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Tumore der Nebennieren

Ihr Arzt hat ein Computertomogramm (CT) des Bauchraumes verordnet, um einen Tumor der Niere auszuschließen. Danach haben Sie erfahren, dass Ihre Nieren zwar in Ordnung sind, Sie aber einen Tumor in einer der Nebennieren haben.

Sie haben sich nie besonders Gedanken um Ihre Nebennieren gemacht. Wozu werden sie gebraucht? Welche Konsequenzen haben Sie von einem Tumor zu erwarten?

Die Nebennieren sind Hormondrüsen

Der Körper besitzt 2 Nebennierendrüsen. Jede hat in etwa die Größe des Endgliedes eines Daumens und die Form eines Bumerangs. Sie befinden sich oberhalb der Nieren und bestehen aus 2 Teilen: im Inneren aus Mark, dem Nebennierenmark, und einer äußeren Schicht, der Nebennierenrinde.

Die wichtigste Funktion der Nebennieren ist es, Ihren Körper mit folgenden Hormonen zu versorgen:

  • Cortisol: Dieses Steroidhormon wird in der Rinde produziert und oft in ein anderes Hormon, das Cortison, umgewandelt. Cortisol hilft dem Körper, Nährstoffe zu verarbeiten, reguliert das Immunsystem, trägt dazu bei, den Blutdruck und das Blutvolumen normal zu halten und hilft dem Körper, Stress zu bewältigen.
  • Aldosteron: Dieses Hormon wird ebenfalls in der Rinde produziert und reguliert das Blutvolumen. Es sorgt dafür, dass der Körper angemessene Mengen an Wasser zurückhält und überschüssiges Kalium ausscheidet.
  • Adrenalin: Das Nebennierenmark produziert die Hormone Adrenalin und Noradrenalin. Diese Hormone werden als Reaktion auf niedrigen Blutzucker oder bei akutem körperlichem oder emotionalem Stress ausgeschüttet (Kampf- oder Fluchtreflex). Sie haben eine stimulierende Wirkung auf das Herz, steigern seine Rate und somit die Menge des transportierten Blutvolumens

Die Nebennierendrüsen produzieren auch andere Hormone in kleineren Mengen. Dazu gehören männliche und weibliche Geschlechtshormone (Androgene und Östrogene).

Die Hormone der Nebennierendrüsen wirken bis zu einem gewissen Grad praktisch auf jedes System im Körper. Ihre Wirkungen sind sehr komplex und manche davon überschneiden sich.

Nebennierentumore kommen häufig vor

Manchmal können sich Tumore in den Nebennieren entwickeln. Das höchste Risiko für Nebennierentumore haben Menschen, die älter als 70 Jahre sind, jedoch können sich die Tumore in jedem Lebensalter entwickeln.

Die meisten Nebennierentumore werden zufällig auf Röntgenaufnahmen oder bei anderen bildgebenden Verfahren entdeckt, wie zum Beispiel bei einer Computertomographie (CT) oder Ultraschalluntersuchungen, die von Ärzten aus anderen Gründen angeordnet werden.

Die Entwicklung und Verfügbarkeit empfindlicherer und aussagekräftigerer bildgebender Verfahren in den letzten 20 Jahren hat die Anzahl der entdeckten Nebennierentumore erhöht.

Glücklicherweise sind die Nebennierentumore fast immer gutartig (benigne), also keine Krebserkrankung.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Wiesbaden) verstarben 1999 214 Menschen in Deutschland an Nebennierenkrebs. Gutartige Nebennierentumore verursachen im Allgemeinen keine Symptome oder Gesundheitsstörungen.

Wenn Ihr Arzt einen Nebennierentumor entdeckt, wird er wahrscheinlich Ihre Krankengeschichte noch einmal durchgehen und weitere Urin- und Bluttests veranlassen, um abnorm hohe oder niedrige Hormon- und Elektrolytspiegel zu überprüfen.

Elektrolyte sind Salze im Blut, die durch Hormone reguliert werden.

Problematischen Nebennierentumore

Ist der Tumor nicht bösartig, wird Ihr Arzt ihn wahrscheinlich in regelmäßigen Abständen überprüfen, um eventuelle Veränderungen zu erkennen.

Nur selten verwandelt sich ein offensichtlich gutartiger Tumor in einen Krebstumor (maligner Tumor) oder verursacht eine Überproduktion eines bestimmten Hormons.

Obwohl die meisten Nebennierentumore keine Probleme verursachen, können sie zeitweise die Funktion der Drüsen stören. Mögliche Folgen können sein:

  • Cushing-Syndrom Diese Störung wird durch eine exzessive Produktion von Cortisol in der Nebennierenrinde verursacht. Ihre Anzeichen und Symptome sind vielfältig, unter anderem Bluthochdruck, ein so genanntes Vollmondgesicht und eine vermehrte Bildung von Fettgewebe im Nacken, im Gesicht, oberhalb des Schlüsselbeins und am Bauch.
  • Phäochromozytom Dabei werden Adrenalin oder ähnliche Substanzen aus dem Nebennierenmark im Überschuss produziert. Zu den Anzeichen und Symptomen können Bluthochdruck, Episoden exzessiven Schwitzens, Herzrasen, Kopfschmerzen und Zittern gehören.

Selten ist ein Nebennierentumor bösartig. Falls doch, handelt es sich fast immer um einen Krebs, der sich von einer anderen Stelle des Körpers ausgehend in den Nebennieren angesiedelt hat.

Die Nebennieren sind ein häufiges Zielorgan für Krebsmetastasen aus anderen Organen.

Bösartige oder auch gutartige Tumore, die Störungen verursachen, können eine Operation notwendig machen, bei der eventuell eine Drüse entfernt wird. Wenn beide Nebennieren entfernt werden, müssen die Hormone durch die tägliche Einnahme von Medikamenten ersetzt werden.

Lassen Sie als Typ-2-Diabetiker Ihre Nieren untersuchen

Wenn Sie unter Diabetes leiden, ist es für Sie normal, dass in regelmäßigen Abständen Ihr Blutzucker untersucht wird. Aber es gibt noch etwas anderes, das wichtig ist: Lassen Sie mindestens einmal im Jahr Ihre Nieren durchchecken.

Der Zusammenhang mag sich nicht sofort erschließen. Es ist aber Tatsache, dass Nierenerkrankungen zu den Komplikationen gehören, die bei Diabetes sehr häufig auftreten – und sie bleiben in der Regel eine lange Zeit unbemerkt.

Der Grund dafür liegt im erhöhten Blutzuckerspiegel. Dieser tritt in der Regel nicht alleine auf, sondern ist normalerweise bei einer Diabetes-Typ2-Erkrankung mit hohem Blutdruck verbunden.

Zusammen sind sie sehr schädlich für Ihre Nieren. Denn sie beschädigen die kleinsten Blutgefäße in diesen Organen.

Die Folgen sind gravierend für den gesamten Körper. Es kommt zur verringerten Nierenleistung; die Produktion des Urins und die Filtration des Bluts funktionieren nur noch eingeschränkt.

Als Ergebnis dieser Einschränkungen steigen Blutfettwerte und Blutdruck drastisch an, was auf Dauer wiederum zu Herzinfarkten und anderen schweren Erkrankungen, zum Beispiel auch zum Nierenversagen führen kann.

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