Mikrovaskuläre Herzkrankheit: Allgemeines
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Irgendetwas stimmt nicht. Wenn Sie sich bewegen, schmerzen Ihr Nacken und Ihre Schulter, Sie sind außer Atem und Ihnen ist vielleicht schwindelig. Außerdem fühlen Sie sich tagsüber völlig erschöpft, aber dennoch können Sie nachts nicht gut schlafen.
Ihr Arzt vermutet Herzprobleme. Ein Herzbelastungstest auf einem Laufbandergometer ergibt, dass Ihr Herz vermutlich nicht ausreichend mit Blut versorgt wird. Als Ihr Kardiologe jedoch eine Koronarangiographie durchführt – mittels eines Herzkatheters wird ein Röntgenkontrastmittel injiziert – kann er in den Arterien keine Ablagerungen oder Blockaden feststellen.
Ist demnach alles in Ordnung? Leider nicht unbedingt. Dann sollten weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Ablagerungen, die die Herz versorgenden Arterien verengen oder blockieren, können nicht nur die großen Herzarterien (Herzkranzgefäße) betreffen, sondern auch die kleinsten Blutgefäße des Herzens. Diese Erkrankung – mikrovaskuläre Herzkrankheit – kann besonders bei Frauen zu schwer wiegenden Problemen führen; sie sind wesentlich häufiger betroffen als Männer.
Frauen geben Rätsel auf
In den meisten medizinischen Kreisen wurde lange Zeit angenommen, dass die koronare Herzkrankheit (KHK) bei allen betroffenen Menschen in derselben Weise auftritt. Die Ursache war Arteriosklerose, die fortschreitende Bildung von fetthaltigen Ablagerungen (Plaques) in den größeren Herzkranzgefäßen.
Eine Behinderung des Blutflusses zum Herzen, verursacht durch Arteriosklerose, kann zu einer Angina führen. Charakteristisch für eine Angina sind in Abständen erfolgende Schmerzen in der Brust, im Unterkiefer und in den Armen sowie Verdauungsstörung ähnliche Beschwerden, die häufig von körperlichem oder emotionalem Stress herrühren. Eine plötzliche totale oder fast vollständige Blockade der Herzkranzgefäße kann ebenfalls auftreten, was zu einem Herzinfarkt oder einem plötzlichen Herztod führt.
Die Herzkrankheit ist zum Beispiel die mit Abstand häufigste Todesursache bei Männern und Frauen. Es gibt jedoch Unterschiede in der Prognose der Herzkrankheiten. Während bei Männern die Todesrate sinkt, ist der Rückgang bei Frauen deutlich langsamer. Tatsächlich sterben an einer koronaren Herzkrankheit mehr Frauen als Männer.
Zusätzlich findet man bei einigen Frauen mit den Symptomen einer koronaren Herzkrankheit folgendes Phänomen: Bei einer speziellen Röntgenuntersuchung (Koronarangiographie), bei der eine Verengung oder Blockade der großen Herzkranzgefäße sichtbar gemacht wird, liefern diese Frauen Bilder ohne Befund. Dennoch treten bei einigen Frauen wiederholt Brustschmerzen, eventuell ein Herzinfarkt oder Herzversagen auf.
Ähnlich ist es auch bei Frauen, die aufgrund von blockierten Herzkranzgefäßen mit einem Stent behandelt wurden oder die sich einer Bypass-Operation am offenen Herzen unterzogen haben. Im Vergleich zu den Männern, die in derselben Situation waren und auf dieselbe Weise behandelt wurden, traten bei den Frauen mehr Herzinfarkte und Herzversagen auf.