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Nieren: Im Alter besonders gefährdet

Viele ältere Menschen leiden unter akutem Nierenversagen. Sie trinken meist zu wenig, weil das Durstempfinden im Alter nachlässt. Hinzu kommen dann häufig Entwässerungstabletten.

Diese sind für das Herz meist unumgänglich, zusammen mit einer zu geringen Trinkmenge kommtes aber zur Austrocknung. Die Nieren arbeiten nicht mehr richtig – oder überhaupt nicht mehr.

In diesem Fall kann Ihnen aber sehr leicht geholfen werden. Sie bekommen von Ihrem Arzt eine Salzlösung gespritzt, die Ihre Nieren animiert, ihre Funktion wieder auszuüben.

Besser aber wäre es, wenn es gar nicht so weit kommt. Da viele Nierenerkrankungen erst festgestellt werden, wenn es zu spät ist, empfehle ich Ihnen, Ihren Urin selbst regelmäßig auf Eiweiß zu untersuchen.

Ist es im Urin vorhanden, ist das ein erstes Warnzeichen für eine Nierenerkrankung. Teststäbchen, mit denen Sie Ihren Urin selbst überprüfen können, erhalten Sie in der Apotheke.

Sie kosten rund 2 € – Ihre Nierengesundheit sollte Ihnen das wert sein.

Zudem sollten Sie regelmäßig Ihren Blutdruck messen. 80 % aller Menschen, die an den Nieren erkrankt sind, haben einen erhöhten Blutdruck. Er ist somit ein hilfreiches Indiz zum Erkennen einer Nierenfunktionsstörung.

Bemerken Sie Veränderungen Ihrer Blutdruckwerte frühzeitig, können Sie auch eine Nierenerkrankung rasch bekämpfen.

Hitze erhöht Risiko für Nierensteine

Im Moment ist die typische Jahreszeit für eine Sommergrippe. Aber es gibt noch eine weitere Erkrankung, die im Moment häufiger als in anderen Monaten auftritt: Nierensteine.

Grund dafür ist, dass wir bei hohen Temperaturen schwitzen und sich dadurch automatisch die Urinmenge vermindert. So sind Salze, die normalerweise mit dem Urin ausgeschieden werden, in höherer Konzentration in den Nieren vorhanden und können auskristallisieren.

Hieraus können sich dann Nierensteine bilden. Solange sie in der Niere verbleiben, sind sie unproblematisch. Allerdings können sie wandern und so in den Harnleiter gelangen, wo sie zu Koliken führen können.

Ein Warnzeichen hierfür ist dunkler Urin. Er zeigt Ihnen, dass Ihr Körper zu wenig Flüssigkeit hat. Der Urin sollte immer klar, wenigstens aber hellgelb sein.

Um dies zu erreichen, sollten Sie pro Stunde mindestens 100 ml trinken. Wählen Sie stilles Wasser oder ungesüßte Tees in kleinen Portionen, das erleichtert Ihnen die Flüssigkeitsaufnahme.

Wenn Sie Ihre Trinkmenge so erhöhen, kann es sein, dass Sie in den ersten Tagen vermehrt auf die Toilette müssen – ein Argument, das immer verwendet wird, um zu begründen, warum man so wenig trinkt.

Doch nach zwei, drei Tagen hat sich dies wieder normalisiert.

Behandlung von Nierensteinen abhängig von Lage und Größe

Nierensteine sind nicht gleich Nierensteine – sie können nicht alle gleich behandelt werden. Aber welche Untersuchungen werden angewandt, um die richtige Behandlungsform zu finden? Das möchte mein Leser Ralf T. wissen.

Nur wenn Ihr Arzt die Lage des Steines, seine Position in den Harnwegen und seine Größe kennt, kann er entscheiden, welche Behandlung angebracht ist.

Häufig werden hierfür Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen angewandt. Aber auch eine Computertomografie kann helfen, die Lage und Größe des Steines herauszufinden. Untersucht werden hierbei Bauch- und Beckenbereich.

In vielen Kliniken gehört dieses CT mittlerweile zum Standard. Denn es ermöglicht, die Harnwege leicht einzusehen und ist dadurch die zuverlässigste Untersuchungsmethode.

Nierensteine: Trinken gegen Rückkehr-Gefahr

30 bis 50 Prozent derjenigen, die einmal an Nierensteinen erkrankt waren, weisen innerhalb von fünf Jahren erneut Steine auf. Bei diesen handelt es sich um kristalline Bestandteile des Urins.

Sie können in den Nieren entstehen, aber auch in Nierenbecken und ableitenden Harnwegen. Wenn sie in den Harnleiter wandern, kommt es zu starken, teilweise krampfartigen Schmerzen. Mehr Männer als Frauen sind betroffen.

Doch was tun gegen das Risiko, dass die Steine nach der ersten Operation wieder auftreten?

Eine ganz simple Lösung haben Forscher des American College of Physicians (ACP) hierfür: Sie raten, einfach mehr zu trinken. Das zumindest ist das Ergebnis einer Studienauswertung zu Nierensteinen.

Die Wissenschaftler hatten Veröffentlichungen zu diesem Thema zusammengefasst, die aus den Jahren 1948 bis 2014 stammten und sich mit üblichen Präventionsmaßnahmen befassten.

In wieweit eine Ernährungsumstellung, also der Verzicht auf Oxalat, wirklich hilft, ist fraglich, so die Forscher. Eindeutig dagegen, dass Cola die Bildung von Nierensteinen anregt und das Risiko für ein Wiederkehren stark erhöht. Daher sollte auf die Brause verzichtet werden.

Allerdings, das fanden die Wissenschaftler heraus, ist ein wirkliches Präventionsmittel, täglich genug Wasser zu trinken – so viel, dass pro Tag rund zwei Liter Harn produziert werden.

Dadurch wird das Risiko für wiederkehrende Nierensteine halbiert.

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