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Infos und Fakten zum Non-Hodgkin-Lymphom

Die Häufigkeit des Non-Hodgkin-Lymphoms (NHL) hat sich in den Industrienationen seit den 70er Jahren nahezu verdoppelt. Auch wenn die Ursache für diesen Anstieg noch unklar ist, gehört dieser Krebs des lymphatischen Systems zu den häufigsten Krebsarten.

Die Zahl der jährlich neu Erkrankenden beträgt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Deutschland etwa 11.000 (5.200 Frauen und 5.400 Männer).

Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei 60 Jahren und für Frauen bei 65, 6 Jahren. Die 5-Jahres Überlebensrate beträgt zur Zeit bei Männer 52% und bei Frauen 56%.

Im Durchschnitt verliert ein Mann durch die Erkrankung 9 Jahre seiner ausstehenden Lebenserwartung, eine Frau 6 Jahre.

Die gute Nachricht: Die Zuwachsraten bei der Häufigkeit der NHL haben sich in den letzten Jahren verlangsamt und neuere Behandlungsmethoden haben die früher sehr niedrigen Überlebensraten deutlich verbessert.

Überlebensraten deutlich verbessert

Das lymphatische System ist ein komplexes Netzwerk von dünnwandigen Gefäßen, das im gesamten Gewebe des Körbers verzweigt ist. Diese Gefäße tragen eine hellgelbe Flüssigkeit, die Lymphe, die weiße Blutkörperchen enthalten, die der Bekämpfung von Infektionen dienen.

Zu diesem lymphatischen Netzwerk gehören Hunderte kleiner Drüsen, die Lymphknoten, die Krankheitserreger herausfiltern und dazu beitragen, sie zu zerstören.

Eine bösartige Entartung, die sich im Lymphsystem entwickelt, wird als Lymphom bezeichnet. Dabei werden grundsätzlich 2 Lymphomtypen unterschieden.

Die Hodgkin-Krankheit (Lymphogranulomatose bzw. auch Morbus Hodgkin), die weniger häufig auftritt und seit Jahrzehnten zurückgeht, und die Non-Hodgkin-Lymphome (NHL).

Die NHL sind das Ergebnis einer wuchernden, unkontrollierten Vermehrung abnormaler Lymphozyten, die mit einer einzigen bösartig veränderten Zelle beginnen kann.

Unter den Non-Hodgkin Lymphomen gibt es eine Vielzahl von Lymphomtypen. Mit 1/3 aller Fälle gehören die großzelligen -Zell-Lymphome zu den häufigsten Formen maligner Lymphome. Die B-Zellen des lymphatischen Systems sterben hierbei nicht ab, wie sonst üblich, sondern vermehren sich unkontrolliert.

Für wen besteht ein Risiko?

Auch wenn die Ursache für die Entstehung der NHL noch nicht geklärt ist, gibt es einige Faktoren, die das Risiko für eine Entwicklung dieser Krebsart leicht erhöhen.

Dennoch tritt bei den meisten Menschen mit diesen Risikofaktoren keine derartige Erkrankung auf.

Von NHL sind etwas mehr Männer als Frauen betroffen. Die Krankheit kann in jedem Alter auftreten, das Risiko erhöht sich jedoch mit zunehmendem Alter. Zu den weiteren Risikofaktoren gehören:

  • Ein schwaches Immunsystem: Menschen, die nach einer Organtransplantation Medikamente zur Unterdrückung bzw. Abschwächung der Immunreaktion einnehmen (Immunsupressiva), eine vererbte Immunkrankheit, Autoimmunkrankheiten oder eine HIV-Infektion bzw. AIDS haben, tragen ein höheres Risiko, diese Form von Krebs zu entwickeln.
  • Infektionen mit bestimmten Viren: Das humane lymphotrope Retrovirus Typ I und der Epstein-Barr-Virus führen zu einem erhöhten Risiko, NHL zu entwickeln.
  • Umweltbedingungen: Wer sich bestimmten Schwermetallen, Lösungsmitteln und Herbiziden aussetzt, kann ebenfalls ein erhöhtes Risiko haben.

Wie Sie die Symptome des Non-Hodgkin-Lymphoms erkennen

Die Beschwerden und Symptome der Non-Hodgkin-Lymphome sind unterschiedlich.

Sie können manchmal nicht von Allgemeinsymptome, die sehr unspezifisch sind und bei wesentlich harmloseren Erkrankungen, wie zum Beispiel Erkältung, Infekten oder lokalen Entzündungen vorkommen können, abgegrenzt werden.

Bei Unsicherheit über die Beschwerden sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden, um derartige Krankheitszeichen von anderen Erkrankungen abzugrenzen.

Eine schmerzlose Lymphknotenschwellung am Hals, in der Achselhöhle oder in der Leistengegend ist typisch für ein indolentes Lymphom mit relativ niedrigem Malignitätsgrad.

Intermediäre oder aggressive Formen eines NHL treten häufig mit folgenden Symptomen auf:

  • Fieber
  • Nachtschweiß
  • Chronische Müdigkeit
  • Unerklärbarer Gewichtsverlust
  • Hautjucken
  • Rote Flecken auf der Haut

Von Blutuntersuchung bis Knochenmarkbiopsie – wie eine Diagnose gestellt wird

Um festzustellen, ob ein Non-Hodgkin-Lymphom vorliegt, wird Ihr Arzt sorgfältig Ihre medizinische Vorgeschichte prüfen (Fragen nach Beschwerden) und Ganzkörperuntersuchung vornehmen, um vergrößerte Lymphknoten zu ertasten und oder eine Veränderung der Bauchorgane wie eine vergrößerte Milz zu entdecken.

Zusätzlich können eine umfassende Blutuntersuchung (die Zahl der Blutkörperchen, aber auch Leberenzyme geben Aufschluss), bildgebende Diagnoseverfahren wie Röntgenaufnahmen, Computertomographie, Kernspintomographie oder nuklearmedizinische Verfahren durchgeführt werden.

Eine Gewebeprobe (Biopsie) eines vergrößerten Lymphknotens ist entscheidend für die Diagnosestellung und für die Einordnung, welcher NHL-Typ vorliegt.

Die Biopsie kann ambulant vorgenommen werden. Wenn sich der Verdacht auf Non-Hodgkin-Lymphom bestätigt, muss eine Knochenmarkbiopsie durchgeführt werden, um festzustellen, ob sich der Krebs im Knochenmark ausgebreitet hat.

Zunehmend mehr Behandlungsmethoden

Mit Hilfe von Gewebeprobe und bildgebende Verfahren kann der Lymphomtyp bestimmt werden, der niedrig, intermediär oder hochmaligne sein kann.

Das Erkrankungsstadium wird danach festgelegt, wie weit sich das Lymphom im Körper ausgebreitet hat und welche Symptome bestehen.

Neben dem Alter des Patienten und dem allgemeinen Gesundheitszustand hängen die Behandlung und die Therapieaussichten entscheidend von dieser Stadieneinteilung ab.

Wait and see

Niedrigmaligne (indolente) NHL sind grundsätzlich nicht heilbar. Patienten mit der indolenten Form können oft 10 Jahre oder auch länger leben, da durch die Therapie immer wieder längere Remissionen (Zurückgehen von Krankheitserscheinungen) zu erzielen sind.

Die Behandlung kann je nach Verlauf angepasst werden.

Da fast jede Therapie mit Nebenwirkungen verbunden ist, bietet oft eine frühzeitige Therapie gegenüber einem verzögerten Behandlungsbeginn keinen Vorteil, so dass der Arzt eine abwartende, aber beobachtende Haltung einnimmt (dies wird „wait and see“ oder „watchfull waiting“ genannt).

Dies hängt davon ab, ob die Erkrankung nur langsam fortschreitet und keine oder nur geringe Beschwerden vorliegen.

Bei aggressiv verlaufenden Lymphomen ist bei der Hälfte der Patienten eine langfristige Remission der Krankheitserscheinungen möglich. Überlicherweise erfolgt der Behandlungsbeginn innerhalb weniger Wochen nach der Diagnosestellung.

Folgende Therapien, teilweise auch in Kombination, werden bei eindeutigen NHL und bei der aggressiven NHL angewandt:

  • Chemotherapie: Chemotherapeutika werden eingesetzt, um im ganzen Körper das Wachstum sich schnell teilender Krebszellen zu stoppen. Die Verabreichung erfolgt oral oder intravenös.
  • Strahlentherapie: Wenn die Krebserkrankung auf ein kleinere Körperregion begrenzt ist, zum Beispiel auf eine Gruppe von Lymphknoten am Hals kann die Strahlentherapie zielgenau auf die betroffene Körperregion gerichtet werden. Durch die Strahlen werden die Zellen so stark beschädigt, dass diese absterben. Strahlentherapie kann auch nach einer Chemotherapie eingesetzt werden, um noch verbleibende Lymphomzellen in einem bestimmten Körperareal abzutöten.
  • Biologische Therapie (Immuntherapie): Auf diesem Gebiet wurde bedeutende Fortschritte erzielt, besonders mit monoklonalen Antikörpern, die aus gentechnisch veränderten Proteinen hergestellt werden. Diese Antikörper binden sich an die Krebszellen, um sie zu zerstören. 2 monoklonale Antikörper – Rituximab (Mabthera®) und Alemtuzumiab (MabCampath®) wurden in Deutschland zur Behandlung von Non Hodgkin Lymphomen zugelassen. Der monoklonale Antikörper Ibritumomab Tiuxetan kann ebenfalls mit einer radioaktiven Substanz kombiniert werden, so dass die Strahlen direkt zu den Krebszellen gelenkt werden. Andere monoklonale Antikörpern werden zur Zeit in Studien geprüft bzw. befinden sich in den Zulassungsverfahren.
  • Stammzellentransplantation: Bei diesem Verfahren werden gesunde Stammzellen aus dem Blut oder Knochenmark des Patienten herausgefiltert und konserviert. Danach erfolgt die hoch-dosierte Chemotherapie. Im Anschluss werden die Stammzellen wieder über die Blutbahn in das Knochenmark zurückgeleitet, damit sich die blutbildenden Stammzellen des Knochenmarks erneuern können. Dies ist notwendig, da durch die hochdosierte Chemotherapie die blutbildenden Stammzellen des Knochenmarks zerstört werden.

Diese Form der Therapie wird grundsätzlich dann angewandt, wenn sich die Erkrankung in einem fortgeschrittenen Stadium befindet bzw. ein hohes Risiko eines Rückfalls besteht.

In einigen Fällen können auch die Stammzellen eines Spenders, üblicherweise von Geschwistern, eingesetzt werden.

Non-Hodgkin-Lymphom: Bewegung senkt Ihr Risiko

Menschen mit Übergewicht oder solche, die sich nur wenig bewegen, haben ein deutlich höheres Risiko, an bestimmten Arten von Lymphknotenkrebs zu erkranken (den so genannten Non-Hodgkin-Lymphomen; NHL).

Das zeigte eine Studie an der Universität Ottawa in Kanada.

Die Auswertung des kanadischen Krebsregisters ergab, dass NHL-Patienten überdurchschnittlich oft an Übergewicht litten. Ihr Risiko war fast 60 % höher als das von normalgewichtigen Menschen.

Hinzu kam, dass Männer, die sich nur wenig bewegten, ein um 21 % höheres NHL-Risiko hatten als solche, die sportlich aktiv waren. Bei Frauen lag dieser Unterschied zwischen sportlich aktiven und inaktiven sogar bei 41 %.

Diese Studie ist ein Grund mehr, dass Sie sich sportlich betätigen und alles daran setzen sollten, Übergewicht abzubauen.

Immer mehr wird deutlich, dass Sie sich dadurch nicht nur vor Herzkrankheiten oder Diabetes schützen, sondern auch Krebserkrankungen aktiv vorbeugen können.