Milz: Allgemeines
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Milz
GNL5356
Eine vergrößerte Milz kann auf eine Infektionskrankheit, aber auch auf Krebs hindeuten
Wie ein guter Bühnenarbeiter, hilft Ihre Milz hinter den Kulissen außerhalb des Scheinwerferlichtes, aber Sie muss vielen Rollen gerecht werden.
Es ist wichtig, diese Rollen zu kennen. So filtert sie zum Beispiel das Blut und kämpft gegen Infektionen. Ebenso ist es bedeutsam, eine vergrößerte Milz als ein Zeichen für ein ernstes Problem wahrzunehmen.
Ein Organ mit vielen Talenten
Ihre Milz ist ein länglichovales Organ, das sich hinter Ihrem linken Brustkorb verbirgt. Sie ist etwa so groß wie eine Niere, passt also ungefähr in Ihre Handfläche. Sie wiegt etwa 150 Gramm. Zu den Nachbarorganen der Milz gehören Magen, Bauchspeicheldrüse (Pankreas), Dickdarm und Lunge.
Die Milz spielt eine wichtige Rolle für den Blutkreislauf und Ihre körpereigene Abwehr. Es gibt 2 Gewebearten in dem Organ: rotes und weißes Mark. Das rote Mark filtert alte und abnorme Blutzellen sowie Mikroorganismen aus dem Blut.
Das weiße Mark stellt den größten Lymphknoten Ihres Körpers dar. Lymphknoten haben eine Schlüsselstellung in Ihrem Immunsystem und sind über den ganzen Körper verstreut. Sie helfen dabei, eingedrungene Mikroorganismen, zum Beispiel infektiöse Bakterien, zu eliminieren. Die Milz filtert unter anderem Bakterien aus dem Blut, die bestimmte Formen Lungen- und Hirnhautentzündung verursachen können.
Eine vergrößerte Milz ist ein Warnsignal
Bei einigen Erkrankungen kann sich die Milz so stark vergrößern, dass sie sich unter den Rippen tasten lässt. Sie kann über 15mal größer als im Normalzustand werden – sie wiegt dann über 2, 0 Kilogramm. Diese Volumenzunahme kann ohne weitere Symptome auftreten, oder sie wird begleitet von Schmerzen, die sich v. a. im linken Oberbauch bemerkbar machen.
Eine plötzliche Milzvergrößerung, die auf einer inneren Blutung des Organs beruht, ist häufig die Folge einer Verletzung im linken Brustkorbbereich bzw. im linken Oberbauch. Dieser Zustand geht meist einher mit starken Schmerzen und sollte Anlass für eine notfallmäßige Krankenhauseinlieferung sein.
Eine vergrößerte Milz, die gleichzeitig von Fieber begleitet wird, lässt sich meist auf Infektionskrankheiten zurückführen, zum Beispiel infektiöse Mononucleose (Pfeiffersches-Drüsenfieber), Tuberkulose und Malaria. Eine Organvergrößerung tritt häufig auch als Folge einer Fehlfunktion des Immunsystems auf. Dazu gehören die Rheumatoide Arthritis, Lupus und die immunbedingte hämatolytische Anämie (Blutarmut).
Da das Blut von der Milz zur Leber fließt, kann jede Erkrankung, die diesen Blutstrom blockiert, eine Milzvergrößerung verursachen. Hier sind Leberzirrhosen und Herzinsuffizienz zu nennen.
Eine Anzahl von Krankheiten, die nichts mit Krebs zu tun haben, können Abnormitäten der roten Blutkörperchen bewirken. Thalassämie und SichelzellAnämien können hier der Grund für eine Milzvergrößerung sein. Aber auch Krebsformen wie die Leukämie oder Lymphome können Milzvergrößerungen bewirken.
Finden Sie die Ursache
Da eine vergrößerte Milz gewöhnlich auf ein anderes ernstes Problem hinweist, wird Ihr Arzt wahrscheinlich erst einmal nach der eigentlichen Ursache suchen. Neben der körperlichen Untersuchung, kann er bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomographie einsetzen. Weitere Tests schließen Blut, Leberfunktion sowie Knochenmark ein.
Wenn diese Methoden zur Identifizierung der Ursache nicht ausreichen und die Milz weiterhin vergrößert bleibt, kann Ihr Arzt die operative Entfernung der Milz (Splenektomie) empfehlen.