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Nicht immer ist Eisenmangel dafür verantwortlich

Müde – genau so haben Sie sich in letzter Zeit gefühlt. Vielleicht liegt bei Ihnen ein gewisses Myelodysplastisches Syndrom oder Blutarmut vor? Dies ist eine vernünftige Annahme.

Doch solange Ihr Arzt keine spezifische Diagnose und keinen Behandlungsplan erstellt hat, bedeutet das noch lange nicht, dass eine Eisengabe aufgrund von Eisenmangel erforderlich ist.

Eisenmangel führt nur zu einer von vielen verschiedenen Typen der Blutarmut und das muss auch nicht immer das Myelodysplastische Syndrom sein.

Die roten Blutkörperchen sind die Sauerstofftransporter des Körpers. Sie werden im Knochenmark gebildet, wo sie Hämoglobin akkumulieren. Hämoglobin ist der eisenreiche Bestandteil des Blutes, der die Gewebe mit Sauerstoff versorgt.

Blutarmut und Sauerstoffmangel haben viele Symptome

Blutarmut entsteht, wenn der Körper nicht genügend gesunde rote Blutkörperchen bildet. Oder wenn zu viele rote Blutkörperchen verloren gehen bzw. schneller zerstört werden als nachproduziert werden können.

Wenn einer dieser Fälle eintritt, kann Ihr Blut nicht genug Sauerstoff aufnehmen und transportieren.

Zu Beginn wird eine Blutarmut meist nicht wahrgenommen. Doch sobald das Gewebe mit Sauerstoff unterversorgt ist, werden Sie wahrscheinlich blass aussehen, sich müde, schwach, benommen oder verwirrt fühlen.

Oder sogar schnellen Herzschlag verspüren, der mit Brustschmerzen oder Kurzatmigkeit einhergeht, vor allem wenn Sie aktiv sind.

Eisen- und Vitaminmangel sind selten abhängig von der Ernährung

Eisenmangel ist eine häufige Ursache für Blutarmut, die auftritt, wenn der Körper nicht genug Eisen aufnehmen kann, oder mehr Eisen verliert, als aufgenommen werden kann. Zu den häufigen Ursachen zählen:

  • Blutverlust: Blutverlust bedeutet gleichzeitig Eisenverlust. Bei Frauen vor den Wechseljahren können schwere Menstruationsblutungen hierfür verantwortlich sein. Bei Frauen nach den Wechseljahren und Männern rührt Blutarmut meist von anderen chronischen Blutungen her, deren Quelle Hämorrhoiden, Magengeschwüre oder Dickdarmerkrankungen sein können. Normalerweise sind diese Blutungen schwach und werden deshalb meist nicht bemerkt. Die Behandlung beinhaltet meist das Aufspüren der Ursache und anschließende Aufnahme von Eisen, um das Eisendepot wieder aufzufüllen.
  • Störungen der Eisenaufnahme: Bei Störungen der Nährstoffaufnahme wird die Nahrung nicht vollständig verdaut, sodass die Aufnahme der Nährstoffe über die Darmwand behindert wird. Stattdessen werden wichtige Nährstoffe mit dem Stuhl ausgeschieden. Eine Ursache für die mangelhafte Aufnahme von Eisen können deshalb Erkrankungen des Darms sein. Die Diagnose dieser Erkrankungen und ihre anschließende Behandlung sind der Schlüssel zur Wiederherstellung der richtigen Verdauung und der Nährstoffaufnahme.

Achten Sie auf ausreichende Folsäure in Ihrer Ernährung

Zusätzlich zu Eisen wird für die Produktion von gesunden, roten Blutkörperchen Folsäure und Vitamin B12 benötigt (siehe dazu auch „Folsäure“ in der August-Ausgabe).

Wenn einer dieser Bestandteile fehlt, produziert das Knochenmark große, abnormal geformte rote Blutkörperchen, was zur megaloblastären Blutarmut führt.

Folsäuremangel kann bei unausgewogener Ernährung auftreten oder aber mit Erkrankungen des Dünndarms zusammenhängen, die die Fähigkeit des Darms zur Aufnahme von Folsäure einschränken.

Eine dieser Darmerkrankungen ist Morbus Crohn. Zur Bekämpfung des Folsäuremangels muss die zu Grunde liegende Ursache behoben werden; anschließend kann die Ernährung umgestellt und die Einnahme von folsäurehaltigen Präparaten verordnet werden.

Ein Mangel an Vitamin B12 ist selten abhängig von der Ernährung. Viel häufiger hängt er mit einer mangelhaften Aufnahme des Vitamins zusammen, einer Erkrankung, die perniziöse Anämie genannt wird.

Vitamin B12-Mangel kann außerdem nach Darmoperationen oder Operationen im Zusammenhang mit der Behandlung von Fettleibigkeit auftreten, ebenso als Folge von Erkrankungen wie Morbus Crohn. Zur Behandlung können Vitamin B12-Spritzen gegeben werden.

Chronische Erkrankungen können Ursache für Myelodysplastisches Syndrom sein

Blutarmut kann auch im Zusammenhang mit chronischen Krankheiten auftreten, doch ist Blutarmut dann meist nur mild ausgeprägt und entwickelt sich nur langsam, häufig sogar ohne Symptome.

Blutarmut kann zum Beispiel auftreten, wenn die Produktion von roten Blutkörperchen auf Grund chronischer Infektionen, Entzündungen oder Krebs unterdrückt wird. Nierenerkrankungen oder Nierenversagen werden auch mit Blutarmut assoziiert, da sie einen Mangel an dem Hormon Erythropoetin verursachen können.

Das Hormon wird von gesunden Nieren gebildet und stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen.

Typischerweise wird durch die Behandlung der jeweiligen Ursache die Blutarmut mit beseitigt. In manchen Fällen kann ein Medikament verschrieben werden, das die Wirkung von Erythropoetin im Körper nachahmt, wie Epoetin alfa (Epogen®, Procrit®) oder Darbepoetin alfa (Aranesp®).

Vor allem, wenn ein Nierenversagen vorliegt, oder die Blutarmut mit einer Krebserkrankung oder deren Behandlung zusammenhängt.

Tumore des Knochenmarks

Einige Krebserkrankungen oder Krebsvorstufen können das Knochenmark und die Produktion roter Blutkörperchen beeinflussen.

Diese Krankheiten reichen von leicht bis lebensbedrohlich, und dazu gehören:

  • chronische und akute Leukämien
  • Lymphome
  • Multiples Myelom
  • das Myelodysplastische Syndrom

Zusätzlich zu der Behandlung für die jeweilige Erkrankung können Bluttransfusionen durchgeführt oder Medikamente verabreicht werden, die die Produktion roter Blutkörperchen stimulieren.

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