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Rippenfellentzündung: Wenn jeder Atemzug schmerzt

Einatmen, ausatmen. Diese lebenswichtige Funktion wiederholen Sie täglich unbewusst, ohne darüber nachzudenken tausend und aber tausendmal. Die Lungen breiten sich aus, füllen sich mit Luft und lassen sie sanft und schmerzlos wieder austreten.

Das ist der normale Zustand. Es gibt allerdings auch Erkrankungen und medizinische Ursachen, die das Atmen zu einem schmerzhaften Anstrengung werden lassen.

Eine Rippenfellentzündung ist eine solche Krankheit. Sie entsteht dann, wenn sich das Rippen- oder Brustfell (die Pleura) entzündet.

Das ist die doppelte Membran, die den Brustkorb auskleidet und jede Lunge umgibt. Diese Erkrankung wird auch Pleuritis genannt. Sie verursacht heftige Schmerzen, besonders beim Ein- und Ausatmen.

Eine Rippenfellentzündung kann eine Komplikation vieler Grunderkrankungen sein. Um die Rippenfellentzündung zu behandeln, behandeln die Ärzte in der Regel die Grunderkrankung.

Wenn das Brustfell richtig arbeitet, gleicht es zwei Satinstoffstücken, die ohne Reibung aneinander vorbei gleiten. Dadurch kann sich die Lunge ohne Widerstand gegen die Auskleidung des Brustkorbs ausdehnen und wieder zusammenziehen.

Die eine Schicht des Rippenfells, die nur ein paar Zellschichten dick ist, überzieht die Lunge. Die zweite Schicht kleidet die Innenseite des Brustkorbs aus.

Wenn sich hier eine Entzündung entwickelt, reiben die beiden Schichten des Brustfells aufeinander. Das verursacht den Schmerz beim Ein- und Ausatmen.

Der heftige, kurze Schmerz in der Brust verschlimmert sich, wenn Sie tief durchatmen, husten oder niesen. Kurzatmigkeit, ein trockener Husten, Fieber und kalte Schauer können auftreten.

Manche Patienten empfinden eine Schmerzlinderung, wenn Sie den Atem anhalten oder Druck auf die schmerzende Region ausüben.

Flüssigkeit in der Lunge

Öfters führt die Entzündung dazu, dass sich Flüssigkeit in der Pleurahöhle (Pleuraerguss) ansammelt. Für dieses Stadium der Erkrankung ist typisch, dass die Schmerzen aufhören, da die beiden gereizten Membranen keinen Berührungskontakt mehr haben.

Wenn sich viel Flüssigkeit angesammelt hat, kann das die Lunge einengen. Das wiederum verursacht Kurzatmigkeit. Eine Rippenfellentzündung kann durch eine Verletzung des Brustkorbs hervorgerufen werden.

Aber auch viele andere Erkrankungen können sie auslösen:

  • Eine akute Virusinfektion
  • Autoimmunerkrankungen, wie Lupus erythematodes, welcher in schweren Fällen mit einer schmetterlingförmigen Rötung des Gesichts einhergeht, und eine rheumatoide Arthritis.
  • Ein Blutgerinnsel in einer Lungenarterie (Lungenembolie)
  • Lungen- oder Rippenfellkrebs
  • Pneumothorax (Gasbrust), ein Zustand bei dem Luft in den Pleuralspalt gelangt
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • Tuberkulose und andere Infektionen

Rippenfellentzündung als Nebenwirkung

Eine Rippenfellentzündung kann auch als Nebenwirkung von einigen Medikamenten entstehen, zum Beispiel durch eine Arznei, mit der Harnwegsinfekte behandelt werden. Sie kann aber auch als Komplikation nach einer Herzoperation, in der Regel 2 bis 3 Wochen nach dem Eingriff, auftreten.

Sie sollten auf jeden Fall einen Arzt konsultieren, wenn Sie Probleme beim Atmen haben oder anhaltende Brustschmerzen.

Ihr Arzt kann eine Rippenfellentzündung anhand Ihres Atemgeräusches diagnostizieren. Eine Untersuchung des Brustraums, Röntgenaufnahmen der Brust und Blutuntersuchungen können ihm helfen, festzustellen, ob Sie eine Lungenentzündung haben und was die Infektion verursacht hat.

Anhand von weiteren Blutuntersuchungen kann der Arzt zudem Störungen des Autoimmunsystems, wie Lupus erythematodes, erkennen, bei denen eine Pleuritis erste Symptome sind.

Manchmal ist es notwendig, die Pleuraflüssigkeit zu entfernen (Pleurapunktion) oder eine Gewebeprobe (Pleurabiopsie) zu analysieren.

Das Ziel der Therapie ist neben der Behandlung der eigentlichen Rippenfellentzündung oder des Pleuraergusses, die Grunderkrankung zu behandeln. Ist diese zum Beispiel eine bakterielle Infektion der Lunge (Lungenentzündung), kann die Infektion durch die Einnahme von Antibiotika bekämpft werden.

Nichtsteroidale, entzündungshemmende Schmerzmittel können einige der Symptome einer Pleuritis lindern. Ihr Arzt kann Ihnen auch Codein verordnen, um den Husten zu kontrollieren und die Schmerzen zu lindern.

Falls sich bei Ihnen eine größere Menge Eiter in der Lunge ansammelt (Empyema), ist es wahrscheinlich notwendig, die Flüssigkeit für einige Tage durch eine Drainage, die in Ihren Brustkorb gelegt wird, abzuleiten.

Lassen Sie sich im Alter impfen

Menschen über 60 Jahren haben ein höheres Risiko für eine Pneumokokken-Erkrankung. In dieser Altersgruppe zählen diese Bakterien zu den häufigsten Erregern einer Lungenentzündung (Pneumonie).

Gerade für ältere Menschen ist aber diese Erkrankung gefährlich, da sie oftmals lange unentdeckt bleibt und trotz Behandlung mit Antibiotika tödlich enden kann.

Pneumokokken sind weit verbreitet. Sie werden durch kleinste Tröpfchen beim Husten oder Niesen von Mensch zu Mensch übertragen und besiedeln den Nasen-Rachen-Raum. Jeder zweite trägt den Erreger in sich, ohne daran zu erkranken.

Aber bei einer Schwäche des Abwehrsystems oder bei chronischen Grunderkrankungen, wie sie bei älteren Menschen häufig vorkommen, breiten sich die Pneumokokken unkontrolliert im Körper aus und können zu Lungen-, Hirnhaut- oder Mittelohrentzündungen bis hin zur Blutvergiftung führen.

Nach Schätzungen sterben jährlich etwa 12.000 Deutsche an den Folgen einer Pneumokokken-Erkrankung.

Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission Deutschlands (STIKO) am Robert-Koch-Institut in Berlin, daß sich Menschen über 60 gegen Pneumokokken impfen lassen. Der Impfschutz hält sechs Jahre an.

Laut einer repräsentativen Emnid-Umfrage bei 1.030 Frauen und Männern über 60 Jahren sind 86 Prozent nicht durch eine Pneumokokken-Impfung geschützt.

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