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Übelkeit und Erbrechen: Steckt wirklich nur eine einfache Magenverstimmung dahinter?

Endlich Sommer! Doch leider ist jetzt auch die Zeit der häufigen Magenverstimmungen.

Denn nicht jeder verträgt z. B. eiskalte Getränke, auf die wir bei der Hitze so großen Durst haben.

Aber Übelkeit und Erbrechen können auch Warnsignale für schwerwiegendere Erkrankungen bis hin zum Herzinfarkt sein, die sofortige ärztliche Hilfe erfordern.

Wir zeigen Ihnen, woran Sie eine einfache Magenverstimmung oder eine kurze Kreislaufschwäche erkennen und was Sie dagegen unternehmen sollten.

Schließen Sie andere Ursachen aus

Die wichtigste Frage: Sind noch andere Menschen erkrankt? Besonders Milch- und Eiprodukte verderben bei den hohen sommerlichen Temperaturen sehr leicht.

Deswegen sind jetzt Lebensmittelvergiftungen und die gefürchteten Salmonelleninfektionen recht häufig.

Falls Sie und andere Menschen ca. drei bis vier Stunden nach einem gemeinsamen Essen an Übelkeit, Magenkrämpfen, Brechreiz und/oder Durchfall erkranken, sollten Sie alle sicherheitshalber umgehend einen Arzt aufsuchen.

Anders ist es, wenn nur Sie alleine betroffen sind.

Besonders häufig sind im Sommer Unverträglichkeiten von kalten Nahrungsmitteln, zu großen und schweren Essensportionen (z. B. auf Grillpartys) oder eine vorübergehende Kreislaufschwäche aufgrund der Hitzebelastung.

Bitte bedenken Sie, dass auch Alkohol bei warmen Außentemperaturen leicht auf Magen und Kreislauf schlägt.

Wenn eine Magenverstimmung vorliegt

Wenn sich Ihre Übelkeit nach ein- bis zweimaligem Erbrechen sofort bessert, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit nur eine Magenverstimmung vor.

Lassen Ihre Beschwerden unmittelbar durch Hinlegen nach, spricht das für eine kurzfristige Kreislaufschwäche.

In beiden Fällen können Sie sich durch eine Akupressur-Anwendung Linderung verschaffen.

Bei einem verdorbenen Magen helfen Ihnen die homöopathischen Mittel Arsenicum album (große Schwäche, brennende Magenschmerzen und großer Durst) oder Pulsatilla (Übelkeit durch Eis, Fett und kalte Getränke).

Nehmen Sie jeweils 5 Streukügelchen der D–12-Potenz alle 30 Minuten, jedoch höchstens 6-mal.

Auch ein bis zwei Stücke kandierter Ingwer oder das Ingwerpräparat Zintona® (20 Kapseln 8,49 €) vertreiben Übelkeit und Brechreiz.

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Bringen Übergeben und Hinlegen keine Besserung oder treten weitere Beschwerden auf, dann sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe suchen.

Denn zahlreiche innere Erkrankungen machen sich zunächst durch unspezifische Übelkeit, oft zusammen mit Brechreiz und Schwindel, bemerkbar.

Bei diesen Beschwerden brauchen Sie umgehend ärztliche Hilfe:

  • Erbrechen von Blut, kaffeesatzartigem Mageninhalt, anverdautem Darminhalt
  • Übelkeit und Erbrechen
  • nach Stürzen
  • mit Augenschmerzen
  • mit kolikartigen Schmerzen im Bauchbereich
  • mit bretthart gespanntem Bauch
  • mit Fieber > 38,5° C
  • mit Atemnot, Brustbeklemmungen oder Brustschmerzen

Alle diese Beschwerden können auf schwerwiegende Erkrankungen wie einen Darmverschluss, Herzinfarkt, akutes Glaukom (Grüner Star), Gehirnblutungen oder eine Blinddarmentzündung hindeuten.

Sie erfordern eine umfassende diagnostische Abklärung anhand von EKG, Ultraschall und Computertomographie.

Auch Medikamente wie Digitalis, Eisen-, Kalium- und Asthmapräparate sowie Opiate und Antibiotika können Übelkeit und Erbrechen auslösen.

Falls Sie solche Mittel einnehmen, wenden Sie sich bitte auch umgehend an Ihren Arzt!

Magengeschwür: Einwände gegen Antibiotika

Je mehr Forscher und Ärzte etwas über die Beziehung zwischen Bakterienbefall und Geschwürbildung herausfinden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Standardtherapie auch auf Antibiotika erstreckt.

Der Einsatz von Antibiotika zur Behandlung von Geschwüren ist neu und nicht unproblematisch.

Folgende Einwände werden von Ärzten vorgebracht:

  • Hohe Arzneimitteldosen: Die Behandlung von Geschwüren mit Antibiotika bedeutet die Einnahme von täglich 12 bis 15 Tabletten über 10 bis 12 Tage hinweg. Bei manchen Patienten führt diese Dosierung zu Unverträglichkeiten, so daß die Behandlung über den gesamten Zeitraum nur schwer durchzuhalten ist.
  • Resistenz gegen Antibiotika: Mit der Zeit können H. pylori Bakterien resistent gegen Antibiotika werden. Beim Einsatz einer Kombination verschiedener Antibiotika ist dies jedoch weniger wahrscheinlich.
  • Nebenwirkungen: Übelkeit und Durchfall treten bei etwa 20 % der Patienten auf, die Antibiotika einnehmen.

Wenn Ihr Geschwür wiederkehrt

Einige Geschwüre verschwinden ohne Zugabe eines Medikaments, andere lassen sich durch H2-Blocker beseitigen.

Sollten Sie jedoch an wiederauftretenden Geschwüren leiden, dann fragen Sie Ihren Hausarzt nach dem Für und Wider einer Antibiotikabehandlung.

Diese könnte bewirken, daß der jüngste Rückfall auch der letzte war.

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