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Raucherbein oder Schaufenster-Krankheit – kein reines Kettenraucher-Problem

Das Raucherbein bezeichnet man auch als Schaufenster-Krankheit oder periphere arterielle Verschlusskrankheit der Beine. Die Krankheit entsteht durch die Verengung – bzw. in schweren Fällen den Verschluss – der die Beine versorgenden Arterien. Ursache des Raucherbeins ist nahezu immer eine Arteriosklerose.

Anders als der volkstümliche Name vermuten lässt, gilt das Rauchen nicht als alleinige Ursache für die arterielle Verschlusskrankheit. Auch Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechsel-Störungen sowie in Ausnahmefällen eine genetische Disposition führen u. U. zu massiven Durchblutungstörungen.

Immer mehr Nichtraucher leiden am Raucherbein

„Arteriosklerose im Bein? – Das bekommen doch nur Kettenraucher!“ Diese Vorstellung hält sich immer noch hartnäckig in unserem Land. Nur die wenigsten Menschen wissen, dass sogar Nichtraucher in steigendem Maße von schweren Durchblutungsstörungen der Beine und Arme betroffen sind.

Die Medizin spricht von der „peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK)“. Sie verursacht in fortgeschrittenem Stadium nicht nur starke Schmerzen und fesselt den Patienten ans Haus. Letztlich führt sie unter Umständen zu Gewebs-Zerstörungen. Aus diesem Grund nimmt man in Deutschland jährlich 30.000 Bein- und Fußamputationen vor.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Angiologie sind derzeit mindestens 3 Mio. Bundesbürger über 55 an diesem tückischen, lange im Verborgenen schwelenden Leiden erkrankt – Tendenz: rapide steigend.

Raucherbein: Die „Schaufenster-Krankheit“

Sind die Beingefäße durch eine Arteriosklerose verengt, kommt beim Gehen nicht genug Sauerstoff in den Muskeln an. Die Folge sind Schmerzen. Durch eine kurze Gehpause sinkt der Sauerstoffbedarf und der Schmerz verschwindet. Weil die Betroffenen gerne zur Tarnung vor einer Auslage pausieren, spricht der Volksmund von der „Schaufenster-Krankheit“.

Der Fachausdruck „periphere arterielle Verschlusskrankheit“ beschreibt die Erkrankung sehr genau: „Peripher“ bezieht sich auf Beine und Arme, die die Peripherie (Umgebung) des Körperrumpfs bilden. „Arteriell“ bedeutet, dass die vom Herz kommenden Blutgefäße, die das Gewebe mit sauerstoffreichem Blut versorgen, betroffen sind; und Verschluss, dass die Blutgefäße langsam undurchlässig werden. In 90% der Fälle betrifft die Krankheit die Bein- und Becken-Arterien, in 10% zusätzlich die Arm-Arterien.

Die wichtigsten Risikofaktoren für eine pAVK

  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • zu hohe LDL-Cholesterin- und/oder Triglycerid-Werte
  • zu hohe Homocystein-Werte
  • Übergewicht
  • Diabetes
  • Bewegungsmangel
  • Alter über 50 Jahre

Die periphere Arteriosklerose war schon immer eine „Wohlstandskrankheit“, wie der Heidelberger Pathologe Dr. Friedrich Tiedemann vor über 150 Jahren erkannte. Bereits 1843 warnte er vor fetten Speisen, Alkohol und Bewegungsmangel.

Wie bei der Arteriosklerose der Herzkranz- und der Gehirngefäße, vergehen meist viele Jahre, bis sich unübersehbare Symptome zeigen.

Das Raucherbein und der Risikofaktor Rauchen

Nicht nur die Beeinträchtigung der Adern spielt eine Rolle für die Ausbildung einer peripheren Verschlusskrankheit, sondern auch die Fließfähigkeit Ihres Blutes. Unter gewissen Umständen wird es so dick, dass es nicht mehr durch die feinen Haarkranzgefäße fließen kann.

Besonders bei RaucherInnen verschlechtern sich die Fließeigenschaften des Blutes. Denn das mit dem Zigarettenrauch inhalierte Kohlenmonoxid bindet sich durch eine vermehrte Bildung von roten Blutkörperchen mehr an den roten Blutfarbstoff als an Sauerstoff. Dadurch kommt es zu einer Sauerstoffnot, die der Körper mit einer weiteren Steigerung der Bildung von roten Blutkörperchen auszugleichen versucht. Vielen Untersuchungen zufolge haben Raucher einen höheren Anteil an Thrombozyten im Blut.

Die Inhaltsstoffe der Zigarette begünstigen ohnehin die Entwicklung einer Arteriosklerose. Diese offensichtlichen Zusammenhänge zwischen Rauchen und der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit haben der Erkrankung den Namen „Raucherbein“ beschert.

Raucherbein: Symptome

Der akute Verschluss einer Arterie ist ein Notfall und muss sofort behandelt werden. Ein Arterienverschluss im Bein macht sich durch diese 5 Alarmsymptome bemerkbar:

  • rasender Schmerz im Bein
  • Lähmung
  • Kältegefühl
  • Blässe des betroffenen Beins oder Fußes
  • Fuß weist keinen Puls mehr auf

Erfahren Sie hier mehr über die ersten Anzeichen und Symptome des Raucherbeins.

Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich feststellen, sollten Sie sofort den Notarzt rufen oder die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses aufsuchen.

Die 4 Stadien des Raucherbeins

Die Krankheit durchläuft dabei 4 Stadien:

  1. Stadium I ist aufgrund der nur leichten Gefäßverengung häufig völlig symptomfrei. Gelegentlich können kalte Beine sowie Potenzstörungen bei Männern auftreten.
  2. Stadium II zeichnet sich durch krampfartige Schmerzen in den Waden bei längeren zu Fuß zurückgelegten Strecken aus (Schmerzen beim Gehen). Sie verschwinden nach einer kurzen Ruhepause wieder. Die Ärzte bezeichnen das 2. Stadium als Claudicatio intermittens (zeitweiliges Hinken).
  3. Im  Stadium III treten Schmerzen in den Füßen auch im Ruhezustand auf, besonders im Liegen (Schmerzen in Ruhe).
  4. Im Stadium IV ist das Gewebe bereits sichtbar geschädigt und Geschwüre der Haut bilden sich. Wundheilungsstörungen (offenes Bein) und das Absterben von Gewebe (Gangrän) sind charakteristisch. (Diese Schädigungen machen eventuell eine Amputation notwendig.)

Natürliche Maßnahmen bis zum 2. Stadium

Im 1. Stadium weisen kalte Beine und bei Männern Erektionsstörungen auf eine beginnende Durchblutungsstörung der Bein- bzw. Beckenarterien hin.

Das 2. Stadium macht sich durch krampfartige Schmerzen in den Waden beim Gehen bemerkbar. Sie verschwinden nach einer kurzen Ruhepause wieder. Die Ärzte bezeichnen das zweite Stadium als Claudicatio intermittens (zeitweiliges Hinken).

Schulmedizinische Mittel ab dem 3. Stadium

Im 3. Stadium sind die Gefäße bereits so verengt, dass der Körper die Beine auch in Ruhe und im Liegen nicht mehr genügend durchblutet. Die Folge sind Schmerzen. Sie lassen typischerweise nach, wenn Sie das betroffene Bein aus dem Bett hängen oder umhergehen. Denn durch die Schwerkraft gelangt mehr Blut in die Beine.

Im 4. Stadium zeigen sich Geschwüre; häufig stirbt das Gewebe ab. Starke Schmerzen sind die Regel. Hautinfektionen können sich zu einer Lebensbedrohung entwickeln. In diesem Stadium sind Amputationen des Fußes oder des gesamten Beins oft unvermeidlich. Gehen Sie bei den geringsten Beschwerden unbedingt zum Arzt! Bis zum 2. Stadium reichen natürliche Maßnahmen aus, ab dem 3. Stadium benötigen Sie schulmedizinische Gerinnungs-Hemmer.

Raucherbein: Diagnose

Die Diagnose wird im Allgemeinen durch eine Befragung des Patienten und eine Untersuchung gestellt. Weitergehende Untersuchungen, beispielsweise mit Ultraschall, sind hilfreich für die Planung der Therapie. Zur genaueren Abklärung der Diagnose misst der Arzt zunächst Ihre Fußpulse, die Sie bei Beinschmerzen nach ärztlicher Anleitung auch selbst kontrollieren sollten.

Er bestimmt dann Ihren Knöchel-Arm-Index (engl.: ankle brachial index = ABI): Dazu teilt er den Blutdruck der schwächsten Unterschenkel-Arterie durch den Blutdruck der Oberarm-Arterie. Ein ABI unter 0,9 weist auf eine beginnende pAVK hin. Ein ABI-Wert unter 0,7 spricht für fortgeschrittene Gefäßverengungen.

Plötzliche unerträgliche Beinschmerzen zeigen einen akuten Gefäßverschluss an, der sofortige ärztliche Hilfe erfordert. Das Raucherbein kann nur bis zum Stadium II medikamentös behandelt werden. Danach kommen verschiedene Operations-Methoden zum Einsatz.

Phantom-Empfindungen treten nach Amputationen häufig auf

Nach der Operation können Sie noch viele vermeintliche Reize aus den fehlenden Regionen Ihres Beines wahrnehmen. Zu den merkwürdigsten Empfindungen gehört das Gefühl, dass der amputierte Teil immer noch vorhanden ist. Das wird als Phantom-Empfindung bezeichnet.

Da kann Schmerz, Taubheit, Kribbeln, Druck oder Temperaturänderungen sein – dieselben Sinneseindrücke, die auch bei dem echten Bein aufgetreten sind. Diese Phantom-Empfindungen und Phantom-Schmerzen treten auf, weil die Gehirnregionen, die früher die Sinneseindrücke dieser Körperregion verarbeitet haben, weiterhin Signale aussenden.

Fast alle frisch amputierten Raucherbein-Patienten berichten von solchen Wahrnehmungen. Gewöhnlich verschwinden diese innerhalb weniger Wochen nach der Operation, können aber in seltenen Fällen länger andauern.

Tipp: Wenn Sie Schmerzen verspüren, versuchen Sie Folgendes: Wickeln Sie das vorhandene Beinende in einen elastischen Verband oder laufen Sie etwas mit Ihrer Prothese. Manchmal helfen auch Medikamente oder andere Therapien, wie das sensible Diskriminierungs-Training, wobei der Stumpf an mehreren Stellen elektrisch stimuliert wird.

Putzen Sie Ihre Gefäße mit Heilpflanzen

Das A und O zur Entlastung Ihrer Gefäße ist selbstverständlich die Verringerung aller Risikofaktoren für das Raucherbein.

Zusätzlich benötigen Sie eine gründliche Gefäßkur, um arteriosklerotische Ablagerungen (Plaques) zu entfernen. Sehr gut geeignet für das 1. Stadium des pAVK sind tibetische Knoblauchtropfen zum Selbermachen, die das Blut verflüssigen und Mini-Entzündungen in den Gefäßen heilen. Wiederholen Sie die dort beschriebene Kur im 1. Jahr in jedem Quartal, ab dem 2. Jahr halbjährlich.

Darüber hinaus empfiehlt sich die ayurvedische Heilpflanzen-Kombination Padma 28 (erhältlich aus der Schweiz auf Bestellung über Ihre Apotheke – 200 Tabletten: ca. 44 €).

Im 2. bis 4. Stadium empfehlen wir Ihnen eine Behandlung mit homöopathischen Zubereitungen aus dem Pilz Mucor racemosus nach Rezepturen von Professor Enderlein (Mucokehl® aus der Sanum-Therapie). Sinnvollerweise sollte die Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker mit Injektionen beginnen, um eine schnelle Wirkung zu erzielen.

Diese antithrombotische und entzündungshemmende Therapie unterstützt die schulmedizinische Gefäßtherapie mit Thrombose-Vorbeugern und mit Gerinnungs-Hemmern, die spätestens ab dem 3. Stadium unverzichtbar ist.

Gehtraining sorgt für neue Blutgefäße

Durch ein regelmäßiges Gehtraining – am besten täglich, mindestens jedoch 3-mal pro Woche für ca. 30 – 60 Min., und das Ganze mindestens 3 Monate lang – bilden sich neue kleine Blutgefäße. Sie überbrücken den verengten Gefäßabschnitt und versorgen die Beinmuskeln mit Sauerstoff. Dadurch nehmen die Schmerzen ab und die Beweglichkeit steigt.

Der Nutzen dieses Gehtrainings ist wissenschaftlich erwiesen. Die eingeschränkte Gehleistung konnte aufgehoben und deutlich verbessert werden, so berichtet die medizinische Fachzeitschrift Medical Tribune.

Am besten eignet sich ein Intervall-Training: Gehen Sie so lange in ruhigem Tempo, bis sich leichte Schmerzen ankündigen. Machen Sie eine Pause, bis die Schmerzen aufhören. Gehen Sie wieder ein Stück, erneute Pause, usw.

Üben Sie täglich den Zehenstand!

Sehr empfehlenswert sind Radfahren, Treppensteigen und der Zehenstand.

So funktioniert der Zehenstand:

  • Stellen Sie sich auf die Zehen,
  • stützen Sie sich dabei an einem Stuhl, einem Tisch oder einer Kommode ab.
  • Bleiben Sie im Zehenstand, bis sich die ersten Beinschmerzen ankündigen.
  • Stellen Sie den ganzen Fuß auf
  • und gehen Sie nach einer Pause erneut in den Zehenstand, usw.

Diese Übung sollten Sie mehrmals täglich je 5 bis 10 Min. durchführen. Mehrere Studien belegen, dass bis zu 70% der Patienten im 2. Stadium der pAVK völlig beschwerdefrei werden.

Sogar ein Armtraining (an einem speziellen Armergometer beim Physiotherapeuten) verbessert bei schwerer pAVK nicht nur die Arm-, sondern auch die Beindurchblutung und verlängert damit die beschwerdefreie Gehstrecke um 51%. Das fand Dr. John M. Saxton von der Universität Sheffield (Großbritannien) im Jahr 2005 in einer Studie an 98 pAVK-Patienten heraus.

Ursache für die positive Wirkung des Armtrainings ist eine bessere Pumpleistung des Herzens, die sich bis in die Beine auswirkt. Doch so weit sollten Sie es möglichst gar nicht erst kommen lassen; beginnen Sie besser noch heute mit Ihrem aktiven Gefäßtraining.

Frühtest für Raucherbein-Risiko

Und auch ein neuer Test zur Früherkennung, wie hoch Ihr Risiko ist, an der Schaufensterkrankheit zu erkranken, kann inzwischen dazu beitragen, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Dieser besteht aus 9 einfachen Fragen, mit denen Ihr Risiko ermittelt werden kann.

Sie können diesen Test selbst durchführen, ratsamer ist es allerdings, das zusammen mit Ihrem Arzt zu machen. Denn er kann das Ergebnis mit Ihnen sofort besprechen und darüber hinaus durch bestimmte Untersuchungsmethoden (z. B. Dopplerdruckmessung) sofort herausfinden, ob eine Gefäßverengung schon eingetreten ist.

Tipp: Sie sollten jedoch stets und auf jeden Fall darauf achten, dass Sie nicht zu viele der o. g. Risikofaktoren für die Schaufenster-Erkrankung aufweisen. Und gerade, wenn Sie unter Diabetes leiden, sollten Sie auf diese Faktoren achten, denn die Zuckerkrankheit ist, wie schon erwähnt, an sich ja schon ein Risikofaktor für die Schaufensterkrankheit.

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