Nieren: Nierenversagen
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Tagtäglich und ohne Unterlass entfernen die Nieren überschüssige Flüssigkeit und Abfallprodukte aus dem Blut. Solange alles reibungslos funktioniert, ist Ihnen das wahrscheinlich gar nicht bewusst.
Mit zunehmendem Alter nimmt die Nierenfunktion normalerweise ab. Das ist im Allgemeinen kein Problem. Wenn Sie aber zusätzlich an einer chronischen Krankheit leiden, insbesondere an Bluthochdruck oder Diabetes (Zuckerkrankheit), kann dies schwer wiegende Folgen haben.
Nierenversagen – der medizinischen Fachbegriff für eine Abnahme der Nierenfunktion – tritt zunehmend häufiger auf. Denn die Menschen leben länger mit chronischen Krankheiten, die die Nieren schädigen können. Um die Nierenfunktion zu erhalten, ist es wichtig, Erkrankungen zu behandeln, die die Nieren in Mitleidenschaft ziehen können, und das Nierenversagen so früh wie möglich zu entdecken und zu behandeln.
Die Nieren sind Filter und Hormonproduzenten zugleich
Die Nieren befinden sich an der Rückseite des Bauches etwa auf der Höhe der untersten Rippen. Normalerweise filtern die Nieren etwa 160 bis 190 l Blut täglich. Übrig bleiben etwa 1,5 bis 2 l Wasser mit gelösten Abfallstoffen. Sie verlassen den Körper dann als Urin.
Die Abfallstoffe, die aus dem Blut gefiltert werden, stammen aus der Nahrung und dem Abbau von Körpergeweben.
Die Filtereinheiten in den Nieren heißen Nephrone. Jede Niere hat mehr als 1 Million Nephrone. Ein Nephron besteht aus einem Knäuel winziger Blutgefäße (Glomerulum) und winzigen Röhren (Tubuli), die den Urin transportieren.
Die Nieren filtern nicht nur Abfallprodukte aus dem Blut, sie regulieren auch die Konzentration bestimmter Substanzen, die Ihr Körper braucht. Sie produzieren zudem mehrere wichtige Hormone, die zum Aufbau roter Blutzellen, zur Blutdruckregulation und zur Aufrechterhaltung des Knochenkalziumgehaltes benötigt werden.
Bluthochdruck und Diabetes sind Risikofaktoren
Die Nieren verändern sich, je älter Sie werden. Etwa ab dem vierzigsten Lebensjahr tritt ein natürlicher Verlust von Nephronen ein. Diese Veränderung allein ist normalerweise kein Problem.
Wenn Sie aber zusätzlich an Bluthochdruck (Hypertonie) oder Diabetes (Zuckerkrankheit) leiden, steigt ihr Risiko für ein Nierenversagen. Tatsächlich ist die Mehrheit der Dialysepatienten (die auf die Filterung von Flüssigkeit und Abfallprodukten aus dem Blut durch eine „künstliche Niere“ angewiesen sind), an Bluthochdruck, Diabetes oder beidem erkrankt.
Beim Bluthochdruck übt das Blut einen zu hohen Druck auf die Wände der Blutgefäße aus. Die winzigen Blutgefäße in den Nephronen können durch die zusätzliche Druckeinwirkung geschädigt werden und vernarben. Die Nephrone verlieren dann ihre Fähigkeit, das Blut zu filtern.
Beim Diabetes schädigt der ständig erhöhte Blutzuckerspiegel die kleinen Nierengefäße und zerstört den Filtermechanismus. Die Wahrscheinlichkeit eines Nierenversagens steigt beim Diabetes um das Zwanzigfache.
Eine andere Ursache des Nierenversagens ist eine Nierenentzündung (Glomerulonephritis). Auch vererbte Nierenerkrankungen können Nierenversagen auslösen. Die häufigste ist die polycystische Nierenerkrankung, bei der sich Zysten in der Niere bilden.