Erinnern Sie sich daran, wie einfach die Medizin in der Fernsehserie „Raumschiff Enterprise“ war? Dr. McCoy konnte die Krankheit eines Crewmitglieds umgehend diagnostizieren, indem er einfach ein handtellergroßes Gerät über die schmerzende Stelle hielt.
Im wirklichen Leben ist die Diagnostik noch nicht so weit wie bei Raumschiff Enterprise. Aber der technologische Fortschritt in der Meidzintechnik hat die Möglichkeiten, Einzelheiten des menschlichen Körpers sichtbar zu machen, erstaunlich erweitert.
Heute verfügen die Ärzte über vielfältigere und bessere bildgebende Verfahren als jemals zuvor. Die Medizintechnik entwickelte Verfahren wie Röntgen- oder Computertomographie-Verfahren, die nicht nur die Notwendigkeit für diagnostische chirurgische Eingriffe reduziert, sondern auch frühzeitige Diagnosen ermöglicht haben.
Mit der Röntgendiagnostik fing es vor 100 Jahren an
Mehr als 100 Jahre nach ihrer Entdeckung bleibt die Röntgendiagnostik eine wertvolle Diagnosemethode. Die Röntgenaufnahme des Brustkorbs ist noch immer eines der am häufigsten benutzten Bilddiagnostik-Verfahren.
Röntgenaufnahmen können Veränderungen im Körpergewebe aufdecken, wie zum Beispiel Knochenerkrankungen oder Tumore in der Lunge oder in der Brust. Auch der Magen-Darm-Trakt kann damit abgebildet werden.
Zusätzlich zum Röntgenverfahren kann die moderne Computertomographie das Innere des menschlichen Körpers noch genauer darstellen. Zu den häufigsten Untersuchungsmethoden, mit denen Ärzte einen Abschnitt des Körpers Schicht für Schicht abbilden können, gehören Ultraschall (Sonographie), Computertomographie (CT) und Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, NMR, MRI).
Die moderne bildgebende Medizintechnik ermöglicht Ärzten, Ansichten des menschlichen Körpers zu erhalten, die sonst nie möglich wären.
Ultraschall (Sonographie) – Ultraschallverfahren benutzen keine Strahlung. Statt dessen werden bei ihnen ein hochfrequenter Schall und eine ausgefeilte Computerauswertung eingesetzt. Mit Ultraschall kann Bewegung in inneren Organen ebenso dargestellt werden wie die Bewegung eines Fötus in der Schwangerschaft oder das Strömen des Blutes durch ein Gefäß.
Ultraschall ist besonders geeignet, um Informationen über die Form, die Beschaffenheit und Zusammensetzung von Tumoren und Zysten zu liefern.
Häufig wird er eingesetzt, um Bauchorgane (Niere, Leber, Bauchspeichel-drüse und Gallenblase) zu untersuchen, aber auch Brust, Gebärmutter, Eierstöcke, Prostata und Schilddrüse.
Auch in der Herzdiagnostik wird Ultraschall zur Beurteilung der Herztätigkeit angewandt (Echokardiographie).
Ärzte benutzen die Ultraschall-Diagnostik zunehmend, um Verengungen (Stenosen) von Blutgefäßen zu entdecken. Die großen Halsgefäße (Karotisarterien) werden häufig per Ultraschall untersucht, um ein mögliches Risiko eines Schlaganfalls einzuschätzen.
Bei der Diagnostik erweiterter Arterien, zum Beispiel bei Aortenaneurysmen, ist diese Methode ebenfalls hilfreich.
Ultraschalluntersuchungen sind schmerzfrei. Während Sie entspannt auf dem Untersuchungstisch liegen, wird ein stabförmiges Gerät (Transducer) auf Ihrem Körper plaziert. Es sendet unhörbare Schallwellen aus, die zum Transducer zurückgesandt werden.
Diese reflektierten Schallwellen werden dann durch einen Computer in ein bewegtes Bild umgesetzt. Meist dauert eine solche Untersuchung weniger als 30 Minuten.
Computertomographie (CT) – Ein Computertomogramm erlaubt dem Arzt, ein Organ in zweidimensionalen „Schnitten“ zu betrachten. Bei dieser Methode wird eine Reihe von sehr feinen Röntgenstrahlen durch den Körper gesandt. Eine prozessorgesteuerte Bildverarbeitung, die im Takt von Sekundenbruchteilen arbeitet, setzt dann aus den Meßwerten Bilder zusammen.
Diese medizinische Technik kann sehr detaillierte Querschnittsbilder der Arme und Beine, des Gehirns und der Brust- und Bauchorgane liefern. CT-Aufnahmen sind besonders hilfreich bei der Diagnose von Tumoren, Blutungen oder Infektionen innerhalb großer Organe.
Um das zu untersuchende Gebiet besser abzubilden, wird fast immer ein Kontrastmittel (zu einer Art „Anfärbung“) benutzt.
Das Kontrastmittel kann in eine Vene gespritzt oder, bei Bauchuntersuchungen, geschluckt werden.
CT-Aufnahmen sind schmerzlos und dauern im allgemeinen weniger als 10 Minuten. Sie liegen lediglich still auf einem beweglichen Tisch, der in eine lange Röhre gleitet, wo die Aufnahmen gemacht werden. Noch schneller geht es mit Spiral-Computertomographen, die den gesamten Körper in nur 30 Sekunden erfassen können.
Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, NMR, MRI) – Das zylindrisch aussehende Kernspintomographie-Gerät benutzt keine Röntgenstrahlung.
Statt dessen erzeugt ein Computer Schichtaufnahmen des Gewebes, die aus Daten eines starken Magnet- und Radiowellenfeldes erzeugt werden. Diese Bilder können aus jeder Ebene oder Richtung betrachtet werden.
Untersuchungen des Gehirns, des Halses, des Rückenmarks und der Weichteilgewebe sind die Stärken der Kernspintomographie. Sie ist besonders für die Beurteilung von Gelenk-, Muskel- und Knochenerkrankungen geeignet.
Während der Untersuchung, die zwischen 15 und 60 Minuten dauern kann, liegen Sie auf einem beweglichen Tisch innerhalb des Geräts. Die Untersuchung ist laut, so daß Sie meist Ohrenstöpsel ausgehändigt bekommen.
In einigen Fällen wird ein Kontrastmittel in die Vene gespritzt, um bestimmte Bilder zu verstärken. Wegen des Magnetfeldes ist die Kernspintomographie nicht für Personen geeignet, die einen Herzschrittmacher oder andere elektrische Geräte oder Metallteile in ihrem Körper tragen.
Für Personen, die an Raumangst (Klaustrophobie) leiden, könnte eine Kernspintomographie problematisch sein. Es gibt jedoch Medikamente, die in solchen Fällen helfen können. Und es gibt halboffene Geräte, die allerdings „langsam“, das heißt zeitaufwendig sind.