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Chronische Lymphozytische Leukämie (CLL)

Die Chronische Lymphozytische Leukämie (CLL) ist die häufigste Leukämieform, von der Erwachsene in der westlichen Welt betroffen sind.

Sie kann Jahre oder Jahrzehnte bestehen, ohne dabei deutliche Probleme zu verursachen.

Andererseits kann sie im Laufe der Zeit zu einer echten Behinderung führen. Die Ärzte arbeiten an einer Vorhersagemöglichkeit für den Verlauf der Krankheit. In den letzten 10 Jahren entwickelten sie viele wirkungsvolle Behandlungen dafür.

Wenn das Blut krank wird

Leukämie ist die Folge einer genetischen Mutation in wenigen Stammzellen des Knochenmarks. Diese Mutationen entstehen nach der Geburt. Die genauen Ursachen dafür sind noch nicht bekannt.

Neben der Chronischen Lymphozytischen Leukämie gibt es drei Hauptformen der Leukämie.

  • akute lymphozytische Form
  • akute myeloische Form (griech. myelos = Mark)
  • chronisch myeloische Form

Die CLL tritt meistens bei Menschen über 50 auf. Wenn jemand aus Ihrer Familie erkrankt ist, tragen Sie ein leicht erhöhtes Risiko, ebenfalls daran zu erkranken.

Die Krankheit beginnt mit der Produktion von abnormen weißen Blutzellen (Lymphozyten) im Knochenmark.

Diese sorgen für die Entstehung weiterer abnormer Zellen und vermehren die Anzahl der Lymphozyten im Blut. Die abnormen Lymphozyten kann man bei einer routinemäßigen Blutuntersuchung entdecken. Unter Umständen beeinträchtigen sie die Produktion der normalen Blutzellen.

Probleme der CLL

Die Chronische Lymphozytische Leukämie schreitet in den meisten Fällen langsamer voran als andere Leukämiearten. Sie besteht unter Umständen viele Jahre, ohne deutliche Probleme zu verursachen.

Zu diesen Problemen können gehören:

  • vergrößerte Lymphknoten, Leber und Milz
  • chronische Erschöpfung
  • Knochenschmerz
  • übermäßiges Schwitzen, vor allem in der Nacht
  • Appetitlosigkeit, vor allem bei gleichzeitigem Gewichtsverlust
  • häufige Infektionen der Haut, Lungen, Nieren oder anderer Organe

Chemotherapie und Aussichchten

Nach der Operation rät der Arzt seinem Patienten zur Chemotherapie. Dieser denkt sofort an Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall.

Weltweit registriert man jährlich etwa 6 Millionen Neuerkrankungen an Krebs. Die Krankheit gehört zu den häufigsten Todesursachen der westlichen Welt. In Deutschland gehen Experten nach Angaben des Statistischen Bundesamts von jährlich über 330.000 Neuerkrankungen aus.

Eine Vielzahl onkologischer Patienten kommt heute im Krankheitsverlauf an einer Chemotherapie nicht vorbei.

Allerdings reduzierten in der letzten Zeit verbesserte Wirkstoffe und Techniken die Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen.

Darüber hinaus nehmen eine verbesserte Aufklärung und realistische Erwartungen den möglichen Nebenwirkungen einer Chemotherapie, die das tägliche Leben beeinträchtigen, den Schrecken.

Stetiger Fortschritt in der Krebsforschung

Seit 1950 ist die Chemotherapie ein Hauptpfeiler in der Krebsbehandlung.

Stetiger Fortschritt über die Jahre hinweg führte dazu, dass man verschiedene Krebsarten, wie z. B. der Hodenkrebs, die Hodgkin-Krankheit (malignes Lymphom) und verschiedene Formen der Leukämie (bösartige Erkrankung der weißen Blutkörperchen), heilen kann.

Für einige Menschen ist die Chemotherapie die einzige Möglichkeit, Krebszellen zu zerstören, die durch Bestrahlung oder Operation nicht erreichbar sind.

In anderen Fällen führt die Chemotherapie vor einem operativen Eingriff zur Tumorrückbildung, beispielsweise bei Krebs im Kopf- und Halsbereich (Rachen, Kehlkopf).

Bei Patienten mit Plasmozytom (vom Knochenmark ausgehender Tumor) setzen Mediziner die Chemotherapie weniger ein, um den Krebs zu heilen, sondern um die Schmerzen zu lindern.

Eine umfassende Attacke

Es existieren über 50 verschiedene Chemotherapeutika in Form von oralen Medikamenten, Injektionen oder als intravenöse Lösungen. Die Zusammensetzung der verabreichten Substanzen hängt von der Art des Krebsleidens, dem Alter und allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten sowie den möglichen Nebenwirkungen ab.

Die meisten Chemotherapeutika üben ihre schädigende Wirkung auf Zellbestandteile wie die Desoxyribonukleinsäure (DNS) oder Proteine aus.

Dadurch blockieren sie den Stoffwechsel der Tumorzellen und verhindern, dass sie sich weiter teilen. In einigen Fällen führt die Chemotherapie darüber hinaus zur Selbstzerstörung der kranken Zellen.

Leider greifen Chemotherapeutika auch gesunde Zellen an. Schnell wachsende Zellen im Magendarmtrakt, im Knochenmark und in den Haaren sind davon in besonderem Maße betroffen.

Die Nebenwirkungen

Chemotherapiebedingte Nebenwirkungen treten häufig auf und sind bei einer Krebsbehandlung am meisten gefürchtet. Nebenwirkungen müssen jedoch nicht jeden betreffen.

In manchen Fällen treten wenige oder gar keine Nebenwirkungen auf, abhängig von der Art der Chemotherapie und der Gegenreaktion des einzelnen Patienten.

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