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Lungenentzündung: Wie gefährlich ist sie?

Die Gefährlichkeit einer Lungenentzündung hängt größtenteils von Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand und von der Art der Lungenentzündung ab.

Wenn Sie jung und gesund sind, wird die Lungenentzündung meist zu Hause mit Bettruhe und Antibiotika behandelt. Sind Sie aber älter oder durch Krankheit geschwächt (besonders durch Herzinsuffizienz oder Lungenkrankheiten wie chronische Bronchitis, Asthma oder Emphysem), kann sie lebensbedrohlich sein.

Wenn die Erreger und die krankheitsbedingten Entzündungsprodukte die Lungenbläschen (Alveoli) befallen, wird die Atmung erheblich beeinträchtigt. Das ist ein lebensbedrohender Zustand.

Gelangt die Infektion in die Blutbahn, so führt dies zu einer Bakteriämie, die ebenfalls lebensbedrohlich sein kann.

Die Erreger können auf diesem Weg auch andere Organe infizieren und schwere Erkrankungen wie zum Beispiel Meningitis (Entzündung der Hirnhäute) hervorrufen. Eine Bakteriämie kann in weniger als 48 Stunden auftreten.

Lungenentzündung: Symptome

Eine Lungenentzündung kann vielfältige Ursachen haben. Meist sind Mikroorganismen beteiligt etwa Bakterien, Viren, Pilze oder auch Parasiten. Die Krankheit mag zunächst wie eine Erkältung oder eine Grippe beginnen.

Aber dann entpuppt sie sich als etwas viel Schlimmeres. Meist beginnt die Erkrankung mit Husten und starker Schleimproduktion, Fieber und starken Brustschmerzen. Betroffene haben Probleme beim Atmen und sind schnell erschöpft.

Bei Kindern und Säuglingen hingegen sind die Symptome oftmals sehr irreführend. Meist wirken sie nur fiebrig, apathisch und schlafen viel.

Bei älteren Menschen oder Patienten mit einer anderen Grunderkrankung können weniger spezifische Symptome auftreten: Fieber, Husten, Schwäche, oder, besonders bei älteren Menschen, Verwirrung (Delirium).

Diese Symptome müssen nicht alle vorkommen. Zuweilen treten sie bei einer Lungenentzündung auch einzeln auf.

Die Lungenentzündung Symptome unterscheiden sich jedoch nicht nur stark je nach Lebensalter des Erkrankten – das Krankheitsbild hängt auch sehr vom Erreger ab.

Klarheit bringen meist erst ein ausgiebiges Röntgenbild des Brustkorbes und ein Test auf die gängigen Erregerstämme:

Bakterien und Pilze

Eine bakterielle oder durch Pilze bedingte Lungenentzündung folgt häufig einer Infektion der oberen Atemwege.

Diese Lungenentzündung wird in ihren Symptomen von Schüttelfrost, plötzlichem hohen Fieberanstieg, Schmerzen im Brustkorb und Husten mit dickem, rostfarbenem, grünlichem oder gelbem Schleim begleitet.

Diagnostiziert wird diese Art der Lungenentzündung meist durch Erregerkulturen, die aus Abstrichen gewonnen werden. Legionellen und Pneumokokken lassen sich aus solchen Kulturen gut nachweisen, aber auch Tests anhand des Blutes auf Immunreaktionen können schnell Klarheit über Infektionen geben.

Antibiotika und Präparate gegen Pilze sind hier das Mittel der Wahl, um eine schnelle Genesung herbeizuführen.

Viren

Eine virale Lungenentzündung kann durch das Influenzavirus oder andere Viren hervorgerufen werden. Sie ist in der Regel für Personen mit Herz- oder Lungenkrankheiten gefährlicher.

Sie tritt vorwiegend im Herbst und Winter auf und beginnt typischerweise mit trockenem Husten, Kopfschmerzen, Fieber, Muskelschmerzen und Müdigkeit. Mit zunehmender Erkrankung kann sich der Husten verstärken.

Es bildet sich Schleim, und die Patienten können an Atemnot leiden. Nicht selten folgt einer viralen eine bakterielle Infektion.

Mykoplasmen

Diese Bakterien verursachen ähnliche Symptome wie eine bakterielle oder virale Lungenentzündung, jedoch entwickeln sich die Symptome langsamer und sind oft milder, halten aber länger an.

Fieber und Schüttelfrost bauen sich bei Infektionen mit diesen Bakterien erst langsam auf. Diese sogenannte atypische Lungenentzündung ohne Fieber tritt meist in den warmen Monaten des Jahres auf und geht mit Muskelschmerzen, Durchfällen und Ausschlägen einher.

Auch eine wandernde Lungenentzündung wird normalerweise durch Mykoplasmen verursacht.

Keinesfalls darf ein Verdacht auf die Symptome einer Lungenentzündung auf die leichte Schulter genommen werden. Es handelt sich hierbei um eine schwerwiegende Erkrankung, welche bei älteren oder geschwächten Patienten durchaus lebensbedrohlich ist.

Auch Kinder sind hier eine besondere Risikogruppe unter den Betroffenen.

Auch Menschen mit Herzbeschwerden, Diabetes und diagnostizierten Krebserkrankungen sollten schon in leichten Verdachtsfällen schnellstmöglich den Hausarzt aufsuchen um die Krankheit rasch einzudämmen.

Beruhigungsmittel erhöhen Risiko für Lungenentzündung

Benzodiazepine sind eine Medikamentengruppe, die häufig angewandt werden. Es sind Schlaf- und Beruhigungsmittel – bekannt ist zum Beispiel Diazepam.

Britische Forscher, die zur Universität Nottingham und zum University College London gehören, haben aber jetzt herausgefunden, dass diese Medikamente zu schweren Lungenentzündungen führen und sogar tödlich sein können.

Die Wissenschaftler hatten medizinische Daten von fast 5.000 Menschen analysiert, die vor zehn Jahren zum ersten Mal erfuhren, dass sie unter einer Lungenentzündung litten.

Hinzu kamen die Daten von fast 30.000 gesunden Patienten.

Die Forscher untersuchten die Daten aller 35.000 Studienteilnehmer daraufhin, ob sie Benzodiazepine eingenommen hatten. Überprüft wurde auch die Einnahme von Zopiclon, das fast genauso wie Benzodiazepine wirkt.

Es zeigte sich, dass das Risiko für eine Lungenentzündung durch die Benzodiazepine, vor allem durch Diazepam, Lorazepam und Temazepam um 54 Prozent anstieg; gleiches galt für Zopiclon.

Zudem erhöhte sich das Risiko, an dieser Lungenentzündung innerhalb von 30 Tagen zu sterben, durch die erstgenannten drei Mittel und durch Chlordiazepoxid um 22 Prozent. Innerhalb von drei Jahren erhöhte sich das Todesrisiko um 32 Prozent.

Schuld daran ist wahrscheinlich, so die Wissenschaftler, dass sich die Mittel auf das Immunsystem auswirken und so den Körper gegenüber den Erregern einer Lungenentzündung schwächen.

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