Non-Hodgkin-Lymphom: Behandlung
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Zunehmend mehr Behandlungsmethoden
Mit Hilfe von Gewebeprobe und bildgebende Verfahren kann der Lymphomtyp bestimmt werden, der niedrig, intermediär oder hochmaligne sein kann.. Das Erkrankungsstadium wird danach festgelegt, wie weit sich das Lymphom im Körper ausgebreitet hat und welche Symptome bestehen. Neben dem Alter des Patienten und dem allgemeinen Gesundheitszustand hängen die Behandlung und die Therapieaussichten entscheidend von dieser Stadieneinteilung ab.
Wait and see
Niedrigmaligne (indolente) NHL sind grundsätzlich nicht heilbar. Patienten mit der indolenten Form können oft 10 Jahre oder auch länger leben, da durch die Therapie immer wieder längere Remissionen (Zurückgehen von Krankheitserscheinungen) zu erzielen sind. Die Behandlung kann je nach Verlauf angepasst werden. Da fast jede Therapie mit Nebenwirkungen verbunden ist, bietet oft eine frühzeitige Therapie gegenüber einem verzögerten Behandlungsbeginn keinen Vorteil, so dass der Arzt eine abwartende, aber beobachtende Haltung einnimmt (dies wird „wait and see“ oder „watchfull waiting“ genannt). Dies hängt davon ab, ob die Erkrankung nur langsam fortschreitet und keine oder nur geringe Beschwerden vorliegen.
Bei aggressiv verlaufenden Lymphomen ist bei der Hälfte der Patienten eine langfristige Remission der Krankheitserscheinungen möglich. Überlicherweise erfolgt der Behandlungsbeginn innerhalb weniger Wochen nach der Diagnosestellung. Folgende Therapien, teilweise auch in Kombination, werden bei eindeutigen NHL und bei der aggressiven NHL angewandt:
Chemotherapie – Chemotherapeutika werden eingesetzt, um im ganzen Körper das Wachstum sich schnell teilender Krebszellen zu stoppen. Die Verabreichung erfolgt oral oder intravenös.
Strahlentherapie – Wenn die Krebserkrankung auf ein kleinere Körperregion begrenzt ist, zum Beispiel auf eine Gruppe von Lymphknoten am Hals kann die Strahlentherapie zielgenau auf die betroffene Körperregion gerichtet werden. Durch die Strahlen werden die Zellen so stark beschädigt, dass diese absterben. Strahlentherapie kann auch nach einer Chemotherapie eingesetzt werden, um noch verbleibende Lymphomzellen in einem bestimmten Körperareal abzutöten.
Biologische Therapie (Immuntherapie) – Auf diesem Gebiet wurde bedeutende Fortschritte erzielt, besonders mit monoklonalen Antikörpern, die aus gentechnisch veränderten Proteinen hergestellt werden. Diese Antikörper binden sich an die Krebszellen, um sie zu zerstören. 2 monoklonale Antikörper – Rituximab (Mabthera®) und Alemtuzumiab (MabCampath®) wurden in Deutschland zur Behandlung von Non Hodgkin Lymphomen zugelassen. Der monoklonale Antikörper Ibritumomab Tiuxetan kann ebenfalls mit einer radioaktiven Substanz kombiniert werden, so dass die Strahlen direkt zu den Krebszellen gelenkt werden. Andere monoklonale Antikörpern werden zur Zeit in Studien geprüft bzw. befinden sich in den Zulassungsverfahren.
Stammzellentransplantation – Bei diesem Verfahren werden gesunde Stammzellen aus dem Blut oder Knochenmark des Patienten herausgefiltert und konserviert. Danach erfolgt die hoch-dosierte Chemotherapie. Im Anschluss werden die Stammzellen wieder über die Blutbahn in das Knochenmark zurückgeleitet, damit sich die blutbildenden Stammzellen des Knochenmarks erneuern können. Dies ist notwendig, da durch die hochdosierte Chemotherapie die blutbildenden Stammzellen des Knochenmarks zerstört werden.
Diese Form der Therapie wird grundsätzlich dann angewandt, wenn sich die Erkrankung in einem fortgeschrittenen Stadium befindet bzw. ein hohes Risiko eines Rückfalls besteht. In einigen Fällen können auch die Stammzellen eines Spenders, üblicherweise von Geschwistern, eingesetzt werden.