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Schaufensterkrankheit: So werden Sie gegen Ihr Raucherbein aktiv

Auslöser der Schaufensterkrankheit (auch „periphere arterielle Verschlusskrankheit“; pAVK) ist meist eine Arteriosklerose (Gefäßverengung) in den Arterien Ihrer Beine, also Durchblutungsstörungen, die durch Engpässe in den Arterien entstehen.

Typische Folge: Die Beinmuskeln werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Der Sauerstoffmangel löst dann bei Belastungen (Gehen, Treppensteigen) krampfähnliche oder stechende Schmerzen aus.

Warum Schaufensterkrankheit?

Die Schmerzen in den Waden treten meistens bei starker Belastung auf (z. B. schnelles Gehen, Treppensteigen). Wenn Sie stehen bleiben, lassen die Schmerzen sehr bald nach.

Diese Gehbehinderung gibt der Krankheit den Namen „Schaufensterkrankheit“. Die Betroffenen nutzen jedes Schaufenster für eine kleine Pause.

Eine ernüchterndere Bezeichnung dafür ist „Raucherbein“. Nimmt die Durchblutungsstörung zu, können die Schmerzen bereits in Ruhe auftreten. Die Gefahr: Im Endstadium stirbt Gewebe ab. Im schlimmsten Fall drohen Amputationen (Zehen, Fuß, Unterschenkel).

Die ersten Anzeichen einer Verschlusskrankheit

  • Schmerzen beim Gehen
  • Kältegefühl
  • Taubheit
  • blasse Hautfarbe

Neben Rauchen, Diabetes und Übergewicht mit seinen Begleiterscheinungen ist Bewegungsmangel ein Hauptrisikofaktor. Gehen Sie deshalb so viel wie möglich zu Fuß, selbst wenn es Ihnen weh tut.

Bewegung trainiert Ihre Gefäße und verbessert Ihre Blutversorgung. Nach und nach können Sie Ihre Gehstrecke langsam wieder ausbauen, ohne dass sich dabei auch die Schmerzen steigern.

Tragen Sie bequemes Schuhwerk und nichts, was Sie einengt. Schlagen Sie die Beine nicht übereinander. Das behindert Ihre Blutzirkulation.

Bei mehr als 70 Prozent aller Betroffenen reicht allein diese Umstellung des Lebensstils (nicht rauchen, mehr bewegen und Übergewicht abbauen) aus, um ein Voranschreiten der Erkrankung zu unterbinden.

Bewegungstraining: Schritte in die richtige Richtung!

Durch regelmäßiges Gehtraining können sich neue Blutgefäße bilden, die einen verstopften Gefäßabschnitt umgehen. Dadurch wird wieder mehr sauerstoffreiches Blut in die Beinmuskulatur transportiert.

Bei konsequenter Durchführung nehmen Ihre Schmerzen mit der Zeit ab: Die mögliche Gehstrecke verlängert sich oft erheblich.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob das Gehtraining für Sie ratsam ist. Alternativ kommt auch Radfahren (Fahrradergometer, Standfahrrad) in Frage.

Grundsätzlich gilt: Gehstrecke, Gehgeschwindigkeit und Gehdauer müssen auf Ihre individuelle Leistungsfähigkeit angepasst werden. Das Gehtraining darf nicht zu starken Schmerzen führen.

Setzen Sie auf sanftes Intervalltraining

Ideal ist es, wenn Sie Ihr Training täglich während eines ein- bis zweistündigen Spazierganges durchführen, mindestens aber dreimal pro Woche für 30 Minuten.

  1. Gehen Sie forsch los.
  2. Vermindern Sie Ihre Gehgeschwindigkeit deutlich, wenn die Schmerzen beginnen, oder bleiben Sie stehen. So ermitteln Sie Ihre schmerzfreie Gehstrecke.
  3. Ruhen Sie sich mindestens eine bis zwei Minuten lang aus.
  4. Dann gehen Sie wieder in forschem Tempo über etwa 90 Prozent Ihrer schmerzfreien Gehstrecke und machen wieder eine Pause, im Idealfall kurz bevor sich die Schmerzen wieder melden.

Lockern Sie Ihre Beinmuskulatur

Mit den folgenden Übungen entspannen Sie Ihre Beinmuskeln und verbessern die Sauerstoffversorgung.

Übung 1: Beine ausschütteln

Stellen Sie sich seitlich an eine Wand und stützen Sie sich mit der Hand ab. Dann schütteln Sie Ihre Beine abwechselnd kräftig aus.

Übung 2: Beinschwingen

In der gleichen Position schwingen Sie Ihre Beine abwechselnd leicht nach vorne und hinten. Führen Sie die Übung für eine bis zwei Minuten lang durch.

Stärken Sie Ihre Wadenmuskulatur: Zehenstand

Gönnen Sie Ihren Waden diese Übung mindestens zweimal täglich.

  1. Im Stand verteilen Sie Ihr Gewicht symmetrisch auf beide Beine.
  2. Heben Sie langsam die Fersen vom Boden und verlagern Sie Ihr Gewicht beidseits auf den Vorfuß.
  3. Senken Sie langsam die Fersen wieder ab und entspannen Sie Ihre Wadenmuskulatur.
  4. Machen Sie eine kurze Pause, dann drei bis vier Wiederholungen.
  5. Dehnen Sie Ihre Waden anschließend im Ausfallschritt, am besten indem Sie sich mit beiden Händen an einer Wand abstützen. So beugen Sie Wadenkrämpfen vor.
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Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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