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Grundlagenwissen zum Thema Lungenkrebs

Jedes Jahr erliegen eine Million Menschen weltweit dem Lungenkrebs (auch Lungen- oder Bronchialkarzinom genannt). Dabei handelt es sich wie bei anderen Krebsarten um eine bösartige Zellentartung der Bronchien. In Deutschland erkranken nach Angaben des Statistischen Bundesamts jährlich über 30.000 Menschen. Etwa 24.000 sterben daran. Konsequenterweise fordert Lungenkrebs mehr Todesopfer als mehrere andere Krebsarten zusammengenommen. Entdeckt man Lungenkrebs zufällig in einem frühen Stadium, steigert sich die Überlebensrate von unter 10 auf 47 Prozent.

Lebensgewohnheiten beeinflussen Risiko

 

Der Lungenkrebs gilt als häufigste Todesursache bei Krebserkrankungen für Männer und Frauen in den westlichen Industrieländern. Es ist zu erwarten, dass die Todesrate für Frauen rapide ansteigt und sich derjenigen der Männer angleicht. Das Ansteigen der Todesrate bei Frauen erfolgt später, da das Rauchen bei Frauen bis vor 20 oder 30 Jahren nicht so verbreitet war. Die Grafik basiert auf Angaben der American Cancer Society. Eine statistische Erfassung der Sterbefälle erfolgte in Deutschland erst seit den 1960er Jahren. Die Häufigkeit der Sterbefälle pro 100.000 Einwohner in Deutschland ab diesem Zeitpunkt gleicht der Entwicklung in den USA.

Anders als bei den meisten Erkrankungen spielt Ihr Verhalten eine Rolle dabei, ob Sie an Lungenkrebs erkranken. Das Entscheidende: Falls Sie rauchen, sollten Sie aufhören. Falls nicht, fangen Sie nicht erst an. Tabakrauch enthält mehr als 100 krebserregende Stoffe und gilt als Hauptursache für eine Entstehung von Lungenkrebs. Das Rauchen ist für 85 bis 90 Prozent der Erkrankungsfälle an Lungenkrebs verantwortlich. Dabei ist es unwesentlich, wie alt Sie sind. 95 Prozent aller Patienten mit Lungenkrebs sind Raucher. Mit dem Rauchen aufzuhören, reduziert Ihr Risiko erheblich.

Sich selbst dem Risiko aussetzen

Ein wichtiger Report wurde 1964 vom Büro des leitenden Arztes der amerikanischen Gesundheitsbehörde veröffentlicht. Er bestätigte den Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs. Seitdem untermauerten viele Studien, einschließlich einiger von Zigarettenherstellern, die Ergebnisse dieses maßgebenden Berichts. Zigaretten- und Zigarrenrauch enthalten mehr als 40 krebserregende Substanzen (Karzinogene). Wenn Sie rauchen oder mit einem Raucher zusammenleben, atmen Sie Luft, die unter anderem die Karzinogene Formaldehyd und Ammoniak enthält.

Zigaretten- und Zigarrenrauch verhindert, dass Ihr Körper diese Chemikalien wieder loswird. Mit der Zeit bildet der im Rauch enthaltene Teer eine klebrige braune Schicht auf den Schleimhäuten der Lunge und Atemwege. Diese Schicht hält die beim Rauchen eingeatmeten Karzinogene zurück. Aus dem Grund tritt Lungenkrebs fast ausschließlich bei Rauchern auf. Rauchende Männer weisen eine 22-mal höhere Wahrscheinlichkeit für einen Lungenkrebs auf als solche, die nicht rauchen. Bei rauchenden Frauen fällt das Lungenkrebsrisiko 12-mal höher aus als bei Nichtraucherinnen.

Nur wenige Symptome

Seit den frühen 1970er Jahren stieg die Einjahres-Überlebensrate bei Lungenkrebs von 32 auf 41 Prozent. Dennoch liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate immer noch bei nur 13 Prozent. Ein Grund hierfür ist, dass Lungenkrebs sich mit wenigen Vorboten entwickelt und es keine eindeutig für Lungenkrebs sprechenden Symptome gibt. In der Regel breitete er sich vor seiner Diagnose bereits aus. Lungenkrebs tritt meist bei Menschen ab dem 45. Lebensjahr auf. Das Frühstadium verläuft unter Umständen symptomlos. In der Regel finden sich Kurzatmigkeit, Heiserkeit, Brustschmerzen, Gewichtsverlust oder Schwellungen am Hals oder an den Füßen. Blutiger Auswurf beim Husten stellt einen weiteren Hinweis dar.

Lungenkrebs diagnostiziert man zumeist durch eine Kombination verschiedener Verfahren. Bildgebende Verfahren wie Röntgenbilder oder eine Computertomographie geben Auskunft über Veränderungen des Lungengewebes sowie Größe und Lage. Durch eine Bronchoskopie entnimmt man Gewebeproben, die einer histologischen Untersuchung unterzogen werden. Darüber hinaus stellt man durch eine Blutuntersuchung Tumormarker fest. Solche Screening-Methoden wie Röntgenaufnahmen der Lunge weisen einen Lungenkrebs nach, bevor Symptome auftreten. Da die Krankheit extrem bösartig ist, senkte bisher keine Maßnahme die Todesrate. Sollten Sie rauchen, könnte Ihr Arzt eine jährliche Lungen-Röntgenaufnahme veranlassen. Dies geschieht in der Hoffnung, einen aufgetretenen Lungenkrebs in einem frühen Stadium zu erfassen.

Krankheitstypen und -stadien

Lungenkrebs entsteht durch unkontrolliertes Wachstum abnormer und kranker Zellen in der Lunge. Diese Zellen breiten sich in andere Regionen der Lunge und des Körpers aus. Die beiden wesentlichen Formen des Lungenkrebses sind:

  • nicht-kleinzellige Karzinome – Verschiedene Arten von Lungenkrebs fasst man unter der Gruppe der nichtkleinzelligen Karzinome zusammen. Dazu gehören Plattenepithelkarzinom, Adenokarzinom und großzelliges Karzinom.
  • kleinzelliges Karzinom – Wegen seiner Form nennt man es auch „Oat-cell- Karzinom“ (oat = Hafer). Der Anteil der kleinzelligen Karzinome beträgt etwa 20 Prozent. Sie breiten sich in der Regel schnell aus.

Lungenkrebs diagnostizieren die Ärzte durch verschiedene Verfahren. Neben einer Lungen-Röntgenaufnahme untersucht er auch das Sputum (Auswurf) oder entnimmt eine Gewebeprobe. Zum Nachweis einer krebsartigen Wucherung in der Lunge setzt man ebenfalls die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MR) ein. Bei der Diagnosestellung nimmt man eine Klassifizierung bezüglich der Verbreitung des Karzinoms vor. Dies bezeichnet man als „Staging“ (Stadieneinteilung).

Spektrum an Behandlungsmethoden

Die Art und das Stadium des Karzinoms sind ausschlaggebend für die Wahl der Behandlung. Der Gesundheitszustand des Patienten spielt eine wichtige Rolle. Die drei Hauptwaffen gegen Krebs sind:

  • chirurgische Behandlung – Während eines chirurgischen Eingriffs entfernen die Ärzte das von Krebs befallene Gewebe der Lunge. Bei der Pneumektomie entfernt man einen Lungenflügel vollständig. Eine Lobektomie beinhaltet die Entfernung eines Lungenlappens und eine Bilobektomie die Entfernung zweier benachbarter Lungenlappen.
  • Strahlentherapie – Diese Behandlungsweise richtet ionisierende Strahlung (Röntgen-, Gamma-, Neutronenstrahlen u.a.) auf das Krebsgewebe. Die Strahlung vernichtet Krebszellen und mindert oder verhütet ihre Verbreitung. Sie lindert darüber hinaus Schmerzen.
  • Chemotherapie – Diese Behandlungsweise benutzt Medikamente zur Vernichtung von Krebszellen. Man bezeichnet sie als systemische Behandlung, da sie Krebszellen im gesamten Körper angreift.

Chemo- und Strahlentherapie als Basis

Bei der Behandlung des kleinzelligen Karzinoms stützen sich die Ärzte vorwiegend auf Chemo- und Strahlentherapie. Der chirurgische Eingriff stellt in der Regel keine Behandlungsoption dar, da sich das kleinzellige Karzinom schnell über die Lunge hinaus ausbreitet. Für die nicht-kleinzelligen Karzinome ist der chirurgische Eingriff die bevorzugte Methode, abhängig vom Krankheitsstadium. Die Überlebenschancen bei Lungenkrebs wachsen, wenn man das Krebsgewebe chirurgisch entfernen kann.

Doch sind nicht alle nicht-kleinzelligen Karzinome operabel. Um zu entscheiden, ob Sie ein Kandidat für einen chirurgischen Eingriff sind, berücksichtigt der Arzt den allgemeinen Gesundheitszustand und die Art und Verbreitung der Krankheit. Sollte ein nicht-kleinzelliges Karzinom inoperabel sein, führt der Arzt wahrscheinlich eine Chemo- und eine Strahlentherapie durch.

Steigende Anzahl von Möglichkeiten

Wenn es auch zu keinen spektakulären Durchbrüchen in der Therapie des Lungenkrebses kam, besteht ein stetiger Fortschritt in der Behandlung. Zum Beispiel steigt die Überlebensrate durch die effiziente Einbeziehung von chirurgischen Maßnahmen, Strahlen- und Chemotherapie. Andere Entwicklungen sind:

  • bildgebende Verfahren – Durch CT und MR entdeckt der Arzt den Krebs früher und lokalisiert ihn präzise. Das ermöglicht die Anwendung einer höheren Strahlendosis ohne Schädigung des umliegenden Gewebes.
  • medikamentöse Therapie – Vielversprechende neue Medikamente sind Paclitaxel (Taxol®) und Vinorelbine (Navelbine®). Dabei handelt es sich um Medikamente aus der Pflanze Immergrün (in Deutschland bereits zugelassen). Erste Studien zeigen, dass beide einen Platz in der Behandlung des Lungenkrebses haben. Wissenschaftler erforschen, ob die Retinoiden zur Vorbeugung des Lungenkrebses beitragen. Diese Medikamente zeigten sich vielversprechend bei der Vorbeugung von Kopf- und Halstumoren.
  • chirurgische Behandlung – Neue chirurgische Techniken, von denen einige weniger invasiv sind, erweitern die Indikationen für eine chirurgische Behandlung von Krankheitstypen und -stadien des Lungenkrebses. Andere Fortschritte beschleunigen die Heilung nach einer Operation. Ein neues Produkt versiegelt Luftlecks im Lungengewebe nach einer Operation. Des Weiteren steigt die Lebensqualität nach einer Operation, wenn man der Rehabilitation einen größeren Stellenwert einräumt.

Wenden Sie das Risiko ab

Bei fast neun von zehn Fällen ist das Rauchen verantwortlich für den Lungenkrebstod. Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören, reduzieren Sie Ihr Risiko für diese sehr schwere und lebensbedrohende Krankheit.

Viele neue Produkte und Techniken sind verfügbar, um Ihnen beim Aufhören zu helfen. Ihr Arzt berät Sie, das Richtige zu finden, um mit dem Rauchen aufzuhören und eine der tödlichsten Formen von Krebs zu verhüten.

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