MenüMenü

So werden Sie hartnäckige Magenbeschwerden schnell wieder los!

Magenbeschwerden oder Verdauungsstörungen quälen fast jeden von uns von Zeit zu Zeit.

Unter diesen Sammelbegriffen verstehen wir ein ganzes Spektrum verschiedener Beschwerden.

Das geht vom „sauren Magen“, Bauchrumoren, Übelkeit, Brechreiz, Magenüberdehnungen und Blähungen bis hin zur Speiseröhrenentzündung, Gallensteinen sowie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren.

Im Gespräch mit dem bekannten Arzt und Buchautor Henry D. Janowitz erläutert dieser Ursachen, vorbeugenden Maßnahmen und Therapien dieses Krankheitsfeldes.

Die meisten dieser Beschwerden werden begleitet von Sodbrennen, medizinisch auch Reflux genannt.

So heißt das Aufsteigen der Magensäure oder des Mageninhalts in die Speiseröhre bis in den Rachenraum, wo die Säure einen unangenehmen Geschmack und ein leichtes Brennen hinterlässt.

Reflux tritt beispielsweise oft dann auf, wenn man zu viel gegessen hat, der Mageninhalt unter Druck steht und sich einen (verkehrten) Weg sucht.

Er wird begünstigt durch einen unzureichend schließenden Mageneingangsmuskel, der den Übergang von der Speiseröhre zum Magen darstellt.

Bekannte Reflux-Auslöser

  • Kaffee und Zigaretten – deren Inhaltsstoffe eine übermäßige Magensäureproduktion auslösen.
  • Fettes Essen – fettreiche Speisen sind schlecht zu verdauen und verweilen länger im Magen als Kohlenhydrate oder Eiweiße.
  • Alkohol – fördert den Reflux durch Vorschädigung der Magenschleimhaut.
  • Geschwüre – frische oder alte Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sowie deren Narben können die Nahrungspassage durch Magen und Darm verzögern und zu einer Übersäuerung des Mageninhalts führen. Ursache ist oft eine Infektion mit dem Helicobacter pylori, der heute verlässlich bekämpft werden kann.
  • Diabetes und Virusinfektionen können den Magen und die Magen-Darm-Flora auf unterschiedliche Weise beeinträchtigen.

Nagende Magenschmerzen und Übelkeit können aber auch auftreten, ohne dass eine sichtbare Schädigung des Magens oder ein Geschwür vorliegen.

Diese so genannte Dispepsie wird von dem Gefühl begleitet, als würde sich der Magen nicht schnell genug entleeren.

Der Speisebrei liegt wie Blei im Magen, ein andauerndes Völlegefühl und ein Blähbauch sind die Symptome.

Bisher ist die Ursache dieser Verdauungsstörung noch weitgehend unbekannt.

Man nimmt an, dass nervöse Störungen in der Muskelkoordination der oberen Verdauungsorgane zu den auslösenden Faktoren zählen.

Wird der Reflux nicht behandelt, kann daraus eine chronische Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) entstehen, die mit dauernden Schluckbeschwerden, Heiserkeit, Schmerzen, Blutungen, Brechreiz und dadurch bedingten Schlafstörungen einhergeht.

Bleiben diese Folgen unbehandelt, entwickeln sich daraus nicht selten gefährliche Tumore.

Mittel der Wahl in der Reflux-Therapie sind rezeptfrei erhältliche Säurehemmer und/oder Medikamente, die die inneren Oberflächen des Verdauungstraktes mit einer Schutzschicht auskleiden, sodass diese von der aggressiven Magensäure nicht mehr angegriffen werden (Maaloxan, Riopan).

Besser als jede Behandlung sind auch hier vorbeugende Maßnahmen.

Stress erhöht Risiko für Magengeschwür

Es ist bis heute nicht bewiesen, dass Stress einen Magen empfindlicher für die Ansiedlung des Magenkeims machen kann.

Allerdings kann Stress die Entstehung eines Magengeschwürs beschleunigen.

Grund dafür ist allerdings nicht der Stress an sich. Vielmehr wird dies durch das Verhalten der Menschen begünstigt, die unter Stress stehen.

In dieser Situation neigen viele Menschen nämlich dazu, ungesund zu leben. Sie rauchen zu viel, trinken häufiger Alkohol, ernähren sich hastig und ungesund.

Auch die Schlafgewohnheiten verändern sich, sie schlafen zu wenig und nicht tief genug.

All das reizt die Magenschleimhaut und kann so zu einer Entstehung eines Magengeschwürs führen.

Diese 4 Strategien können Ihnen gegen Reflux helfen

  1. Essen Sie vier bis fünf kleine oder aber mindestens drei größere Mahlzeiten am Tag. Verzichten Sie keinesfalls auf das Frühstück. Versuchen Sie ebenso nicht, das spärliche oder gar ganz ausgelassene Mittagessen durch ein entsprechend opulenteres Abendessen zu kompensieren. Dadurch füllen Sie Ihren Magen übermäßig an und vergrößern die Reflux-Gefahr.
  2. Legen Sie sich nach dem Essen nicht sofort hin. Reflux tritt nämlich häufiger im Liegen auf, besonders bei gut gefülltem Magen. Wenn Sie direkt nach einer Mahlzeit zu Bett gehen müssen, lagern Sie Ihren Oberkörper höher, z.B. durch ein verstellbares Kopfteil Ihres Lattenrostes oder indem Sie einen Keil unter die Matratze unterlegen.
  3. Vermeiden Sie Verstopfung. Verstopfungen erhöhen den Innendruck in Ihrem Verdauungstrakt und fördern den Reflux. Achten Sie bei ihrer Ernährung auf rohfaserreiche Kost, trinken Sie viel, tragen Sie keine beengenden Hosen oder Gürtel und achten Sie auf Ihr Gewicht.
  4. Vermeiden Sie fettreiche oder scharf gewürzte Speisen.

Wenn diese Eigenvorsorge nicht hilft, gehen Sie zum Arzt. Schildern Sie Ihre Symptome genau und erwähnen Sie, wie lange, wann und in welcher Form sie auftreten.

Achten Sie bei Ihrer Ernährung auch auf Lebensmittel, nach denen die Beschwerden regelmäßig auftreten (z.B. Paprika oder Obst wie Himbeeren).

Je nach Diagnose kann sich Ihr Arzt für verschiedene Therapien entscheiden: Es gibt Medikamente, die die Magensäure abpuffern und so die unangenehmen Begleiterscheinungen des Reflux lindern.

Andere fördern die Muskelbewegungen des Verdauungstrakts und transportieren so die Nahrung schneller hindurch.

Histamin-II-Blocker verhindern die Produktion der Magensäure – speziell während der Nacht (Tagamet, Zantic).

Sollte der Arzt das Magengeschwüre verursachende Bakterium Helicobacter pylori nachgewiesen haben, so wird dies mit einer Kombi-Therapie aus Antibiotikum und Säureblocker abgetötet.

Da der Verdauungstrakt durch Nervenbahnen direkt mit dem Gehirn verbunden ist, ist es verständlich, weshalb Aufregung und Stress vielen Menschen „auf den Magen schlagen“.

In solchen Fällen empfiehlt sich neben der direkten Therapie auch eine Psychotherapie, etwa Entspannungsübungen, Stressmanagement oder Verhaltenstraining zur dauerhaften Behebung der Krankheitsursachen.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten