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Nebennierenversagen: Verminderte Hormonproduktion kann zu Schäden

Sie hielten es für eine Art Grippe – Erschöpfung, Appetitlosigkeit und Magenschmerzen – aber so geht es schon seit Wochen. Nun scheint sich auch noch Ihre ganze Haut dunkel zu verfärben (bronzefarben).

Ihr Arzt vermutet ein Nebennierenversagen, besser bekannt als chronische Nebennierenrindeninsuffizienz oder Addison’sche Krankheit.

Das bedeutet, dass Ihr Körper nicht mehr genug Nebennierenrindenhormone produziert, die aber für die normale Körperfunktion gebraucht werden. Das Nebennierenversagen ist eine schwere Krankheit, die ärztliche Hilfe erfordert.

Obwohl bislang kein Heilmittel bekannt ist, gibt es Behandlungen, um die Symptome unter Kontrolle zu halten.

Wenn die Nebennieren erkranken und ihre Funktion aussetzt

Jeder besitzt zwei Nebennieren, die sich am oberen Pol der Niere befinden. Zu den in der Nebennierenrinde produzierten Hormonen gehören Kortisol und Aldosteron.

Kortisol ist ein Stresshormon und hilft Ihnen bei der Mobilisierung von Zucker und Eiweiß, sodass Sie besser gegen Infektionen oder Verletzungen gewappnet sind.

Aldosteron sorgt für einen konstanten Spiegel von Natrium- und Kaliumionen sowie Wasser in Ihrem Körper. Es gibt zwei Kategorien von Nebennierenrindeninsuffizienz: eine primäre und eine sekundäre Form.

Eine akute primäre Insuffizienz der Nebennierenrinde ist häufig die Folge einer Blutung in die Drüse. Eine chronische primäre Insuffizienz (Addison’sche Krankheit) tritt auf, wenn die Drüse dauerhaften Schaden genommen hat.

Zu Grunde liegen meist Autoimmunkrankheiten, bei denen Abwehrzellen körpereigenes Gewebe angreifen.

Andere Ursachen können Infektionen der Nebenniere (z. B. Tuberkulose) oder metastasierende Krebszellen sein, die häufig von Brust-, Lungen- oder Hautkrebs stammen.

Präsident John F. Kennedy war vermutlich die prominenteste Person mit Nebennierenrindeninsuffizienz, er hatte die Addison’sche Krankheit.

Eine sekundäre Form der Erkrankung kann auf eine erkrankte Hirnanhangdrüse zurückzuführen sein. Diese Drüse bildet einen Botenstoff, das so genannte Adrenokortikotrope Hormon (ACTH), das in der Nebennierenrinde die Produktion von Kortisol stimuliert.

Wenn zuwenig ACTH abgegeben wird, entsteht auch weniger Kortisol in der Nebenniere, obwohl die Drüse selbst gesund ist.

Können Medikamente eine Niereninsuffizienz auslösen?

Während viele Formen der Nebennierenrindeninsuffizienz unverändert bestehen bleiben, gibt es auch vorübergehende Formen.

Die wahrscheinlich häufigste Ursache für die vorübergehende Form ist der längere Gebrauch von kortisonhaltigen Medikamenten, die häufig bei Arthrose, Asthma, Hautausschlag und Lupus genommen werden.

Kortikosteroide können die Hirnanhangdrüse dazu bringen, die ACTH-Produktion einzustellen, sodass aufgrund des fehlenden Signals für die Nebennieren die Produktion von Kortisol zum Erliegen kommt.

Die Nebennieren schrumpfen und arbeiten nicht mehr. Nachdem Sie die Kortikosteroide abgesetzt haben, kann es Wochen oder Monate dauern, bis die Drüsen ihre normale Funktion wieder aufgenommen haben.

Andauernde Symptome können bedrohlich werden

Die Symptome eines Nebennierenrindenversagens entwickeln sich meist langsam, oft über mehrere Monate. Sie beinhalten:

  • Schwächegefühl und Erschöpfung
  • schwindender Appetit und Gewichtsverlust
  • dunkle Verfärbung der Haut (Hyperpigmentierung) und Salzhunger – diese treten nur bei einer primären Insuffizienz auf.
  • sinkender Blutdruck und Schwindel
  • Bauchschmerzen begleitet von Übelkeit, Brechreiz, Durchfall oder Verstopfung
  • andauerndes Fieber

Gehen Sie zu Ihrem Arzt, wenn diese Symptome andauern. Wenn Sie unter starkem Brechreiz und Durchfall, Blutdruckabfall, Schock oder Ohnmachtsanfällen leiden, müssen Sie unbedingt sofort zum Arzt. Ohne Behandlung kann das Nebennierenversagen lebensbedrohlich werden.

Welche Tests und Behandlungen es gibt

Die Diagnose Nebennierenversagen kann schwierig sein, da die Symptome mit denen einer Grippe oder anderen Erkrankungen verwechselt werden können. Tests zur Diagnose der Nebenniereninsuffizienz sind:

  • Bluttests – Mit diesen untersucht man den Spiegel von Natrium, Kalium, Kortisol und ACTH in Ihrem Blut.
  • ACTH-Stimulationstest – Damit messen die Ärzte den Kortisolspiegel vor und nach einer ACTH-Injektion. Die meisten Blutuntersuchungen machen diesen Test überflüssig, bei Krankenhauspatienten kann er aber sinnvoll sein.
  • Bildgebende Verfahren – Eine Computertomografie (CT) kann eingesetzt werden, um die Größe und Form Ihrer Nebennieren zu begutachten. Geschrumpfte Drüsen können einen Hinweis für eine Autoimmunkrankheit geben. Klumpige Drüsen können gut- oder bösartige Geschwüre oder Infektionen bedeuten.

Ausreichende Medikamente und ein Notfallausweis können lebensrettend sein

Obwohl sich das Nebennierenversagen nicht heilen lässt, können die Symptome mit einer sorgfältigen Hormon-Ersatztherapie unter ärztlicher Aufsicht wirksam behandelt werden.

Halten Sie ausreichend Medikamente bereit, da es gefährlich sein kann, auch nur einen Tag die Medikamente nicht zu nehmen. Das Tragen eines Notfallausweises oder -armbandes kann zudem lebensrettend sein.

So werden Sie mit gesunden Nieren alt

Normalerweise arbeiten Ihre Nieren so „lautlos“, dass Ihnen wahrscheinlich nicht bewusst wird, welch enorme Leistung dieses Organpaar vollbringt. Arbeitet die Filteranlage des Körpers nur noch mit etwa zehn Prozent Leistungskraft, spricht man von einem Nierenversagen.

Dann muss eine Blutwäsche (Dialyse) die Nieren dabei unterstützen, überflüssiges Wasser oder Mineralstoffe sowie Abbauprodukte aus dem Blut zu filtern.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (Nierenerkrankungen; DGfN) nehmen aktuell 71.000 Patienten mehrfach wöchentlich eine Dialyse-Therapie in Anspruch. Die meisten von ihnen sind über 65 Jahre alt.

Ältere Menschen sollten deshalb regelmäßig unter anderem ihren Blutdruck sowie ihren Blutzuckerspiegel prüfen lassen.

Beides auf einem niedrigen Level zu halten, ist entscheidend für gesunden Nieren und schützt auch vor Herz-Kreislauferkrankungen. Schon vom„Check-up 35″ an sollten Patienten alle zwei Jahre sicherstellen, dass Ihre Nieren das Blut korrekt filtern.

Blut- und Urintests verraten dem untersuchenden Arzt, wie es um die Funktion der Nieren bestellt ist.

Schützen Sie Ihre Nieren

Die Nieren sind wichtige Organe Ihres Körpers. Umso dringender ist es, dass Sie sie gesund erhalten.

Ist die Niere einmal geschädigt, gibt es keine Möglichkeit, die Zellen zu neuem Wachstum anzuregen. Dabei gibt es einfache Methoden, die Nierenzellen zu schützen.

  • Trinken Sie jede Stunde ein großes Glas Wasser. So verbessern Sie die Reinigungsfunktion Ihrer Nierenzellen. Zudem regen Sie den Nierenstoffwechsel an.
  • Achten Sie auf Ihre Nahrungszusammensetzung. 70 Prozent der Nahrung sollte aus ballaststoffreichen Lebensmitteln bestehen.
  • Bewegen Sie sich. 20 bis 30 Minuten strammes Gehen pro Tag (nicht „Schlendern“) erhöht die Widerstandsfähigkeit Ihrer Nierenkörperchen.
  • Lassen Sie auch als gesunder Mensch einmal jährlich beim Arzt die Funktion Ihrer Nieren überprüfen lassen, als Risikopatient alle sechs Monate. Denn die Symptome, die auf Nierenschäden hinweisen, treten erst sehr spät auf. Dann kann es schon zu spät sein.
  • Vorsicht auch mit rezeptfreien Medikamenten. Nehmen Sie Schmerzmittel ein, kann das Ihre Nieren schwer schädigen. 15 Tabletten pro Monat über ein Jahr hinweg (also jeden zweiten Tag eine Tablette) gilt schon als schwer nierenschädigend. Grundsätzlich sind Einzelpräparate von den Nieren besser zu verarbeiten als Kombinationspräparate.
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