht ausgebildet

Wegen der vielen Pausen, die Betroffene beim Gehen einlegen müssen, wird die AVK im Volksmund auch als „Schaufensterkrankheit“ bezeichnet. Eine andere Bezeichnung für das fortgeschrittene Stadium ist „Raucherbein“, was darauf hindeutet, dass auch Raucher stark betroffen sind.

Allerdings – und das ist ein weiteres Ergebnis der im Jahr 2004 been-deten Bochumer Studie – nur jeder zweite Patient kennt sein Leiden.

Denn zu Beginn sind die Beschwerden eher schwach und lassen sich z. B. durch langsameres Gehen recht gut kompensieren. Hier sind vor allem die Hausärzte gefordert.

Doch auch bei denen scheint es mit dem Wissen um die Krankheit zu hapern. Der Gefäßexperte Professor Gottfried Rudofsky von der Universität Essen kritisiert, dass Mediziner das Raucherbein oft mit orthopädischen Leiden (z. B. Gelenkbeschwerden oder Wirbelsäulenschäden) verwechseln.

Er glaubt, dass daher fast jeder zweite Raucherbein-Patient falsch behandelt wird! „Viele Ärzte haben die richtige Diagnostik nie gelernt“, so Professor Rudofsky.

Dabei kann eine einfache Blutdruckmessung, kombiniert an Arm und Fußknöchel, das Raucherbein sicher nachweisen. Im Folgenden stellen wir Ihnen dieses Verfahren genauer vor.

Die Schmerzen entstehen durch Sauerstoffmangel in den Beinen

Die Ursache der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (medizinisch: Claudicatio intermittens) ist eine Verkalkung (Arteriosklerose) der Bein- und Beckenarterien.

Bei dem Raucherbein gelangt daher, je nach Stadium der Krankheit, nicht mehr genug sauerstoffreiches Blut in die Füße und Beine.

Starke Schmerzen bei Belastung sind die Folge, z. B. beim Gehen, Treppensteigen oder Radfahren. Je nachdem, welche Region am stärksten betroffen ist, unterscheiden Mediziner ein Raucherbein vom Becken-, Oberschenkel- oder Unterschenkeltyp.

Bei manchen Patienten sind auch Arme und Schultern schlecht durchblutet (Schulter-Arm-Typ).

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