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Wann sollte eine Impfung gegen Lungenentzündung wiederholt werden?

Die Antwort auf diese Frage hängt vom Alter und Gesundheitszustand ab. Denn diese Faktoren sind für das Risiko maßgebend.

Die Impfung gegen Pneumokokken dient in erster Linie dazu, die schwer wiegenderen Komplikationen einer durch Pneumokokken verursachten Lungenentzündung zu verhüten, nämlich eine Blutvergiftung (Sepsis) und eine Hirnhautentzündung (Meningitis).

Die Ständige Impfkommission beim Robert-Koch-Institut (Berlin) empfiehlt Personen über 60 Jahren eine Impfung mit Polysaccharid-Impfstoff mit Wiederholungsimpfung im Abstand von 6 Jahren.

Kinder (ab dem vollendeten 2. Lebensjahr), Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grunderkrankung erhalten eine einmalige Impfung mit Polysaccharidimpfstoff (bei weiter bestehender Indikation: Wiederholungsimpfung nach 6 Jahren).

Zu den gefährlichen Grunderkrankungen gehören: angeborene oder erworbene Immundefekte wie zum Beispiel Hypogammaglobulinämie, Komplement- und Properdindefekte bei nicht vorhandener oder unzureichender Funktion der Milz, bei Sichelzellenanämie, bei Krankheiten der blutbildenden Organe, bei Tumorleiden, bei HIV-Infektion und nach Knochenmarktransplantationen.

Die Indikation für eine Impfung besteht auch bei chronischen Krankheiten wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krankheiten der Atemorgane, Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselkrankheiten, Niereninsuffizienz/nephrotisches Syndrom, Liquorfistel, vor einer Organtransplantation und vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie.

Spezielle Impfstoffe

Ein spezieller Impfstoff gegen Pneumokokkeninfektionen wurde vor kurzem für Kleinkinder entwickelt, die das größte Risiko für eine Pneumokokkenerkrankung haben.

Er ist nicht nur hilfreich bei der Vorbeugung gegen Lungenentzündung, sondern auch gegen Blutvergiftung (Sepsis), Hirnhautentzündung (Meningitis) und anderen schweren Infektionen. Die STIKO (Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts) spricht für diesen konjugierten Impfstoff eine Indikationsempfehlung aus.

Das bedeutet, dass in der Altersgruppe der unter 2-Jährigen die Kinder mit Risikofaktoren oder einem erhöhten Krankheits- und Komplikationsrisiko mit dem neuen Konjugatimpfstoff geimpft werden sollten.

Sie können sich das ganze Jahr über gegen eine Pneumokokkeninfektion impfen lassen. Die Grippeimpfung, die jährlich verabreicht wird, ist dagegen an Jahreszeiten gebunden.

Die Grippesaison in der westlichen Hemisphäre dauert meist von Dezember bis März.

Aus diesem Grund empfiehlt die STIKO allen über 60-jährigen Personen eine Influenzaimpfung im Herbst (September bis November) mit einem Impfstoff mit aktueller, von der WHO empfohlener Antigenkombination.

Die Impfung wird auch allen empfohlen, die an ernsten Erkrankungen leiden, beispielweise chronischen Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und anderen Stoffwechselkrankheiten, Immundefizienz und HIVInfektion.

Des weiteren sollten sich Personen mit erhöhter Gefährdung wie medizinisches Personal und Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr impfen lassen.

Eine Lungenentzündung kann eine schwere Komplikation der echten Grippe (Influenza) sein, so dass eine Grippeimpfung auch vor einer Lungenentzündung schützen kann.

Lungenentzündung: Gehen Sie zum Arzt

Die meisten Lungenentzündungen sind nicht tödlich. Dennoch sollten sie sorgfältig von einer Erkältung oder einer Grippe unterschieden werden und keinesfalls unbehandelt bleiben.

Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn Sie an einem hartnäckigen Husten oder unerklärlichem Fieber leiden oder wenn Sie sich nach einer scheinbar überwundenen Grippe plötzlich wieder krank fühlen.

Außerdem sollten Sie aufmerksam werden, wenn vor allem ältere Personen in Ihrem Umfeld plötzlich ohne ersichtlichen Anlaß verwirrt sind. Diese Menschen könnten eine Lungenentzündung haben.

Seien Sie besonders wachsam, wenn die Abwehrmechanismen Ihrer Lungen geschwächt sind. Eine Schwächung wird durch Alkoholismus, den Alterungsprozeß, Verletzungen oder Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken (z. B. Prednison oder Chemotherapie) verstärkt.

Sie könnten dadurch anfälliger für eine Lungenentzündung sein, oder die Symptome könnten weniger charakteristisch sein.

Um die Diagnose einer Lungenentzündung zu erleichtern, könnte Ihr Arzt Röntgenbilder der Lunge anfertigen lassen. Er kann damit die Infektion lokalisieren und ihr Ausmaß feststellen.

Blutuntersuchungen könnten durchgeführt werden, um nach Antikörpern gegen bestimmte Mikroorganismen oder nach anderen Ursachen zu suchen. Eine Untersuchung Ihres abgehusteten Schleims kann zur Identifizierung der auslösenden Mikroorganismen herangezogen werden.

Nanotechnologie kann Ihrer Lunge schaden

Nanotechnik ist heute sehr beliebt. Egal ob bei Kleidung, bei Scheiben oder Lacken – die Nanoröhrchen, die aus mehreren Atomschichten Kohlenstoff bestehen, sind sehr häufig eingesetzte Werkstoffe.

Allerdings ähneln sie äußerlich betrachtet den Asbestfasern. Daher hatten Forscher schon länger die Befürchtung, dass die Fasern Schäden im Gewebe auslösen könnten – eben wie es auch Asbestfasern tun.

Dass dies tatsächlich der Fall ist, konnte nun im Tierversuch nachgewiesen werden.

Dazu wurden Mäuse sechs Stunden lang einer Konzentration von Nanoröhrchen ausgesetzt. Die Wissenschaftler entdeckten, dass das Immunsystem die Partikel zur Lungenaußenwand transportiert und diese dort die Zellen beschädigen.

Dies führt zu einer Vernarbung. Zudem lagern sich die Röhrchen im Lungenfell ein und führen hier zu Entzündungen.

Zur Vernarbung in der Lunge kam es schon nach zwei Wochen nach Einatmen der Partikel. Da die Tiere nur einmal den Nanoröhrchen ausgesetzt wurden, erholte sich die Lunge nach drei Monaten wieder.

Die Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass sich die Lunge bei dauerhaftem Kontakt mit den Partikeln nicht erholen würde und raten zur Vorsicht, was die Verwendung der Nanoteilchen angeht.

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